USA 2005 // Red Rock Fanatic Tour
Eine Reise durch die Staaten Nevada, Arizona, New Mexico, Colorado und Utah zu bekannten und weniger bekannten Orten, 28 Tage vom 15. September bis zum 13. Oktober 2005.
Die Angaben über gelaufene Touren sind nur die vom
GPS aufgezeichneten Entfernungen. Wenn der Empfang in Canyons schlecht
war, dann stimmt diese Angabe nicht zu 100%. Natürlich sind dort
normale Wege die wir zu Fuß zurückgelegt haben nicht inbegriffen.
(z.B. 1 km im Walmart
)
1. Tag / München - Washington - Las Vegas
Donnerstag 15. September
Wir
sind im Regen gestartet und hatten bis Kanada nur Wolken unter uns.
Der Flug nach Washington war bis auf die Landung sehr ruhig, aber ich
hasse diese langen Flüge.
Zur Immigration mußten wir schon etwas anstehen, die Formalitäten selber gingen dann aber flott, kurz ein Bild und Fingerabdrücke, fertig. Die Koffer stehen schon da und wir können sie gleich wieder abgeben, das sieht hier etwas unorganisiert aus, aber es funktioniert wohl.
Bis zum Anschlussflug ist noch Zeit und wir latschen etwas durch den Flughafen. Dann ist wieder Boarding und nochmal 4:40 h bis Las Vegas. Bei Alamo ist nicht viel los und wir verhandeln ein Upgrade auf einen SUV für 10 $/Tag, es ist aber leider kein Grand Cherokee in der Choice Line und der einzige Trailblazer sieht schon nicht mehr so gut aus. Nach fast einer halben Stunde Autos vergleichen, entscheide ich mich dann für einen Dodge Durango, ein riesen Teil mit sehr guter Ausstattung, so was habe ich mir schon immer mal gewünscht.
Nach einem kurzen Stop im Supermarkt, zum Getränke einkaufen, gehts ins Stratosphere Tower Hotel. Wir bekommen ein Zimmer im 18. Stock mit Blick auf den Strip, ist uns aber egal wir sind müde und wollen nur schlafen.
Gefahren: 6 mi / 10 km
2. Tag / Las Vegas - Flagstaff
Freitag 16. September
Um 4:00 aber schon wieder wach geworden und geduscht. Um 6:00 haben wir dann schon mal den Walmart gestürmt, danach zu zwei AAA Karten und Tourbook holen, beim ersten waren die etwas geizig und rückten nur ein Tourbook und eine Karte raus. Vor der Abfahrt aus Vegas gibts noch mein geliebtes Orange Flavoured Chicken beim Panda Express.
Die
Fahrt geht über den Hoover Dam nach Flagstaff, nichts außergewöhnliches,
aber ein sehr entspanntes Fahren mit dem Dodge. Ein kurzer Aufenthalt
in Williams, dann ins Super 8 nach Flagstaff. Bis wir das Motel bezogen
und im Auto noch etwas umgeräumt haben, ist es schon dunkel, es
hat auch auf 20° C abgekühlt. Wir essen im Carl´s Jr. unseren
ersten Burger und verziehen uns aufs Zimmer. Ich schreibe noch diese
Zeilen und ein paar Mails, Elke schläft schon. Den Zeitunterschied
haben wir aber diesmal ohne große Probleme hinbekommen. Es ist
jetzt 21:34 Uhr, genau die richtige Zeit noch ein Bier zu öffnen
und beim fernsehen einzuschlafen.
Gefahren: 302 mi / 486 km
3. Tag / Flagstaff - Petrified Forest NP - Gallup
Samstag 17. September
Ich habe gestern Abend noch im Auto nach einer Bedienungsanleitung gesucht, im Handschuhfach war es natürlich nicht, aber im Kofferraum unter der Klappe und unter dem Filz war etwas zu spüren. Original verpackt lag da die komplette Doku und der Zweitschlüssel zum Auto, prima. Am Armaturenbrett ist ein Schalter für AWD und 4Lock, das musste ich doch genau wissen, meine Vermutung bestätigte sich aber. Unter AWD, die Standard Fahrstellung, ist ein automatisches Fahrprogramm mit ESP. Leider fehlt der Schalter in diesem Auto um das ESP abzuschalten. Mit 4Lock werden alle 4 Räder gleichmäßig angetrieben und es gibt kein ESP dafür, gut das ist dann die Fahrstellung für Gravelroads, zwar nicht voll Geländetauglich, aber es wird für uns wohl reichen. Außerdem habe ich gelesen, das der CD-Wechsler auch MP3 auf CD-R abspielen kann.
Ich bin um 5:30 wach und checke mein GPS und stelle mir eine schöne MP3 CD zusammen und brenne diese gleich. Wie gut das ich meine MP3 Sammlung aufs Notebook kopiert habe. Zum Frühstück gab's im Super 8 Toast und Cornflakes mit Kaffee, das reicht mir. Die Nacht war kühl, es hat gerade 12 C, schön das man den Boardcomputer und die Klimaautomatik auch auf Celsius und Kilometer umschalten kann. Der Digitale Kompaß ist auch sehr hilfreich, das Auto gefällt mir immer besser.
Nach
dem Frühstück sind wir in den Historic District von Flagstaff
gefahren, alle Geschäfte sind noch zu, wir sind zu früh drann.
Da ertönt schon wieder das Signal der BNSF Railway, schnell zurück
zum Bahnhof. Aber wir sind zu spät und sehen nur noch die Waggons
vorbei rauschen. In der Nacht haben wir übrigens nichts von den
Zügen mitbekommen. Wir warten auf den nächsten Zug, ca. 85
kommen pro Tag hier durch. Nach 20 Minuten fängt die Klingel der
Schranke und kurz darauf ertönt das Horn der Lok, ein beindruckendes
Geräusch und wieder fährt so ein Monsterzug durch. Danach
wird der Tank noch voll gemacht für 2,94 $ die Gallone, der Verbrauch
liegt laut Computer bei 14 l/100km. Wir verabschieden uns von Flagstaff
und fahren auf der I-40 nach Osten. Ein kurzer Abstecher zur "Corner
in Winslow Arizona" (das Haus ist übrigens letztes Jahr abgebrannt
und es steht nur noch die Außenmauer) und dann geht's von Holbrook
zum Südeingang des Petrified Forest.
Wir
gehen die kurzen Trails zum Long Log, Crystal Forest und Blue Mesa.
Eine tolle Landschaft und die Massen an Petrified Wood bezaubern uns.
Zwischendurch machen wir Picknick bei 32 C und starkem Wind. Jetzt muß
ich auch mal die Haube aufmachen und nachsehen was da drunter steckt.
Ein 4,7 Liter V8, eigentlich eine unscheinbare Erscheinung, macht aber
einen guten Sound. Auch unsere Vormieter sind wohl einige Gravelroads
mit dem Auto gefahren wie man an dem Dreck im Motorraum erkennen kann.
Über die Painted Desert fahren wir zum Visitors Center, ein Ranger
spricht uns an, ob wir uns Sonnenflecken ansehen wollen, sure, wir folgen
ihm nach draußen. Er hat im Hof ein großes Spiegelteleskop
aufgestellt und richtet es auf die Sonne, er lässt das Licht auf
einen großen Karton projezieren, auf dem man einen großen
hellen Spot sieht, die Sonne und darin ist eine dunkle Stelle, eben
Sonnenflecken. Zur Demo hält er dicht übers Okular einen Bleistift
der sofort zu qualmen beginnt, ja nicht reinschauen rät er, das
Auge wäre sofort geschädigt. Wir bedanken uns für die
Demonstration und fahren auf der I-40 weiter nach Gallup.
Dort klappern wir einige Motels ab und erkundigen uns nach den Preisen, in dem älteren Days Inn bleiben wir für 48 $ incl. Tax. Nach einer Dusche fahren wir durch den ewig langen Ort und essen im Sizzlers zu Abend. Es war zwar nicht schlecht aber auch nicht überragend gut. Das Motel hat leider kein Internt Access, so bleibt nur die Tour für morgen vorzubereiten und bei einem Bier zu relaxen.
Gefahren: 236 mi / 380 km
4. Tag / Gallup - De-Na-Zin Wilderness - Chaco Culture NHP - Farmington
Sonntag 18. September
Wir haben gut geschlafen, die Züge die ständig vorbei fahren haben mich nicht geweckt, das Oropax kann im Koffer bleiben. Das Complimentary Breakfast eingenommen und bei kalten 10 C gestartet. Das Benzin ist hier mit 2,70 $ günstig, liegt vielleicht an den Raffinerien vor der Stadt. Laut den Garmin Topo Maps ist es nicht so einfach am PC die Zufahrt zur De-Na-Zin Wilderness zu finden, also fahren wir einfach drauf los. Es stellt sich aber alles als ziemlich einfach heraus, GPS Wegpunkte habe ich jetzt abgespeichert.
Um
es gleich vorweg zu nehmen, ein sehr interessantes Gebiet, das uns sehr
gut gefallen hat, einen Besuch auf jeden Fall wert. Wir liefen zunächst
den Wash entlang, bis die Hügel langsam in Flachland übergingen,
von da an schlugen wir uns querfeldein über die Hügel in Richtung
der Hoodoos. Das sollte man unbedingt machen, man kann soviel entdecken,
jede Menge Petrified Wood, Kugeln
die an Moquis erinnern, Hoodoos, Mondlandschaft, einfach Klasse. Auf
der anderen Seite des Tales sind wir auf den Canyonrand aufgestiegen,
dort liegt ein altes Pickup Wrack und dann wieder quer durch das Tal
bis zum Wash. Mit GPS war das alles kein Problem, man bracht sich nicht
um die Orientierung kümmern, sondern kann dorthin gehen wo es die
schönsten Formationen gibt. 3 Stunden waren wir unten, in denen
wir doch viel gesehen haben, gerade richtig wie wir finden.
Zurück am Trailhead gab es erst mal Lunch, es war
ja auch schon nach 12. Auf der herfahrt habe ich das Schild zum Chaco
Canyon gesehen, nachdem wir noch viel vom Tag übrig ist, entscheiden
wir uns dorthin zu fahren. Es sind allerdings über 30 Meilen bis
zur Kreuzung und dann noch ein paar Meilen, bis die Gravelroad losgeht.
Im Park wird der National Parks Pass akzeptiert und wir erfahren einiges
über die Chacoan Culture und die Pueblos. Leider haben wir dafür
nicht mehr genügend Zeit, es hat sich aber auch gelohnt den Umweg
zu machen. Wir verlassen den Park über die nördliche Zufahrt,
die Strasse ist hier besser, als die südliche Zufahrt auf der wir
herkamen, aber für unseren Dodge kein Problem.
In Farmington checken wir im Super 8 ein, 46 $ incl. Tax ist OK und Free Internet per LAN natürlich auch. Die Sonne hat uns beide die letzten 2 Tage doch einen kleinen Sonnebrand beschert und wir laufen nun als Rednecks rum. Es war aber ein sehr schöner Tag, genau nach unserem Geschmack.
Gefahren: 289 mi / 465 km
Gelaufen: 7,6 km
5. Tag / Farmington - Bist Wilderness - Durango
Montag 19. September
Von unserem Zimmer aus habe ich die beiden Schilder auf
dem Bild zwar schon gesehen, mir aber nichts dabei gedacht, beim Auto
einladen habe ich den Sinn verstanden und geschmunzelt.
Wie üblich fahren wir auch diesen Morgen zum Tanken,
im ganzen Ort kostet es 2,99$ na was solls, gestern bin ich mit 13 l
ausgekommen. Die anfahrt zu den Bistis ist einfach und nur ein kurzer
Stück Gravel. Am Trailhead stehen schon 3 Autos, wir ziehen uns
um und packen den Rucksack mit Wasser und etwas essbaren voll und ziehen
los. Es kommen uns gleich 2 ältere Damen entgegen und fragen uns,
ob wir wissen wo die Formationen sind, wir geben soweit wir es können
Auskunft, aber soweit wollen die nicht laufen und sie drehen wieder
um. Wir gehen querfeldein in Richtung den beiden schwarzen Hügel.
Nach überqueren des Wash schlagen
wir
uns auf den südlichen Rim, dort begegnen uns noch 2 andere Gruppen.
Ohne langen Aufenthalt gehen wir zügig nach Osten weiter und sehen
uns die
Bisits
von oben an. Der Boden ist teilweise sehr weich aber trocken, nicht
auszudenken wie es hier bei Regen zu gehen ist, es wird wohl alles ein
ziemlicher Schlamm sein. Auf höhe des "Eagles Nest" ich
denke jedenfalls das es dort war, steigen wir vom Rim ab und begeben
uns in die Hoodoos. Wir finden das Petrified Wood und was uns besonders
freut die "Cracked Eggs" und begeben uns immer
wieder an den Rand zu den Hoodoos. Die Gegend ist fantastisch und sehr
farbig. Von allen Punkten wird ein Wegpunkt erstellt und das GPS hilft
auch hier wieder den Weg ohne Umwege zurück zum Trailhead zu finden.
3 Stunden waren wir unterwegs und haben 9 km in den Bistis zurück
gelegt, der Name Bisti bedeutet übrigens, schlechtes Land, in der
Indianersprache. Am Trailhead machen wir dann wieder ein richtig schönes
Lunch Picknick mit Bagels, Käse, Tomaten und Beef Jerky.
Zurück in Farmington gehen wir noch in der Main Street etwas umschauen, wir finden einen Laden der diese bemalten Indianer Ponys hat, eines davon wird unser. Vielmehr gibt die Main Street nicht her, viele Läden die Second Hand und alten Trödel verkaufen, also fahren wir weiter. Am Ortsausgang Richtung Aztec sind die großen Supermärkte, dort legen wir beim Walmart noch einen Stop ein kaufen jede Menge Wasser, Mountain Dew und Bier, sowie Tomaten, Wurst und Käse für die nächsten Tage. Die Preise sind hier günstiger als im Saveway.
Die Fahrt nach Durango dauert nicht lange, einmal überholen wir einen ganzen Convoy mit Hummer, mit so einem würde ich auch gerne mal fahren. In Durango habe ich ein Zimmer in der Travelodge reserviert, das wir dank Triprewards kostenlos bekommen, dazu gibt es WiFi und einen Balkon mit Blick auf den Fluss und gerade in diesem Augenblick höre ich das Horn der Eisenbahn, die kurz darauf vorbei dampft. Am Abend haben glücklicherweise noch ein Paar Geschäfte offen und ich erstehe ein T-Shirt und Elke ein Bandana. Gegessen wird heute günstig bei Wendys, dort gibt es gutes Chili und Baked Potatoes.
Gefahren: 143 mi / 230 km
Gelaufen: 9,7 km
6. Tag / Durango - Silverton - Moab
Dienstag 20. September
Nach dem Kaffee und Cornflakes fahren wir noch mal in
den Historic District, auf einmal wird es ganz neblig. Der Grund dafür
ist schnell gefunden, der Bahnhof liegt vor uns und die Lok steht schon
unter Volldampf. In die Durango Station drängen jede Menge Leute,
wir stellen uns direkt an die Gleise und schon fährt der Zug ab
unter Gebimmel und Pfeifen, Rauch und Dampf erfüllt die Luft.
Wir
verlassen Durango und überholen den Zug kurz danach. Es geht stetig
bergauf und man kann wirklich sagen das wir in COLORado sind. Die Wiesen
grün, die Aspen grün, gelb und auch rot, dazu die ebenso bunten
Berge. Die Pässe liegen auf 3350 m, das sagt uns das GPS, aber
wir spüren den Höhenunterschied auch, uns wird etwas schwindlig,
durch die starken Höhenschwankungen.
Dann erreichen wir Silverton, hier hat sich in den letzten
100 Jahren nicht viel verändert, gut jetzt wird gerade eine neue
Tankstelle gebaut, aber die Häuser sind alle sehr alt. Der Ort
ist jetzt ganz auf Touristen eingestellt, die Preise sind schon sehr
hoch. Es gibt einen Railway Shop, dort erstehe ich 2 Pins der Burlingten
Northern Santa Fe Railroad für 10 $. Die Fahrt geht weiter nach
Ouray, auch eine sehr schöne Strecke, fantastisch die Laubfärbung
und dann der orangefarbene Creek. Der Umweg über die Berge lohnt
sich schon, es ist so anders als in New Mexico oder Utah. Ab Ridgeway
wird die Strecke nach Moab landschafltich nicht so interessant und wir
fahren zügig durch, obwohl sich das schon noch zieht.
In Moab ist unser lieblings Motel, das Inca Inn, leider ausgebucht. Die anderen sind zum Teil auch voll, oder die Preise für die Zimmer sind uns zu hoch. Wir suchen weiter und finden im Virginian Motel ein sehr schönes Zimmer zu einem durchaus akzeptablen Preis von 56 $. Kühlschrank und Micro gibt's auch, aber leider kein Internet. Die erste Tour durch die T-Shirt und Souvenirläden wird gesartet bevor wir im Hogi Yogi Teriaki Sticks essen gehen. Die Chicken Bowl ist nicht ganz mein Geschmack und auch von der Menge nicht ausreichend, so dass wir beim BK noch einen Stop einlegen müssen. Der Weather Channel prophezeit uns für morgen Regen, das können wir ja nun gerade hier nicht brauchen. Im Fernsehen reiten gerade die Earps und Doc Holiday.
Gefahren: 244 mi / 392 km
7. Tag / Moab -Canyonlands NP - Moab
Mittwoch 21. September
Frühstück gibt's hier im Motel keines, dafür steht eine Kaffeemaschine im Zimmer, Milch und Cornflakes haben wir ja selber, ist also kein Problem. Wir sind im übrigen sowieso nicht die ausgiebigen Frühstücker und gehen auch nie in ein Restaurant zum Frühstücken. Zum einen wollen wir gar nicht so viel und zum anderen sparen wir so Zeit und Geld dafür will unser Durango jetzt was zu schlucken, nämlich Benzin :-)
Kurz nach 7 fängt es an zu donnern und es regnet, na Klasse, uns erwischt es doch jedes mal im Moab mit dem schlechten Wetter. Der Weather Channel verheißt keine Besserung, na ja wir haben es ja noch gut, in Florida zieht gerade "Rita" durch.
Während Elke noch Karten schreibt, fahre ich zum Best Western nebenan und benutze das Wireless Internet vom Parkplatz aus, auch eine Möglichkeit ins Internet zu gelangen. Wir fahren danach los in den Canyonlands NP und fragen im Visitors Center erst mal nach dem Zustand des Shafer Trail. Der Ranger meint, das es momentan noch möglich ist, wenn allerdings mehr Regen fällt dann kann er es nicht mehr empfehlen, aber lieber heute als morgen fahren, da für die Nacht wohl wieder Regen angesagt ist. Wir entschließen uns dann heute noch zu fahren, wenn das Wetter so bleibt, aber sehen uns erst mal noch andere Punkte im Park an.
Der
erste ist der Upheaval Dome, der Hike ist nicht so weit, aber es geht
ein paar mal über Fels bergauf, was schon etwas anstrengend ist.
Es gibt zwei Theorien wie der Upheaval Dome entstanden ist. 1. Ein Meteorit
hat hier eingeschlagen und das Gestein so aufgeworfen, oder 2. Salz
dringt von unten nach
oben, keiner weiß das wohl genau. Auf jeden Fall ein interessanter
Krater, der sich lohnt anzusehen.
Als nächstes fahren wir zum Green
River Outlook, die Strasse dorthin ist mitlerweile geteert, obwohl auf
den Karten noch ein unpaved Road eingezeichnet ist. Überhaupt ist
die Strasse von Moab bis in den Park ganz neu, letztes Jahr war ja noch
eine riesen Baustelle dort, auch einen Fahrradweg neben dem Highway
wurde teilweise geteert.
Am Visitors Center machten wir noch Mittagspause, hier
haben sogar die "Tischbänke" einen Platz für Rollstuhlfahrer.
So, jetzt wollen wir mal unser Fahrzeug testen und begeben uns auf dem
Shafer Trail bergab. Der Trail ist anfangs sehr gut,
aber sobald es etwas steiler wird und vor allem in den Kehren doch sehr
rough, aber für den Dodge kein Problem. Es kommen uns immer wieder
Fahrzeuge entgegen, aber auch das Passieren ist immer wieder problemlos
möglich. An dem Abzweig zur Potash Road fahren wir noch bis zum
Gooseneck Lookout gerade aus und gehen denkurzen Trail bis zum Rim.
Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Abstecher zu machen, die Aussicht
ist fantastisch.
Zurück auf der Potash Road geht es wie gehabt weiter und man sieht den Lookout, wo wir eben noch waren von der anderen Seite. Am Ende der Road kommt man zu den "Salt Evaporators" ein seltsamer Anblick in dieser Gegend, was hier genau gemacht wird entzieht sich meiner Kenntnis, sieht wohl so aus als ob es der Salzgewinnung dient, nur wo das Salz herkommt weiß ich auch nicht. An der Teerstraße zurück nach Moab, sehen wir uns noch die Petroglyphs direkt an der Strasse an, sehr interessant, leider haben viele Zeitgenossen sich auch hier verewigt, na ja in 500 Jahren deutet wohl auch ein Schild darauf.
Dem Rock Shop, ganz am Anfang von Moab, wollten wir auch schon lange mal einen Besuch abstatten und dazu ist heute noch Zeit. Viele Interessante Steine und Uhrzeitknochen und -Fossilien gibt es dort zu kaufen. In den Parks ist es immer verboten auch nur ein Stückchen mitzunehmen und hier bekommt alles für $ zu kaufen, verstehe ich auch nicht so ganz.
Heute wird auch noch der untere Teil der Souvenir und T-Shirt Läden abgegrast, aber nichts gekauft. Im Moab Diner, das direkt vor unserer Tür ist, waren wir dann zum Essen. Das Restaurant kann ich empfehlen, gutes Essen, freundliche Bedienung und die Preise sind auch OK. Bereits letztes Jahr waren wir schon hier. Heute gab's ein Kokopelli Sandwich und vorher das Green Chili, als Nachtisch einen Vanilla Milkshake.
Gefahren: 106 mi / 170 km
8. Tag / Moab - Canyonlands NP - Dead Horse Point SP - Fisher Towers - Moab
Donnerstag 22. September
Heute ist ein ereignisreicher Tag, soviel kann ich schon mal sagen. Um 5:30 Uhr piept meine neue Timex, vom Walmart, Kaffee kochen und fertig machen für die Abfahrt. Es ist noch dunkel aber es hat einen schönen Sternenhimmel, ich glaube wir haben Glück, den jetzt ist der "Sunrise under Mesa Arch" im Canyonlands NP angesagt.
Kurz nach 6 fahren wir los, ein paar Autos sind schon unterwegs,
ich fahre etwas schneller, wir wollen ja rechtzeitig da sein. Als wir
schon das Visitors Center passiert haben, bekommen wir beide ein Schreck,
plötzlich taucht vor uns eine weise Wand auf, ich denke noch, das
sieht aber aus wie ein Gletscher, und schon fahren wir rein, es ist
Nebel der in der Hochebene liegt. Am Parkpaltz ist es bereits so hell,
das man keine Taschenlampe mehr braucht und ich habe vorher noch ewig
nach der neuen Stirnlampe gesucht und nicht gefunden. Der Trail ist
kurz und wir stehen schnell vor dem Arch. Die Sonne ist noch hinter
den La Sal Mountains. Ein Fotograf ist schon da, ein weiterer kommt
kurz hinter uns und baut sein Equipment auf, kurz bevor es soweit ist
kommt noch einer, alle außer mir sind mit Spiegelreflexkameras
und Objektiven ausgerüstet, ich kniepse mit meiner kleinen Sony
Digicam ohne Stativ, da komme ich mir schon etwas minderwertig vor.
Die Bilder davon seht ihr hier, entscheidet selber, ich habe übrigens
74 mal auf den Auslöser gedrückt.
Nach einer Stunde sind wir dann zum Grand View Point gefahren und den Trail gelaufen, eine sehr schöne Stimmung und wie am Arch absolut ruhig, man hört nur ab und zu den Flügelschlag von Vögel die vorbeifliegen. Absolut zu empfehlen so früh im Park zu sein, der Blick ist überwältigend. So dann habe ich aber hunger und wir bereiten unser Frühstück am Orange Cliff Outlook.
Hinterher sind wir in den Dead Horse Point State Park
gefahren, 7 $ Eintritt muß man dort berappen, aber sie sind es
wert. Elke hat gerade ihren Toten (Horse) Punkt und bleibt im Auto und
schläft etwas. Im Visitors Center bekomme ich Antworten auf meine
Fragen, ich weis jetzt was es mit den Salzseen von gestern auf sich
hat, warum der Park so heißt und lerne etwas über die Geologie
des Colorado Plateau, kann ich wirklich nur empfehlen, das Visitors
Center dort zu besuchen. Der Ausblick vom Dead Horse Point ist Wahnsinn,
man sieht sehr gut die Potash Road auf der wir gestern gefahren sind.
Auf einer Karte und einem 4WD Buch habe ich eine Straße gesehen,
die vom Parkanfang über den Puckers Pass durch den Long Canyon
geht, genauso heißt der Trail auch, Long Canyon Trail.
Den will ich jetzt fahren, ebenso habe ich eine Abkürzung auf der Karte gesehen, die dann auf den Trail mündet. Diese 4WD Road sind wir dann entlang gefahren, zunächst verläuft die Road durch die Steppe auf Sand, recht eng und auch etwas ausgefahren, so dass die Sträucher am Boden streifen. Dann wechselt die Grassteppe mit einem dünnen Wald ab und die Straße wird steiniger, bis es ein paar Washes zu durchqueren gilt, die schon etwas verblockt mit Felsen sind, es geht Treppenartig nach unten und wieder rauf, Elke kriegt etwas Angst, ob wir da durchkommen, die Absätze sind schon recht hoch, aber der Dodge schafft das problemlos. 50 m vor der Kreizung auf die Long Canyon Road versperrt ein Zaun den Weg. Sch…. Jetzt müssen wir umdrehen und alles wieder zurück, das GPS zeigt mir zwar an, das die Straße hier weiter geht, aber in Live sieht die Sache anders aus. Elke ist jetzt etwas genervt, Super Abkürzung, meint sie. Na ja, mir hat es Spaß gemacht mal etwas mehr ins Gelände zu kommen.
Die Gravel Road ist bis zum Puckers Pass breit und gut
befahrbar, aber sobald es bergab geht, wird sie eng und sehr rauh, die
Felsen liegen maßenweise rum und es ist steil. Nach der zweiten
Kehre kann man sagen wir befinden uns in einem Slotcanyon für Autos,
der steil bergab geht, es ist nicht immer ganz einfach über die
Felsen und dem Sand nach unten zu kommen, die Federung ist natürlich
nicht auf diesen Straßentyp ausgerichtet und gibt oft zu stark
nach. Als Krönung geht der Trail dann unter einem herabgestürzten
Felsen durch, danach ist es nicht mehr so rau und man kommt wieder besser
vorwärts. Am Ende des Trails ist dann links oben der Jughandle
Arch zu sehen, bevor man auf die bereits geteerte Potash Road kommt.
Fazit: macht Ungeheuer Spaß den Long Canyon runter zu fahren und
macht Lust auf mehr Offroad. Vielleicht mieten wir uns das nächste
mal einen Jeep und fahren die Gemini Bridges.
An der großen Rest Area am Colorado River machen
wir dann im Schatten Mittag, es ist heute gar nicht so heiß mit
26 C, aber ein wunderschöner Tag, genau richtig. Wir entscheiden
uns noch auf der 128 zu den Fisher Towers zu fahren. Die Straße
verlauft direkt neben dem Colorado, der heute ganz in Schlamm gekleidet
ist. Die Strecke ist sehr schön, und man bekommt ein little Grand
Canyon Gefühl. Zwischen Milepost 20 und 21 geht die Gravelroad
zum Trailhead ab, nicht zu verfehlen, da ausgeschildert. Wir packen
das nötigste in den Rucksack und los geht's. Der Trail führt
ab und wieder auf und direkt um die Towers herum. Die Farbe ist tiefrot
und die Towers sind hoch, was wieder einen besonderen Eindruck macht,
auch verschieden Formationen sind zu entdecken. Der Trail ist gut gekennzeichnet
und endet auf einem Felsen mit einem Schild "Trail Ends".
Eine sehr schöne, wenn auch leicht anstrengende Wanderung, da viele
Höhenmeter zu überwinden sind, aber nach 2,5 h sind wir wieder
zurück am Auto und machen uns gleich auf den Rückweg nach
Moab. Während der Fahrt fällt uns auf, das wir beide unseren
Hochzeitstag gestern vergessen haben, also muß heute gefeiert
werden.
Nach einer Dusche und frischer Kleidung, begeben wir uns in die Moab Brewery zum Abendessen. Das Elephant Hill Hefeweizen lässt sich ganz gut trinken und der Jack Daniels Burger war auch gut. Der lange Tag macht aber auch müde und die Bilder wollen auch noch geladen werden, genauso wie der Tagesbericht geschrieben werden muß, deshalb bleiben wir nicht viel länger und kaufen noch ein, da wir in den nächsten 3 Tagen keinen größeren Supermarkt zu Gesicht bekommen. Da die Sonderangebote nur gelten wenn man eine Customer Card hat, holen wir uns gleich eine und haben wieder eine Karte mehr, aber es lohnt sich, da es ja der einzige Supermarkt in Moab ist und wir so 5 $ gespart haben. Ein sehr schöner Tag geht zu Ende und morgen stehen schon die nächsten Abenteuer an.
Gefahren: 160 mi / 257 km
Gelaufen: 7 km
9. Tag / Moab - Horseshoe Canyon - Little Wild Horse Canyon - Green River
Freitag 23. September
Die Timex piept um 6, wir wollen auch heute früh los, da 2 längere Hikes auf dem Plan stehen. Es wird schnell zusammen gepackt und ein Kaffee mit Cornflakes verzehrt, dann geht's gleich los. An der Maverick Tankstelle, bei der wir seit vorgestern auch eine Kundenkarte haben, tanken wir noch voll und Elke holt sich noch einen Tee. Hinter dem Arches geht gerade die Sonne auf, wir schießen noch ein Foto und weiter. Den Abzweig von der 24 erreichen wir um 8:30 Uhr. Es ist eine lange Dirtroad bis zum Trailhead, 32 Meilen auf einer Sandpiste, die aber sehr gut in Schuss ist. Ich fahre zwischen 40 und 60 Meilen, es staubt zwar ganz schön hinter uns, aber es ist gut zu fahren, kaum Washboard, auch für PKW´s kein Problem. Nur vom letzten Abzweig weist ein Schild auf "Road Damage, 4WD recommended" hin, es wird dann teilweise felsig und die Piste ist ausgewaschen.
Am Trailhead zum Horseshoe Canyon geht gerade eine Gruppe los, zwei andere
haben hier wohl übernachtet. Wir packen die Rucksäcke und
schützen und vor Sonne und Mücken. Dann geht es recht felsig
hinab in den Horseshoe Canyon, der Weg ist die ganze Zeit gut markiert.
Kurz vor uns geht ein Ranger mit 2 Besen, keine Ahnung was er damit
vorhat. Auf halben weg ist ein Dino Track im Fels und später läuft
man auf tiefem Sand, was besonders beim Aufstieg anstrengend ist. Im
Canyon selber läuft man die ganze Zeit im Wash, teils auf Stein
überwiegend im Sand. Wir haben eine guten Tag erwischt, da es etwas
bewölkt ist und auch nicht so heiß, am Besten ist es wohl
sehr frühzeitig
abzusteigen da man dann noch Schatten im Canyon hat.
Nacheinander passieren
wir das High-, Horseshoe Shelter- und Alcove-Panel, an dem sich auch
Cowboys verewigt haben, ganz hinten ist das Great Panel und der Ranger
warten auch da auf Besucher und erklärt uns die Zeichnungen. Nach
20 min. drehen wir um und machen uns auf den Rückweg, im Augenwinkel
fällt mir etwas ungewöhnliches auf und siehe da an einem angeschwemmten
Baum im Schatten
hängt ein Schlange, ziemlich lang und braun beige gestreift, eine
Rattle Snake ist das nicht, aber keine Ahnung, ich will es auch gar
nicht wissen. Der Aufstieg wird heftig, wie erwartet. Wir machen einmal
im Schatten Pause und essen 2 Äpfel, nach genau 4 Stunden sind
wir wieder oben am Trailhead. Über 8 km waren das nun und dann
noch der Aufstieg mit 200 Höhenmeter, aber es hat sich gelohnt,
die Zeichnungen sind wirklich außergewöhnlich. Mittlerweile
weht ein ganz netter Wind, das Zelt der Camper hat sich schon auf den
Kopf gedreht, aber keiner von denen ist zu sehen. Wir machen hier gleich
Brotzeit und preschen wieder vor zum Highway 24.
Um kurz vor 3 sind wir an der Entrance Station zum Goblin
Valley und wollen keinen Eintritt bezahlen was den Ranger verwundert.
Nein wir wollen nur eine Info über den Zustand des Little Wild
Horse Canyon, angeblich OK. Also los, die Gravelroad ist zunächst
wie erwartet gut, das durchqueren der Washes ist allerdings für
einen PKW etwas kritisch, tiefe Furchen in der Spur und auch etwas matschig.
Am Trailhead stehen einige SUV´s, ein paar kommt uns gerade entgegen
und wir fragen wie es im
Canyon aussieht, der Mann meint, Wasser bis zur Schulter. Tja mal sehen
wie weit wir kommen, am Anfang ist ja der große Drop Off Stone,
diesmal klettern wir direkt hoch, man kann ihn ja auch umgehen. Der
weitere Weg hat sich im vergleich zum letzten Jahr schon etwas verändert.
Nach den Narrows stehen wir wieder vorm gleichen Wasser in den zweiten
Narrows wie letztes Jahr. Tja so wie es hier aussieht ist kein Durchkommen
ohne Nass und rot zu werden, das Wasser steht auch tiefer als letztes
Jahr, also wieder umdrehen auch dieses Jahr kommen wir nicht weiter.
Wir entschließen uns den Bell Canyon hoch zu gehen, er ist nicht
ganz so eng,
macht aber auch Spaß.
An einer Stelle spreizen wir uns mit Händen
und Füßen in den Fels um eine Wasserstelle zu übergehen,
beim runterspringen fällt mir das GPS in den Mud, jetzt ist red
Dirt dran. Wir können noch ein Stück weiter, stehen dann aber
genauso vor einem Wasserloch und drehen auch hier um. Auf dem Rückweg
trete ich noch 2x in den Mud und habe jetzt die Schuhe complete covered
with red dirt. Wir fahren noch mal zum Ranger zurück, jetzt sitzt
eine Frau im Kabuff, heute möchte ich ein T-Shirt mitnehmen, das
mich letztes Jahr schon gereizt hat. Wir erkundigen uns noch der Dirt
Road im Mudy River nach Hanksville, aber die ist momentan unpassierbar.
Also entschliesen wir uns heute nicht in Hanksville zu übernachten,
sondern in Green River, da gibt es mehr Auswahl und ist günstiger,
dafür fahren wir die Strecke doppelt, what shells.
Im Super 8 bekommen wir ein schönes Zimmer mit King Bed und Fridge für 59 $. Einen schönen Pool hätte es auch, aber wir wollen nicht, gegenüber ist ein Burger King und dort testen wir heute den Angus Steak Burger, schmeckt OK, aber ein Whopper ist mir lieber. Internet bekomme ich per LAN an der Rezeption, das ist ja auch was wert.
Gefahren: 233mi / 375 km
Gelaufen: 16,1 km
10. Tag / Green River - North Temple Wash - Leprechaun Canyon - Blanding
Samstag 24. September
Wieder früh aufstehen, zur Abwechslung gibts heute mal selbst gemachte Waffeln im Motel. Während des backens der Waffel, schaue ich mir die ausliegenden Brochüren an und entdecke ein Heft mit Driving Tips für das San Rafael Swell. Das ist ja klasse, es sind verschiedene Touren drin auch Offroad strecken mit genauen Instruktionen. Der North Tempel Wash sieht interessant aus und benötigt wenig Zeit, wir entschließen uns spontan diese Tour zu machen.
Schnell sind wir am Startpunkt, der an der Kreuzung Goblin
Valley und Heart of Sinbad
liegt, von dort geht eine Gravel Road Richtung Norden. Bald geht diese
Raod in den North Temple Wash und man folgt diesen nach Westen. Der
Wash wird enger und man befindet sich in einem art Slot Canyon für
Autos, wunderschön und gut mit einem SUV zu fahren. Es ist teilweise
tiefer Sand in den Kurven ansonsten steiniger Boden, der trocken ist.
An einer Stelle muß man über den Fels nach oben, es sieht
schlimmer aus als es ist und wir kommen gut drüber, dann geht der
Weg aus dem Wash raus und kreuzt diesen immer wieder.
Das Ziel der Tour
ist ein alte Uranium Mine. An einer der Hütten ist Genehmigung
für diesen Claim angeschlagen, diese ist am 1.09.05 abgelaufen,
es sieht aber nicht so aus, als wenn erst kürzlich hier gearbeitet
wurde. Es liegen einige verrostete Autos, sowie andere Überreste
des Camps herum.
Die Straße geht weiter um den Temple Mountain und mündet vielleicht in die Heart of Sinbad Road, ob dies möglich ist, ist ungewiss und es wird empfohlen umzukehren. Da die Hinfahrt schön war fahren wir auch durch den Wash wieder zurück.
Bald sind wir in Hanksville und schauen uns dort etwas um, denn vielleicht wollen wir hier mal übernachten. Der Ort ist zwar nicht groß, aber so übel sieht es dort gar nicht aus, Motels und Restaurant gibt es auch, von außen macht das alles einen guten Eindruck.
Wir
fahren die 95 nach Osten und halten an der Hog Springs Rest Area, von
dort geht ein kurzer Fußmarsch zu einem großen Alcove mit
einer Indianer Zeichnung, ähnlich der im Horseshoe Canyon. Ein
kurzes Stück zurück ist die Zufahrt zum Trailhead des Leprachaun
Slot Canyon. Es stehen schon zwei Autos dort, wir parken und ziehen
los, durch den Wash der stark mit Sträuchern und Büschen zugewachsen
ist. Als der eigentlich Slot Canyon los geht, steht wieder Wasser drin,
es ist auch ein sehr enger Canyon. Wir können die Stelle jedoch
über den Fels umgehen und von oben rein schauen. Danach wird der
Canyon wieder weiter und zieht sich aber dann komplett zu, man läuft
im Schatten und es wird immer enger und dunkel.
Für diesen Zweck
habe ich ein Headlight mitgenommen, aber
nach wenigen Metern steht wieder Wasser im Canyon. Wir gehen ein Stück
zurück und brechen von einem Busch einen abgestorbenen Ast ab um
die Wassertiefe auszuloten, es geht zunächst bis zum Knie, dann
hören wir Stimmen von der anderen Seite. Zwei Väter mit ihren
Söhnen kommen uns entgegen, sie sind alle noch sauber und steigen
ins Wasser, dies reicht den Männern bis zur Hüfte. Sie sind
einen anderen Canyon hoch geklettert und diesen von hinten rein, hier
ist der einzige Punkt mit Wasser im Canyon. Für den Aufstieg brauchten
sie aber einmal ein Seil und hinten im Leprachaun ist der Einstieg nur
ca. 20 cm breit und schräg es sind aber alle durchgekommen. Wir
kapitulieren wieder und gehen zurück, das ist uns doch zu heftig.
An
der Hog Springs Rest Area machen wir Mittag und fahren danach die 95
weiter bis zum Natural Bridges NM. Dort gibt es drei große Bridges,
die auf einer Loop Road abgefahren werden können. Die Lookout Points
sind alle nicht weit vom Parkplatz enfernt, zu einer Bridge laufen wir
runter und sehen uns das mal von unten an. Nach einer Stunde verlassen
wir den Park wieder und düsen nach Blanding wo wir ein schönes
Zimmer im Super 8 mit Internet aus der Steckdose (Strom) bekommen. Auch
heute ist wieder Fast Food angesagt bei A&W, das wir bislang noch
nicht getestet hatten, schmeckt gut, wird aber nicht mein Favorit werden.
Gefahren: 242mi / 390 km
Gelaufen: 4 km
11. Tag / Blanding - Valley of the gods - Moki Dugway - Arsenic Arch - Bull Creek Pass - Torrey
Sonntag 25. September
Heute durften wir bis 7 schlafen, es war sehr warm in
der Nacht, Elke wollte nicht das Fenster aufmachen weil sonst jemand
hätte einsteigen können. Im Motel gibt es nur Kaffee und Tee,
das reicht auch, denn Cornflakes und Milch haben wir selber.
Nach
dem üblichen tanken, die Rechnung dafür wird dieses Jahr besonders
hoch werden, wir tanken täglich für 30 - 40 $, fahren wir
nach Bluff. Dort sehen wir uns die Historic Site an und denken an letztes
Jahr, als wir im Kokpelli Inn übernachteten. Ein paar Meilen weiter
fahren wir in das Valley of the Gods, ein Tal ähnlich dem Monument
Valley, nur leider nicht so schön dafür kostenlos. Die Gravelroad
staubt sehr stark, ist aber gut zu befahren, ein paar mal geht es recht
steil auf und ab, normale PKW´s bekommen da vielleicht Probleme
mit dem Frontspoiler. Über den Moki Dugway, der auch größtenteils
unpaved ist geht es bergauf.
Auf dem Weg treffen wir Tex, der mit seinem Flugzeug gestern hier auf
dem Highway notlanden musste, er hat hier geschlafen und wird nun von
seinen Freunden abgeholt, sein Österreichischer Rotax Motor hat
wohl nicht mehr gewollt, meint er. Ein witziger Kerl, der viele Stories
erzählen kann, aber wir
wünschen ihm noch einen guten Flug und fahren weiter.
Bei Hog Springs,
machen wir genau wie gestern wieder Rast. Ein paar Meilen weiter fahren
wir wieder von der Strasse ab zum Arsenic Arch. Der Fußweg ist
nicht weit, aber es gibt keinen Pfad, also muß man selber suchen,
der schwierige Teil dabei ist einen Abstieg auf das Plateau zu finden.
Das Gestein ist hier überall sehr porös und man muß
sehr aufpassen, dass man nicht abrutscht. Der Arch selber ist ganz niedlich
und gefällt uns gut.
Am
Punkt an dem man wieder den Highway 95 erreicht fahren wir direkt drüber
hinweg und auf der anderen Seite wieder auf die Gravelroad, die zum
Bulls Creek Pass geht. Die Strasse ist in sehr gutem Zustand und führt
an zwei
alten Cabins vorbei immer höher in die Henry Mountains. Am Pass,
auf 3.250 m Höhe mache ich eine kurzen Fußmarsch auf den
Berg, Elke schläft etwas da die kurvige Fahrt und die Höhe
ihr zu schaffen macht. Die Strasse geht auch direkt über einige
der höchsten Punkte der Henry Mountains und nicht über einen
Sattel wie wir dachten. Die Aspens sind hier auch schon schön gefärbt.
Die Fahrt hinunter in die Waterpocket Fold zieht sich ganz schön.
Unten ist die Landschaft wieder zur Steppe und Wüste geworden mit,
typisch für die Gegend mit unterschiedlicher Färbung, sieht
einfach Klasse aus.
Die kurze Fahrt durchs Capitol Reef ist auch immer atemberaubend und gefällt mir immer wieder. Im Days Inn in Torrey, mieten wir uns wieder ein. Wir waren letztes Jahr auch schon hier, kurz das Zimmer beziehen und dann fahren wir auch schon wieder. Es geht zum Essen nach Bicknell ins Aquarius Inn, kennen wir ja auch schon. Genau wie letztes mal sind wir die einzigen Gäste, nur werden wir heute von einer älteren Lady bedient die gerne "oki doki" und "a-ham" sagt. Zurück im Motel versuche ich das WiFi in Gang zu bringen und Elke benutzt das zimmereigene Bügeleisen und -brett, da sie gestern noch Wäsche gewaschen hat.
Gefahren: 269 mi / 432 km
Gelaufen: 2,3 km
12. Tag / Torrey - Burr Trail - Moqui Wave - Escalante
Montag 26. September
Es ist sehr kalt draußen, dafür das Frühstück hier ausgezeichnet, es hat eine große Auswahl ist man ja sonst gar nicht so gewöhnt. Was mich hier in den USA aber schon lange nervt sind die verschiedenen Armaturen am Waschbecken und in der Dusche, man weis nie wie man das Ding bewegen muß und die Wassertemperatur einstellt.
Die
Fahrt geht wieder durchs Capitol Reef und dann wieder auf die Nottom
Road, das kennen wir ja schon. Heute fahren wir aber auf den Burr Trail,
eine tolle Strecke, wir sind auch noch alleine in den Serpentinen, super
das gefällt uns gut. Das Beste kommt aber noch, nachdem man den
Anstieg überwunden hat, geht rechts eine 4WD Trail ab, den sind
wir natürlich gefahren.
Nach ein paar hundert Meter kommt ein Trailhead,
an diesem fahren wir vorbei und steigen in den Wash ab. Das
erste Stück ist recht felsig und man kommt nur langsam voran, dann
aber fahren wir den sandigen Wash entlang, der sich immer weiter verengt.
Es kommen einige Passagen die etwas kritsch zu befahren sind, Elke steigt
immer wieder mal aus und schaut ob der Bodenabstand reicht, eine aufregende
Fahrt. Das Ziel ist ein Trailhead zum Strike Valley Overlook, der kurze
Weg auf den Fels ist schnell geschafft, die Aussicht fantastisch.
Wir
sind ganz alleine und können den Ausblick auf die Waterpocket Fold
richtig genießen, man sieht auch ganz genau wie sich die Falte
durchs Tal zieht. Auf jeden Fall lohnenswert auch wenn man den Weg
läuft. Auf dem Rückweg durch den Wash erpähen wir einen
Coyoten, der sich langsam ins Gebüsch verdrückt. Der Burr
Trail ist auch in sehr gutem Zustand und für normale PKW´s
gut befahrbar, es staubt nur wahnsinnig, der Trip ist auf jeden Fall
empfehlenswert und ich würde auch sagen den Trail hoch zu fahren
ist schöner als runter. Am Deer Creek machen wir Rast und schlafen
ein halbe Stunde im Auto, da wir doch etwas fertig sind. In Boulder
sehen wir uns die Trading Post an, außer Postkarten kaufen wir
allerdings nichts, obwohl es schöne Sachen dort gibt.
Auf dem Highway 12 geht es weiter, wir verlassen diesen
aber wieder auf der Suche nach dem Moki Hill. Ich habe in den vergangenen
Monaten etwas über diesen Ort recherchiert, es gibt aber keine
genauen Beschreibungen mit Ortsangaben, es wird ein kleines Geheimnis
daraus gemacht. Meine Vermutungen habe ich ins GPS gespeichert und nun
wollen wir uns auf die Suche machen. Entlang der Gravelroad,
halten wir an verschiedenen Stellen, die Landschaft und Felsen sind
hier sehr schön. Nach einem der kurzen Stops, leuchtet die gelbe
Motor Control Leuchte ständig und geht nicht mehr aus, so ein Mist
auch das noch. Es hat wohl etwas mit der Motorsteuerung und der Abgaskontrolle
zu tun. Wir entschließen uns aber jetzt erst mal weiter zu fahren,
da im Handbuch steht, man kann weiterfahren sollte aber den Service
aufsuchen.
Um eine schöne Landschaftsaufnahme zu machen verlasse
ich den Hauptweg um auf einen Hügel zu fahren und was soll ich
Euch sagen,
wir stehen auf einmal in lauter Mokis, jede Menge davon liegen auf und
im Sand. Wir sehen uns dort etwas um und das Foto, das ich eigentlich
machen wollte, habe ich vergessen zu schießen. Wir fahren auf
dem Hauptweg weiter und durchqueren einen sandigen Wash in den es sehr
steil rein und wieder raus geht, dann ist die Strasse aus und wir parken
dort und wollen einfach noch zu Fuß etwas auf den Felsen rumlaufen.
Die Aussicht ist prima und die Felsen auf denen wir laufen ähneln
auch denen in den Coyote Buttes und das Beste ist, überall auf
und im Fels liegen Mokis rum, haufenweise genauso wie wir es und vorgestellt
haben. Es ist vielleicht nicht der Punkt den Steffen Synatschke beschreibt,
kommt diesem aber sehr nah.
Wir sind glücklich so einen Ort gefunden zu haben und laufen immer
weiter, als ich mir das GPS genauer ansehe, merke ich, das ich irgendwann
von meiner geplanten Route abgekommen bin und eine ganz andere Road
gefahren bin, diese hat uns aber auf jeden Fall an unser Ziel geführt.
Der Höhepunkt ist dann ein Ort, für den ich (noch) keinen
Namen gefunden habe, und ihn deshalb Moqui Wave getauft habe. Das Bild
ähnelt doch etwas der Wave an Farbe und Struktur und es liegen
natürlich auch jede Menge Mokis drin rum. Überhaupt liegen
in jeder Felsspalte haufenweise von diesen runden Kugeln.
Glücklich gehen wir zum Auto zurück und fahren nach Escalante. An der HITRR steht auch eines der neuen Schilder, die auf das GSENM hinweisen. Der Rasen an der Schule, direkt am Ortseingang, ist jetzt echt. Letztes Jahr war dort nur Sand und wir konnten zusehen wie von einem Truck grüne Farbe darauf versprüht wurde. Ansonsten hat sich der Ort wenig verändert. Ich habe im Prospector Inn vergebucht, aber die Reservierung wird nicht gefunden, es sind aber noch Zimmer frei, also kein Problem, für 63 $ incl. Tax sind voll in Ordnung und die Zimmer sind schön. Im Cafe nebenan gehen wir dann Essen, auch dort gibt es zu zivilen Preisen ein sehr gutes Essen. Eine sehr schöner Tag geht zu Ende von denen es noch mehr geben darf.
Gefahren: 144 mi / 232 km
Gelaufen: 2,3
13. Tag / Escalante - Skutumpah Road - Cedar City - Hurricane
Dienstag 27. September
Im Motel gibt es kein Frühstück und direkt nebenan ist ja das Prospector Cafe, das ist doch die Gelegenheit mal ein Amerikanisches Frühstück zu bekommen. Elke will zwar nichts essen, geht aber mit. Es gibt als erstes gleich mal einen Pitcher mit Wasser und Eis. Ich bestelle mir Scrambled Eggs mit Bacon Stripes und einen dicken Pfannkuchen mit Sirup und dazu Kaffee. Es schmeckt hervorragend, sollte ich öfters machen.
Wir packen wieder alles zusammen und nach dem Motor starten
bleibt die Öl Kontrollleuchte an, was soll das nun. Ich fahre langsam
zur Phillips 66 Tanke, die Main Street runter, tanken müssen wir
eh. Kurzer Check des Ölstandes, dass der Ölmessstab so lang
ist hätte ich auch nicht gedacht, aber es sieht gut aus. Ich tanke
wieder mal voll und bekomme bei Barzahlung 5 Cent Rabatt, sonst tanken
wir ja immer mit Karte direkt an der Pump, da das viel einfacher ist.
Das Tanken in den USA ist ja auch jedes mal eine Überraschung,
genauso wie mit den Wasserhähnen, aber seit jede Pump einen Kreditkartenleser
hat geht das gut. Motor läuft und die Kontrollleuchte geht aus,
na also. Kurz noch ins Post Office, Briefmarken kaufen, diese Einrichtung
finde ich übrigens auch sehr schön, jedes auch noch so kleines
Nest hat sein U.S. Post Office mit Postleitzahl groß am Haus angeschrieben,
bei uns gibt es so was schon lange nicht mehr.
Wir schauen uns noch das neue Visitor Center an, letztes Jahr war ja
noch Baustelle. Sehr schön ist es geworden und auch interessante
Ausstellungen, z.B. über die Cryptobiotic Crust.
So nun fahren wir aber los, es fängt immer wieder zu tröpfeln an, zum Regen reicht es nicht, aber die Wolken sehen nicht unbedingt gut aus. In Cannonville gehen wir auch gleich ins Visitor Center, das auch ganz neu aussieht. Die Dame drin kann uns auch keine Empfehlung aussprechen, wir wollen heute die Skutumpah Road fahren. Wenn es regnet verwandelt sich die Piste in ein einen äußert klebrigen Schlamm, in dem man nicht mehr fahren kann. Momentan scheint wieder die Sonne, die Entscheidung fällt auf fahren, der Grund warum wir überhaupt so schnell wieder aus Escalante abhauen ist das Permit für die Subway im Zion NP, danach fahren wir wieder zurück nach Escalante und das GSENM.
Kurz nach Cannonville geht unsere Road rechts ab, geradeaus
geht es ins Kodachrome Basin und zur Cottonwood Canyon Road, die wir
auch noch fahren wollen. Man fährt auf diesem roten Lehm, der jetzt
steinhart ist, und auf dem es sich in diesem Zustand hervorragend fahren
lässt. Wir queren 3 Creeks, das Wasser ist aber nicht sehr tief.
Nach 8 Meilen kommen wir zur Bull Valley Gorge, an der am 14.10.1954
ein Pickup mit 3 Männern über die alte Holzbrücke gestürzt
ist, alle 3 starben bei dem Unfall. Die Überreste des Pickups stecken
auch heute noch sichtbar im Geröll unter der Strasse. Nachdem es
sich wieder stark bewölkt halten wir uns hier nicht so lange auf
und fahren zügig weiter. Nach weiteren 2 Meilen endet der Scenic
Part der Strecke und auch der Boden ändert sich, wir fahren jetzt
eher auf Schotter und Washboard, was uns ganz schön durchschüttelt.
Die Strasse führt ja südlich vom Bryce Canyon vorbei, was
immer wieder schöne Blicke auf die rosa gefärbten Felsen zulässt.
Am Ende der Gravelroad muß man sich entscheiden, ob man nach Kanab,
Glendale oder Alton fährt. Wir beraten was wir heute noch machen
wollen, das Wetter scheint schlechter zu werden und wir entscheiden
uns für Alton und Cedar City, denn dort wollen wir mal wieder einkaufen.
Kurz hinter Long Valley Junction bricht ein starkes Gewitter los, es
blitzt und regnet was runter geht, die Temperatur fällt auf 7 C,
wir befinden uns jetzt knapp über 3.000 m Höhe.
In Cedar City hat es wieder 19 C und es ist noch etwas bewölkt, unser Weg führt uns zur alten Union Pacific Railway Station. Da drin befindet sich ein Godfathers Pizza Restaurant und es gibt dort Mittags immer ein All You Can Eat, Pizza und Salatbüffet, das sehr gut ist für nur 4,99 $. Direkt daneben befindet sich unser Lieblingsantiquitätenladen, letztes Jahr habe ich dort eine alte U.S. Kavallerie Trompete erstanden. Dieses Jahr gibt's wieder ein paar License Plates und eine nachgemachte Blechtafel des "Santa Fe Chiefs", sowie ein Lasso. Das Silberbesteck ist leider erst vor kurzem komplett aufgekauft worden. Auf jeden Fall ist dieses Geschäft mein Tipp für alle die auf altes Zeug stehen. Unsere weitere Shoppingtour führt ans andere Ende der Stadt zum Walmart Supercenter, hier brauchen wir wieder unsere Walkie Talkies, sonst finden wir uns in dem Riesenladen nicht mehr. Denn ich halte mich hauptsächlich im Camping und Outdoor Bereich auf, während Elke Lebensmittel in den Trolley packt. Hin und wieder hole ich sie per Funk wieder zu mir um ihr das eine oder andere Stück zu zeigen das ich erspäht habe. Wir kaufen uns wieder eine Tasche mit Rollen damit wir auch alles was wir noch kaufen wieder mit nach Hause bringen und verlassen den Laden.
Schnell sind wir in Hurricane, das noch ein Stück
vor dem Zion NP liegt, aber wir waren letztes Jahr mit dem Days Inn
dort sehr zufrieden, so dass wir es auch dieses Jahr dort nächtigen
wollen. Für zwei Nächte bezahlen wir 78,64 $, das ist ja ein
Superpreis, oder? Leider kostet die dritte Nacht dann über 80 $,
weil dann hier die Senior
Olympics sind, tja dann fahren wir wohl für diese Nacht nach Cedar
City.
Wireless Internet gibt es auch und so kann ich SWR3 hören
während ich diese Zeilen schreibe, draußen ist gerade wieder
einer dieser Isolated Thunderstorms zu sehen, es gibt aber trotzdem
einen schönen Sonnenuntergang. Nachdem der Lunch schon üppig
ausgefallen ist, haben wir jetzt gar nicht soviel Hunger und es reicht
ein Chili mit Baked Potatoe im Wendys und hinterher ein Milkshake im
Dairy Queen.
Gefahren: 192 mi / 309 km
Gelaufen: 0
14. Tag / Hurricane - Zion NP - Angels Landing - Hurricane
Mittwoch 28. September
Heute wollen wir gar nicht aufstehen, noch eine halbe Stunde gibt's als Dreingabe, dann aber raus. Im Foyer ist einiges los, ich stürze mich gleich auf das Waffeleisen, das noch unbesetzt ist. Hinterher gibt's noch Frosties, am Toaster ist mir zuviel Andrang. Ohne packen fahren wir los nach Springdale zum Zion NP.
Als erstes holen wir im Visitor Center, am Backcountry Desk unser Permit für den morgigen Hike zur Subway. Ohne Probleme erhalten wir das, ich bin ja in der Lotterie dafür gezogen worden. Das Wasser im Left Fork ist wohl etwas tiefer als sonst, aber die Querungen sind möglich. Wir erkundigen uns noch wie es heute mit dem Hike zu Angels Landing aussieht und erhalten auch dafür ein "go". Also packen wir Wasser und etwas zu essen in den Rucksack und ziehen los. Ich habe mir gestern im Walmart ein Aqua Cool Bandana gekauft, dieses wird ein paar Minuten in kaltes Wasser getaucht und dann um den Hals gebunden. Im Tuch sind Flüssigkeitskristalle eingenäht und diese schwellen dann zu einem richtigen Schlauch an und geben die Feuchtigkeit nach und nach wieder ab und kühlen den Körper. Mal sehen ob es was bringt, momentan ist es allerdings noch zu kalt dafür und ich hänge es mit dem GPS und dem Foto an den Rucksack.
Wir warten ein paar Minuten auf das nächste Shuttle, es ist aber weit weniger los als letztes Jahr. Der Highway wird gerade neu geteert und so dauert die Fahrt auch länger, da es nur eine Spur gibt. Von der Busfahrerin bekommen wir erklärt, das sie keine Fahrradfahrer überholen darf, wenn ein Radler vor dem Bus erscheint muß dieser anhalten, absteigen und komplett von der Straße runter, erst dann dürfen die Busse vorbei fahren. Das habe ich letztes Jahr gar nicht so mitbekommen, es wäre aber meines Erachtens auch ohne diese Regel möglich an den Radlern vorbei zu fahren wenn kein Gegenverkehr kommt und dieser ist ja doch recht selten.
Wir verlassen den Bus und machen uns auf den Weg. Über
die Brücke und dann langsam, aber im höher zu Angels Landing.
Es geht "paved" über den Sattel und weiter im Canyon
immer höher. Auf dem Weg treffen wir ein Ehepaar aus Phoenix, mit
denen wir uns 10 Minuten unterhalten, sie waren noch nie hier und sind
ganz fasziniert, früher haben Sie in Californien gewohnt, jetzt
wo sie retired sind, sind sie wie viele nach Phoenix gezogen.
Wir verabschieden
uns und wünschen uns gegenseitig einen "good trip", es
geht weiter in kurzen und steilen Serpentinen bis zum
Scout Lookout Point, dort ist der eigentliche Trailhead zu Angels Landing
und ab dort wird es auch etwas heftiger.
Man steigt über Felsen
auf einem schmalen Felsgrat, an besonders gefährlichen Stellen
ist eine dicke Kette am Fels angebracht. Einige der Wanderer haben damit
sichtlich Probleme und gehen recht langsam, wir überholen sie wenn
es möglich ist, ansonsten halten wir etwas Abstand um sie nicht
nervös zu machen. Der Aufstieg ist schon sehr anstrengend um wir
machen auch mal eine Pause und trinken was. Man hat überall einen
sehr schönen
Blick ins Tal und die schönste Aussicht ist natürlich von
ganz oben, dort machen wir eine halbe Stunde Pause und essen eine Kleinigkeit.
Beim Abstieg treffen wir einen jungen Mann aus Texas der in der Hocke
sich mit beiden Händen an einer der Stangen festhält, wir
stehen locker daneben und er kann es gar nicht fassen, dass wir nicht
erschöpft sind. Der Abstieg hat noch mal seinen eigenen Thrill,
da man jetzt ständig über den Fels nach unten sieht, vorher sieht man ja nur Fels und steigt einfach drauf los. Auch das wird geschafft,
der betonierte Weg nach unten macht mir aber in den Knien etwas zu schaffen
und ich kann nicht so schnell wie ich will. Wir sehen ein paar Leute
am Weg stehe die immer nach unten schauen und fragen nach was es da
zu sehen gibt, "Tarantula" war die Antwort, wow habe ich ja
noch nie gesehen und fotografiere sie gleich, leider sind die Bilder
nicht ganz scharf geworden. Fast ganz unten treffen wir dann noch 2
ältere Ehepaare von denen eine Frau mal in Krailing bei München
gewohnt hat, jetzt leben sie in Las Vegas und werden den Gipfel wohl
heute nicht erreichen, da es für sie zu anstrengend ist. Im Virgin
River kühlen wir unsere Füße ab und bemerken, dass der
Fluss ganz schön kalt ist. Wir sind froh dass wir die Narrows schon
letztes Jahr gemacht haben, denn in diesem Jahr ist der Wasserpegel
um einiges höher. Zwei Männer, die vor uns im Bus zum Trailhead
sassen, sprachen von einer stellenweise Wassertiefe in Schulterhöhe.
Das Shuttle lässt nicht lange auf sich warten und wir tuckern zurück zum Visitor Center wo das Auto am Parkplatz steht. Das Aqua Cool Bandana hat sich übrigens bestens bewährt und ich werde es jetzt wohl immer tragen, wenn wir eine längere Tour in der Hitze machen. In Springdale wollen wir die Fatali Gallery ansehen, diese macht aber erst um 16 Uhr auf, also haben wir noch Zeit und genehmigen uns ein Frozen Yoghurt und ein Bear Claw Eis. Ich kaufe noch ein T-Shirt und sehe am Tresen eben mein neues Bandana für 5 $ mehr als im Walmart. Mittlerweile hat die Gallery geöffnet und wir gehen rein, werden gleich vom Manager dort begrüßt und sehen uns um. Es sind wirklich sehr schöne Aufnahmen die Michael Fatali dort von den Canyons und der Landschaft gemacht hat. In einem Antiqutäten Shop in Virgin halten wir noch, aber kaufen nichts. Der Key für unser Motelzimmer funktioniert nicht mehr und ich gehe zur Rezeption und sage nur die Zimmernummer und bekomme diesen so einfach dafür freigeschaltet, das ist schon etwas beunruhigend, wenn man seine Sachen im Zimmer hat. Zum essen fahren wir zu JB´s Restaurant, dort gibt es All You can eat Shrimp, Fries, Soup, Salad Bar and Fruits. Also ich bin danach richtig satt. Bei Maverick wird noch getankt mit unserer Karte für 2,85 $/gal und danach geht es noch zu Lin´s Market ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
Gefahren: 60 mi / 97 km
Gelaufen: 6,9
15. Tag / Hurricane - Zion NP - The Subway - Cedar City
Donnerstag 29. September
Aufstehen um 6 und gleich packen und Auto einräumen. In der Lobby ist eine Gruppe Japaner die momentan alles belegen, wir bekommen aber unser Frühstück und fahren kurz nach 7 h los. Bis zum Left Fork Trailhead ist es nicht so weit, ein Auto steht schon da, es sind Franzosen die auf ihre Gruppe warten. Kurz nacheinander fahren mehrere Autos auf den Parkplatz. Wir machen uns fertig und starten um 8 die Tour durch den Left Fork des North Creek mit der Subway als Ziel. Gleichzeitig mit uns läuft ein junger Mann los und wir kommen schnell ins Gespräch, er ist aus Marburg und reist alleine.
Der Weg geht, wie bekannt, zuerst einfach durchs Gebüsch,
nach ein paar Minuten steht man aber am Canyonrand und muß 140
m tief in den Canyon einsteigen. Der Weg
ist steil, doch mit Wanderstöcken geht es ganz gut. Unten wendet
man sich nach links und geht die ca. 5,4 km flussaufwärts. Das
gestaltet sich allerdings schwierig, da es keinen richtigen Weg gibt,
es sind Trampelpfade die links und rechts vom Creek entlangführen,
über Stein, Fels, Sand, umgefallene Bäume und natürlich
Wasser. Man geht ständig im Zickzack und muß schauen wie
es am besten weiter geht, die Sonne erreicht den Grund noch nicht und
es ist eigentlich angenehm kühl aber es ist schon unwahrscheinlich
anstrengend.
Ohne Pause erreichen wir nach 2,5 h die Subway, jetzt wird
der Foto gezückt und auf mein Bruststativ geschraubt. Fototechnisch
bin ich nicht so gut ausgerüstet. Ich hätte natürlich
für diese Location unbedingt ein 3-Bein Stativ gebraucht, bin aber
zu faul das
mitzuschleppen. Das Ergebnis seht ihr ja teilweise hier, mein Finger
lässt den Auslöser nicht mehr los. Es ist eines der Highlights
unserer Tour und wir sind keineswegs enttäuscht. Wir haben ja schon
viele schöne Bilder von der Subway gesehen, aber selber da sein
ist doch was anderes. Ich renne überall herum und knipse alle möglichen
Details, aber irgendwann ist doch Schluß und wir treten den Rückweg
an. Die ersten paar hundert Meter haben wir immer noch Schatten, dann
sehen wir zum ersten mal an diesem Tag die Sonne. Nachdem meine Schuhe
innen langsam etwas feucht werden, ziehe ich sie aus und schlüpfe
in meine Treckingsandalen für 7 $, die schon leicht lädiert
sind aber genau für diesen Trip gekauft wurden.
Das ständige
rauf und runter am Canyonrand war mir schon am Morgen
zuviel und so entschließe ich mich jetzt straight ahead durchs
Wasser zu gehen, wenn nicht direkt am Ufer ein gut begehbarer Weg ist.
Das Wasser ist sehr kalt, Neoprensocken wären hier super gewesen.
Elke läuft noch eine Weile Zickzack, ich kann sie aber doch irgendwann
überreden auch ins Wasser zu steigen, "Lass Dir raten, gehe
waten". So geht der Rückweg ganz gemütlich und mit einem
Trekkingstock geht man sehr sicher durch den Creek. Auf einem großen
Fels machen wir Mittag in der Sonne. Das schlimmste kommt aber noch,
der Aufstieg, die Sonne brennt erbarmungslos herunter und der Weg ist
steil, dank den Stöcken schleppen wir uns hoch und erreichen ziemlich
genau um 3 den Trailhead, das waren jetzt 7 Stunden, wir trinken 2 kühle
Diet Mountain Dew und es geht uns schon gar nicht mehr so schlecht.
Der Kolob Reservoir Road folgen wir nach Norden unser
Ziel ist heute das Ramada in Cedar City, nachdem in Hurricane diese
Nacht wegen eines Senior-Sport-Events doppelt so teuer ist, als normal.
Die Felsformation ähneln hier stark den Coyote Buttes auf dem Paria
Plateau, das sieht sehr interessant aus und wir entscheiden, das wir
dieses Gebiet auch mal erkunden wollen. Am Kolob Reservoir hört
der Teer auf und wir fahren auf Gravel, es ist wunderschön hier
oben, es gibt ein paar Ranches und die Bäume sind sehr schön
colored. Eine Kuhherde versperrt uns mal den Weg und der Cowboy sitzt
nicht auf einem Pferd, sondern auf einem ATV, die sind halt auch modern
geworden. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihm und fahren dann langsam
an den Kühen vorbei. Über Cedar City wechselt der Belag dann
wieder auf Teer und man hat einen wunderbaren Blick auf die Stadt und
das Land dahinter, in der anderen Richtung leuchtet Cedar Breaks aus
dem grünen Wald, sehr schön. Hier oben würde ich auch
gerne wohnen, Cedar City gefällt mir irgendwie, eine typische amerikanische
Kleinstadt.
Im Ramada steigen wir als erstes mal in den Pool, den haben wir bislang noch nirgends genutzt. Der Hunger macht sich auch schon bemerkbar und wir ziehen los, auf dem Weg zum Panda Express, sehe ich gegenüber vom Days Inn noch einen Antiquitäten Laden und wir machen einen U Turn, da muß ich doch hin. Es gibt eine riesen Auswahl an License Plates zu günstigen Preisen, ich erstehe 2 davon, dann fragen wir noch Silverware und bekommen jede Menge angeboten, zum halben Preis. Auch da schlagen wir noch zu und erstehen einige Löffel und Gabeln. Der Shop hat alles Mögliche, auch gut sortiert, leider will die alte Dame gleich schließen, aber wir kommen bestimmt nächstes Jahr wieder und stöbern dann mal in Ruhe. So nun geht's endlich zum Panda, natürlich gibt's das obligatorische Orange Flavoured Chicken, es schmeckt einfach lecker. Heute statten wir dem Home Depot auch noch einen Besuch ab, finden aber nichts, dafür kaufen wir im Walmart noch Grillkohle und Steaks für unser BBQ in Escalante ein. Neues Beef Jerky brauchen wir auch und ich sehe ein Blooming Onion Kit, lasse es aber da. Dann fahren wir zurück ins Motel, ich mache mich noch über die Bilder her und mache den Bericht hier fertig, dann reicht es mir auch für heute, morgen dürfen wir etwas länger schlafen.
Gefahren: 73 mi / 117 km
Gelaufen: 10,6 km
16. Tag / Cedar City - Red Canyon - Devils Garden - Escalante
Freitag 30. September
Ausschlafen ist schön, heute war es erlaubt und zwar bis 8:20 Uhr. Das Frühstück im Ramada ist reichhaltig und gut, der Morgen erstrahlt wie jeden Tag in goldenem Sonnenschein, die Temperatur liegt bei 14 C. Bei Maverick gegenüber tanken wir noch voll und dann verlassen wir meine Lieblingsstadt Cedar City. Nach einem kurzen Stop am Navajo Lake, diesmal bei Sonnenschein und im Duck Creek Village, dort habe ich mal nach den Mietraten für ein ATV gefragt, fahren wir zum Red Canyon.
Der Red Canyon liegt direkt vorm Bryce Canyon
und die Mehrzahl fährt eigentlich nur durch und stoppt höchstens
für ein oder zwei Fotos. Wir haben es in der Vergangenheit nicht
anders gemacht, aber diesmal wollen wir mehr davon sehen. Das Gebiet
ist kein Park und gehört zum Dixie National Forest, deshalb ist
auch keinerlei Eintritt fällig, unser National Parks Pass läuft
heute ab, aber wir ziehen heute diese roten Steine dem Bryce vor. Im
Visitors Center, ist die Rangerin ganz erstaunt als ich nach einer Tour
für 2-3 Stunden frage. Sie empfiehlt uns den Golden Wall Trail
in Verbindung mit dem Buckhorn Trail, das ist das ein Rundweg, der 5
Meilen lang ist.
Wir lassen das Auto am Visitor Center stehen und gehen
los, es geht Richtung Osten und der Weg führt immer höher.
Die Formationen und Hoodoos sind sehr schön, die Farben sind orange
und rot. Der Trail ist vergleichbar mit dem Queens Garden Trail im Bryce
Canyon, es fehlt aber die Farbenvielfalt und die vielen Leute. Wir sind
auf dem ganzen Trail komplett allein, sehr schön, als Abwechslung
durchaus zu empfehlen, für all jene die Zeit dafür aufbringen
können, allen anderen würde ich schon den Queens Garden Trail
im Bryce empfehlen.
Es geht ständig bergab und wieder hinauf und das macht es nicht leichter, die Höhenunterschiede machen uns zu schaffen. Gestartet sind wir bei 2.198, dann geht's hinauf bis auf 2.397 und immer wieder mal 80 Meter hinab und wieder 60 hinauf, schon anstrengend. 3 Stunden haben wir dafür gebraucht, die sich aber für uns gelohnt haben, belohnt haben wir uns hinterher mit einem Lunch im Campground, durch den man wieder den Highway 12 erreicht.
Ein
kurzer Stop in Tropic für ein Eis und weiter geht's bis Escalante,
dort kommen wir nun einen Tag früher als geplant an, aber im Prospector
Inn können wir einchecken. Nach einer kurzen Pause, fahren auf
die Hole-in-the-Rock Road, diese ist sehr gut zu befahren und hat nur
ab und an etwas Washboard, so düse ich mit 50 Meilen die 12 Meilen
hinter bis zu Devils Garden.
Diesen Spot haben wir uns schon letztes
Jahr für ein Sunset Bar-B-Q ausgesucht und heute wird es wahr.
Den Grill von Sand und alten Kohlen befreit, schütte ich unsere
Briquettes rein, die mit einem Streichholz von selber anfangen zu brennen,
klasse diese Kohlen, ich hatte schon befürchtet, das das ewig dauert
und mir die Streichhölzer ausgehen.
Bis die Glut soweit ist, machen
wir noch ein paar Fotos von den schönen
Hoodoos und dem Metate Arch, dann holen wir unsere Top Sirloin Steaks
raus, die wir gefroren und bereits eingelegt gekauft haben. Ich kann
nur sagen Klasse, die Steaks schmecken super und sind so was von zart,
dazu gibt es gegrilltes Garlic Bread und Heinz Sauce, natürlich
darf ein Bier auch nicht fehlen, alles ist perfekt und wir sind zufrieden.
Das machen wir bestimmt mal wieder. Als es schon dunkel ist düsen
wir wieder zurück. Der morgige Tag wird noch geplant und ab in
die Falle.
Gefahren: 164 mi / 264km
Gelaufen: 7,6 km
17. Tag / Escalante - Bighorn Canyon - Escalante
Samstag 1. Oktober
Heute haben wir doch glatt verschlafen, ich bin um 8:45 Uhr aufgewacht, der Parkplatz draußen ist fast leer. "What shells", wir richten uns und Elke holt Kaffee und Tee, aber kommt nicht mehr. Nachdem wir auch noch Eis brauchen, gehe ich mit dem Bucket auch vor. Dort quatscht sie mit zwei Guys from Virginia und ich steige auch gleich ins Gespräch mit ein. So nachdem dieser morgendliche Austausch auch beendet wurde, frühstücken wir erst mal.
Heute
wollen wir den Bighorn Canyon und Harris Wash erkunden, die Wegpunkte
habe ich im GPS eingegeben und schon kann es losgehen. Man geht den
Bighorn hinab, der zu Beginn recht breit ist, aber sehr sandig. Nach
kurzer Zeit werde ich schon müde und hänge hinterher. Das
Müsli und die Banane war mir doch zu wenig, ich brauche noch eine
kleine Stärkung, nach einem Brot und Beef Jerkey, das Zeug ist
wirklich gut gerade auf Hikes, geht es mir gleich besser und es geht
weiter. Der erste Slot ist zu eng und auch nicht lange, so dass ich
ihn umgehe, Elke geht durch. Dann wird der Wash wieder breiter und sandig,
die Farben der Felsen sind wunderbar, es ist wieder alles vertreten.
Der
zweite und dritte Slot ist schon super und einfach zu gehen, nach 5,5
km erreicht man die Einmündung des West Fork und diesen gehen wir
dann auch hinauf. Die Struktur des Sandsteines ist einfach Klasse und
ich
schalte den Foto gar nicht mehr aus. Dann erreichen wir einen weiteren
Slot und es wird etwas dunkler, auch Wasser steht in den Pfützen,
wobei man nicht sieht wie tief die sind.
Wir können in die Wand
gepresst die Stellen überklettern, dann wird es aber für mich
zu heftig, die Wände gehen senkrecht nach oben und es gibt keinen
Halt wo man sich reindrücken kann, auch müsste man jetzt mehr
als 2 m nach oben und ich habe keine Ahnung wie ich da wieder runter
kommen soll. Wir brechen hier ab, aber das Umdrehen ist auch nicht gerade
einfach, Elke hätte es gerne noch weiter versucht, dreht aber auch
um und rutscht aus und landet mit einem Bein im Wasser.
Wir
steigen vor dem Slot hoch und umgehen diesen, bis wir wieder in den
Wash steigen können was auch nicht so leicht ist. Ab hier kommen
nun bis zum Ende 5 Dropoffs, die ersten beiden können wir leicht
umgehen, die nächsten 2 sind schon sehr heftig und wir müssen
wieder weit zurück gehen um eine geeignete Stelle zu finden um
den Wash zu verlassen. Das Gestein ist teilweise sehr brüchig und
man muß
acht geben wo man hinlangt und tritt.
Der fünfte Dropoff soll auch
sehr heftig sein und uns reicht es jetzt eigentlich, nur sind wir noch
3 km Luftlinie von unserem Auto entfernt, wir steigen noch höher
auf und gehen in direkter Linie zurück, das geht zunächst
ganz gut, aber wie ich schon im GPS gesehen habe, kreuzt der Middle
Fork unseren Weg und es geht dort steil hinab. Dieser Abstieg war dann
nicht ganz einfach und in mehreren Etappen haben wir es dann geschafft.
Wir bleiben in diesem Wash und folgen diesen noch oben, aber auch dieser
Wash ist sehr sandig und mühsam zu laufen, für die Landschaft
haben wir jetzt weniger Interesse und wollen nur zurück. Das mitgenommene
Wasser wird heute zum ersten Mal aufgebraucht, sonst haben wir immer
zuviel dabei. Nach 6:17 Stunden und 14,6 km sind wir wieder am Auto
und für heute reicht das erst mal. Die Lower Calf Creek falls lassen
wir lieber, obwohl ein erfrischendes Bad jetzt genau das Richtige wäre,
aber dafür noch eine Stunde latschen, ne. Außerdem hat sich
heute ein Teil meiner Schuhsohle verabschiedet und ohne ist es nicht
so gut laufen, die Schuhe haben sowieso nach dieser Reise ausgedient,
aber eine Woche müssen sie noch halten. Deshalb kaufe ich im General
Store in Escalante einen Kleber für nen Dollar und versuche ob
ich damit die restlichen Hikes noch überbrücken kann.
Im Motel gehen wir gleich duschen und machen uns frisch,
danach gehen wir gleich ins Prospector Restaurant und bestellen uns
beide ½ lb Cheeseburger mit Fries and Onion Rings and Salad Bar.
Das passt jetzt alles sehr gut in unsere Mägen und schmeckt auch.
So jetzt sitzen wir im Escalante Outfitters bei einem Coors und surfen
im Internet.
Gefahren: 28 mi / 45 km
Gelaufen: 14 km
18. Tag / Escalante - Brimstone Arch - Lower Calf Creek Fall - Escalante
Sonntag 2. Oktober
Die Timex piept um 7, keiner will raus und so geben wir
uns noch 30 Minuten. Dann wollen wir den Tag aber angehen, die Sonne
scheint, was wäre auch anders zu erwarten gewesen. Heute brauche
ich zu meinem Müsli mit Bananen auch noch ein Brot mit Peanut Butter,
das ich auch fit bin für den Hike. Wir packen unsere Sachen
und fahren wieder auf die Hole-in-the-Rock-Road, diesmal für 24
Meilen. Meine Reisegeschwindigkeit liegt bei 55 mph, es staubt, aber
es lässt sich gut fahren, irgendwann wird die Straße bestimmt
geteert, zumindest bis zum Devils Garden und vielleicht richten sie
dann auch noch eine Carpool Line ein, es ist wieder mal einiges los
auf dieser Road. Ab dem Abzweig zu Egypt wird die Strasse rauer und
besteht nur noch aus üblen Washboard, wir nehmen die nächste
Ausfahrt zur Early Weed Bench, fahren dort aber gleich mal falsch, weil
wir den Reifenspuren folgen und
landen im Wash, wo die Spuren auffhören, also umdrehen.
Man muß
gleich nachdem man von der HITRR abfährt gleich wieder links und
den Wash queren, bis hierhin hätte man es auch mit einem PKW geschafft,
aber was jetzt kommt ist nur für High Clearance Fahrzeuge möglich,
4WD braucht man, wenn es die letzte Zeit trocken war nicht, aber bei
Regen kann man diesen Trip sowieso vergessen. Nun gut wir fahren die
8,7 km hinter bis dieser Jeep Trail aufhört und stellen unser Auto
ab.
Von
hier aus sind es 1,5 km Luftlinie zum Arch, man müsste ihn schon
sehen können, tun wir aber nicht. Aus einer Beschreibung weis ich,
das der direkte Weg nicht geht, da es ein paar Canyons zu überwinden
sind und der beste Weg in einem Bogen zum Ziel führt. Ich habe
mir am Notebook ein Route von ca. 2,5 km errechnet. Jetzt muß
man einfach irgendwo den Anfang finden und erst mal absteigen.
Das Gelände ist gut zu begehen, sehr viel glatter Fels auf dem
es sich gut laufen lässt, auch mit meinem bandagierten Schuh, an
dem Elke gestern noch mit Kleber die Sohle angekittet hat. Ich versuche
den Bogen nicht zu groß werden zu lassen und wir müssen doch
das eine und andere mal etwas weiter gehen, da es sonst zu steil wird.
Nach 2,7 km für die wir etwas über eine Stunde gebraucht haben
erreichen wir den Brimstone Arch.
Er liegt direkt am Canyonrand und
hat von daher Ähnlichkeit mit dem Mesa Arch. Wir machen ein paar
Fotos, aber auf den Arch klettern wäre zu gefährlich, da auch
noch ein heftiger Wind aus Süden weht.
Den Rückweg gehen wir in einem noch gößeren
Bogen, um so das auf und ab weiter zu umgehen. Wir treffen auf einen
wenig benutzten Pack Trail, der fast ausschließlich im Sand verläuft,
aber immer in etwas auf derselben Höhe bleibt. Ich mache mir ein
paar Wegpunkte, den über diesen Weg erreichen wir das Auto unter
einer Stunde. Meine Sohle hat sich übrigens wieder vom Schuh gelöst,
aber das merkt man in diesem Gelände nicht, nur über Felsen
gehen wird jetzt schwieriger, da der Halt fehlt. Im Kofferraum machen
wir es uns gemütlich und lunchen erst mal. Unnötig zu erwähnen,
das man den Arch von hier aus bereits sehr gut sieht.
Dann
fahren wir wieder komplett zurück auf den Highway 12 und überholen
sogar einige Autos. Heute nehmen wir noch den Lower Calf Creek Fall
in Angriff. Am Calf Creek Campground parken wir und bezahlen die 2 $
Fee pro Fahrzeug, nachdem ich die kaputten Trekkingschuhe schonen will,
meine Sandalen auch schon in Fetzen hängen, ziehe ich halt die
Sneakers an, der Weg soll ja recht einfach sein. Am Register nehmen
wir eine dieser Beschreibungen mit und ziehen los. Der Canyon ist ein
wunderbares Naturereignis und zusammen mit markierten Punkten und der
Beschreibung erfährt man einiges über Natur und die Menschen
die früher mal hier gelebt haben. Der Weg verläuft nur zum
Großteil im Sand, was das Gehen sehr schwer macht.
In 1:20 h erreichen
wir den Lower Calf Creek Fall, die Gischt
weht uns direkt ins Gesicht und erfrischt sehr schön. Das Baden
im See verkneifen wir uns, da das Wasser eisig kalt ist, ich halte es
kaum eine Minute mit den Füßen im Wasser aus. Nach einer
kurzen Rast drehen wir wieder um und gehen die 5,4 km wieder zurück,
jetzt laufen wir die meiste Zeit im Schatten, das ist ganz angenehm
und so erreich wir in etwas über einer Stunde den Parkplatz. Es
geht direkt ins Prospector Inn nach Escalante. Elke näht noch an
meiner Hose die eingerissenen Hosentaschen wieder zu, damit der Autoschlüssel
auch drin bleibt und nicht mehr auf die Strasse durchfliegt.
Abendessen gibt es wieder direkt nebenan im Restaurant, heute probieren wir die Mexikanische Variante. Hinterher gehen wir wieder ins Escalante Outfitters und müssen wieder einen Muffin zum Bier bestellen, den so will es das Gesetz in Utah.
Gefahren: 95 mi / 153 km
Gelaufen: 16,1 km
19. Tag / Escalante - Kodachrome Basin - Grosvenor Arch - CCR - Yellow Rock - Page
Montag 3. Oktober
Der Ablauf in der Früh war wie üblich, noch
volltanken und ein kurzer Stop im Visitors Center, fuhren wir zügig
zum Kodachrome Basin State Park.
5 $ Fee für ein Daypermit ist
der Standard und wir schieben die Dollars in den Umschlag und werfen
ihn ein. Der erste Stop ist am Shakespeare Arch, noch keiner da außer
uns, wir gehen den kurzen walk und bestaunen den Arch, der eher ins
Goblin Valley passt. Es ist hier noch recht kühl, wir sind aber
heute beide nicht ganz so fit. Den Chimney Rock sehen wir nur vom Auto
aus. Auch ganz hinten am Trailhead zum Eagle Point gehen wir keinen
Schritt zuviel. Am liebsten würden wir den Panorama Trail laufen,
aber für die 3 Meilen kann sich keiner aufraffen, heute ist irgendwie
die Luft raus. Waren die letzten Tag doch zu anstrengend?
Wir
verlassen den Park wieder und hätten uns den Eintritt eigentlich
sparen können. Hier am Parkeingang beginnt auch die Cottonwood
Canyon Road, eine Gravelroad die die Highways 12 und 89 verbindet. Die
Straße ist gut mit einem PKW befahrbar es staubt nur fürchterlich
und es fängt mit Washboard an. Bei Meile 9 biegt man links ab und
gelangt so zum Grosvenor Arch, vom Parkplatz geht ein betonierter Weg
bis zum Arch vor. Ein sehr schöner Anblick, leider sind wir noch
etwas zu früh da, die Sonne scheint noch nicht auf die Vorderseite,
aber ich glaube
die Fotos sehen auch so nicht ganz übel aus.
Wieder zurück
auf die CCR, jetzt beginnt hier der Scenic Part dieser Straße,
sie windet sich um Felsen und Täler die wieder alle möglichen
Farben aufweisen. Recht markant sind die Cockscombs (Hahnenkämme),
auch das Washboard hört auf nur an den Steigungen ist es etwas
holprig. Es macht richtig Spaß hier zu fahren und wir halten bald
im Meilenabstand um wieder und wieder ein Foto zu schießen.
Beim Abzweig zur Brigham Plains Road, ist rechts ein Trailhead.
Von dort kann man in den Hackberry Canyon starten, es stehen schon 2
Autos da. Wir schauen noch mal in unserem Tourbook nach und stellen
fest, das wir tatsächlich schon da sind. Von hier aus wollen wir
zum Yellow Rock, dieser Berg hat keinen Namen und ist auf der Karte
zwar verzeichnet, aber nur mit seiner Höhenangabe, er hat aber
den Namen Yellow Rock bekommen, weil er halt überwiegend gelb ist.
Wir lunchen noch ein klein wenig, da es schon halb zwölf ist und
der Hike auch etwas länger dauert, mittlerweile sind wir
auch wieder fit so dass wir es angehen können. Ich ziehe heute
meine Trekkingschuhe an, obwohl am linken der vordere Teil der Sohle
fehlt. Vom Cottonwood Creek aus biegen wir in den Hackberry Wash ein,
es fließt uns mit hoher Geschwindigkeit Wasser entgegen, ist aber
nicht tief, verwundert mich aber. Es gibt keine genaue Wegbeschreibung
und so gehen wir bis zum Anfang des Canyons, der gleich mächtig
hoch ist und versuchen links hoch zu klettern. Es gibt ein paar Spuren
und so denken wir, dass das schon stimmt, als es aber ein Stück
höher kein Weiterkommen mehr gibt und es zu steil ist, drehen wir
wieder um. Tja und nun? Elke
ist schon leicht genervt. Vielleicht muß man um den ganzen Hügel
herum und es von der anderen Seite versuchen.
Wir laufen im Wash wieder
zurück zum Cottonwood Creek und entdecken wieder Spuren, denen
wir folgen. Es ist nicht immer ganz einfach die Spuren zu entdecken,
da wir ja keine Indianer sind, aber sie führen uns durch Dickicht
in einen kleinen Seitencanyon. Von dort sieht man einen steilen Weg
durch ein Geröllfeld nach oben, hier müssen wir richtig sein.
Trekkingstöcke wären jetzt von Vorteil, aber wie soll es anders
sein, liegen diese schön verpackt im Kofferraum. Es ist sehr mühsam
nach oben zu steigen, dazu kommt noch die Hitze von über 30 C und
ein starker Wind aus Süd. Nach einer Stunde seit Aufbruch können
wir den Yellow Rock sehen, er ist nicht mehr weit weg und der Weg dorthin
ist jetzt meistens deutlich zu sehen.
Wirklich unbeschreibbar ist was
wir da sehen, eigentlich ein Highlight des Südwestens, die Farben
und der Fels gefallen uns super. Wir steigen natürlich auch noch
auf, der Wind bläst jetzt so stark, das der Schweiß sofort
wieder abtrocknet. Farben von Weis über Rosa zu Gelb, dann Orange
und Rot, der Wahnsinn. Die Kamera läuft ebenso heiß wie ich.
Der Blick vom Gipfel ist noch die Krönung des Ganzen. Man kann
andere Täler und Canyons ausmachen, wie z.B. den Redrock über
dem Paria Movie Set, das nicht weit entfernt ist, auch der Blick ins
Cockscomb Valley ist sehr schön und dann natürlich immer wieder
andere Farben auf dem Fels. Glücklich steigen wir wieder ab und
nach über 3 Stunden sind wir am Parkplatz. Dort unterhalten wir
uns noch mit zwei Kanadier die auf einen 2-tages-Trip in den Hackberry
Canyon aufbrechen.
Von dort führt unser Weg weiter auf der staubigen CCR zum Highway 89, die Landschaft ändert sich in Badlands und ich schätze eine Rechstkurve falsch ein und bin zu schnell. Der Wagen kommt aus der Bahn und landet am linken Rand, der durch den Grader einen kleinen Haufen aufweist und bleibt dort zum Glück stehen. Na ja so schnell war ich auch wieder nicht und gefährlich war das ganze auch nicht, nur erschrocken haben wir uns beide. Die Büsche die dort direkt am Straßenrand standen haben dann Kratzspuren aus Staub auf der linken Wagenseite hinterlassen, auch halb so schlimm, sieht nur dramatisch aus.
Dann erreichen wir auch die 89 und es geht das letzte Stück bis Page, der Blick ab Church Wells auf den Lake Powell und die Landschaft mit dem Navajo Kraftwerk ist doch immer wieder schön (bis auf die drei qualmenden Kamine). In Page, hier haben wir ja wieder eine Stunde gut, gehen wir erst mal in die "Mall" und sehen uns um. In einem Hardware Shop kaufe ich Spezialkleber für Schuhe, mal sehen ob das was hilft. Im Super 8 haben wir gestern vorgebucht und können einchecken. Das ist auch wieder ein Vorteil wenn man Internetanschluß hat, man kann vorbuchen und ist trotzdem noch flexibel in der Route. Das Motel hat recht geräumige Zimmer mit 2 Queensize Betten und Balkon, leider kein Kühlschrank und kein WiFi, da muß ich mich doch wieder vor ein Best Western stellen zum Upload. Jetzt fahren wir erst mal den Berg hoch, an den 14 Kirchen vorbei (im Motel lag ein Ordner mit Informationen über Page, dort konnte ich es nachzählen) und wieder runter in die Main Street. Heute probieren wir mal das Buffet im Napoli, was soll ich sagen hervorragend, riesige Auswahl an Salaten, Suppen, Pasta mit versch. Saucen, Pizza und Nachspeise, die Getränke sind im Preis auch inbegriffen und alles schmeckt super. Wirklich zu empfehlen, das muß jetzt erst noch verdaut werden, auf der Rücksitzbank zwischen den beiden Best Western, aber die wollen ein Passwort. Beim Quality Inn ist das Signal zu schwach, dafür bekomme ich vorm Big M einen einigermaßen Empfang, komischerweise auch vom BW ohne Logon, also los.
Gefahren: 134 mi / 216 km
Gelaufen: 7 km
20. Tag / Page - The Wave - Paria Movie Set - Page
Dienstag 4. Oktober
Die Sonne scheint, es hat ein paar Wolken und etwas Wind, nichts was uns von unserem heutigen Plan abhalten sollte. Das Frühstück hier ist OK und bietet genügend Abwechslung. Wir fahren wieder los auf den Highway 89, den wir schon so oft auf und abgefahren sind und es kommen wohl noch etliche Meilen dazu. An der Paria Contact Station des BLM stoppen wir, es ist 9:45 nach Utah Zeit und es befinden sich noch einige Leute im Office die um 9 bei der Lotterie waren. Heute waren 25 und gestern 35 Leute da, die eines der 10 begehrten Permits haben wollen. Der Ranger, der uns schon letztes Jahr den Weg zur Wave erklärte, ist auch heute wieder da. Unser Permit, das ich vor 6 Monaten im Internet bestellt hatte, liegt schon bereit. Dazu bekommen wir einen farbigen Karte mit eingezeichnetem Weg und dazu eine 3-seitige Beschreibung des Weges mit Fotos und GPS Koordinaten. Mit dieser Beschreibung findet wirklich jeder zum Ziel. Für mich verliert der Weg zur Wave damit den abenteuerlichen Touch, den ich so liebe, leider.
Wenige Meilen weiter, verlassen wir die 89 und biegen
auf die Houserock Valley Road ein. Es fängt an zu regnen. Bis jetzt
ist der Slickrock ja noch gut zu befahren, aber was wenn es mehr regnet?
Die Straße ist in sehr gutem Zustand, durch den Regen staubt es
nicht. Es hört wieder auf zu regnen und nach 8 ,5 Meilen erreichen
wir den Wirepass
Trailhead.
Dort stehen schon etliche Autos und auch 3 kleinere RV´s,
bei diesem Straßenzustand aber auch kein Problem. Die Temperatur
ist heute sehr kühl mit 17° C und es weht wieder ein starker Wind.
Wir packen unsere Rucksäcke und wollen los, aber irgendwie ist
es ganz schön kalt, der Himmel ist mit dunklen Wolken überzogen
und es stürmt. Wir haben unsere Kleidung jetzt natürlich im
Motel gelassen, Elke hat zum Glück eine Weste die ich mir überziehe,
auch wenn sie mir nicht gut passt, hält sie doch warm.
Die Jacke
von Elke liegt auch noch im Auto so dass auch sie was zum überziehen
hat. Nun kann es los gehen, der Weg ist uns ja
bekannt, trotzdem lese ich die Beschreibung und es passt wirklich alles,
vielleicht haben sich zu viele Leute Beschwert die das Ziel nicht gefunden
haben, aber damit ist es wirklich ein Spaziergang. Auch der Weg selber
ist deutlich sichtbar, über den Sandhügel ist eine breite
Spur gezogen. Der erste sandige Wash hat sich aber sehr zum Vorjahr
verändert, ab dort läuft man ja auf Fels. Wir bekommen immer
wieder Sandsturm Böen ab, nach den Twin Buttes sieht man ja Top
Rock und die Wave und was wir da sehen lässt uns schon etwas zweifeln,
den immer wieder ziehen Sandstürme über diese Region.
Es kommt aber auch immer wieder die Sonne durch, aber
der Wind bläst stetig. So macht es keinen Spaß man muß
sich dermaßen vor dem Sand schützen, dass man die wunderbare
Umgebung gar nicht wahrnehmen kann. Nach etwas über einer Stunde
erreichen wir die Wave, sie ist immer noch ein Highlight auch wenn man
schon mal dort war. Nur ist es dort so windig und dieser Wind bläst
den Sand genau durch die Wave durch. An Armen und Beinen schmerzt das
richtig und sehen kann man nicht viel, da man sich das Gesicht schützen
muß. Auf diesen Bildern sieht man diesen Sandsturm jetzt gar nicht,
sieht eigentlich perfekt aus.
Sehr
widrige Bedingungen, wir steigen sofort hinten wieder raus und in die
Höhe. Setzen uns im Windschatten hinter einen der Brainrocks, aber
auch dort bläst es uns den Sand ins Gesicht. Obwohl die Sonne jetzt
ständig scheint, ist es nicht viel wärmer geworden und nun?
Eigentlich hatten wir vor auf den Top Rock aufzusteigen und drüben
wieder hinunter und evtl. zu den Tipis hinüber, so dass wir am
späten Nachmittag noch die 2nd Wave machen können und dann
wieder zurück, sogar die Headlampe ist dabei falls es später
wird. Unter diesen Umständen können wir
das alles vergessen und es sieht nicht so aus, als ob der Sturm nachlässt.
Der Foto scheint den Sand auch nicht zu mögen und macht Mucken,
bitte jetzt nicht! Wir kauern uns eine Stunde hinter einen anderen Rock
weiter oben, aber der Sand steckt schon überall, Elkes Mütze
hat es auch schon weggeblasen, zum
Glück ist sie direkt in der Wave gelandet.
Ich binde sie mit meinem
Gürtelan ihr Halstuch, mein Hut sitzt sehr gut, ich muß ihn
aber auch immer wieder festhalten. Wir brechen ab und gehen zurück,
leider. Es tut schon
weh, wennman sich ein halbes Jahr auf diesen Tag und diese Felsen freut
und es dann nicht genießen kann. Der Sand sticht wie Nadeln in
die Haut und weht um jede Ecke, wir werden Zeuge wie all diese Steinformationen
durch den Wind, Sand und Regen geformt werden. Unterhalb der Wave im
Wash sind wir wohl am "Lost Cow Point gelandet" wie man auf
dem Foto sieht.
Um 2 sind wir wieder am Auto und entschließen zum
Lunch zum Paria Movie Set zu fahren,
der Weg ist ja nicht weit, wenn es dort auch so stürmt, dann können
wir ja wieder im Lost Lady Saloon essen, wie letztes Jahr als es dort
zu heiß war. Diesmal hat es nur 20 C, weiter klettert das Thermometer
heute wohl nich. Wir können draußen lunchen, es windet etwas
und ist eben kalt, aber es geht. Im Red Rock Saloon werde ich von einer
Westernlady überfallen, auch das noch nun ist mein ganzes mühsam
geschürftes Gold futsch und sie nimmt auch noch meinen letzten
Silberdollar. :-)
Der "Shoe Goo" Kleber ist übrigens zu empfehlen, meine Sohlen halten jetzt wieder am Schuh und nicht am Fels.
Dann fahren wir die 89 bis Page und sehen uns im Walmart um, ich kaufe mir eine schöne Wintermütze, die die Ohren schön warm hält und Handschuhe dazu. Auch dicke Socken zum Skifahren liegen schon im Kart. Ein Walmart ist immer eine gelungene Abwechslung für uns, auch wenn wir das Sortiment bald schon komplett kennen. Es gibt noch günstige Magnesium Tabletten mit den wir unseren nächsten Jahresbedarf aufstocken und ein Duschgel. Nebenan ist der Basha´s Supermarkt, dort erstehen wir unsere ersten Bear Claws, ein Blätterteig geback mit Mandeln, Nussmasse und Zuckerglasur, sehr lecker, danke an Anita Schütt aus deren Reisebericht ich diese Leckerei habe. Da der Käse hier mit Customer Card günstig ist, brauchen wir auch noch diese und haben somit wieder eine Karte mehr im Geldbeutel. So jetzt ist aber genüg geshoppt und neban ist unser Motel. Duschen und Elke will noch waschen, ich kümmere mich wie immer ums GPS und die Bilder, natürlich muß auch der Bericht geschrieben werden. Gegessen wird bei Denny´s ein Philli Melt und vorm Big M gibt´s wieder Internet für lau.
Gefahren: 117 mi / 188 km
Gelaufen: 9,8 km
21. Tag / Page - Cobra Arch - Alstrom Point - Page
Mittwoch 5. Oktober
Ein perfekter Tag, keine Wolke, kein Wind und die maximale Temperatur erreicht heute nur 20° C, eigentlich immer noch 10° zu kalt, aber zum hiken OK. Wir fahren wieder zur Paria Contact Station, heute fragen wir nach dem Weg zum Middle Trailhead den Startpunkt zum Cobra Arch. Wir bekommen die gewünscht Info und machen uns auf den Weg. Die letzte 2 Meilen sind sehr sandig, einmal ist plötzlich im Sand ein großes Loch vor uns zu sehen. Dort steckte mal einer fest, um uns nicht dem gleichen Schicksal auszuliefern, hilft nur Gas geben, die Federung schlägt durch aber wir sind drüber weg. Kurz dahinter hören die Reifenspuren auf und wir sind wohl seit langem die Ersten die auf diesem Weg fahren, auch am Parkplatz am Middle Trailhead ist alles unberührt. Ich stelle den Dodge unter einen Baum in den Schatten und nachdem wir uns registriert haben kann es losgehen. Man kann von hier aus auch wunderbar den Bryce Canyon sehen.
Es
gibt keinen markierten Weg und mehrere Möglichkeiten zum Ziel zu
kommen, welche davon nun die beste und einfachste ist wissen wir nicht.
Der Ranger meint wir sollen am Canyon Rim entlang gehen und am Arch
absteigen, diese Möglichkeit können wir nicht so recht glauben
und so entscheiden wir uns auf die erste Stufe gleich abzusteigen und
dort am Rim entlang zu gehen. Wir steigen dann auch noch weiter ab und
gehen um die letzte Biegung, es geht über große Sanddünen,
der Sand ist sehr tief und anscheinend komplett unterhöhlt, so
dass wir immer wieder einbrechen. Es ist sehr anstrengend aber glücklicherweise
haben wir heute an unsere Trekkingstöcke gedacht, darüber
sind wir sehr froh.
Dann stehen wir wieder vor einem Absatz und der
Arch soll noch 300 m entfernt sein, wir sehen aber nichts, also runter
da und die Felsformation umrunden und siehe da, ein Prachtstück
wir haben es geschafft. 1:45 h haben wir gebraucht, jetzt
werden natürlich Bilder gemacht, die Kamera gibt wieder komische
Geräusche von sich, aber sie geht noch. Wir besteigen abwechselnd
den Arch und machen noch etwas Pause, dann geht's auf den Rückweg.
Elke tritt beinahe auf eine kleine Schlange, die sich schnell aus dem
Staub macht, keine Ahnung was das für eine war. Wir können
etwas den Weg abkürzen da wir ja jetzt wissen wie man am Besten
geht. Dieser Hike ist eigentlich ganz nach unserem Geschmack, man hat
ein Ziel aber keinen Weg, der muss erst gefunden werden und durch das
Gelände ist das nicht so einfach, den viele Stellen sind zum absteigen
zu steil, ein kleines Abendteuer. Auch den Toprock entdecken wir unterwegs,
man hat einen prima Blick auf das Paria Plateau. Dann sehe ich im Augenwinkel
schon wieder etwas auffälliges und es ist schon wieder eine Schlange,
diesmal größer aber die gleiche Art, sie flieht schnell in
einen dieser Büsche und schlängelt sich über die Äste
ganz nach oben.
Zurück
am Auto gibt's erst mal Lunch, es ist erst 14:00 Uhr das passt doch
sehr gut den Alstrom Point zu erreichen. Wir fahren wieder zurück
auf den Highway kommen auch diesmal über das Sandloch hinweg und
ich biege noch zum Visitors Center in Big Water ein. Der Weg sollte
mit 4WD möglich sein, Elke schläft im Auto, ich sehe mir die
ausgestellten Dino Skelette und Knochen an, dann starten wir. Es geht
14 Meilen auf der Smoky Mountain Road, die nach Escalante führt.
Die Straße ist in gutem Zustand und man fährt durch fantastische
Badlands. Dann geht es rechts ab und die Straße wird schlechter.
Ich habe mir die vorhandenen Kreuzungen auf der Karte markiert und ins
GPS übertragen. Wir müssen noch mal abbiegen und die Straße
wird übel, eigentlich ist es nur eine Fahrspur die übers Gelände
geht. Bei der Überschreitung eines Washes geht es so steil runter
und sofort wieder hoch, das ich mit der Stoßstange am Fels anstoße
und nicht weiter komme, dank Vierradantrieb schaffe ich es wieder rückwärts
hoch und versuche es in einem anderen Winkel noch mal, diesmal klappt
es und nur der Spoiler schleift, leider ist die vordere Stoßstange
nun rechts verkratzt und hat eine Delle. Am nächsten Abzweig sehe
ich das man dieses schlechte Stück auch auf einem anderen Weg umfahren
kann, das probiere ich auf dem Rückweg aus.
Jetzt ist die Straße
wieder besser wird aber sandiger, dann erreicht man den ersten Aussichtspunkt,
ab dort fährt man eigentlich nur noch auf blanken Fels, ganz schön
rau und wir werden auch nicht schlecht durchgeschüttelt, erreichen
aber das Ende der eingezeichneten Straße.
Nur ist von dort nichts vom Lake Powell zu sehen, wir sind zu weit vom
Rim entfernt, also fahren wir weiter, aber es ist dermaßen rauh,
das wir das Auto auf dem Fels stehen lassen und zu Fuß weiter
gehen, der Alstrom Point ist von hier noch 1,8 km entfernt. Da es schon
nach 5 ist und der Sonnenuntergang um 18:06 Uhr ist beeilen wir uns.
Wir haben einen schönen Blick auf den See und sehen die Boote in
den Buchten liegen. Irgendwann mal wollen wir auch für ein paar
Tage so ein Hausboot mieten und den Lake Powell erkunden, wenn das nur
nicht so viel kosten würde.
Wir gehen zum Auto zurück und
treten den Rückweg an, durch die Tiefstehende Sonne sieht man sehr
schlecht den Weg. Die Umfahrung der schlechten Passage ist aber prima
und so erreichen wir wieder die Smoky Mountain Road, mittlerweile
hat der Himmel im Osten eine rot-lila Färbung angenommen, Wahnsinn.
Gleichzeitig geht der Mond auf, morgen ist wohl Neumond, alles sehr
schön. Als es schon dunkel ist, fahren wir auf der 89 nach Page
und essen im KFC das All-You-Can-Eat-Buffet. Um jetzt noch den Bericht
zu schreiben und die Bilder zu laden ist es zu spät, also mache
ich das hinterher. Und wieder geht ein schöner, ereignisreicher
Tag zu Ende.
Gefahren: 134 mi / 216 km
Gelaufen: 9,4 km
22. Tag / Page - Wahweap Hoodoos - Glen Canyon Dam - Page
Donnerstag 6. Oktober
Heute will keiner von uns beiden aus den Federn, dabei ist wieder perfektes Wetter und wir sollten uns doch beeilen. Um 7:30 Uhr schaffen wir es dann doch, in Ruhe Frühstücken und los, auf unseren geliebten Highway 89. Die Anfahrt zu den Wahweap Hoodoos dauert 1:15 h und ist auf der Gravelroad ganz schön holprig. Dafür ist es mit einer Meile zur ersten Location nur ein gemütlicher Walk. Es hat 15° C und ist recht frisch, da ich bereits Halsschmerzen habe ziehe ich mir heute einen Fleece über.
Wir sind etwas zu spät dran, aber das wussten wir
ja schon, denn die Hoodoos sind nur bei Sonnenaufgang alle schön
beleuchtet. Jetzt liegt der Großteil bereits wieder im Schatten
und für Profifotografen können keine perfekte Bilder mehr
gemacht werden, aber dazu zähle ich mich ja nicht. Wir gehen alle
Locations ab und sind schon schwer beeindruckt von diesen weißen
fragilen Strukturen, auch Cryptobiotische Kruste ist überall vorhanden.
Nach einer Stunde haben wir alles gesehen und machen uns wieder auf
den staubigen Rückweg.
Es ist noch viel Tag übrig aber jetzt noch eine anderen Canyon anfahren dazu habe wir keine Lust. In den letzten Tagen war doch viel Programm und eine Pause tut gut, aber was dann tun? Page bietet für diese Fälle für uns nicht genügend Abwechslung, den Walmart kennen wir bereits und in der Elm Street Shopping Mal sind wir ja auch schon durch. Aber den Glen Canyon Staudamm haben wir noch nicht besichtigt und fahren jeden Tag daran vorbei, also los.
Kurz
vor halb eins sind wir durch die Sicherheitskontrollen durch und stehen
am Desk, die nächste Tour startet um 12:30 Uhr, aber die ist schon
voll, also tragen wir uns auf die Liste für 13:30 Uhr eintragen
und haben so noch Zeit was zu essen. Das wird heute bei BK eingenommen
und pünktlich sind wir zurück und sehen uns das große
Modell des Lake Powell an, als ein Guide auf mich zu kommt und mir verschiedene
Punkte zeigt. Als ich auf seine Frage, woher wir sind antworte aus Germany,
spricht er deutsch mit uns. Er war lange Zeit in Wien und hat hier im
Kraftwerk als Elektroingenieur gearbeitet, nach seiner Pensionierung
hat er den Job als Guide im Visitors Center angenommen. Unsere Tour
starten, wird aber nicht von ihm geleitet, wir fahren mit dem Aufzug
auf den Dam und sehen uns dort zu beiden Seiten
um, bevor es ganz nach unten zum Kraftwerk geht.
Ich könnte jetzt
mit Zahlen umherwerfen aber das lasse ich lieber. Nach 45 Minuten endet
die Tour wieder oben, wo gerade eine Rangerin die Skorpione des Südwesten
erklärt, auch welche folgen ein Stich hat, bislang haben wir Glücklicherweise
keine Bekanntschaft damit gemacht, ich kann darauf verzichten. Um den
Dam vollständig gesehen zu haben, fahren wir noch zum Dam View
Point und schießen auch hier noch 2 Fotos, bevor es zum Safeway
nach Page hoch geht. Ich brauche dringend Halsbonbons, da die schmerzen
schlimmer geworden sind, danach fahren wir noch etwas durch die Straßen
auf der Suche nach einem Antik Shop, aber so was hat Page anscheinende
nicht, ist ja erst 1957 gegründet worden, als Wohnort der Arbeiter.
Im Motel lege ich mich eine Stunde aufs Ohr und erledige das Tagesgeschäft am Notebook hinterher. Zum essen gehen wir heute ins Glen Canyon Steakhouse, der Laden ist propevoll, aber wir bekommen gerade noch einen Tisch. Nebenan sitzt eine Gruppe Asiaten und die haben die T-Bone Steaks bestellt. Ich glaube die haben hier einen Jurassic Park, den die Steaks müssen von Dinos sein, so dick und riesig. Ich bestelle die Baby Back Ribs, Elke die Beef Ribs, sie sind Klasse, das Fleisch fällt vom Knochen und schmeckt lecker. Die Beef Ribs sind glaube ich auch von einem Dino, die Knochen sind ja Wahnsinn. So das wars für heute, Good Night.
Gefahren: 104 mi / 167 km
Gelaufen: 5,2 km
23. Tag / Page - Buckskin Gulch - Kanab
Freitag 7. Oktober
Diese Nacht habe ich schlecht geschlafen, immer noch Halsschmerzen dafür ist es wieder ein perfekter Tag. Heute müssen wir alles zusammen packen und gehen danach runter zum Frühstück. Das Super 8 hier kann man wirklich empfehlen, schöne große Zimmer mit Balkon leider haben sie kein WiFi und Kühlschrank sonst wäre es perfekt. Bei Maverick tanken wir den Dodge noch voll und fahren zum letzten mal in diesem Urlaub auf die 89. Das Ziel ist heute wieder der Wirepass Trailhead. Leider dürfen wir heute nicht zur Wave, es wäre wirklich der perfekte Tag dafür. Es ist auch wieder warm geworden mit 28° C, das sind doch wieder Temperaturen so wie wir sie gewöhnt sind, allerdings ziehen wir uns trotzdem warm an, da wir ja in den "Untergrund" absteigen.
Wir
gehen den Wirepass hinunter und springen über die beiden Drop Off.
Dann wenden wir uns nach rechts in die Bucksin Gulch, Wir wurden ja
vorgewarnt, das es muddy ist und Pools hat und das geht gleich am Eingang
los. Hier stehen schon 3 paar dreckige Stiefel und wir ziehen auch die
Trekkingschuhe aus und schlüpfen in die Sandalen, krempeln die
Hose hoch und tasten uns mit den Trekkingstöcken
vor.
Die Stöcke sind wirklich von Vorteil, da der Untergrund in
den Pools rutschig, nicht zu sehen und uneben ist, so kann man sich
abstützen und langsam geht es durch den eiskalten Schlamm. Eigentlich
braucht man hier Neoprensocken und gute Sandalen, haben wir leider nicht.
Es ist sehr mühsam sich da durch zu kämpfen, ich glaube es
waren 6 Pools bis eine Strecke kam die relativ trocken war.
An einem
Punkt als die Gulch genau nach Süden verläuft und so die Mittagssonne
mal den Boden berührt, machen wir Pause und wärmen uns wieder
auf. Mit geht es immer noch nicht so gut und das kalte Wasser trägt
bestimmt nicht zur Besserung bei. Nach einer halben Stunde machen wir
auch hier wieder kehrt und gehen zurück. Ein Paar kommt uns entgegen,
voll bepackt, sie wollen 3 Tage lang runter gehen und in den Paria River.
Am Wirepass wärmen wir uns wieder und ziehen wieder die Schuhe
an, der Schlamm klebt so heftig, das man ihn gar nicht ganz weg bringt.
Beim hoch klettern des größeren Drop Offs hat sich Elke auch
noch das Knie an. Zum Glück nichts schlimmes, nur eine Blessur
mehr.
Am Trailhead machen wir noch Mittag und fahren dann gemütlich die 40 Meilen nach Kanab, dort suchen wir uns ein Motel und landen im Bob-Bon-Inn, es sieht aus wie Blockhäuschen, die Zimmer sind verdammt klein, aber OK. Internetanschluß, Kühlschrank und Micro gibt's im Zimmer, irgendwie hat das auch noch Platz, aber leider kein Frühstück. Wir duschen uns den Schlamm ab und heute bekommt der Dodge auch noch eine Dusche. Der gröbste Dreck ist nun weg und er sieht wieder sauber aus. Wir schauen uns noch zwei Läden an, die noch offen haben, wir sind ja wieder in Utah und die sind eine Stunde voraus. Es fahren zwei Busse mit French People vor und überfluten die Shops, da verziehen wir uns und essen in einem Burgerladen einen Red Burger mit Onion Rings und French Fries.
Gefahren: 101 mi / 163 km
Gelaufen: 7,4 km
24. Tag / Kanab - Sand Wash Slot - Hurricane
Samstag 8. Oktober
Heute stehen wir ja durch die Utahzeit erst um 8:00 Uhr auf, obwohl der Wecker um 7 piept. Frühstück gibt´s hier leider nicht, nur Kaffee und heißes Wasser. Elke hat noch Teebeutel, Cornflakes und Milch, ich habe gestern noch 3 Donuts für 1 $ gekauft. Es ist mit 9 C sehr frisch und ich muß mir dringend was überziehen, sonst werde ich noch richtig krank. Die Halsschmerzen haben etwas nachgelassen.
Wir verlassen Kanab und sind kurz darauf in Mt. Carmel Junction, dort wollen wir daheim anrufen, da meine Mami heute Geburtstag hat, aber mit diesem Telefon funktioniert unsere Karte nicht, also weiter. Nicht weit danach geht es auf eine private Gravelroad die als Zufahrt zu einem Grundstück dient und für uns den Zugang zum Sand Wash Slot. Der Slot Canyon hat keinen Namen und verläuft im Lower und Upper Sand Wash. Wir parken vor dem Zaun, da auch hier schon ein Schild mit Private Property steht, direkt dahinter fließt der Virgin River, was nun? Die Road geht durch den Fluß und mit unserem Dodge könnten wir gut durch, aber da es Privatgelände ist hat Elke doch bedenken und will zu Fuß weiter. Also noch mal zurück die kleinen Handtücher holen und ein Kneipp Bad im kalten Fluß genommen.
Es liegt jede Menge Schrott und Müll herum, zig Container und alte Wohnwägen und auch zig alte ATV´s. Der Besitzer selber wohnt wohl in dem am Besten aussehenden Wohncontainer, auch davor nur Gerümpel. Wir befürchten schon einen großen bissigen Hund, aber bislang ist nichts zu hören. Ich gehe vor den Eingang und rufe ein freundliches "Hello" als sich die Tür öffnet noch ein "Good morning Sir" hinterher. Neben der Tür steht sein Gewehr und ein kleiner harmloser Hund springt mit heraus. Wir fragen ob es erlaubt sei sein Land zu betreten um in die Cave zu gelangen. Er fragt erst woher wir sind und meint dann, ja das ist OK. Erklärt uns noch den Weg und meint dann, wir können auch mit dem Auto fahren wenn wir 4WD haben. Als ich das Auto holen will, sagt er, dass er uns mit seinem ATV rüber fährt, er muß aber erst noch Schuhe anziehen. Also los, er setzt uns an unserem Auto ab und wir fahren bis vor seinen Wohnwagen und steigen aus. Er zeigt uns dann seinen Garten, mit Grind Steinen, die er auf seinem Grundstück gefunden hat, auch einen Stein der wohl als Steinhammer benutzt wurde. Dann geht er in den Wohnwagen und holt zwei Bilderrahmen heraus, in dem einen sind lauter Steinspitzen von Pfeilen und Scherben, im anderen Rattles von den gleichnamigen Schlangen. Er erschießt die meisten, da seine Enkel hier spielen, zum Schluß schenkt er uns noch Pfauenfedern, die einfach so am Boden rumliegen. Wenn wir auf der Straße weiter fahren, sollen wir mal einen Blick in den alten Barn werfen, dort hält er Pfauen. Die Angler benutzen die Federn wohl als Köder, ansonsten baut er Heu an und verkauft das, überall läuft ja auch die Bewässerung, Wasser hat er ja im Fluß. Sein Großvater ist aus Dänemark hierher gekommen als noch viele Indianer hier gelebt haben und seitdem gehört dieses Land seiner Familie. Wir waren wohl eine willkommene Abwechslung für ihn, da er so gesprächig ist.
So
nun fahren wir aber los, kurz nach seinem Barn geht die Strasse in den
Sand Wash und Reifenspuren gehen diesen hinauf, also folgen wir. Dann
teilt sich der Wash, wir fahren erst rechts, sehen aber kurze Zeit danach
auf dem GPS, dass dies der Lower Sand Wash ist, wir aber wollen zu Upper.
Also umdrehen und dann weiter den Wash hoch. Der Wash macht seinem Namen
alle Ehre, ich hoffe dass ich überall durchkomme und nicht stecken
bleibe. Dann ist ein Zaun quer über den Wash gezogen und davor
hat der alte Mann, mit seinem Bagger eine Furche gezogen, so dass keiner
mehr durchfahren kann. Hier ist für die Fahrt Endstation. Zu Fuß
geht es weiter den Wash hoch, was sehr anstrengend ist. Wenn der Wash
einen Bogen macht kürzen wir direkt ab, da es auch hier besser
zu gehen ist. An einer Abkürzung
ist ein ATV Pfad der immer weiter auf einen Hügel ansteigt, da
ich auf dem GPS sehe, das wir hinter dem Hügel wieder auf den Wash
stoßen, gehen wir. Mittlerweile sind wir nicht mehr ganz sicher,
ob der Upper oder der Lower nun für uns die einfachere Variante
ist. Wir sind geteilter Meinung, da wir aber nun schon so weit gegangen
sind, gehen wir weiter. Auf dem Hügel hat man eine schöne
Sicht auf die Berge, nur ist es mittlerweile total bewölkt. Wir
sehen den Wash von hier oben auch nicht mehr, also muß der Slotbereich
hier schon sein, also steigen wir in einer Rinne ab, wie geahnt verläuft
unter uns schon der Slot und es ist viel zu steil dort einzusteigen.
Wir müssen nun in diesem steilen Gelände einen Weg suchen
um wieder in den Wash zu kommen. Direkt vor dem Eingang rutschen wir
den Berg runter, unten steht ein Pickup und ein paar junge Leute sitzen
im Sand, ich frage wie sie hierher kommen, anscheinend geht von Mt.
Carmel eine Gravelroad
über den Hügel, die dann in den Wash mündet.
Kurz nach dem Eingang hört auch der sandige Wash auf und wir gehen
nur noch über glatt geschliffenen Sandstein, der sich ständig
windet. Der Slot ist auch dermaßen hoch, dass man fast nie den
Himmel sehen kann. Durch die Wolken ist es auch sehr dunkel, aber ein
sehr schöner Slot Canyon. Ein paar Biegungen weiter ist ein Absatz
und darüber liegt noch ein großer Chuckstone, ich schätze
mal 3 m sind das gesamt. Es wäre wohl möglich da rauf zu klettern,
aber runter erscheint mir viel schwerer, Elke versucht es, aber ich
dränge doch zum abbrechen und wir gehen wieder zurück.
Auf dem Rückweg bleiben wir im Wash, man geht zwar sehr schwer
in dem tiefen Sand, aber so kann man sich nicht verlaufen. Mit dem Auto
kommen wir auch wieder gut zurück und halten noch kurz vorm Wohnwagen,
aber es ist keiner mehr da, also noch den Fluß durchqueren und
ab.
Da unser Nationalparks Pass abgelaufen ist, können wir nicht mehr den Highway durch den Zion nehmen und fahren so aussen herum. Wir nehmen aber die Straße am Coral Pink Sand Dunes State Park als Abkürzung, obwohl ich nicht wusste dass diese auch mal für ein Stück zur Sandpiste wird. Die zwei große Löcher hat, die ich beide mit hoher Geschwindigkeit zielsicher traf. Das Gepäck hinten hat sogar vor Freude gehüpft, aber die Kronkorken blieben auf den Bierflaschen, also alles halb so wild.
Dann komme wir nach Colorado City, die Stadt wurde 1985 gegründet,
es stehen auch überall relativ große Häuser herum, das
ist für die Gegend schon ungewöhnlich. Wie wir später
erfahren, handelt es sich um streng gläubige Mormonen, die mit
ihren Großfamilien dort leben. Wir fahren durch bis Hurricane,
wo wir diesmal in der Travelodge einchecken. Fürs Days Inn konnten
wir per Internet nicht vorbuchen. Die Zimmer hier sind etwas älter
als im DI aber es ist OK. Im Zimmer bereiten wir unseren Lunch und können
auch telefonieren, prima.
Dann wollen wir zum shoppen, wir übernachten nur in Hurricane,
da die Zimmer in St. George so teuer sind, obwohl das nur 20 Meilen
sind und wir hier ja noch näher am Zion liegen. Das Outlet ist
zwar nur sehr klein, aber es hat ein paar schöne Läden. Wie
immer schlage ich bei Eddie Bauer zu und auch bei IZOD finden wir was,
zum Schluß gibt's in dem Schuhladen noch neue Sneakers und Stiefel
für den Winter. Als Abschluß essen wir im Panda Express unser
lieblings Chicken, es hätte natürlich auch noch ein Carl´s
Junior und ein Outback Steakhouse gegeben, da fällt die Wahl schwer.
Gefahren: 119 mi / 191 km
Gelaufen: 5,3 km
25. Tag / Hurricane - Valley of Fire - Las Vegas
Sonntag 9. Oktober
Wir können uns Zeit lassen und in Ruhe Frühstücken auch wenn die Auswahl nicht so groß ist. Meine alten Sneakers bleiben hier in Hurricane, sie sind zu ausgelatscht und seit Gestern habe ich ja Ersatz. Bei Maverick tanken wir noch einmal und in Washington, bei St. George, gehen wir noch in den Walmart, da wir noch was zu trinken brauchen. Hier ist das Beef Jerkey auch viel billiger als bei Albertsons, wir ärgern uns etwas und packen zwei Tüten mit ein, auch meinen Starbucks Vanilla Frapucino bekomme ich hier wieder.
Bis
zum Valley of Fire ist es nicht allzu weit, man muß nur ewig durch
den langen Ort Overton fahren, das Wetter ist prima, mit 26° C nicht
zu heiß, gerade richtig. Am Elephant Rock stoppen wir, legen die
6 $ in den Umschlag und machen das erste Bild.
Dann sehen wir uns nochmals
das Visitors Center an und fahren ganz hinter zu den White Domes. Für
den Trail war es uns letztes Jahr viel zu heiß, heute ist es perfekt
und wir gehen los. Halt, auf einem Schild steht, das der Trail 1,25
Meilen lang ist und kein Wasser verfügabar, also noch mal zum Auto
zurück eine Flasche holen, ich habe jetzt schon Durst.
Der Trail
ist wunderbar, die vielen Farben sind fantastisch, auch einen kleinen
engen Canyon gibt es. Bis man sich umsieht
ist man wieder am Parkplatz und dort lunchen wir unter dem Dach, wie
letztes Jahr. Der Wind bläst immer wieder ganz stark, so dass man
alles festhalten muß was davon fliegen kann. Bei den Mouses Tank
halten wir auch noch und gehen an den schönen Petroglyphs vorbei
bis hinter zu den Wasserlöchern, auch heute steht genügend
Wasser darin. Der Weg hierhinter ist nicht weit aber wieder mal sandig,
aber auch zu empfehlen. Von hier aus fahren wir schon zum Ausgang und
wieder auf die I-15 nach Las Vegas.
Wenn man aus den Bergen kommt und den ersten Blick auf Las Vegas in dem Wüstental hat ist es doch immer wieder beeindruckend, wie der Mensch mitten in dieser Wüste so eine Stadt erschaffen hat und sie wächst immer weiter. Wir finden die Abfahrt in die Downtown und stehen schon vor unserem Hotel für diese Nacht. Im Lady Luck haben wir vorgebucht, zum einen weil es recht günstig ist, zum anderen weil ich schon lange nicht mehr in Downtown war und man von dort aus alles zu Fuß machen kann und das Auto kostenlos im Parkhaus steht. Leider ist kein Nichtraucherzimmer mehr frei und die Dame am Empfang meint, sie könne das Zimmermädchen vorher mit einem Raumspray durchs Zimmer schicken, davon sind wir nicht so begeistert und wir bekommen statt dessen eine Junior Suite angeboten. Ohne Aufpreis versteht sich, das ist OK und wir machen uns auf den langen Weg in den West Tower 19. Stock. Die Suite ist schön, natürlich nicht alles nagelneu aber das haben wir ja auch nicht erwartet, es gefällt uns. Leider gibt's hier kein WiFi und keinen Fön, na ja für eine Nacht ist das wohl auch OK.
Wir
gehen dann die Fremont Street auf und ab, sehen uns das ganze bei Tageslicht
an, es hat sich schon einiges verändert als ich 91 das letzte mal
hier war. Zum Essen gehen wir dann wieder ins Lady Luck zurück
und nehmen das Buffet für 10,99. Es ist zwar nicht das super Buffet,
aber das Prime Rib ist gut und auch sonst kann man nicht meckern, auf
jeden Fall qualitativ besser als im Sahara.
Mittlerweile ist es dunkel
und die erste Light Show in der Fremont Street haben wir nur kurz verpasst.
Jede volle Stunde gibt es was zu sehen, also ziehen wir nochmals durch
die Straße, es weht immer wieder ein kalter Wind durch und so
richtig heiß ist
es heute auch nicht. Um 8 ist dann die Außerirdischen Show auf
dem riesen Display zu sehen. Ich finde die Show jetzt nicht so toll,
die Technik dagegen schon. Wir schlendern noch durch ein paar Souvenirläden
und Elke probiert den ein und anderen Kopfschmuck aus. Dann kommt schon
die nächste Show, mit verschiedenen Musiktiteln untermalt, gibt
es Tänze mit Feuer. Finden wir jetzt auch nicht so gut und verabschieden
uns dann in unsere Suite.
Gefahren: 180 mi / 290 km
Gelaufen: 1,6 km
26. Tag / Las Vegas
Montag 10. Oktober
Der Wecker piept um 7, die Sonne scheint auch schon über die Berge und erleuchtet das Tal. Wir quälen uns mühsam aus den Federn und essen wieder unsere Cornflakes und Müsliriegel. Ich hole das Auto aus dem Parkhaus, Elke stellt sich für den Checkout an, dann sind wir schon in den Straßen von Las Vegas. Wo der Charlston Blvd. ist wissen wir und diesen fahren wir nun ab.
Der Erste Stopp ist der Carl´s Jr. den hier brauchen wir noch mal Eis für die Kühlbox, im Hotel habe ich keine Eismaschine gefunden. Der Nächste Halt ist bei Walgreens, dort werden noch die benötigten Salben und Tabletten gekauft, dann geht's weiter zum Boca Park. Hier finden wir bei Target endlich die ganz ordinären Plastik Pitcher, die sich Heinz-Peter, Elkes Bruder, gewünscht hat. Wir durchsuchten in den vergangenen Wochen jeden Laden nach dem Teil und auch hier war er im Haushaltswarenbereich nicht zu finden, ganz vorne bei den Kassen gab es dann eine 1 $ Stand, dort stehen die einfach so rum, Klasse. Direkt daneben ist ein "Ross - Dress for less" Laden, der wurde uns von Anja empfohlen, es gibt dort Markenkleidung zu ermäßigten Preisen. Der Laden ist eigentlich nichts für mich, alles hängt auf Kleiderstangen, zwar schon nach Art und Größe geordnet, aber man braucht Zeit dies alles zu durchforsten. Für mich springen dann doch ein paar T-Shirts raus, Elke schlägt auch zu. An der Kasse dauert es dafür wieder ewig, eine Kundin reicht wohl gerade eine Beschwerde ein, die nicht so leicht zu lösen ist.
So jetzt habe ich aber Hunger, es ist noch nicht 12, aber ich weis noch ein Stück weiter rauf Richtung Red Rocks ist ein Panda Express und da will ich jetzt hin. Kung Pao und Orange Flavoured muß es sein. Von hier aus ist es dann nicht weit zu einer Umgehungstraße die noch nicht ganz fertig ist, Las Vegas wächst und wächst. Diese Straße bringt uns in die Nähe des Flughafens und von dort zum Bass Pro Shop. Das ist ein Megateil von einem Laden, er hat alles für die gesamte Outdoorworld. Überall sind ausgestopfte Tiere zu sehen, dann ein riesen Aquarium in dem Fishing Vorführungen gehalten werden, ein künstlicher Berg mit Wasserfall und hinten noch mal ein Teich in dem Enten, Fische und Schildkröten schwimmen dar rum. Bekleidung gibt es natürlich auch, das interessiert uns mehr. Hier will ich mir ein paar neue Trekkingschuhe kaufen und fange an zu probieren. Das Schuhkaufen dauert bei mir heute mal wieder besonders lang ich probiere erst mal einge Modelle und dann noch verschiedene Größen. Die Verkäufer machen schon Witze, das ich immer noch probiere, Elke hat wieder mal viel Geduld und hilft dabei. Auch hier nehme ich noch ein T-Shirt mit, die sind ja so billig! Im oberen Stock gibt es alles für den Hunter, von Pistolen, Revolver, Gewehre und Bogen, natürlich auch das komplette Zubehör. Na ja wir können hier ja doch nichts kaufen und gehen wieder. Draußen ist es noch hell und wir fahren noch zu einem Walmart, dort kaufen wir Jeans für die Neffen und Heinz-Peter sowie ein paar Dinge die wir noch mitnehmen wollen. Es ist immer noch hell, aber jetzt reicht es uns und fahren zum Hotel.
Eigentlich waren wir uns ziemlich sicher im Excalibur gebucht zu haben, also dorthin, vom Walmart aus, der direkt an der Tropicana liegt fahren wir einfach entlang und biegen zum Hotel ab. Elke springt rein zur Registration, ich muß leider um die Ecke fahren, die hier sehr groß sind. Gehe dann wieder vor und finde Elke nicht, auch auf meinen Funkspruch kommt lange keine Antwort, dann taucht sie doch auf. Leider war unsere Buchung nicht da und sie hat ein Zimmer für 49,95 $ die Nacht bekommen, da werde ich doch etwas stutzig und wir gehen zum Auto zurück. Ich werfe das Notebook an und siehe da, wir haben ja gar nicht hier gebucht sondern gegenüber im Tropicana, na so was! Also um den ganzen Block herum fahren, Elke springe wieder rein, das Zimmer zu stornieren und ich werde vorm Eingang weggescheucht und soll wieder auf den Parkplatz fahren. Will ich aber nicht, ich fahre ein Stück weiter und stelle mich vor einen roten Randstein, soll man zwar nicht, aber ich bleibe ja im Wagen.
Dann kommt Elke, sie konnte
das Zimmer wieder stornieren und wir fahren rüber zum Tropicana
und müssen dort erst mal lange in der Schlange stehen bis wir unser
Zimmer im 18. Stock mit Blick aufs MGM und den Strip bekommen. Sehr
schön ist es hier, aber gleich geht's wieder runter, das Auto wird
komplett ausgeräumt und alles nach oben geschleift und dort im
Zimmer verbreitet. Ich springe erst mal in die Dusche und danach fange
ich an den Papierkram auszusortieren und Elke macht schon mal die erste
Tasche reisefertig.
So es ist schon nach 8 und wir wollen dann mal los und
was essen, das Ziel heißt "Spice Market Buffet" im Aladdin.
Es ist zwar nicht so weit zu gehen, aber wir benötigen trotzdem
einige Zeit dazu. Auch kühl ist es heute Abend, mit 18 C haben
wir nicht gerade gerechnet. Vorsorglich haben wir heute noch ein Hemd
zusätzlich dabei, das wir auch benötigen. Wir sehen uns die
Desert Shops an und halten uns dort lange auf, bis Elke auf die Uhr
sieht da ist es schon 9 und das Buffett schließt in einer halben
Stunde, also das wird wohl nichts. Recht unentschlossen laufen wir nun
rum, was tun? Etwas essen wäre schon nicht schlecht, aber die Restaurants
die es hier gibt wollen wir nicht. Nachdem ich schon lange mal einen
In-and-Out-Burger ausprobieren will, gehen wir schnell ins Hotelzimmer
und holen den Autoschhlüssel und fahren dorthin. Die Karte dort
beschränkt sich ja nur auf Hamburger, Cheeseburger und Doppelcheeseburger,
da fällt die Wahl nicht so schwer. Es schmeckt uns ganz gut, allerdings
war der Doubledouble doch zu wenig. Im Radio läuft ständig
die BK Werbung über den Doppelcheeseburger für 99 Cent und
da es dorthin nicht weit ist, holen wir uns auch noch je einen, das
reicht dann. Zurück ins Hotel und pennen.
Gefahren: 57 mi / 92 km
27. Tag / Las Vegas
Dienstag 11. Oktober
Ich wache kurz nach 7 auf, die Sonne strahlt schon wieder über die Berge ins Zimmer, der Ausblick von hier oben ist sehr schön. Nachdem Elke noch etwas liegen bleiben will, schalte ich das Notebook ein und schreibe etwas. Nachdem die Local Calls 1$ pro Tag kosten, stecke ich doch mal das Telefonkabel ein und benutze den Netzero Account. Es funktioniert, allerdings sehr langsam. Elke steht auch auf und fängt sofort wieder mit auf und einräumen an, bevor wir die letzten Flakes essen.
Um 9:30 Uhr stehen wir dann am Premium Outlet Center und alles ist noch zu. Zum Glück hat der Starbucks schon offen, da kann ich dann noch einen Kaffee und ein Bear Claw frühstücken. Um 10 geht's dann los "Shop till you drop". Für meine 2 paar Schuhe hätte ich hier 25 $ weniger bezahlt, das nächste mal kaufe ich hier, es gibt aber noch ein paar Timberland Schuhe für mich, Elke kauft sich Winterstiefel. Weiterhin gibt es noch Hosen, T-Shirts, Polos und Hemden. Die Hände voller Tüten machen wir uns wieder auf den Weg ins Hotel, was das nur wieder alles kostet, aber es ist auch so günstig hier einzukaufen. Ich verfahre mich und wir müssen noch mal durch Downtown, das gibt uns aber die Chance noch mal an einer Bank anzuhalten, wo ich Bargeld abhebe, dann fahren wir den Strip entlang zurück. Es ist schon nervig an jeder Ampel stehen zu müssen, aber so sieht man auch etwas. Dann räumen wir das Auto komplett aus und ich schmeiße meine guten alten Adidas Trekking Schuhe aus Neuseeland weg. Im Zimmer versucht Elke den Rest unserer Sachen und das neu gekaufte in die letzte Tasche zu packen, wenn das nicht klappt dann hilft nur eine weitere Tasche aus dem Walmart.
Tja die vierte Tasche wird nötig und wir fahren nochmals
los. Auf der anderen Seite des Flugplatzes gibt es noch einen Walmart.
Die Anfahrt wäre genauso lang gewesen als gestern, aber egal. In
diesem Walmart waren wir schon als wir ganz am Anfang nach Flagstaff
gefahren sind. Wir springen rein und sehen die gleiche Tasche wie in
Cedar City nur für 39 statt 29 $ und können uns noch nicht
so recht entscheiden. Nebenan ist auch ein Ross Markt, da die ja auch
Koffer haben, laufen wir erst mal dahin. Dort gibt es Taschen mit Rollen
und Griff genug, wir suchen lange rum und entscheiden uns dann für
eine kleinere die uns 19 $ kostet. Während ich an der Kasse ewig
stehe, anscheinend dauert das immer so lang, findet Elke noch ein Bündel
Hilfiger Socken und die kommen dann mit dazu.
Der Hunger kommt jetzt auch langsam durch, über den Highway fahre ich zurück zum Strip, wo jetzt natürlich eine Menge los ist. Wir finden gleich in die Koval Lane zum Ellis Island. Genau daneben haben wir letztes Jahr im Super 8 gewohnt und sind nicht zum essen rüber gegangen. Leider gibt es momentan keine freien Plätze und wir werden auf die Warteliste gesetzt. Was tut man, wenn man warten muß, klar an Slotmachines ein paar Dollar verzocken. Es waren aber nur 4 und ein Bier und Cola haben wir dann auch bekommen. Eine weile noch beim Karaoke zugesehen und dann durften wir endlich an den Tisch, der schon lange frei war. Elke ist ein bischen aufgebracht, weil das alles so lange dauert und jetzt steht das Steak Special nicht auf der Karte. Als dann endlich die Bedienung kommt, frage ich nach dem 4,95 Steak Menu und sie fragt gleich howwouldyoulikeyoursteak souporsalad whichdressing … die übliche Leier, na also nur keine Panik. Der Salat kommt sofort und wenig später 2 schöne Steaks, einmal mit fries, einmal mit baked potatoe. Schmeckt super und ist wirklich günstig. Da es jetzt schon halb elf ist und wir immer noch packen müssen und dazu morgen früh um 5 raus, verschieben wir den Besuch im Luxor auf das nächste Mal und fahren ins Hotel zurück, packen den Rest in die neue Tasche und nun sind alle Koffer und Taschen prope voll. Die Tasche hätte doch etwas größer sein können, aber wir versprechen, nächstes Mal schon nicht so viel von daheim mitzubringen, was man eh nicht anzieht und schlummern ein.
Gefahren: 29 mi / 47 km
28. Tag / Las Vegas - Washington - München
Mittwoch 12. Oktober
Um 5 gehen die beiden Wecker los und ich stehe auch sofort auf und ziehe mich an. Elke kriecht auch aus den Federn und wir verpacken nun die letzten Dinge und ziehen auch schon mit den 4 Gepäckstücken los. Checkout ist um diese Zeit kein Problem, aber die neue Tasche lässt sich nicht sehr gut fahren, sie kippt immer von einer Seite auf die andere. Im Unbeladenen Zustand war das natürlich nicht so. Alles rein in den Dodge und zum letzten mal starten, Ganghebel auf Drive und los. Die Ampeln nerven Kolossal, es ist zwar schon Verkehr aber jedes Mal rot. Die Alamo Niederlassung finde ich sofort und wir geben unser gutes Stück ab, das tut schon weh. Alles in den Bus und los geht's. Am Flughafen wieder alles raus und den TED Schalter suchen. Zum Glück keine Schlange und wir werden auch gleich ganz freundlich bedient. Das Gewicht der Koffer ist auch kein Problem, wir hatten noch die 2x 32 kg Regelung. Ich bin jetzt erst mal ins schwitzen gekommen, die Aufregung, das rumwuchten des Gepäckes und so. Im ersten Stock ist gleich ein Starbucks, also dort in die Schlange und Kaffee bzw. Tee und dazu einen Muffin bestellt, nur gibt es hier keine Sitzgelegenheit. Wir gehen langsam zur Sicherheitskontrolle und stellen fest, dass dort ein großer Andrang ist, aber mit den Getränken wollen wir da jetzt nicht durch und stellen uns an einen kleinen Tisch, an dem man kleinere Dinge, die nicht durch die Security kommen abschicken kann. Nachdem die heißen Getränke endlich weg sind, lassen wir uns durchchecken, was dann doch sehr schnell geht.
Jetzt haben wir noch ca. eine Stunde Zeit und setzen uns
erst mal hin damit ich meinen Muffin essen und wieder abkühlen
kann. Gehen dann zum Gate, wo es auch noch einen Starbucks gegeben hätte
und warten dort neben einem Haufen Chinesen. Beim boarden kann ich für
ein paar Sekunden den Blick ins Cockpit werfen und der Kapitän
fragt ob ich es mir ansehen will. Na klar, also rein in die enge Stube,
in der Gerade die 2 Kapitäne Platz finden, mir wird die komplette
Armatur erklärt, das finde ich jetzt mal richtig toll ich bedanke
mich und gehe zu Elke und unseren Plätzen nach hinten. Die Maschine
ist recht voll, aber diesmal geht unsere Strategie auf und es will niemand
den Platz zwischen uns haben, so dass wir nun 3 Plätze beanspruchen
können. Nach dem Start haben wir schöne Sicht auf den Lake
Mead, Grand Canyon und die weißen Rockies. Wir schlafen beide
etwas, essen gibt es ja keines. Die Landung in Washington ist perfekt
und auch das Umsteigen hier problemlos, da es keine weiteren Kontrollen
mehr gibt. Wir gehen nur den Gang bis ganz hinter und sind an unserem
Abfluggate nach München. Es ist noch 30 Minuten Zeit und Elke holt
uns bei Aunt Annie noch 3 frische Softprezels. Haben wir jetzt auch
noch nie gegessen, die Dinger sind recht fettig, der Geschmack ist OK
und gegen Hunger hilft das auch. Beim boarden gibt es Verzögerungen,
aber irgendwann sitzen wir auf unseren Plätzen am Fenster und heben
wieder ab in den regnerischen Abendhimmel über Washington.
Über dem Atlantik gibt es dann heftig Turbulenzen und wir werden so richtig durchgeschüttelt, da hilft bei mir nur der Versuch zu schlafen und es gelingt mir auch. Die Filme interessieren mich nicht so, zum Glück sind es auf dem Rückflug nur 7:40 h. Über Irland klart es dann auf und man kann schön die dunklen Küstenorte auf dem Ring of Kerry sehen, wo wir auch schon waren. Dann gibt es noch ein Frühstück, das seinen Namen nicht verdient und wir sehen noch Donauwörth, bevor südlich der Donau alles im Nebel liegt und wir abschwenken. Nach einer großen S-Schleife landen wir in dichtem Nebel, aber genauso perfekt und sind wieder in Deutschland. Am liebsten würde ich mich jetzt auf einen der Stühle am Gate setzen und auf das Boarding warten und wieder losziehen, geht natürlich nicht. Die Passkontrolle ist kein Problem und unsere Koffer sind eine der Ersten die auf dem Band liegen. Eine neue Tasche habe ich gar nicht erkannt und lasse sie weiter fahren, Elke rennt hinterher und zieht sie runter. Der Zoll will auch nichts von uns und Erhard erwartet uns schon. Nach einer kurzen Begrüßung gehen wir zum Auto und versuchen alles unterzubringen, was auch klappt und fahren auf die Autobahn. Im Nebel erreichen wir unser kaltes Zuhause, es hat am Morgen nur 1 C gehabt, ich hole gleich mal Holz und mache ein Feuer, dann sehe ich die Post durch und schon werden die Koffer ausgepackt.
Fazit
Fazit: Wieder viel gefahren, 3961 mi oder 6374 km in einem sehr schönen Auto. Sehr viel gelaufen nur die aufgezeichnete GPS Strecke beläuft sich auf 147,7 km, die Trails haben uns großen Spaß gemacht. Alles in allem ein sehr schöner Urlaub, der nach Wiederholung ruft. Es gibt ja noch viele Points of Interest im Westen, die wir noch discovern möchten.
To be continued ...

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