Surviving at 66° North - Eine Rundfahrt über Island 2010
Ein paar Daten zu Island
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Island ist eine Vulkaninsel und liegt zwischen dem 63. und 66. nördl. Breitengrad, also am Polarkreis, der westlichste Punkt liegt bei 24 Grad West und somit ist Latrabjarg auch der westlichste Ort Europas. Die Insel liegt auf 2 Kontinenten, der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte, das ist auch der Grund für die ständigen vulkanischen Aktivitäten. Die Landfläche beträgt 103.125 km² und 11% davon sind Gletscher, darunter auch der größte Gletscher Europas, der Vatnajökull. Es gibt 317.593 Einwohner, wobei in der Hauptsadt Reykjavik ca. 130.000 leben.
Prolog
Über 10 Jahre ist es her, als wir schon mal den Plan hatten, Urlaub auf Island zu machen. Seinerzeit hatten wir einen Subaru Allrad, den wollten wir per Schiff voraus schicken und dann selbst mit dem Flieger hinterher reisen. Aus diversen Gründen und ganz zum Schluss wegen nicht genehmigten Urlaubs und horrender Kosten wurde dieses Vorhaben auf Eis gelegt. Wie nun der Ejafjällajkökull wieder erwacht ist – nach zwar wesentlich längerer Zeit – ist unser Vorhaben wieder aus der Versenkung aufgetaucht – nicht zuletzt natürlich wegen der permanenten Schwärmerei zweier Islandfans, die im letzten Jahr zum ersten Mal dort waren.
Interaktive Routen Karte
Google-Maps-Creator by Ulrich Küster - Jeder Tag ist in einer anderen Farbe dargestellt.
Hinweis zur Bedienung Mit einem einfachem Klick auf eine Datumszeile
--> ... öffnet sich der nächste Tag. Es ist immer nur ein Tag geöffnet.
3.6. Abflug in die Mitternachtssonne
Wir haben Feiertag und das ist auch gleich unser Auftakt für den lang ersehnten Urlaub auf Island. Wir können ausschlafen, unsere 4 Wände noch auf Vordermann bringen, die Taschen sind bereits gepackt und um kurz vor fünf Uhr nachmittags werden wir von unserem Häuptling abgeholt und zum Flughafen gebracht.
Die Zeit ist doch schneller um als gedacht und gegen 18.00 sind wir bereits am Airport. Das Einchecken am Computer von German Wings funktioniert nicht und so ist die Dame am Schalter etwas überfordert; zumal sich allmählich eine Schlange bildet und sie die einzige dort ist. Einige tiefe Atemzüge später ist das Gepäck auf dem Weg zum Flieger und wir haben bis zum Abflug um 19.00 noch jede Menge Zeit.
Erst mal geht es nach Köln; wo uns über 25 °C und Sonnenschein
erwarten. Schön zu hören, auch wenn das nicht unser Endziel ist. Eine
kanppe Stunde später landen wir und sehen gerade noch den neuen A380,
der auf die Starterlaubnis wartet. Wir suchen schon mal das Abfluggate;
dort werden gerade die Schotten dicht gemacht;
von hier geht nämlich heute nur
noch unsere Maschine nach Keflavik und eine etwas später nach Analya.
Wir fragen, ob wir nochmal aus dem Sicherheitsbereich raus dürfen und
man lässt uns gewähren. „Draußen“ ist noch richtig was los, die Läden
haben noch offen, auch ein REWE hat noch Hochbetrieb und hier versorgen
wir uns noch mit ein paar Snacks und was zu trinken. So geht die
Wartezeit auch schnell vorüber und um 21.30 h beginnt das Boarden.
Wir haben glücklicherweise eine Reihe für uns und es geht auch ziemlich schnell los. Die 3 Stunden 50 Minuten ziehen sich dann doch ganz schön, auch wenn das im Vergleich zu USA ja auf einer Backe abgesessen werden kann. Wir werden langsam müde, doch schlafen kann man in den Sitzen am Notausgang nicht, da man die Lehnen nicht verstellen kann. Auch hier ist kein Bordservice inbegriffen, auch keine Getränke. Wie gut, dass wir wenigstens noch eine Flasche Wasser in Reserve haben.
Um kurz vor 2.00 h Ortszeit landen wir
in Keflavik, es ist immer noch hell. Wir sind erst mal von den
Menschenmengen, die hier in kurzer Zeit aus Düsseldorf, Köln und
Heathrow zugleich ankommen und aufs Gepäck warten geschockt; hatten wir
uns doch vorgestellt, dass hier nicht so viel los sei – falsch gedacht.
Ans Gepäckband kommen wir vor lauter Massen eh nicht hin und so
beschließt Andy, erst noch ein wenig durch den Duty Free zu bummeln.
Keine fünf Minuten später ist er wieder da und verkündet, dass das Bier
hier angeblich 50 % billiger sei als in der Stadt. Wir gehen also noch
Bier für die nächsten Tage besorgen. Wie sich später herausstellt,
stimmte das mit den Preisen tatsächlich.
Kaum
aus dem Laden zurück, rollen auch schon unsere Taschen an und wir
können weiter. Am Ausgang erwartet man uns von Geysir Autos und wir
werden die paar hundert Meter zum office gebracht. Wir erledigen die
Formalitäten und sind auf den Suzuki gespannt, den wir gebucht haben.
Andy hat schon Tage im voraus immer wieder gewitzelt, was für ein
Spielzeugauto der Jimny sei und wir erhebliche Platzprobleme bekommen
würden. Jetzt schickt man uns zu einem Hyunday Tucson und Andy ist fast
enttäuscht …. Das Auto ist nagelneu, natürlich etwas größer und wir
bringen unser Zeug locker unter.
Als wir losfahren wollen fällt noch
auf, dass der Tank fast leer ist; Andy also nochmal ins office und wir
müssen noch ein wenig warten, bis man uns zu einer Zapfsäule lotst, um
den Tank zu füllen. Dies klappt dann erst beim zweiten Anlauf und dann
können wir endlich los zum Guesthouse beim Hotel Keflavik. Wir finden
trotz vorgerückter Stunde ganz gut hin, checken ein und fallen
schließlich totmüde in die Betten. Das Zimmer ist winzig, die Türen
knallen beim Zumachen und auch sonst nicht gerade der Hit – aber egal,
Hauptsache schlafen.
Übernachtung: Gästehaus beim Hotel Keflavik, 10.000 ISK (64,60€) mit Frühstück
Gefahren: 6km
4.6. Zwischen den Kontinenten
Wir
sind gegen 7.00 h wach; in den Nachbarzimmern und in der Dusche ist
Hochbetrieb und im Zimmer ist es total stickig und warm. Wir haben nicht
gut geschlafen und fühlen uns wie überfahren. Eine Dusche später geht
es dann so halbwegs und wir gehen ins Hotel rüber zum Frühstück. Dies
ist reichlich und gut und der Kaffee hilft uns auf die Beine. Die Luft
richtig würzig, nach Meer und Fisch und es weht eine leichte Brise, die
Sonne scheint …. Wir packen unsere Sachen zusammen, checken aus und
suchen erst mal an einigen Tankstellen nach einer detaillierten
Straßenkarte sowie einer Gaskartusche für unseren Kocher.
Die
Karte ist bald gefunden; die Kartusche gibt es nicht überall und die
Preise sind zum Teil horrent. Der nächste Versuch, im Supermarkt
einzukaufen scheitert daran, dass die meisten Läden erst gegen 10.00 h
öffnen. Also beschließen wir, erst mal Richtung Reykjavik zu fahren. In
Hafnarfjördur entdecken wir einen Bonus Supermarkt und tätigen dort
unseren ersten Einkauf. Die Preise hier sind ganz o.k.; die Umrechnerei
läuft noch nicht so flüssig. Wir machen noch einen Abstecher vor zum
Hafen und auch ein Bankautomat wird gefunden, wo wir uns mit Bargeld
versorgen können. Auch wenn die Isländer überwiegend mit Karte zahlen,
kommt man sich beim Bäcker damit schon ein wenig blöd vor. Die so
hübsch im Reiseführer angepriesenen bunten Häuschen verschwinden
mittlerweile zwischen modernen Wohnklötzen; also lohnt es sich hier auch
nicht groß, extra her zu fahren. Wir fahren weiter in die
Landeshauptstadt und nehmen noch einen Abstecher zum Einkaufszentrum
Kringlan. Ein wirklich großes Teil; wir steuern den Buchladen an wegen
der Straßenkarte aber auch hier gibt es nicht das, was wir suchen. Eine
Übersichtskarte mit eingezeichneten Campingplätzen und den Symbolen für
Sehenswürdigkeiten. Dafür gibt es hier ein aktuelles Buch zum
Ejafjällajökull und irre Bilder von den letzten Wochen. Wir essen hier
noch eine Kleinigkeit zu Mittag, finden auch noch Eis für die Kühltasche
und einen Wasserkanister und dann geht es endlich los.
Ziel ist Þingvellir, Nationalpark und Versammlungsort der ersten nationalen Zusammenkunft, dem Alþing
das war das erste Parlament überhaupt. Vom Parkplatz geht der Weg durch
die Allmännerschlucht zum Versammlungsort, das ist der Graben zwischen
den Kontinenten und so kann man zwischen Amerika und Europa hin und her
gehen. Das Wetter ist zeitweise bewölkt, aber trocken und stellenweise
richtig warm. Auch den ersten Wasserfall gibt es hier für uns zu sehen, den Öxarafoss
auch wenn er im späteren Vergleich eher mickrig ist.
Die
Fahrt geht weiter zum Geothermalgebiet Haukadalur mit dem berühmten
Geysir, der Namensgeber für alle Heisswasser Fontänen ist. Leider zeigt
sich das Original nicht mehr, dafür bekommt man die Ausbrüche des
Strokkur (Butterfass) Geysir nahezu ohne Wartezeit. Das besondere an
diesem Geysir ist die aufsteigende Luftblase die jedesmal kurz vor dem
Ausbruch gesehen werden kann. Wir begutachten den Strokukur von allen
Seiten und sind immer wieder begeistert. Haukadalur ist nicht so groß
und so hat man auch sehr schnell das Thermalgebiet gesehen.
Als
Abschluss des Tages fahren wir zum nur wenige Kilometer entfernten
Gullfoss (goldener Wasserfall). Der Gullfoss beeindruckt uns sehr, die
Wasermassen stürzen über zwei rechtwinklig zueinander stehende Kaskaden
in die Schlucht und man könnte dem treiben des Wassers ewig zusehen,
noch da es ja kaum dunkel wird.
Wir
suchen uns schließlich ein Quartier, als es schon auf 20.00 h zu geht
und werden in Syðra-Langholt nach dem zweiten Anlauf fündig; beim
Guesthouse, wo wir das Kaffeehaus der Beschreibung des Lonely Planet
nach suchen, schickt man uns auf die andere Seite hoch in die Berge.
Dort gibt es Wiesen für Camper. So wie es aussieht, kostet das nichts;
es steht nirgends eine Infotafel, noch ist ein Host oder gar eine
Donation-Station vorhanden zur Selbstregistrierung, wie wir es aus USA
kennen. Also suchen wir uns ein Plätzchen etwas abseits der übrigen
Menge, eine Meute lautstarker Jugendlicher hat sich hier häuslich
niedergelassen und spielt gerade Fussball. Elke versucht noch eine Tüte
Nudeln mit Tomatensauce zu kochen und das erweist sich als nicht so
einfach. Eine knappe Stunde braucht es dem „Eintopf“, so richtig Feuer
und dem “Hintern” zu machen, bis das Wasser lange genug kocht und wir
endlich essen können ist es schon nach 22.00 h. Wir planen noch den
morgigen Tag, Elke tippt den Reisebericht und gegen 0.00 h krabbeln wir
in die Schlafsäcke; die Youngsters sind immer noch energiegeladen und es
scheint, als reicht der Biervorrat hinein bis in die frühen
Morgenstunden. Nach der üblichen Gewohnheit will ich die Taschenlampen
herrichten und stelle A. fest, dass wir diese zu Hause vergessen haben
und B. dass wir diese auch gar nicht brauchen, denn die Sonne scheint
immer noch. Also mal sehen, wie es sich in einem Zelt bei Tageslicht
schläft. 
Übernachtung: Wiese bei den "Bergen" in Syðra-Langholt, kostenlos
Gefahren: 216 km
5.6. Das Beste kommt gleich zu Beginn
Gegen
7.00 h werden wir wach, die Sonne scheint aufs Zelt und kurze Zeit
später treibt es uns raus. Wir haben ganz gut geschlafen; dunkel wurde
es kaum. Wasser aufsetzen und dann erst mal zum Waschen in das
Toilettenhäuschen. Das Wasser ist eiskalt und weckt die Lebensgeister.
Weil das Wasser im Topf lange nicht kochen will, beginnen wir schon mal
mit dem Zeltabbau. Dann sind endlich Kaffee und Tee fertig, dazu gibt es
Toast und Haferflocken auf der grünen Wiese, was will man(n) (und frau)
mehr.
Gegen
9.00 h haben wir alles wieder im Auto verstaut und fahren gen Süden, um
wieder auf die 32 zu kommen. In Kettar geht es auf die 326, die in die
32 übergeht und in Ardes tanken wir nochmal auf. Ganz ungewohnt,
verlangt der Kartenautomat eine PIN für die Kreditkarte und wir müssen
die Summe angeben, für die wir tanken wollen. Andy überschlägt mal was
so in den Tank passen könnte und die 20 Liter machen den Tank fast voll.
Kurz hinter Ardes gibt es einen historischen Schafspferch, der auch
heute noch genutzt wird. Wenn die Tiere im Herbst von den Weiden geholt
werde, müssen sie wieder jedem Besitzer zugeordnet und aussortiert
werden, dafür wurde dieses kreisrunde Gebilde mit etlichen „Abteilen“
angelegt.
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Es
geht weiter am breiten Gletscherfluss Þjórsá entlang und der Vulkan
Hekla ist schon in Sicht. Wir biegen ab zum Hjálparfoss, einem
Wasserfall der in zwei Strömen in einen kleinen See stürzt. Der Basalt,
die beiden Wasserfälle und das blau-grüne Wasser im See sind in eine
idyllisches Fleckchen, zum dem man vom Parkplatz ein paar Meter hinab
steigen kann. Wir machen ein paar Fotos und es geht wieder zurück zur
32, von der wir kurze Zeit später nach links Richtung Stöng abbiegen.

Es geht auf einer anfangs ziemlich guten, dann aber immer rauher werdenden
Gravelroad hinter in ein Tal mit ockerfarbenen Felsen, die einen
besonderen Kontrast zu der dunklen mit feinem Sand überzogenen Lavalandschaft steht.
In Stöng gibt es eine Ausgrabungsstätte eines
alten Wikinger Gehöfts wie es um 1100 ausgesehen hat. Wir lassen das
Auto am ausgeschilderten Parkplatz stehen, schnallen den Rucksack um und
machen uns auf den Weg. Schon wenige Schritte später haben wir die
überdachte Ausgrabungssätte erreicht und sehen uns die Grundmauern, die
Raumaufteilung und die Feuerstelle an. Ein paar Schritte weiter den Hang
hinauf kann man noch Überreste eines weiteres Gebäudes erkennen. Wir
hatten zwar vor, hier noch das Tal hinter zu wandern, da es dort noch
einige Wasserfälle geben soll, doch ein richtiger Weg ist nicht zu
erkennen und so drehen wir wieder um.
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Wer
jetzt wieder den selben Weg zurück fährt verpasst das Beste. Wir
bleiben also auf der Gravelroad, da Andy im GPS gesehen hat, dass diese
Strecke wieder zu 32 zurückführt. Wir sehen noch einen Abzweig und Andy
nimmt diesen, der uns in ein idyllische Tal mit Wasserfällen bringt, da
wir keinen Namen auf der Karte für diesen Ort finden, taufen wir es
kurzerhand Fossaland (hi hi, das reimt sich). Wir müssen dazu ein wenig
absteigen und die Bäche queren, damit wir an alle Wassserfälle
hinkommen. Hier ist es traumhaft schön; ein idealer Abenteuerspielplatz.
Trockenen Fusses erreichen wir eine gute halbe Stunde später das Auto
und machen dort auch gleich Mittag.
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Es
geht weiter zum Háifoss, dem zweithöchsten Wasserfall Islands, mit 122
m. Die Strecke dorthin ist wieder recht holprig und führt zeitweise
entlang der Strommasten. Der Háifoss ist super-klasse, zeitweise lässt
die Gischt im unteren Bereich einen Regenbogen entstehen. Durch den
Umstand, dass sich die Wassermassen bereits im oberen Bereich an einer
Stufe brechen, stürzt der Wasserfall schleierartig in die Tiefe – man
kann sich gar nicht daran satt sehen.
Video Háifoss
Wir müssen dann aber doch weiter
und als wir bereits die Abzweigung zur 26 nehmen, drehen wir doch noch
mal um und fahren nach Hrauneyjar; vielleicht ist die Strecke nach
Landmannalaugar schon offen. Gegen halb zwei übermannt uns die Müdigkeit
und wir machen für ein halbes Stündchen Augenpflege. Kurze Zeit später
erreichen wir dann Hrauneyjar, das aus einer Unterkunft mit Tankstelle
und Restaurant besteht – wir hatten ein kleines Dorf erwartet. An der
Rezeption, die man übrigens nicht mit Straßenschuhen betreten darf –
also entweder ausziehen oder blaue Überzieher anziehen – sagt man uns,
dass die Strecke offen sei; lediglich eine Furt kurz vorher sei zu
durchqueren. Wir sehen uns noch die Hinweistafeln an und entschließen
uns, diese zu fahren.
Die
Landschaft dorthin geht durch malerische Lavagesteinsfelder und
teilweise sandige Pisten. Gegen 16.00 h erreichen wir die Furt und
nachdem Andy ein gleiches Auto auf der anderen Seite sieht, fahren wir
ohne anzuhalten durch. Die Strömung ist nicht ohne, aber wir kommen ohne
Probleme durch.
Video Furt Es sind einige Camper und Zelter hier; die Nacht im
Zelt kostet pro Person 1.000 ISK. Dusche extra, doch diese funktioniert
noch nicht, man ist gerade am „Aufmachen“, Toiletten und Waschräume sind
schon in Betrieb. Wir bauen unser Zelt auf, berappen die 2.000 ISK und
machen uns auf zum heißen Pool (Laugar), wo sich schon einige Leute
(Landmanna) tummeln. Das Wasser treiben zwar jede Menge Algen mit sich,
aber das stört die meisten nicht – uns auch nicht. So gönnen wir uns ein
erfrischendes Bad in freier Natur - herrlich.
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Das Abendessen – heute gibt es Chili Mc Beef von Mountainhouse – nehmen wir in der windgeschützten Sitzgelegenheit bei den Waschräumen ein. Als die Sonne hinter einer dichten Wolkenwand für einige Zeit verschwindet wird es auch gleich kühl und Andy verschwindet heute wegen Kopfschmerzen schon ziemlich zeitig in der Koje. Elke tippt noch Bericht und da der Plan für morgen auch schon feststeht – wir gehen wandern – ist heute gegen 22.00 h auch Schluss.
Gefahren: 129km
Übernachtung: Campingplatz Landmannalaugar, 2000 ISK – WC, Waschgelegenheit
6.6. Im Reich der Landmänner
Die Sonne will heute gar nicht aufs Zelt scheinen, als Andy um halb fünf mal einen Blick aus dem Zelt wirft sieht er auch gleich warum. Eine dicke Wolkendecke liegt über dem Tal und den Bergen, also weiter schlafen bis um halb acht, dann ist aber genug. Wir gehen uns erst mal die Zähneputzen, natürlich wieder mit eiskaltem Wasser und setzen uns zum Frühstück wieder an den Tisch, neben dem Waschhaus.
Trotz
des bewölkten Himmels packen wir ein paar Sachen zusammen und schultern
die Rucksäcke, nachdem wir das Zelt abgebaut haben.
Als
wir durch das Laugahraun Lavafeld aufsteigen kommt ab und zu schon mal
etwas blau am Himmel zum Vorschein. Es gibt hier viele Wanderwege, der
bekannteste beginnt hier und endet nach 4 Tagen in Þórsmörk, wir wollen
hier nur eine kleine Runde gehen und steigen an dampfenden und
stinkenden Wolken einiger heißen Quellen auf zum Brennisteinsalda, dem
buntesten Berg Islands. Mittlerweile hat die Sonne auch alle Wolken
vertrieben und es ist wieder prima Wetter. Auf dem Gipfel machen wir ein
wenig Pause und genießen den spektakulären Rundumblick. Der Rückweg
geht dann auf der anderen Seite durch das unwegsame Lavafeld und die Schlucht Grænagil. Wir
sind nach 3 Stunden und 7,3 km wieder am Ausgangspunkt.
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Der Platz ist nun fast leer, bis auf ein paar Tagestouristen, die mit dem Bus gekommen sind. Wir machen hier noch Mittag und erkundigen uns beim Hüttenwart nach den Strassenbedingungen durch Landmannahellir. Die scheinen gut zu sein und so entschließen wir uns diesen Weg nach Hella zu nehmen.
Es geht zunächst wieder durch eine Lavawüste bis wir in ein grünes Tal einfahren, dort müssen wir auch wieder einen kleinen Flusslauf queren, was aber nicht weiter nennenswert ist. In Landmannahellir ist ein sehr schöner Campingplatz auf einer Wiese am Fluss, ein paar Hütten stehen dort auch, bzw. werden gerade gebaut.
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Die Strasse geht weiter und an der Kreuzung an der man wieder auf die 225 trifft, muss man noch 2x durch den Fluss furten. Dann ändert sich die Landschaft wieder von grün auf schwarz und die nächste Lavawüste beginnt. Hier hat man jetzt ständig den Blick auf die Hekla, die direkt vor einem liegt. Der Weg bis zur 26 zieht sich etwas und so machen wir auf einer Anhöhe ein kleines Päuschen und legen uns für eine halbe Stunde zurück.
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Die
26 ist zwar auch eine Gravelroad, aber es läßt sich gut mit 80 darauf
fahren, natürlich staubt es wie die Hölle, aber was solls. Ein kurzer
Abstecher führt uns zu einem Wassserfall zum Troellkonufoss, bevor es
noch gute 40 km südlich zur N1 geht. Dort an der Kreuzung ist eine
Tankstelle und wir halten um uns nach einer neuen Gaskartusche
umzusehen. Wir werden auch fündig und als Andy nach dem Preis fragt,
will er nimmt er gleich 2 CV470 für je 1290 ISK, wirklich günstig hier,
in Keflavik haben die das 3-fache gekostet. Wir trinken noch einen
Kaffee und lutschen ein Eis, bevor es dann auf der 1 nach Hella geht.

Dort
gibt es einen netten Campingplatz, bei dem das Duschen inklusive ist
und wir bauen auf einer staubigen Wiese unser Zelt im Schutz einer Hecke
auf. Es kommt uns zunächst etwas seltsam vor, das eine so dicht
bewachsene Wiese so staubt, nach einiger Zeit kommt uns die Erleuchtung,
es ist Asche, die da im Gras liegt, Vulkanasche vom Eyjafjallajökull.
Da es im Ort auch einen Laden hat, fahren wir sogleich dorthin und haben
Glück denn er schließt in 15 Minuten, so können wir noch ein paar
Hühnchenschenkel für Abendessen und Getränke kaufen.
Andy
begibt sich dann zum duschen, während Elke mühsam das Fleisch von den
Knochen schneidet, denn es soll heute asiatisches Huhn mit Reis geben,
das Elke in der Gemeinschaftsküche kocht.
Gelaufen: Brennisteinsalda 7,3 km
Gefahren: 110 km
Übernachtung: Campingplatz Arhus Hella, 1500 ISK inkl. Duschen und Küche mit Aufenthaltsraum
7.6. Reise zum Ende der Welt
Die Nacht war sehr mild und wir stehen gegen 7.30 h auf; gehen auch gleich in die Küche und setzen Wasser fürs Frühstück auf, während wir uns waschen. So früh ist noch niemand von den Mitzeltern auf und wir haben den Gemeinschaftsraum für uns allein. Wir packen dann auch gleich zusammen. In der Post auf der anderen Straßenseite noch die ersten Karten einwerfen und in der Bäckerei nehmen wir noch ein paar Semmeln für Mittag mit.
Auf der Ringstraße geht es nach Osten und wir biegen ab
nach Keldur, wo es ein altes Gehöft samt Stallungen zu sehen gibt und
außerdem die Njáls Sage
einen ihrer Schauplätze hat. Die Gebäude sind allerdings nicht mehr von
innen zu besichtigen; die Anlage ist aber sehr interessant. In diesem
Gebiet herrschen seit jeher starke Winde; weshalb die Gebäude etwas
tiefer in die Erde eingelassen und durch Stein-Torfmauern geschützt
wurden. Hier hat es auch eine Quelle direkt vor dem Haus, die ganz schön
intensiv sprudelt.
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Es geht wieder zurück zur 1 und weiter nach
Seljaland, wo auch die Route nach Þórsmörk abzweigt. Am gleichnamigen
Wasserfall von Seljaland stehen ziemlich viele Autos und Busse, wir
machen nur kurz ein Foto und schon geht es weiter und wollen auf dem
Rückweg nochmal hier halt machen.

Die
Teerstrasse nach Þórsmörk endet bald und wird zur Gravelroad. Laut
Reiseführer soll sie auch bald so schlecht werden, dass man nur noch mit
Superjeep weiter kommt. Doch es kommt anders als gedacht. Von weitem
hat man man schon etliche Staubfahnen in den Himmel steigen sehen und im
Reiseführer wird auch beschrieben dass es um 1900 hier sehr starke
Sandstürme gegeben hat. Es wurde dann viel versucht die Landschaft
wieder zu bepflanzen um der Verwüstung entgegen zu wirken. In den 1950er
Jahren gelang es dann mit einer Lupinenart aus Alaska, die auf diesem
sandigem Boden gut gedeiht und es wurde langsam wieder grün. Aber dieses
Jahr haben wir mit einem anderen Problem zu kämpfen, wir befinden uns
hier direkt unterhalb des Eyjafjöllajukull und das ganze Tal ist
zentimeterdick mit Vulkanasche bedeckt. Der feine Staub liegt natürlich
auch auf der Strasse und es staubt dermaßen dass es durch alle Ritzen
auch ins Auto dringt.
Die
Erste Furt, die es heute zu durchfahren gilt, hat es schon mal in sich
und die ersten werden hier wohl auch schon umdrehen. Wir fahren durch
und es kommen noch viele kleinere und seichtere Furten, bis wieder ein
breiter und reissender Fluss, die Krossá, überquert werden muss. Aber
auch das funktioniert noch gut mit unserem “Hüundei”.
Video Krossá Furt
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Der Staub ist
wirklich das größte Problem und Wind hat es dazu noch, so dass man
manchmal wirklich im dunkeln fährt und nichts mehr sehen kann.
Auf der
anderen Seite sehen wir nun die Häuser von Husadalur und hier, kurz vor
dem Ende der Strasse, endet auch die Fahrt für uns. Es gilt eine Furt zu
bewältigen, wo man die Tiefe nicht gut schätzen kann, der Fluss ist
reissend und ich müsste ihn durchwaten um abschätzen zu können, ob es
geht oder nicht. Da wir aber wegen der Asche eh nicht hier bleiben
wollen, drehen wir um und fahren zum Trailhead von Stakkholtsgjá zurück.
Hier machen wir auch mittag, leider im Auto, da es draußen zu kalt und
zu windig ist, zudem kommt man sich vor inmitten eines Aschekübels zu
sein. Die Stakkholtsgjá ist eine enger Canyon, natürlich voll mit Asche,
aber die Wände sind mit Moos bewachsen und ein Flüsschen fließt
hindurch. Wir laufen nicht ganz einen Kilometer hinter bis der Weg, den
es nicht gibt, aufhört und in einer Felsspalte endet aus der es von oben
tropft und Wasser fließt.
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Auf
dem Rückweg sind wir froh endlich wieder normalen Gravel unter die
Räder zu bekommen und dann auch Teer. Am Seljalandsfoss machen wir
nochmal halt, aber mit der gedachten Sonne ist nichts mehr, es ist auch
hier mittlerweile bewölkt und nieselt sogar ein bisschen. Trotzdem
machen wir uns auf den Wasserfall zu hinter runden, das geht nämlich
hier. Aber zuvor ziehen wir uns noch die Regenhosen und -jacken an.
Video 1 Seljalandsfoss
Video 2 Seljalandsfoss
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Die
Route geht weiter auf der 1 nach Osten und nach ein paar Kilometer
kommt schon der nächste Wasserfall, der Skógafoss. Wieder ein
beeindruckter Wasserfall, der sich hier 60m nach unten stürzt. Wir gehen
zunächst an den Fuss, aber man kann auch hier seitlich nach oben
steigen.
Video Skogarfoss
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Die
letzte Etappe führt uns ins malerische Örtchen Vík an
der Küste, dort gehen wir zunächst in den Supermarkt und essen aber
dann aber im Restaurant an der Tankstelle. Dort gibt es leckeres
Lammfleisch und Burger zu akzeptablen Preisen. Hinterher waschen wir
noch schnell unser Auto von Vulkanstaub frei, denn wie wir heute morgen
gesehen haben, gibt es an den N1 Tankstellen kostenlose
Waschmöglichkeiten. Dann fahren wir zum Campingplatz rüber und bauen
unser Zelt auf, gehen duschen und setzen uns in den Küchenbereich zum
schreiben.
Gefahren: 193 km
Übernachtung: Campinplatz Vík, 1800 ISK + je 200 ISK für die Dusche, Küche + Aufenthaltsraum
8.6. Lundimania
Eigentlich hatte Andy gestern Abend noch den Wecker auf 23:00 Uhr gestellt, da wir noch an den Strand gehen wollten, aber entweder hat er nicht geklingelt oder wir haben es überhört. Trotz Möwen Geschnatter sind wir erst um 8:30 Uhr aus dem Zelt gekrochen. Das es die ganze Nacht hell ist, stört uns mittlerweile gar nicht mehr. Die Isländer haben eh einen anderen Tagesablauf, der wohl später beginnt, den die Geschäfte machen alle erst um 10:00 Uhr auf, also ist spät aufstehen kein Problem.
Wir frühstücken und machen uns danach auf den Reynisfjall, der Hausberg von Vík, zu besteigen. Dann entdecken wir aber einen Zufahrtsweg und sehen, dass er für 4x4 Fahrzeuge frei zu befahren ist. Also wozu sich mühsam 1,5 h den Berg hoch quälen, wenn man bequem auch in 10 Minuten oben sein kann. Sogar bis zur Felsspitze kann man fahren, so dass wir eigentlich nur aussteigen brauchen und die Kamera zum knipsen anlegen. Es gibt hier jede Menge Möwen und es soll auch Lundis geben, wir sehen jedoch noch keine. Aber wenn man sich ganz vor an die Klippe wagt, sieht man sie sitzen oder sogar fliegen.

Wir knipsen was das Zeug hält und wandern
dabei die Klippe ab, als die Wandergruppe, die wir überholt haben
anmarschiert, brechen wir wieder auf und fahren in Vik an den Strand um
noch die Felsengruppe Reynesdrangur zu fotografieren. Bevor es wieder
auf die 1 geht, tanken wir noch, leider kann man nicht immer voll
tanken, da man vorab den gewünschten Betrag eingeben muss und dann genau
diese Menge erhält. Es kann aber auch sein, dass wir das System nicht
verstehen. So tanken wir 2x für 1000 Kronen und düsen los in die Sander.
Sander
das ist Gebiet der großen Gletscherflüsse, eine kilometerweite Ebene
die von vielen Flüssen durchzogen ist.
Wir biegen links ab auf die 208
zur Eldgjá Schlucht, der Teer endet bald und eine gute Gravelroad setzt
sich fort, die dann zur F208 wird und auch etwas ruppiger ist, aber
immer noch gut zu fahren.
Die Landschaft ist schön, das Wetter nicht so,
denn es ist wieder bewölkt. Wir fahren durch mit Moosen bewachsenen
Felsen und schlängeln uns bergauf und bergab, bis wir endlich am Ende
der Strasse angekommen sind, von hier geht es nur noch zu Fuss weiter,
man hätte auch an der letzten Kreuzung nach Landmannalaugar fahren
können, aber die Strasse ist noch gesperrt.

Wir
machen hier zunächst mittag im kalten Wind und danach auf den 2 km
langen Weg durchs Tal zum Ófærufossar. Das Tal haben wir für uns allein,
allerdings bläßt ein kalter Wind surch, aber es gefällt uns trotzdem
und so erreichen wir nach nicht allzu langer Zeit den Wasserfall. Der
Rückweg geht dann recht schnell, wir begegnen keinem mehr und sind bald
wieder auf der 1.
Der
nächste Ort heißt Kirkjubæjarklaustur, der Name passt selbst nicht mal
auf die Wegweiser und ist für uns unausprechlich, so nennen wir der
einfacheit halber nur Klaustur. Hier gibt es den Systrafoss, den wir uns
ansehen und auch hoch zum Systravatn gehen. Im örtlichen Supermarkt,
kaufen wir noch ein paar wenige Sachen ein und tanken das Auto mal
wieder voll. Der Campingplatz liegt fast leer da und es ist niemand zu
sehen, der kassieren möchte. Also bauen wir unser Zelt auf und gehen in
die gut ausgestattete Küche und Elke bereitet unser Abendmahl zu,
während Andy sich schon mal die Lundi Bilder ansieht und den Bericht
tippt.
Gefahren: 173 km
Übernachtung: Campingplatz Klaustur, 1200 ISK, schöner Aufenthaltsraum mit Küche, Duschen kosten extra 250 ISK
9.6. Gletschereis
In
der Früh pfeift irgendein Vogel neben uns im Busch und will einfach
nicht mehr aufhören. Wir schlafen trotzdem weiter und stehen um kurz
nach 7 auf, als es warm wird im Zelt, den es herrscht strahlend blauer
Himmel. Wir frühstücken oben in der Küche und der Belgische Radler, mit
dem wir uns gestern unterhalten haben, ist wohl auch schon länger wach,
da er das Frühstück schon beendet hat.
Das
Zelt muss noch etwas getrocknet werden, aber dann verlassen wir gegen
halb neun Klaustur und fahren wieder auf die 1 gen Osten.

In
Nupsstaður machen wir den ersten halt. Es gibt ein altes Bauerngehöft
samt Kirche zu begutachten. Die Kirche ist wirklich mini und man muss
sich bücken um den Kopf nicht anzustoßen, es passen wohl nur ca. 8
Menschen hier rein. Elke setzt sich an die Orgel und gibt ein paar
Akkorde zum Besten. Hinter der Kirche ist der Friedhof der Familie und
wir sehen einen Grabkranz vom März diesen Jahres. Es handelt sich wohl
um den Mann, der wohl zuletzt hier noch gelebt hat, er ist mir 101
Jahren gestorben. Das Wohnhaus sieht nämlich noch nicht so verlassen aus
und auch in den Ställen steht überall noch altes Handwerkszeug herum.

Die
Straße macht einen Bogen um Islands höchsten Tafelberg mit über 800
Metern, danach verschlägt es einem fast den Atem den der Blick ist
fantastisch. So stell ich mir die Seidenstraße in Asien vor. Ein ewig
lange und breite Ebende, dahinter hohe Berge mit Eis und Schnee bedeckt.
Das Panorama ist wirklich der Klopper. Heißen tut das ganze Vatnajökull
oder Skaftafell Nationalpark und dort fahren wir natürlich hin.
Auf dem
Parkplatz ist jede Menge los, aber im Visitor Center ist es ruhig. Wir
sehen uns den Film über den Ausbruch von 1996 an und lassen uns über die
Wanderrouten beraten und ziehen dann auch schon los zum Svartifoss. 
Der
liegt inmitten eines grünen Hügels und ist von Basaltsäulen umrandet,
ein schöner Anblick. Wir steigen dann noch auf einen Aussichtshügel und
genießen den 360 Grad Blick von hier oben.


Am Parkplatz zurück fahren
wir auf den großen Campingplatz und machen in der Sonne mittag.
Hinterher gehen wir noch zum Ende des Skaftafellsjökull, man kommt aber
nicht bis ans Eis heran, nach nicht ganz einer Stunde sind wir wieder
zurück und sehen das der Belgier mit dem Rad auch schon da ist.
Als wir wieder auf die 1 fahren, sieht Andy einen Kleinbus über eine Schotterpiste Richtung Svinafellsjökull fahren, also nix wie hinterher. Es handelt sich bei dieser Strasse wohl um die Zufahrt für die geführten Touren aufs Eis. Wir lassen uns aber nicht abhalten und fahren bis zum Ende und gehen das kurze Stück zum Gletscher. Mittlerweile ist es wieder ganz bewölkt und es sieht nach Regen aus.

Vor Jökulsárlón, ist dann schon der nächste Gletscher in Sicht und wieder führt eine nicht markierte Gravelroad in die Richtung, also biegt Andy auch hier ab und nach wenigen Kilometern stehen wir Goldrichtig am Fjallsárlón, einem Gletschersee indem etliche Eisberge treiben. Also wird die Kamera und das Stativ ausgepackt und es geht auf Fotosafari. Das Eis bietet viele Motive und 2 mal kalbt auch der Gletscher lautstark, aber es ist zuweit entfernt, als dass man sofort den richtigen Punkt ausmachen kann.
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Wir
fahren dann ein Stück weiter und entdecken die nächste Gravelroad und
fahren dort etliche Kilometer nur um zu entdecken, das es nichts
wesentliches zu sehen gibt, außer einem Bagger und LKWs auf denen große
Steine verladen werden. Auf dem Rückweg versucht ein Skua während der
fahrt auf unserer Motorhaube zu landen, dazu fliegt er von hinten an und
fliegt lange direkt vor der Windschutzscheibe mit uns, bevor er das
Fahrgestell ausfährt und landen will, es ist aber wohl zu rutschig, so
dass er aufgibt und abdreht, was für eine abartige Szene war das denn!
Skuas
sind Raubwöwen, die wohl alles attackieren was in ihr Revier eindringt
und sei es ein Fahrzeug natürlich greifen sie auch Menschen an, lt.
Lonely Planet hilft dagegen ein Stativ oder Wanderstock.
In
Jökulsárlón, das ist eine große Bucht, die es erst seit 1930 gibt ist
wieder mehr los. Jede Menge Touristen, die sich das Eisschauspiel
ansehen. Vor der Brücke laden die LKWs ihre Fracht ab und bauen einen
Damm, der wie wir später erfahren zum Schutz der Brücke vor den großen
Eisbergen dient. Hier kann man auch mit alten amerikanische
Amphibienfahrzeuge in der Bucht fahren und dazu melden wir uns auch
gleich an, 3000 Kronen kostet der Spaß zwar pro Nase, aber es lohnt
sich. Sonst kann man ja nur vom Ufer aus Fotografieren und so ist die
Zahl der Motive gleich vervielfacht. Es kommt auch etwas die Sonne
hervor, was auf den Fotos auch gleich viel besser aussieht. Bei
bedecktem Himmel sind die Eisformationen doch nicht so schön als wenn
sie in der Sonne ihren Glanz zeigen.
Video Jökulsarlon
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Als die interessante Tour zu Ende
ist, fahren wir auf die andere Strassenseite und begeben uns an den
Strand, der zweite interessante Punkt hier. Das Eis, das aus der Bucht
gespült wird, wird von den ankommenden Wellen des Atlantik wieder auf
den Strand geworfen und der ist hier schwarz, was zu weiteren tollen
Fotomotiven führt. Wir können uns gar nicht los eisen, im wahrsten Sinn
des Wortes. Wenn jetzt noch richtig die Sonne scheinen würde und es
sogar noch eine tolle Abendstimmung gäbe dann wäre es perfekt, gab es
aber heute leider nicht.
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Elke
hat im Reiseführer den nächsten Campinplatz ausgemacht, denn hier
wollen wir nicht bleiben und deshalb fahren wir ein paar Kilometer
weiter nach Vagnsstaðir, dort kann man bei einer Jugendherberge am Haus
campen.
Da es sehr windig geworden ist, wollen wir heute liebe im Haus
schlafen, aber es gibt nur noch im Schlafsaal freie Plätze. Wir
versuchen unser Glück im nächsten Ort bei einem Gästehaus, aber das hat
leider noch nicht geöffnet, also fahren wir zur Jugendherberge zurück
und stellen das Zelt bei starkem Wind auf vorm Haus auf. Drinnen ist die
Küche und der Wintergarten wirklich super schön und modern
eingerichtet. Hier essen wir und schreiben den Bericht gehen noch zum
duschen und sehen dem Wetter zu, wie es immer schlechter und stürmischer
wird. Ein junger Schweizer sitzt auch im Wintergarten und wir beginnen
eine Unterhaltung mit ihm, bis wir müde werden.
Gefahren: 185 km
Übernachtung: Jugendherberge Vagnsstaðir, 2400 ISK inkl. Dusche
10.6. Wind, Eis, Regen, Wolken und Sonne
Wir werden heute von einem blökenden Schaf geweckt und der Regen prasselt auf unser Zeltdach. Die Nacht war stürmisch, aber irgendwann sind wir doch eingeschlafen. Es ist halb acht und obwohl das Wetter absolut nicht einladend ist, stehen wir auf und gehen mit Waschzeug und Frühstücksutensilien ins warme Haus. In der Küche ist schon jede Menge los; wir gesellen uns dazu. Auch der Schweizer ist schon auf und hat sich Eier gekocht. Wir quatschen noch ein wenig beim Kaffetrinken und dann packen wir unsere Sachen und bauen das Zelt ab. Das ist weniger angenehmen, weil völlig durchnässt.
Wir fahren nochmal zum Jökursalon
und wollen nochmal an den Strand; auch wenn der Regen nicht nachlässt.
Es ist wirklich unangenehm draußen, doch Andy hält das nicht ab und er
fotografiert nochmal einige Eisgebilde am Strand.
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Auf der 1 geht es
weiter nach Osten und die zwar wenigen Attraktionen an der Strecke
machen nicht wirklich Laune; schon gar nicht wenn es zu Laufen gilt.
So
fahren wir mit einem kurzen Abstecher zu einem Gletschersse, der
allerdings keine Eisblöcke enthält, geradewegs nach Höfn, das immerhin
um die 1.600 Einwohner zählt und hier schon als Stadt gilt. Wir umrunden
einmal das Ortszentrum und halten bei der Info. Andy erkundigt sich
nach einem Hardware-Store, da wir dringend einen Kleber für Elkes
Wanderstiefel benötigen, bei dem sich seit gestern ganz plötzlich die
Sohle zu lösen beginnt. Wir bekommen einen Kleber mit dem man
normalerweise einen Korkbelage klebt.
Es gibt auch noch einen Kaffee
gratis dazu und dann geht’s weiter zum Netto-Supermarkt. Dort treffen
wir den Schweizer, der sich hier auch eingedeckt hat. Der Laden hat
wirklich viel Auswahl und auch wir stocken unsere Vorräte für die
nächsten Tage auf. Die Preise sind günstig und wir schlagen zu. Das
Wetter ist immer noch abscheulich und so essen wir zu Mittag im Auto bei
einem Denkmal.
Wir zücken die Reiseführer und suchen nach einer
Unterkunft und diese soll es in Eyolfsstaðir geben. Weiter östlich kommt
dann doch die Sonne durch und es wird heller. Die 100 km bis Djúpivogur
haben wir bald geschafft und die Unterkunft ist auch schnell gefunden.
Es ist ein altes Wohnhaus; die Besitzer haben eine Farm 600 m weiter
oberhalb am Hang und dieses alte Geäude für Übernachtungsgäste
eingerichtet. Wir sind die Einzigen Gäste gegen 17.00 h und es kommen im
Laufe des Abends auch keine Weiteren. Zwar noch etwas früh, für den
heutigen Tag, aber in Anbetracht der noch zu richtenden Schuhe, machen
wir hier heute Halt. Wir trocknen das Zelt, Elke macht noch Handwäsche,
es wird gekocht und abgespült, Reiseführer gelesen und Bericht
geschrieben und so vergeht der restliche Tag dann doch recht schnell.
Schon witzig, in einem Haus zu Gast zu sein, das früher von einer
Familie bewohnt war, wie das alter Mobiliar zeigt. Die Zimmer sind
ordentlich, auch die Küche bietet alles was man so zum kochen benötigt.
Wir dürfen uns das Zimmer aussuchen, das uns am besten gefällt; die
Hausbesitzerinn schaut noch vorbei, heißt uns herzlich willkommen und
kassiert 5.000 ISK. Wir kochen Fiskbollar mit Gemüse, planen noch den
morgigen Tag und verschwinden dann bald in die Federn.
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Gefahren: 252 km
Übernachtung: Eyolfsstaðir 5.000 ISK
11.6. Camping auf 66° Nord
Gegen 7.30 h werden wir erst wach; wir haben gut geschlafen in Omas' Häuschen. Der Wind pfiff in der Nacht ums Haus und hier und da ächzte das Gebälk, es hat auch noch ein paar Tropfen geregnet. Wir machen Frühstück, spülen ab und räumen unsere Habseligkeiten wieder ins Auto. Die geklebte Sohle an Elkes Schuhen sieht aus, als ob sie die nächsten Tage überstehen würde – hoffentlich hält der Kleber, wie der Verkäufer in Höfn diesen gelobt hat.
Die Sonne scheint und es weht ein kalter
Wind. Wir fahren an den Fjorden entlang und halten hie und da für ein
Foto; die Sonne glitzert auf dem Meer und die Wolken bilden dazu eine
tolle Stimmung. In Breiðdalsvík gibt es den alten Gemischtwarenladen zu
besichtigen, der komplett saniert und renoviert wurde.
Eine sehr nette
Isländerin, die mittlerweile in England lebt heißt uns herzlich
willkommen, als wir gerade auf die Türe zugehen. Es soll ein Museum mit
verschiedenen Ausstellungen werden, die Arbeiten dazu sind noch in den
Anfängen, wir dürfen das Gebäude aber gerne ansehen. Es gibt ein paar
alte Fotos, wie das Haus um 1945 ausgesehen hat. Das Lager war in den
unteren Räumen; zum Verkaufsraum ging es über eine supersteile Treppe
nach oben. Im Ladenraum selbst kann man am Boden noch ausmachen, wo der
Tresen und wo die Regale gestanden haben müssen. Ein großes Projekt, das
da entsteht und die nette Dame erzählt sehr lebhaft und voller
Enthusiasmus.

Wir fahren weiter nach Stöðvarfjörður halten wir an der
kleinen weiß-blauen Kirche mitten im Ort; wie sich herausstellt, wurde
diese mittlerweile zu einem Hostel umfunktioniert; die ehemaligen
Kirchenbänke wurden mit Tischen zu Sitzgruppen und die Kanzel steht nach
wie vor in einer Ecke und der Altar – bzw. die Stufe davor und ein
Heiligenbild sind ebenso noch vorhanden. Sicherlich mal ein Erlebnis,
hier eine Nacht zu verbringen. Im Ort werden die Blumenrabatten von
Schülern neu bepflanzt; heute scheint ein solcher Aktionstag zu sein,
denn in Reyðarfjörður, unserem nächsten Stopp nach der Fahrt durch einen
sehr langen Tunnel sind auch hier die Schüler dabei, die Grünstreifen
entlang der Straße zu pflegen – manche nehmen es sehr ernst, andere
wiederum haben es sich auf der Wiese bequem gemacht und liegen faul in
der Sonne.
Wir machen hier einen Abstecher in den Ort und suchen den
Supermarkt auf. Dieser ist in einem kleinen Einkaufszentrum
untergebracht und es gibt einen Sportladen gegenüber, der ein paar
reduzierte Einzelteile anpreist. Elke stöbert kurz und findet eine prima
Wanderhose zum sagenhaften Preis von umgerechnet 24 €. Wir verlassen
die herrlichen Fjorde und es geht hinauf in die Berge; Temperatur gerade
mal 4 °C und hier oben liegt noch jede Menge Schnee. Nicht allzu weit
ist Egilsstaðir, wo wir erst mal tanken und das Auto von ein paar
Bröseln befreien.
Der Sauger hat zwar nicht die super Leistung, kostet
dafür aber keine Krone. Wir fahren auch hier noch in den Ort und
entdecken einen Bonus Supermarkt. Klar, dass wir da nochmal halten
müssen und unseren Wasservorrat aufstocken. Das isländische
Leitungswasser ist zwar top, aber ab und an braucht es ein wenig
Sprudel. Im benachbarten Supermarkt holen wir uns ein Grillhähnchen zu
Mittag, das wir auch gleich dort in einer Sitzecke mit Tischen essen
können. Wir machen noch einen Abstecher in die Information, doch die
Dame dort ist nicht so gesprächig. Elke erkundigt sich nach einem
Papageientaucherfelsen im Norden, doch auf die Frage, ob man da so ohne
Weiteres hin könne, oder ob jetzt wegen der Brutsaison gesperrt ist,
konnte sie keine Auskunft geben. Immerhin sind es dorthin 70 km, die wir
auch nicht umsonst fahren wollen.

Wir lassen das Vorhaben sein und
fahren weiter auf der 1 Richtung Westen. Wir nehmen den Abstecher nach
Sænautasel, einem Torfbauernhof mitten im Hochland, den man besichtigen
kann. Der Hof liegt an einem See und wir finden gut hin. Die
Kaffeestube, der größte Raum des Gehöfts hat geöffnet und man heißt uns
herzlich willkommen. Wir bekommen Kaffee und Kakao soviel wir wollen und
es gibt, wenn man möchte, Pfannkuchen mit Marmelade dazu. Mit einem
Ehepaar mit Kind sind wir die einzigen Gäste und wir kommen schnell ins
Gespräch. Die Bedienung, eine deutsche Studentin die jedes Jahr während
der Semesterferien für Kost und Logis bei der Familie wohnt, erzählt ein
wenig vom Alltag.
Zwei Bordercollies leisten uns Gesellschaft und Tinna
bringt ein Stückchen Holz und möchte, dass wir das für sie werfen,
damit sie es wieder fangen kann. Es ist urig in der Hütte und wir
könnten noch länger so sitzen, doch es drängt uns weiter. Wir zahlen für
Kaffee, Kakao und 3 Pfannkuchen 1.000 ISK und verabschieden uns. Noch
ein Blick in das Gebäude nebenan, das noch so im Urzustand ist, wie es
einst war – mit Stein- und Erdfußboden und den spärlich ausgestatteten
und düsteren, etwas muffigen Räumen.
Die Landschaft wechselt zu
super-karg und es sieht aus wie auf dem Mond; kein grüner Grashalm nur
anthrazitfarbene Berge und Täler. Über den höchstgelegensten Bauernhof
Islands Möðrudalur, der nur wenige Kilometer später an einem Bachlauf
zwischen satten grünen Wiesen liegt und die roten Dächer schon von
weitem in der Ferne leuchten geht es zurück zur 1 und weiter Richtung
Dettifoss. Mittlerweile ist der Himmel fast wolkenfrei, die Sonne
scheint und der Wind hat nachgelassen; vielleicht doch noch die Chance
heute zu zelten.
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Es ist mittlerweile schon fast 18.00 h als wir den
größten Wasserfall Europas erreichen. Es ist nicht die Fallhöhe, die
diesen Wasserfall auszeichnen, sondern die Wassermassen, die pro Sekunde
in die Tiefe stürzen. Sehr beeindruckend dieser „Foss“, wenn auch das
Wasser schmutzig grau und nicht strahlen weiß und sauber ist. Wir machen
etliche Fotos von diesem Naturspektakel und müssen uns hier richtig los
reißen.
Video 1 Dettifoss
Video 2 Dettifoss
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Ein Stückchen oberhalb an der Strecke an Asbyrgi liegt der
Hafragilsfoss, den wir auch noch kurz ansehen. Auch nicht ohne, aber bei
weitem nicht so mächtig wie der Dettifoss, aber durchaus sehenswert. Es
geht weiter Richtung Asbyrgi, wo wir eigentlich bleiben wollten.
Der
Campingplatz liegt jedoch nicht an der F 862, weshalb wir uns dann doch
anders entscheiden. In Lundur sehen wir uns den Zeltplatz an, sind
jedoch nicht so recht davon überzeugt und fahren schließlich noch weiter
nach Kópasker, das direkt am Meer liegt. Der Campingplatz liegt am
Ortseingang, die Straße ist aber nicht sehr befahren und so sollte es
ruhig sein. Wir haben hier sogar eine Dusche mit Heißwasser, Toilette
beheizt und ein Spüle mit Sitzplatz und Windschutz und das kostenlos.
Mit einem weiteren Pärchen schlagen wir gegen 20.00 h unser Zelt auf und
machen uns dann ans Kochen. Heute bietet die Küche Lasagne und
Chickenbreast with mashed Potatoes à la Mountainhouse. Schmeckt wie
immer prima und ist im Handumdrehen fertig. Wir laden noch die Bilder,
tippen Bericht und lassen den Tag so allmählich bei einem Spaziergang
zum Leuchtturm mit der untergehenden Sonne ausklingen.
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Gefahren: 385 km
Camping: Kopásker – gratis
12.6. Zum See der Mücken

Elke
konnte lange nicht einschlafen und ist dann gegen 1.00 h nochmal mit
der Kamera losgezogen. Die Mitternachtssonne hat ein schönes
Lichtschauspiel in die Landschaft gezaubert, die das Aufstehen belohnt
haben. Die Nacht war sehr kalt; um die 0 °C, aber das ist wohl
angesichts der Nähe des Polarkreises – Kópasker liegt ca. 66° 20' N – wohl
auch kein Wunder.
Gegen 7.30 h scheint die Sonne aufs Zelt und es ist
angenehm warm. Wir machen Frühstück im Freien, bauen das Zelt ab und
Andy nimmt noch eine Dusche, bevor es wieder gen Süden geht. Wir fahren
nehmen die 862, eine Gravelroad die ebenfalls zum Dettifoss führt,
allerdings auf der anderen Uferseite als der, auf der wir gestern waren.
Die Strecke zieht sich mit 35 km von Asbyrgi ganz schön und irgendwann
wird der Zustand etwas rauher.
Als wir einen Wandersmann mit
Riesenrucksack überholen wollen, hält uns dieser an und fragt, ob wir
ihn ein Stück mitnehmen können. Wir räumen die Sitzbank etwas um, dass
der Schweizer samt Rucksack Platz hat und schon geht es weiter. Die
weiteren Kilometer sind recht kurzweilig, weil der Wandersmann doch so
Einiges über sich erzählt und was er in den nächsten drei Wochen so
alles vor hat. Ihm kommt diese Mitnahme sehr gelegen und er bedankt sich
sehr, dass er ein gutes Stück Weg gespart kommt. Wir parken am
Parkplatz des Dettifoss, schultern Stativ und Kamera und marschieren zum
Wasserfall. Von dieser Seite ist er nicht ganz so spektakulär, dafür
haben wir heute morgen einen Regenbogen von der sprühenden Gischt. Wir
gehen noch ein Stück hinter zum Selfoss, auch ein toller Wasserfall,
allerdings auch von dieser Seite nicht ideal für ein Foto.
Video Dettifoss
Zurück zum
Auto und die letzten Kilometer bis zur 1 und weiter nach Krafla unter
die Räder genommen. Am Parkplatz und Trailhead, der zum Thermalgebiet
Leirhnjúkur führt, machen wir erst mal Mittag. Der erste Versuch, Wasser
für eine Suppe für Elke zu erhitzen scheitert, weil der Topf ins Kippen
kommt; bei zweiten Anlauf klappt es, auch wenn es mit dem heftigen Wind
hier müßig ist. Gut gestärkt marschieren wir zu den Fumarolen und
Schwefellöchern von Leirhnjúkur und sehen uns von oben die Lavaströme
an, Nach einer knappen Stunden sind wir wieder am Auto und fahren noch
ein Stück weiter zum Vulkankrater Víti.
Im
Geothermalkraftwerk Krafla
machen wir auch noch kurz Halt und sehen uns einen kurzen Film über die
Wirkung des Kraftwerks an. Wir sind ziemlich k.o. Und gönnen und
anschließend ein halbes Stündchen Augenpflege. Es ist mittlerweile 16.00
h als wir nach Reykjahlíð fahren, der kleine Ort am Myvatn hat nicht
allzu viel zu bieten. Im Visitorcenter sagt man uns, dass die
Sprengisandur noch geschlossen ist, wann sie aufmacht, könne man uns
nicht sagen. Dafür erfahren wir, dass das Wetter die nächsten beiden
Tage noch recht schön ist, ehe dann mit Regen gerechnet wird. Wir fahren
zum Campingplatz Hlíð, wo wir 2.000 ISK berappen, Duschen inklusive,
allerdings kein Internet wie im Reiseführer angegeben.
Wir bauen
unsere
Behausung auf, räumen diese auch gleich ein und Andy kümmert sich
nochmal um Elke's Wanderschuhe, die Sohle hat sich erneut gelöst.
Anschließend geht’s noch ins Myvatn Nature Bath; eine kleinere Variante
der blauen Lagune, aber sehr schön und nicht so viel Betrieb. Wir lassen
uns im warmen Wasser aufweichen, testen noch zwei weitere Becken und
das Dampfbad. Danach geht’s zurück zum Campingplatz direkt in die Küche
und es dort werden Köttbullar und Kartoffelbrei zubereitet. Mit letzten
Kräften tippen wir noch Bericht, sichern die Fotos und lesen, was wir
morgen hier noch alles unternehmen können.
Gefahren: 157 km
Übernachtung: Camping Hlíð, 2.000 ISK
13.6. Vom Gipfel in die Unterwelt
Die
Nacht war doch wieder ganz schön kühl und auch der Wind hat immer
wieder am Zelt geraschelt. Trotzdem scheint die Sonne wie vorhergesagt
und um 7:45 Uhr ist es so warm im Zelt, dass wir raus müssen.
Wir
fahren sogleich wieder zu dem Schlaf uns Küchencontainer und
frühstücken. Danach bauen wir das Zelt ab und begeben uns auf den kurzen
Weg zum Thermalgebiet Námafjall.
Dort liegt natürlich wieder
Schwefeldampf in der Luft und es gibt hauptsächlich kochende
Schlammtümpel und Schwefelablagerungen zu sehen. Das Gebiet selber ist
zwar nicht gross, aber doch sehenswert. Wie überall braucht man auch
hier keinen Eintritt zu bezahlen und das ist doch bemerkenswert, denn
überall auf der Welt würde man dafür zahlen. Um das Gebiet von oben zu
sehen kann man den Berg hoch laufen, es sind 2 Wege ausgewiesen, aber
man kann auch, wie wir es nun machen mit dem Auto fahren. Wozu laufen
wenn es auch einfacher geht und da es Elke heute nicht so wohl ist,
fahren wir. Der Abzweig von der Strasse ist kaum auzumachen, aber es
steht ein kleine Informationstafel dort, der Weg ist dann schon etwas
rauher und man braucht auch ein HC Fahrzeug, sonst kann es zwischen
Grund und Unterboden eng werden. Der Blick von hier oben ist grandios,
man sieht natürlich Námafjall, aber auch die Krafla und das ganze Myvatn
Gebiet.
Video 1 Námafjall
Video 2 Námafjall
Video 3 Námafjall
Hinterher
fahren wir zum Vulkan Hverfell und steigen dort hinauf, es handelt sich
um einen Pechschwarzen Vulkan Kegel. Der Aufstieg ist nicht sehr weit
und anstregend, der Blick in den Vulkan dafür eher enttäuschend, dafür
ist der Rundumblick wieder grandios. Wir entscheiden uns nicht den
Rundkurs zu gehen, da wir uns nicht viel davon versprechen, sondern
steigen gleich wieder ab.


Nun
geht es zur Grjotagjá, dort ist die Erde
richtig aufgebrochen und die Spalte durchzieht das Land. Es gibt 2
Eingänge in die Unterwelt und dort unten befindet sich ein See mit sehr
heißem Wasser, so heiß dass man nicht baden kann. Unbedingt sehenswert
und man kann mit dem Auto bis vorne hin fahren. Es gibt 2 Zufahrtswege,
wir haben die durch den Birkenwald genommen und landen bei der Rückfahrt
dann fast vor dem Cow Shed Cafe.
Das haben wir
im Fernsehen schon
gesehen und wollen das natürlich auch mal live sehen. Die Eigentümer
haben einfach neben ihrem Kuhstall ein Cafe und Restaurant gebaut und
statt Mauern eine Glasscheibe eingesetzt, so kann man direkt in den
Stall schauen, oder auf die andere Seite, auf die Weide sehen. Es gibt
natürlich selbst hergestellte Speisen und auch im Erdofen gebackenes
Brot. Nachdem Andy sich gestärkt hat, fahren wir weiter und verlassen
nun endgültig Reykjahlid in Richtung Akureyri.
Bei
den schwarzen Burgen, den Dimmuborgir gehen wir noch den Rundweg, dort
geht man zwischen Lavahügel umher, aber das Gebiet hat nicht so den Reiz
für uns wie die eines Thermalgebietes. Auch bei den Pseudokrater machen
wir halt und dort empfängt uns eine geballte Ladung Mücken, also müssen
jetzt die in USA gekauften Kopfnetze aufgesetzt werden. Wir laufen
einen Weg entlang des Sees und auf einen Krater hinauf, aber vom Boden
wirken die Bilder nicht so schön, als die Luftaufnahmen die wir gesehen
haben. Am Myvatn scheint immer noch die Sonne und es ist noch seher
warm, aber ringsum sind die Berge bereits wieder in dicke Wolken gehüllt
und so müssen wir ins schlechte Wetter nach Westen fahren.
Am
Goðafoss wird natürlich halt gemacht, hier ist es bereits kalt und
windig. Der Wasserfall liegt direkt an der Strasse und man braucht nicht
lange über staubige Gravelroads anzufahren. 2 Busse haben ihre
Passagiere gerade abgeladen und so ist jede Menge los, aber aufgrund des
stark bewölkten Himmels gelingen keine wirklich guten Fotos und wir
ziehen weiter.
Video Goðafoss
Bald fahren wir dann
auch in den Ejyafördur hinab an derem
Ende die zweitgrößte Stadt Akureyri mit 17500 Einwohner liegt. Da auch
die zweite Schuhklebeaktion gestern nicht viel gebracht hat, braucht
Elke ein paar neue Schuhe und die hoffen wir, wird es hier zu kaufen
geben. Wir fahren zunächst im Zentrum umher und schauen nach
entsprechenden Geschäften, die natürlich heute, am Sonntag, alle zu
haben. Aber im Einkaufszentrum haben einige Geschäfte noch offen, die
Preise sind aber entweder sehr hoch oder es gibt nur billige Latschen
mit denen man keine Wanderung machen kann. Für Kinder gibt es allerdings
günstige Sportschuhe aber die passen Elke leider gerade nicht mehr. So
müssen wir das auf morgen verschieben, wenn alle Geschäfte offen haben.
An der Tankstelle lassen wir unsere Auto noch auftanken, denn hier gibt
es Service und Andy wäscht noch schnell das Auto und spritzt unbemerkt
den Mann neben uns ebenfalls nass.

Dann
verlassen wir die Stadt auf der
Suche nach dem Campingplatz, der von einem Pfadfinder Trupp betrieben
wird. Nachdem wir uns einmal verfahren haben, finden wir den Platz weit
oben in einem Wald. Der Platz ist riesig und ist nicht nur zum campen
ausgestattet, sondern es ist ein grosser Abenteuerspielplatz mit
Wasserlauf, Seeen und die Pfadfinder haben etliche Holzbauwerke hier
errichtet. Wie können uns gar nicht entscheiden, wo das Zelt aufgebaut
werden soll und fahren dann schließlich ganz noch oben auf eine Wiese an
den Waldrand. Hier sind wir ganz alleine. Als das Zelt dann steht,
fahren wir zum Eingang zurück, dort steht das Gemeinschaftshaus mit
Küche, Aufenthaltsraum, Dusche und Waschmaschine und das nutzen wir auch
alles heute.
Gefahren: 163 km
Übernachtung: Camping Hamrar, 2000 ISK + 700 ISK für Waschmaschine und Trockner
14.6. Shopping at 66°
Wir können ja heute länger schlafen, da wir auf die Öffnungszeiten der Läden bis um 10:00 warten müssen. In der Nacht hat es zum Glück nicht mehr geregnet und die Wäsche ist trocken. Die Sonne scheint und es ist wieder ein wunderbarer Tag. Wir bauen das Zelt ab, sammeln die Wäsche ein und fahren zum frühstücken vor zur Hütte. Heute scheint ein richtiger Arbeitstag zu sein, viele Jugendliche arbeiten auf dem Gelände mit Heckenschnitt und bringen wohl alles wieder auf Vordermann.
Um halb zehn verlassen wir Hamrar und fahren in die Stadt, erster Anlaufspunkt ist die Information und wir erkundigen uns nochmal nach der Kjölur. Dann gehen wir in das Zentrum und schauen uns in den Läden um. Es gibt schon günstige Schuhe, aber Wanderschuhe sind doch etwas teuerer oder sie haben die passende Größe nicht da. Also fahren wir zum 66° North Outlet, aber dort gibt es nur ein paar Schuhe für Elke, die richtige Größe wäre zwar da, aber nicht gerade billig. Da kaufen wir doch lieber die Halbschuhe im Zentrum zum Sonderpreis von 6000 Kronen. Dafür gibt es hier wirklich günstige Fleecejacken und Westen und so schlagen wir im Outlet doch noch zu, da es diese Marke nur auf Island gibt. Also wieder zurück in die City und für Elke die Halbschuhe kaufen, dann wollen wir noch kurz zum Bonus, aber der macht erst um 12 auf, wo gibt’s denn sowas? Also wieder weiter und zum Netto-Supermarkt schräg gegenüber. Dort finden wir zwar so einiges, aber der Bonus ist doch billiger und da es jetzt auf zwölfe zugeht, fahren wir nochmal rüber. Es ist Punkt 12 und der Parkplatz ist voll, vor dem Laden eine Riesenmenschenmenge, sowas kennt unsereins nur von einer Neueröffnung bei IKEA oder Media Markt, aber nicht vor einem Supermarkt, Montags Mittag und es gibt nicht mal Sonderartikel, wie bei Aldi. Im Laden herrscht dann natürlich Gedränge und es dauert länger als gedacht, bis wir wieder raus sind.
Dann
können wir endlich mit Urlaub weiter machen und verlassen Akureyri nach
Norden und fahren den sehr schönen Fjord aus. Wir sehen sogar eine Eule
auf der Jagd, können aber nur ein Bild von der Weite schießen. Die Orte
liegen hübsch am Fjord, hier läßt es sich bestimmt wunderbar leben.

Am Ende des Fjords machen wir Mittagspause und biegen dann in einen langen Einbreid Tunnel ein. Es gibt alle paar hundert Meter eine Ausweichstelle, die auf unserer Seite ist und es hat immer wieder Gegenverkehr. Einmal ist uns sogar einer direkt vor die Karre gefahren, obwohl genau an diesem Ort eine Ausweichstelle war, erst wollte er nicht zurück aber was soll der Schmarrn, für ihn waren es nur 2 Meter, dann konnte ich ja ausweichen. Nun gut, wieder beruhigen uns und fahren weiter, genießen die schöne Landschaft in den Fjorden.
Auf der Rückfahrt
ins Landesinnere kommen wir dann an einer kleinen Kirche, mitten auf
einem Feld vorbei und halten zu einer Besichtigung. Die weiterfahrt bis
Blönduos zieht sich dann sehr und es ist auch wieder bewölkt. An einer
N1 Tankstelle machen wir halt und beratschlagen, was wir heute noch
machen wollen und kommen zu dem Entschluss, nicht die Hunafloi Halbinsel
zu umrunden und statt dessen nach Skagaströnd zu fahren und dort auf
dem Campingplatz zu übernachten, der laut Reiseführer kostenlos sein
soll. Auf der Strasse kommt uns dann plötzlich eine Horde Islandpferde
ohne Reiter oder Begleitung entgegen, wir halten an und sie stoppen auch
den Lauf, wollen dann aber doch an uns vorbei.
Der Campingplatz stellt sich als sehr schön heraus. Es gibt ein Holzhaus, mit Küche und Waschmaschine, Duschen gibt es leider keine, aber das macht nix. Wie wir von einem Berliner Islandkenner erfahren, kostet der Platz seit diesem Jahr doch etwas, aber wie bezahlt wird ist nicht klar. Elke kocht ein perfektes indisches Lammgericht mit Reis, das Fleisch ist wirklich sowas von zart und lecker, das natürlich nichts übrig bleibt.
Nach
dem Essen fahren noch in den Ort und am Hafen vorbei auf einen Felsen.
Wir gehen auf den Felsen dem Ufer entlang, aber es hat sich mittlerweile
so zugezogen und es weht ein kalter Wind, das wir wieder kehrt machen.
An der Olis Tankstelle möchte Elke noch das Auto waschen, danach fängt
es an zu regnen. Wir fahren zum Campingplatz zurück und Elke wäscht ihre
Haare, Andy blättert in dem Buch und die Broschüren die hier ausliegen.
Dann kommt es noch zu einem netten Plausch mit einem Isländer auf der
Veranda. Es regnet immer wieder und irgendwann verabschieden wir uns und
verkriechen uns ins Zelt.
Gefahren: 273 km
Übernachtung: Campingplatz Skagaströnd, kostenlos
15.6. Hochlandquerung
Die Nacht war hell, wie immer, aber auch windig und nass. Andy steht schon mal auf und setzt heißes Wasser auf, bevor Elke aus den Träumen geweckt wird. Es ist immer noch bewölkt, regnet aber nicht mehr. Wir frühstücken und haben noch etwas Gesellschaft von dem Berliner, der alleine reist und dieses Jahr 3,5 Monate auf Island tourt. In Blönduos tanken wir an der N1 noch auf und dann geht es ein Stück auf der 1 zurück. Die Kjölur, genauer ist die Bezeichnung Kjalvegur ist heute unser Ziel, das ist eine von zwei Hochlanddurchquerungen und diese wurde schon geöffnet.
Zunächst
läßt sich die Strasse wirklich gut befahren, es Staubt nur wenig, aber
je weiter man kommt desto holpriger wird sie. Allerdings scheint hier
oben auch die Sonne, was uns sehr freut. Bald erreichen wir unser erstes
Zwischenziel Hveravellir „kwedlir“ ausgesprochen, mit der Aussprache
ist das in Island so eine Sache, wir checken das selber nicht so ganz
und es gibt auch sehr viele Sonderfälle, dann werden die Buchstaben
nicht so wie bei uns gesprochen, alles sehr schwierig. Nun gut, wir sind
in Hveravellir angekommen, dort gibt es ein paar Hütten, auch mit
Bewirtschaftung und einen Hot Pot, den das ganze ist ein
Geothermalgebiet. Wir machen uns allso zunächst auf das Gebiet zu
erkunden. Die Sinterterrassen, blubbernde und kochende Wassertümpel,
einen fauchenden Dampfgeysir und viele Schwefelablagerungen.
Video1 Hveravellir
Video2 Hveravellir
Der Fußpfad
führt etwas weg vom Thermalgebiet und wir landen an einer Erdhöhle der
Viðgelmir, da aber gerade einige Leute da unten weilen, lassen wir das
Loch aus und laufen weiter zu einer Aufwerfung. Hier wurde die Erde
richtig aufgespalten, mittlerweile ist Gras über die Sache gewachsen,
sieht aber interessant aus. Der Weg führt wieder über rauchende Wiesen
zurück zum Parkplatz, der Boden ist überall warm und man brauchte keine
Isoliermatte, wenn man hier zelten würde. Leider ist inzwischen ein
großer Reisebus eingetroffen und die Hälfte der Reisenden tummelt sich
mittlerweile im Hot Pot. Auf diesen Andrang haben wir keine Lust und so
canceln wir das Vorhaben hier zu baden, wie schade.

Wir
düsen weiter und fahren den längeren Abstecher nach Kerlingarfjöll, ein
Wanderparadies, hier ist noch kein Betrieb und Bauarbeiten sind noch im
Gange. Wir bekommen jedoch den Tip, weiter die Steile Stasse bergauf zu
fahren, dort sei ein Geothermalgebiet Namens Hveradalir. Nachdem wir
auf einer Ferienhausveranda Mittag gemacht haben, fahren wir weiter
hoch.
Der Parkplatz weit oben am Berg liegt auf über 1000m Höhe. Es
stehen 2 Autos dort und wir begben uns sogleich auf die Tour. Die Berge
rauchen und dampgen überall, ein fantastischer Anblick. Das Gebiet
Hveradalir ist nahezu unerschlossen und so gibt es hier auch keine
ausgebauten Wege und Stege, wie sonst. Zunächst muss man über einen
steilen Hang hinunter, unten gibt es eine wackligen Holzsteg und dann
ist man auch schon mitten drin. Es gibt viel zu entdecken und wir sehen
auf dem nächsten Hügel ein Paar stehen, also müssen wir da wohl auch
hinauf. Der Untergrund ist matschig und rutschig außerdem gibt er sehr
stark nach und man sinkt im Schlamm ein.
Video1 Kerlingarfjöll
Video2 Kerlingarfjöll
Gummistiefel wären hier sehr von Vorteil, haben wir aber nicht und Elke muss mit ihren neuen Halbschuhen da einfach durch. Trotzdem erreichen wir den Gipfel und gehen denn nicht vorhandenen Weg weiter. Auf der Gegenüberliegenden Seite sind Hölzer als Markierung gesteckt, also geht es da wohl weiter. Das hätten wir aber lieber bleiben lassen, denn um da hinzukommen müssen wir erst durch eine Spalte klettern, wo überall das weiche Gestein abbröckelt. Dann geht es steil hinunter und der Schlamm bleibt an den Schuhen kleben, die mittlerweile nicht wirklich mehr sauber sind. Unten gilt es einen Bach zu überwinden und wir sehen wie das andere Paar das vergeblich versucht. Also suchen wir eine andere Stelle aus und schaffen es auch, aber nur um eine Bachbiegung weiter diesen wieder überqueren zu müssen und hier ist es schwieriger. Andy nimmt Anlauf und hat es geschafft, für Elke ist der Sprung jedoch schon arg weit. Nach etwas zögern schafft sie es aber auch, jetzt nur noch einmal über den Bach und wir haben es geschafft. Da es auch hier ein großer Sprung ist, landet Andy mit einem Bein im Wasser und hat sogleich nasse Schuhe. Elke zieht dieselben aus und watet durch. Es gibt noch einen weiteren Bereich, aber dort ist es sehr eng und der Dampf versperrt einem dermaßen die Sicht, das wir uns entschließen zurück zu kehren. Einen Hot Pot gibt es hier wohl bald auch, den Arbeiten dazu sind im Gange. Nach 1,5 Stunden sind wir zurück am Auto und trotzdem froh es gemacht zu haben, diese ist ein überaus interessantes Gebiet
Die
Fahrt geht wieder Bergab und auf die F35 weiter nach Süden. Am Abzweig
zum Hvitarvatn biegen wir wieder von der Hauppiste ab und müssen hier
aber durch einen Fluss furten. Es sieht nicht so einfach aus weshalb
Andy erst mal durchwaten will. Dazu kommen jetzt auch mal die
Neoprensocken zum Einsatz und damit klappt es ganz gut. Das begutachten
der Furt war wirklich nötig, denn es liegen viele große Steine versteckt
im Flußbett. Da nun der Weg klar ist kehrt Andy zurück und fährt das
Auto rüber, der Ausstieg ist allerdings sehr schwierig, da auf der
linken Seite ein großer Stein liegt, über dann man drüber muss und wir
in einem ungünstigen Winkel daher kommen. Wir unterlegen weitere Steine,
aber die werden beim Anfahren gleich wieder weg geschsoben. Mit etwas
hin und her gelingt es jedoch ohne Schäden die Stelle zu überwinden,
einzig die Kupplung setzt Gerüche frei.
Wie wir kurze Zeit später sehen,
war der ganze Aufwand doppelt unnötig, da erstens eine bessere Strasse
samt Brücke auch zum See führt und zweitens im See kein Eis treibt. Also
drehen wir wieder um und fahren aber den südlichen Abschnitt weiter,
der parallel zur Hauptpiste verläuft, auch hier musste man früher mal
durch eine Furt, jetzt steht auch hier eine Brücke, aber der Weg wird
schon sehr schlecht und mit einem PKW kommt man hier nicht mehr durch.
Die Piste läßt sich dann wieder in einigermaßen schneller
Geschwindigkeit befahren und es geht am Gletscher Langjökull vorbei in
eine schöne Landschaft. Irgendwann kommen wir dann auf Teer und würden
ein paar Kilometer weiter zum Gullfoss „Hudlfoss“ kommen, wo wir zu
Beginn der Reise ja schon waren. Da wir aber nach Westen wollen, nehmen
wir die F338 als neuen Weg und Abkürzung, was sich als richtiger
Glückstreffer herausstellt. Da es seit Kerlingarfjöll schon wieder
bewölkt war, reist hier die Wolkendecke auf und wir haben stellenweise
Sonne. Auch ist die Landschaft sehr abwechslungsreich, es müssen zwar
zunächst 2 Furten durchfahren werden, was aber nicht so schwierig ist.
Die Strasse steigt an und man befindet sich inmitten eines Lavafeldes
mit Blick auf den Gletscher, das ist immer wieder ein großartiger
Anblick. Die Piste ist allerdings auch sehr lange und nur langsam zu
befahren, da sie übersäht ist mit grobem Schotter, aber die Ausblicke in
Nah und Fern entschädigen für den Strassenzustand.
Ich glaube, so nach 2
Stunden ist das Ende erreicht und jetzt sind es noch ca. 50 Kilometer
auf einer guten Gravelroad durch ein mit Höfen besiedeltes Tal. Am Ende
des Tales treffen wir auf die 50 und gleichzeitig auf einen
Campingplatz, wo wir übernachten wollen. Die Rezeption hat schon
geschlossen und wir suche uns einen Platz auf dem großem Gelände. In der
kleinen Koch- und Aufenthaltshütte gibt es heute ein schnell zu
bereitetes Mountain House Menü und einen Skyr hinterher. Der Bericht
wird noch getippt, Bilder des Tages angesehen und kommende Attraktionen
aus dem Reieführer gelesen.
Gefahren: 346 km
Übernachtung:
Campingplatz – kostenlos, da Registrierung nur bis 18.00 h möglich, wir
waren aber erst nach 20.00 h hier und am morgen war keiner da, dem wir
hätten etwas bezahlen können.
16.6. Far West
Die Nacht über hat es immer wieder geregnet, es war windig und kühl. Kurz vor halb acht stehen wir auf, fahren gleich die paar Meter zum Waschhaus und Aufenthaltsraum und bereiten schon mal das Frühstück. In der kleinen Hütte ist es angenehm warm und vor allem trocken; der Tag verheißt heute morgen nicht gerade super Wetter. An den Bergen hängen dicke Regenwolken. Das Zelt müssen wir nass einpacken; als wir die Matten ausräumen sehen wir, dass es Wasser durch den Zeltboden gedrückt hat. Ursache dafür ist die Plane unter dem Zelt, das Regenwasser ist vom Zelt nicht in die Erde gelaufen sondern auf die Plane und diese hat das Wassser zurückgehalten. Also genau das getan was es zu verhindern galt, wir müssen in Zukunft besser auf den Zeltbau achten, damit so was nicht nochmal passiert.
Noch vor halb neun sind wir abmarschbereit und fahren Richtung Borgarnes. Dort tanken wir, besorgen Brot in der Bäckerei und dann fahren noch zur Information, wo wir die Fähre von Brijansfjördur nach Stykkishólmur vorbuchen. Kostenpunkt: 11.600 ISK, 3.800 ISK pro Person und nochmal dasselbe fürs Auto. Nun aber los, wir haben jede Menge Strecke vor uns. Die Landschaft ist hier ganz anders, als was wir bisher gesehen haben; sogar ein Wald mit Tannenbäumen taucht neben der Straße auf. Moosbewachsene Lavafelder, ein Vulkankrater und dann geht es so allmählich immer weiter die Berge hinauf, bis wir die Westfjorde erreichen dauert es ganz schön lange.
Die Strecke zieht sich ganz schön, zwischendrin kommt dann auch mal eine riesige Baustelle mit übler Strecke, hier wird die Straße neu aufgeschottert und man ist gerade zugange. Wir haben mittlerweile Sonnenschein und ein paar Wolken, aber traumhaftes Wetter für diese schöne Landschaft. Irgendwann nach 12.00 h machen wir mittag, es ist windig und kühl und wenn man sein Brot nicht festhält, fliegt es davon.
Weiter geht’s und erst gegen 16.00 h erreichen wir den Abzweig der uns
an die westlichste Spitze der Insel und Europas führt, nach Látrabjarg.
Dort treffen wir gut eine Stunde später ein, fahren dann auch gleich zu
dem Vogelfelsen und gehen auf Suche nach den Lundis. Erst kürzlich ist
hier ein Tourist abgestürzt und hat dies leider nicht überlebt; man hat
uns schon mehrfach davon erzählt und auch gewarnt. Die Eistaucher sind
nicht scheu und somit kann man sich nahe genug an die Tiere
heranpirschen, wir entdecken auch immer wieder die fotogenen und
niedliche Papageitaucher. Der Wind bläst hier oben ganz gewaltig und die
Lundis können trotz ihrer kurzen Flügel im Aufwind auf der Stelle
segeln, was ebenfalls tolle Fotos gibt, wenn die Kamera schnell genug
den Focus scharf stellt. Wir verbringen hier mehr als eine Stunde und
gehen dabei Stück für Stück den Abgrund an der Klippe entlang.
Video1 Látrabjarg
Video 2 Látrabjarg
Ist
ist bereits nach 19.00 h als wir wieder beim Auto zurück sind und zum
Campingplatz Latravik fahren; eine Wiese direkt am Meer mit einem
Toilettenhäuschen und rückseitig Spülbecken zum Geschirrwaschen. Der
Wind ist hier immer noch stark und wir haben zu kämpfen, das Zelt
aufzubauen, ohne dass uns ein Teil davonfliegt. Wenigstens trocknet hier
das Zelt und die Unterlegplane im Handumdrehen. Während Elke schon mal
Wasser für die Nudeln aufsetzt, richten wir unsere Schlafstatt ein und
dann gibt es Abendessen – Nudeln mit Thunfisch-Tomatensauce und Gemüse.
Der Abwasch ist auch schnell erledigt, wir laden noch die Bilder des
heutigen Tages, tippen Bericht und genießen schließlich bei einem
Feierabendbier die würzige Seeluft und das Rauschen des Atlantiks direkt
vor unserer „Haustür“. Da es hier auch einen sehr schönen Strand hat,
machen wir noch einen Spaziergang und entdecken einen kleinen Lundi
zwischen den Felsen, der hat sich wohl verflogen und ist jetzt hier
gestrandet. Andy baut noch etwas höher von uns das Stativ auf und macht
die Nacht durch mit der Kamera Intervallaufnahmen vom Sonnenstand.
Gefahren: 392 km
Campingplatz: Lautravik, kostenlos
17.6. Eine Seefahrt die ist lustig
Die
Sonne scheint immer noch oder schon wieder, auf jeden Fall schönes
Wetter. Wir hatten den Platz heute für uns, es ist keiner mehr gekommen.
Wir waschen uns und Andy bräuchte dringend eine Kopfwäsche, da es hier
nur kaltes Wasser aus der nahgelegenen Quelle gibt, wird heißes Wasser
gemacht und so ist das auch kein Problem. Nach dem Frühstück wird wieder
alles fein säuberlich zusammen gepackt und aufgeräumt. Das Stativ samt
Foto darf natürlich auch nicht vergessen werden und los geht’s.

Auf
dem Hinweg sind wir ja schon an dem eigenartigen Museum in Hnjótur
vorbeigekommen, da wir heute genug Zeit haben, schauen wir uns das an.
Es handelt sich dabei um die Sammlung von Egill Olafsson der
hauptsächlich Berufe und Arbeitsmethoden der Bevölkerung hier draußen
beschreibt. Also Fischfang, Schiffsbau, Schiffsausrüstung,
Wollverarbeitung, usw., außerdem gibt es eine modernere Abteilung mit
Rechenmaschinen, Computern, Funk- und Radargeräte. Vor der Tür stehen
noch Teile von 2 alten Flugzeugen und 2 Fischkutter. Alles in allem
schon interessant und lohnenswert. Wir können auch hier seit langem
wieder mal ins Internet und erfahren, dass wir von unseren Freunden, die
mittlerweile auch gerade auf der Insel sind, wegen des Unglücks in
Látrabjarg gesucht wurden. Leider klappt eine telefonische Verbindung zwischen uns auch in den nächsten Tagen nicht.
Wir
fahren weiter und erleben nochmals die tolle Szenerie im
Patreksfjörður, einfach ein Traum. Hier zu paddeln wäre heute
wunderschön, leider ist unser Kajak daheim. In Patreksfjörður tanken wir
nochmal richtig voll, außerdem ist es hier komischerweise mit 187 Kr.
Recht günstig. Die Straße steigt wieder stark an und wir fahren wieder
auf die Hochebene um auf der anderen Seite wieder steil nach unten zu
fahren. Langsam bekommen wir auch Hunger, aber es will einfach keine
Rest Area kommen. Schließlich gelangen wir nach Suðurfirðir wo Elke
schon recherchiert hat, dass es hier einen Hot Pot gibt, es stehen nur 2
Autos dort und es gibt zum einen das natürliche Bad mit heißen 45 Grad
und ein betoniertes Becken, das kühler ist. Wir springen also zunächst
in das heiße Bad, da wir hier alleine sind. Es ist herrlich aber man
hält es wirklich nicht lange aus. Mitterweile sind aber die anderen mit
baden fertig und wir wechseln in den Pool und schwimmen hier ein paar
Runden. Das alles unter freiem Himmel an einem Fjordende mit Panorama
Blick und kostenlos.
Nach dem Bad machen wir hier gleich Mittag und
fahren anschließend weiter zum Dynjandi Foss, der unserer Meinung nach
einer der 3 schönsten Wasserfälle ist. Auch hier gebe es einen
kostenlosen Campingplatz in Traumlage, allerdings mit nervenden Mücken.
Der Aufstieg zum großen Dynjandi wird begleitet von vielen, hübschen
kleineren Wasserfällen, aber auch von nervenden Mücken. Video1 Dynjandi Foss Video2 Dynjandi Foss
Nach der
Besichtigung der Wasserfälle fahren wir langsam nach Vatnsfördur.
Natürlich wieder über die Hochebene, die hier über 500m hoch ist. Dort
sind wir am Vortag ja schon vorbei gekommen und haben ein natürliches
Heißwasserbecken übersehen. Es liegt zwar direkt an der Strasse, aber
von dort aus nicht zu sehen. Nun da hier keiner ist, springen wir
nochmals ins heiße Wasser und relaxen. Auch dieser Hot Pot befindet sich
in Traumlage, direkt am Felsenstrand mit Blick auf den Fjord. So was
lassen wir uns nicht entgehen. Da wir noch eine Stunde Zeit haben, bis
wir am Fährhafen sein müssen, kochen wir uns noch ein Mountain House und
essen zu Abend.
Wir sehen die Fähre gerade einlaufen, alls wir am Hafen ankommen und auch bald aufs Schiff fahren können. Es hätte nicht vorgebucht werden müssen, da nur 6 Autos und ein paar Fußgänger aufs Schiff gehen. Wir setzen uns zunächst aufs Oberdeck und fotografieren bei der Abfahrt. Dann gehen wir nach unten und trinken einen Kaffee. Das Schiff macht nach ca. einer Stunde kurz halt auf der Insel Flatey und setzt dann die Weiterfahrt fort. Ab dann wird der Seegang allerdings etwas heftiger und Andy begibt sich lieber nach oben an die frische Luft. Im ganzen Breiðafjörður sieht man überall Lundis schwimmen und tauchen. Auch fliegen einige umher, auch wenn es fast keinen Wind hat.
Nach 2,5 Stunden haben wir den Hafen von Stykkishólmur erreicht
und fahren in das malerische Städtchen mit seinen schönen Holzhäusern.
Wir finden auch gleich den Campingplatz, wo sehr viel los ist. Wie es
scheint ist dieser auch kostenlos, also suchen wir uns einen freien
Platz und bauen das Zelt auf. Elke verkriecht sich auch gleich, während
Andy noch tippt und Bilder ansieht und das bei einem schönen
Sonnenuntergang, leider ist das Panorama hier am Platz nicht so toll,
man müsste am Hafen sein.
Gefahren: 186 km
Übernachtung: Campingplatz Stykkishólmur, kostenlos
18.6. Island in one day
Der
Verkehr setzt langsam an der Straße neben unserem Zelt ein und als ein
LKW wohl den Müllcontainer leert wachen wir auf. Es ist schon 8 Uhr,
aber wir haben heute etwas Zeit, da wir um 10 h noch in den Bonus gehen
wollen und vorher den Ort ansehen.
Tisch und Bank haben wir leider
keine, also müssen wir halb im Zelt sitzend Frühstück machen. Die Sonne
läßt sich leider auch nicht blicken, aber es regnet wenigstens nicht und
der Wind hält sich in Grenzen. Kurz haben wir noch bei Freunden in
Deutschland angerufen, denn da hat heute jemand Geburtstag.
Wir
fahren dann zum Hafen runter und gehen auf den vorgelagerten Felsen um
einen Überblick zu haben. Wirklich ein sehr schöner Ort mit netten
Holzhäusern, alles noch recht ursprünglich und man hat die alten Gebäude
restauriert. Die etwas eigenartig aussehende Kirche können wir nur von
außen ansehen; auch diese öffnet erst um 10 h. Wir drehen also noch ne
Runde und dann hat der Laden offen und wir besorgen noch etwas Brotzeit.
Dann geht’s los Richtung Grundarfjörður, wo es starken Wind und tiefhängende Wolken hat; in Olafsvik nieselt es leicht aber es ist Sonne weiter im Westen in Sicht und als wir den Ort hinter uns haben, scheint die Sonne. Hinter Rif fotografieren wir die Ingjaldshóll-Kerkja, sie hat leider auch nicht geöffnet, dafür bietet sie aber ein tolles Bild vor dem Snæfellsnesjökull. In Hellisandur wird im Reiseführer von einem Laden gesprochen, den man unbedingt aufsuchen soll. Wir finden ihn in dem kleinen Ort, werden aber beim Betreten darauf hingewiesen, dass man um 12.00 h schließt. Es ist kurz nach 12.00 h und wir ziehen somit weiter – auch kein Beinbruch. Der Seemannsgarten lädt auch noch zu einem kurzen Stopp ein und es geht weiter an der Station zur Funknavigation Gufuskálar und Fiskibyrgi wo wir kurz darauf in der Nähe des Strandes an einem Rastplatz Mittag machen. Hier kann man noch Knochen eines Wales sehen und Reste von Lavasteinmauern eine irischen Kirche.
Am westlichsten Punkt der Insel in Öndverðarnes, wo ein großer Leuchtturm steht, weht der Wind so stark, dass man kaum die Autotüre aufstemmen kann. Wir machen hier noch ein paar Bilder und auf dem Rückweg legen wir einen Stopp für Augenpflege ein. Andy ist so müde und so klappen wir die Sitze zurück und gönnen uns eine halbe Stunde, die uns mehr als gut tut. Weiter geht es zum Djúpalónssandur, ein Kieselstrand inmitten von Lavagebilden. Hier liegen am Strand die rostigen Schiffsüberreste eines hier 1948 gestrandeten englischen Trawlers. Bis Mitte des 19 Jh war hier eine der größten Niederlassungen für den Frühjahrsfischfang auf Island. Der Strand wurde uns vom Infobüro in Borgarnes für seine rund geschliffenen vielfältigen schwarzen Steine empfohlen. Das Wetter ist hier trüb und nasskalt mit etwas Sprühregen, weshalb wir auf die Wanderung am Strand entlang verzichten.
Weiter geht es nach Hellnar, wo auch das Snæfellsnes-Informationszentrum ist. Die haben gegen 17.00 h auch noch offen und es gibt dort eine kleine Ausstellung über den Nationalpark. Wir drehen dort eine kurze Runde, der Film ist nicht so prickelnd, da er nur Bilder der Region zeigt, aber keine zusätzlichen Informationen. Es geht weiter auf dem Rundkurs und wir biegen noch ab zur Sönghellir, einer Höhle mit sehr guter Echowirkung und alten Einritzungen. Kurz vor uns ist dort ein Bus angekommen und schon von weiter Entfernung hört man Gesang aus der Höhle. Dort sind die Businsassen versammelt und singen zusammen. Wir haben in der Höhle eh keinen Platz mehr und so gehen wir ein Stück weiter den Hang hoch, wo es noch einen weiteren Felsunterschlupf gibt. Wir warten, bis die Truppe ausgesungen hat und sehen uns dann um. Leider sind wir nicht lange genug allein, um ein paar Töne anstimmen zu können und die Akkustik auf uns wirken zu lassen, da kommt schon ein weiteres Paar. Fotografieren kann man hier eh nicht und so geht es wieder zurück zum Auto. Den Abstecher nach Buthier, wo es noch eine alte Kirche am Strand gibt, schenken wir uns wegen des trüben Wetters und verlassen so langsam aber sicher die Halbinsel.
Nach Borgarnes sind es noch über 100 km und wir haben bereits
18.30 h. Wir fahren ein Stück, bis wir an der 54 ein Schild für ein
Hotel mit Campingplatz sehen. Wir drehen um und fahren dorthin. Dort
gibt es schon einige Camper, Preis ISK 1.600 fürs Zelt, allerdings kein
Aufenthaltsraum und keine Küche. Dann kommt der Chef und fragt nach
unseren Wünschen. Er bietet uns das Nebenegbäude an, dass wir dort die
Küche und den Aufenthaltsraum nutzen können und dies entpuppt sich als
Turnhalle mit Gemeinschafts-Duschraum und einer spartanischen Küche. Wir
zahlen nunmehr ISK 2.000 und bleiben hier. Es kommen im Laufe des
Abends noch weitere Camper, die nutzen allerdings nur die Toiletten. Wir
kochen Nudeln mit Pesto, duschen und laden die Akkus. Dann noch Bilder
des Tages sortieren, Bericht schreiben und lesen, was wir morgen noch
anschauen können.
Gefahren: 221
Übernachtung beim Hotel Eldborg in Laugagerdisskoli, ISK 2.000
19.6. Zivilisationsschock
Es hat in der Nacht etwas geregnet und auch der Wind hat zu genommen. Um halb acht stehen wir auf und bauen sofort das Zelt ab und legen es in den Eingangsbereich zum trocknen. Danach machen wir uns ein Frühstück und packen alles zusammen.
Bevor
es nach Reykjavík geht, wollen wir noch von Borganes einen kleinen
Abstecher zum Hraunfossar machen. Auf dem Weg kommen wir an einem
Heißwassergebiet vorbei, das zur Erwärmung von Gewächshäusern und auch
der Stadt Borgarnes genutzt wird. Wir sehen uns die verbliebenen Quellen
an und fahren weiter.
Video1 HotSpring
Video2 Hot Spring
Es bleibt bewölkt und regnet auch immer wieder, wir erreichen den Parkplatz um ca. 10.30 Uhr. Das Wassser stürzt hier nicht wie gewohnt über eine Abbruchkante, sondern strömt aus dem Fels und das auf breiter Front, ein schönes Naturschauspiel. Ein kleines Stück weiter, ist der Barnafoss, dessen Wasser durch einen engen Canyon gepresst wir. Auch das ist kein hoher Wasserfall, aber es gibt hier ebenso was besonderes, das Wasser fließt durch eine Steinbrücke.
Wir fahren wieder zurück nach Borgarnes und gehen im Bonus noch die letzten Dinge einkaufen, unter anderem soll es heute nochmal Lamm geben. Das Landnahme-Museeum schenken wir uns und planen die sofortige Weiterfahrt nach Reykjavik, da wir am Samstag wohl noch die Möglichkeit haben, die Stadt mit geöffneten Geschäften zu besichtigen und morgen lieber nur auf der Halbinsel Reykjanes verbringen wollen. Aber Mittagspause machen wir hier noch, dann geht es wieder mal auf die 1, diesmal nach Süden. Was wir nicht wussten ist, dass der kürzeste Weg durch einen 7 km langen Tunnel unter einem Fjord führt und dafür müssen wir 900 Kronen abdrücken. Man hätte den Fjord auch ausfahren können, das wären 30 Kilometer mehr gewesen.
Gegen
halb zwei erreichen wir Reykjavik und fahren zunächst am Hafen entlang,
dann hoch zur Hallgrímskirkja, dem Wahrzeichen von Reykjavík.
Eigentlich wollten wir auf den Turm hoch, da man von dort die ganze
Stadt sehen kann, aber das Wetter ist immer noch so schlecht, dass sich
das nicht lohnt.
Wir parken das Auto um und gehen zu Fuss durch die Innenstadt. Der Trubel und die vielen Leute kommen uns beiden sehr ungewohnt und deplaziert vor. Einen richtigen Plan und Orientierung haben wir auch nicht, finden aber die Tourist Information und den Tax Refund Schalter. Dort stellen wir uns in die Schlange und lassen uns ein paar Kronen Steuer zurück erstatten. Dann finden wir am Hafen eine alte Lagerhalle, in der jetzt aller möglicher Trödel und Frische Ware verkauft wird. Danach essen wir unsere Erste Pylsssur, muss man ja auch mal gemacht haben und schlendern noch durch die belebten Strassen. Wir sehen und hören Männer- und Frauengruppen, die wohl ihren Junggesellen Abschied feiern und den verlobten seltsame Aufgaben erledigen lassen.
Am Nachmittag fahren wir dann zum Campingplatz, wo wir eigentlich eine Hütte reserviert haben, da es aber nun sonnig ist, wollen wir doch lieber zelten. Das haben wir in der Zeit hier doch so lieb gewonnen und dabei jede Menge Geld gespart. Die frische Luft Tag und Nacht wird uns daheim wohl fehlen. Also stellen wir unser Zelt zum letzten mal in Island auf und fahren noch schnell zu dem Einkaufszentrum nördlich der Stadt, da Elke in der City keinen Laden mit Strickwolle gefunden hat. Dort werden wir kurz vor Ladenschluss fündig und können beruhigt den Rückweg antreten.
Am
Zeltplatz angekommen, wird jetzt erst mal das komplette Auto leer
geräumt, etwas vom Staub der vergangenen Tage und Gravelroads befreit
und schon mal eine Tasche gepackt. Ob wir wirklich alles mitbekommen was
wieder mit heim soll ist noch fraglich, denn wir haben 5 kg Steine
gesammelt und auch ein paar Sachen gekauft, na wir werden sehen.
An
den Koch- und Essplätzen haben sich mittlerweile überall Leute
eingefunden, Elke beginnt das Lamm und den Reis zu kochen. Andy setzt
sich zu einem anderen Paar an einen Tisch und beginnt den Bericht zu
tippen und Fotos anzusehen. Es kommt dann zu einer sehr angenehmen
Unterhaltung mit den Tischnachbarn, die ebenso wie wir morgen nach 2
Wochen abfliegen. Das Essen war wieder sehr gut und auch die anderen
hatten Lammfleisch, allerdings gegrillt. Um halb zehn haben wir uns dann
verabschiedet und haben nochmals etwas eingeräumt. Wir machen
schließlich noch einen kleinen Spaziergang durch den Botanischen Garten,
der gleich nebenan liegt. Dieser ist hübsch angelegt und jede Menge
Gänse und Enten mit winzigem Nachwuchs sind dort zu sehen.
Gefahren: 268 km
Übernachtung: Campingplatz neben des Hostels Reykjavik, ISK 2.000
20.6. Letzte Runde
Die Nacht war trotz der vielen Zelte ringsum sehr ruhig und in den frühen Mogenstunden beginnt es zu regnen. Wir stehen um kurz nach 7.00 Uhr auf und gehen samt Waschzeug und Frühstücksutensilien vor ins Haupthaus. Hier ist schon reger Betrieb und wir können gerade noch zwei Plätze im Trockenen ergattern. Übrige Lebensmittel kann man in der kleinen Küche deponieren, die angebrochene Marmelade und Butter entsorgen wir gleich. Als wir wenig später zurück zum Zelt kommen, beginnt es erneut zu nieseln, wir hatten kurz vorher die Zeltplane mit einem Tuch abgerieben und so bauen wir alles ganz schnell ab, dass es nicht erneut nass wird. Das Zelt rollen wir nur locker zusammen und deponieren es auf dem Rücksicht. Durch diesen überstürzten Abbau sind wir noch vor 8.30 h abmarsch bereit.
Die letzten Postkarten noch eingeworfen und dann geht
es wieder Richtung Innenstadt, ein weiteres Stück am Wasser entlang und
dann schließlich Richtung Hafnarfjördur und nach Krýsuvik. Wir
entdecken ein Stück neben der Strasse etliche Holzständer auf denen
Fisch getrocknet wird und sehen uns das mal aus der Nähe an, allerdings
handelt sich bei den Fischen eigentlich nur noch um Kopf und Knochen,
das Filet wurde schon entfernt. Keine Ahnung ob man das auch noch
verwenden kann.
Bei Sektún
dampft es nahe der Straße und die Dampfwolken sind schon von weitem zu
sehen. Wir halten hier und sehen uns die zum Teil sehr farbenfrohen
blubbernden Lehm- und Schwefelquellen an. Es nieselt immer noch und dazu
weht ein ungemütlich kalter Wind, weshalb wir auf dem zum Teil
schmierigen Pfad rund um die Löcher auch nicht allzu lange verweilen.
Weiter geht es zum Vogelfelsen Krýsuvíkurberg auf einer ziemlich
schlechten Piste, die von der 42 abgeht und ausgeschildert ist. Wir
holpern einige Kilometere übers Land bis wir an den Klippen sind. Eine
steile Auffahrt auf einen Hügel schafft unser Auto nicht mehr und so
parken wir hier und gehen zu Fuß Richtung Osten und zum kleinen
Leuchtturm. Hier brüten Seemöwen und Trottellummen in den steilen
Wänden; der Geruch der Seevögel ist ziemlich streng. Beim Leuchttrum
soll es Papageitaucher geben, doch als wir diesen erreichen sehen wir
nur ein paar einzelne Vögel über dem Wasser fliegen, obwohl es heute
absolut nicht an Wind mangelt, denn dann sind diese putzigen Tierchen
nur auf dem Wasser anzutreffen. Wir gehen noch ein kleines Stück weiter,
aber auch hier gibt es kaum Grasnaben, in die sie ihre Höhlen bauen und
so geht es wieder zurück zum Auto. Es ist mittag, als wir dort
eintreffen und wir breiten, da gerade kein Regen fällt und es etwas
wärmer geworden ist, unser Zelt während wir Mittag machen.
Weiter geht
es nach Grindavik; wir fahren einmal durch den Ort, sehen uns den
Campingplatz an und trinken in der Tankstelle Kaffee. Schließlich werden
noch die letzten Dinge in die Taschen gepackt und wir fahren zur Bláa
Lónið, Blauen Lagune, wo wir uns 3 Stunden im warmen Wasser tummeln. Der
Preis lässt sich sehen; wir berappen 9.000 ISK. Wirklich schön,
inmitten des Lavabruchs im heißen Wasser zu treiben, im Hintergrund
dampft das Wärmekraftwerk. Hier kann man sich mit Silicat Schlamm
einreiben, was besonders für Psoriasis Kranke heilend wirkt.
Kurz vor 19.00 h sind wir aufgewärmt und -geweicht und fahren schließlich Richtung Keflavik zum Flughafen und wollen schon mal einchecken. Beim Wollen bleibt es, denn weit und breit ist weder jemand zu sehen, den man fragen könnte, wann denn die verwaisten Germanwings Schalter öffnen bleibt also ein Geheimnis. Wir wiegen zur Sicherheit nochmal unsere Taschen an einer offiziellen Waage und das ist gut so; die große Tasche muss noch doch etwas erleichert werden, ein paar dinge landen im Mülleimer und andere wandern ins Handgepäck. Zum Abschluss des Urlaubs wollen wir noch Essen gehen, doch wir können uns nicht gleich entscheiden. Die Burgerbude sieht innen doch nicht so gut aus und so drehen wir nochmal eine Runde durch den Ort und landen schließlich in einem Pizzaladen. Die ist hier richtig gut und als special mit ner Riesencola nicht mal teuer.
Da wir immer noch jede Menge Zeit haben
fahren wir noch ein Stück weiter nach Gardur zum Leuchtturm. Auch hier
gibt es einen Campingplatz direkt am Wasser und das kostenlos. Über
Sandgerði geht es dann endgültig zurück zum Flughafen und nun haben die
Schalter geöffnet und es stehen jede Menge Leute an. Nach gut 20 Minuten
Wartezeit können wir unsere Taschen aufgeben; uns fällt auf, dass hier
sogar das Handgepäck gewogen und streng darauf geachtet wird, dass
dieses 8 kg nicht überschreitet, zum Glück liegt unser (schweres)
Handgepäck im Auto und wir erklären, dass wir keines haben.
Zurück zum
Auto und zu Geysir.is um es abzugeben. Dies geht ganz schnell; man(n)
begutachtet von außen, findet keine Kratzer oder Schäden und wir werden
zum Flughafen gebracht. Die letzten Getränke geleert, Andy muss sich
noch ein Bier geben, das übrig geblieben ist und dann geht es auch schon
durch die Security. Im letzten Moment fällt mir ein, dass ich eine
kleine Nagelschere mal nicht daran denkend, dass diese im Rucksack
nichts zu suchen hat, während des Urlaubs dort geparkt habe. Wir gehen
damit gleich zu einem Mitarbeiter und der winkt ab, dass dies nichts
ausmachen würde. Schwein gehabt; in München wäre das sicher nicht
durchgegangen. Wir schlendern noch durch die Duty Free Shops und treffen
schließlich die Campingplatz-Bekanntschaft von gestern. Wir wechseln
noch ein paar Worte und dann geht es zum Gate; mittlerweile 23.40 h und
um 00.20 h soll unser Flieger abheben. Um kurz vor 0.00 h trifft dieser
ein und muss erst noch entladen werden, was ziemlich lange dauert, da
jedes Gepäckstück von Hand aus der Maschine geholt wird. Aber immerhin,
mit gerade mal 10 Minuten Verspäten rollen wir zur Landebahn und heben
ab in Richtung Köln. Die Maschine ist spärlich besetzt; die Dreiherreihe
hinter uns ist leer und Andy setzt sich dorthin. So haben wir die
Chance, in den kommenden 3 Stunden etwas zu schlafen.
Gefahren: 167 km
21.6. Chaos in Köln
Pünktlich um 5.30 h landen wir in Köln, allerdings weit weg vom Gate und müssen erst mal mit dem Bus zum Terminal gefahren werden. Dort ist die Verwirrung groß, da es keine Beschilderung für Weiterreisende gibt. Wir müssen also raus, nachdem wir einen Uniformierten gefragt haben und zum Schalter um Bordkarten für den Weiterflug nach München zu bekommen. Während Andy zum Schalter hetzt, holt Elke noch beim Rewe Croissants als Notfrühstück. Wir treffen uns vor dem Abflugschalter und dort ist die Menschenmenge um diese frühe Uhrzeit der Wahnsinn. Es sind von den Zahlreichen Securitiyschaltern nur die Hälfte geöffnet und als Elke nachhakt, ob wir eine Möglichkeit haben, wegen der Zeitknappheit vorrangig behandelt zu werden, winkt man ab, das sei am Gate bekannt und wir sollen uns keine Sorgen machen. Es wird dann doch noch ein weiterer Schalter geöffnet und wir sind am nächsten dran und kommen auch gleich durch.
Elke ruft noch zur Sicherheit zu Hause an, dass man uns in einer
Stunde abholen kommt und da ist auch irgendwas durcheinander geraten.
Der Oheim setzt sich aber sofort ins Auto und startet. Als wir dann in
München um 8.00 h eintreffen und unser Gepäck auch schon bald haben, ist
allerdings niemand da. Wir warten noch eine gute Stunde – auf der A8
hat es einen langen Stau gegeben, dann taucht der Oheim auf und lädt uns
ein und dann geht es endgültig nach Hause.
The End
Fazit
18 aufregende Tage liegen hinter uns; landschaftlich faszinierend, wettermäßig absolut prima mit nur wenig Niederschlag – in den vergangenen 2 Wochen war es hier in Deutschland richtig scheußlich – eine völlig neue Erfahrung in einem Land, wo man nicht annährend die Sprache lesen, sprechen noch verstehen kann. Gottlob sprechen die meisten Isländer gut englisch, auch wenn sie nicht alles auf Anhieb verstehen. Sie sind sehr bemüht und freundlich; wir konnten uns auf dem Campingplatz mal längere Zeit mit einem Einheimischen aus Reykjavik unterhalten. Die Insel hat uns in ihren Bann gezogen und eines ist sicher, wir kommen wieder.
Wasser wohin man blickt; in gefrorener Form als Gletscher und die Eisberge im Jökülsárlon, die donnernden Wasserfälle, viele Seen und die heißen Quellen, in denen ein Bad ein absolutes Muss ist. Autowaschen ist kostenlos; und es tut uns in der Seele weh, wenn der Wasserhahn so mancher Waschstelle die ganze Zeit läuft …. bei uns undenkbar.
Mit
Strom geizt man hier auch nicht; das Licht an manchen Häusern brennt
die ganze Zeit, auch im Sommer wenn es niemals dunkel wird; auch die
Heizung läuft bei geöffneten Fenstern – das befremdet uns dann doch.
Die
Tage sind irre lang; auch Nachts gegen 1 oder 2.00 Uhr lassen sich noch
gute Fotos machen; die Sonne geht um diese Jahreszeit kaum noch unter.
Kostenlose Campingplätze – wir haben mehr als gestaunt, da von Island stets zu hören war, dass es hier so teuer ist. Zugegeben, billig ist es nicht – wenn man im Hotel übernachtet und im Restaurant essen geht und dazu noch ein Bier trinken möchte. Übernachten lässt es sich in den vielen B&B's oder Gästehäusern durchaus auch preiswert; wenn man damit leben kann, sich das Bad mit weiteren Gästen zu teilen. Auch die Jugendherbergen sind hier sehr schön.
Wenn man uns fragt, was hat uns am besten gefallen – schwer zu beantworten. Jeder Landstrich hat seinen eigenen Reiz.
Und hier noch zum Schluss:
Wer die Einsamkeit liebt,
wer mit sich ist,
der wird hier eins mit allem sein,
dem Wind, der seine Stimmen
über die Ebenen trägt,
und der Stille,
in den windlosen Pausen.

















































































































































































































































































































































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