USA 1991
2. Woche
8. Tag 5.10.91 Samstag
Um 8 wachten wir auf, Thomas fuhr dann auch gleich los,
mir war etwas schlecht. Ab der Staatsgrenze zu Californien wurde die
Straße viel Kurvenreicher und dann kam ein Schild "DIPS Next
6 Miles" - Oh no!
Es geht nach oben und sofort wieder runter, die längste Achterbahn
der Welt, Thomas fuhr dann auch entsprechend und mir wurde noch übler.
Nach den 6 Meilen schlief ich ein und wachte erst wieder im Yosemite
NP Park wieder auf. Thomas hat den Wagen irgendwo am Tioga Pass geparkt
und schläft jetzt auch, also weiterschalfen.
Bis zum Nachmittag ging das so, dann suchten wir etwas zu essen, fanden
aber nichts. Uns beiden war total schlecht und wir fuhren dann wieder
runter nach Lee Vining um etwas essbares zu bekommen. Vor der Stadt
kochten wir dann eine Dose Bohnen, die ungenießbar waren. Diese
wurden dann auch gleich gelittert (vergraben) - schon gegessen. In einem
Wald übernachteten wir dann im Auto.
nach oben
9.
Tag 6.10.91
In der Früh gings wieder rauf über den Tioga
Passin den Yosemite Park, nach einer langen Fahrt kamen wir endlich
im Village an. Eine Menge Trubel um nichts, man bekommt kaum einen Parkplatz.
Wir wollen zu einem Wasserfall laufen, ca. 5 km einfach. Als wir am
Mirror Lake
ankamen,
war da kein Wasser mehr drin, so ein Schmarn! Wir essen fast verlaufenen
Käse zu Mittag um unsere Kräfte wieder auf Vordermann zu bringen.
Den Rückweg schafften wir dann nur mit Mühe, denn zum Frühstück
gabs nur Kornflakes mit sauerer Milch, die ich auch noch probiert habe,
danke schon wieder gegessen.
Wir fanden aber zum Glück noch Duschen und die waren kostenlos.
Mit dem Auto gings dann hoch zum Glacier Point, das liegt direkt über
dem Village. Aber dort oben war überhaupt kein Gletscher, eine
schöne Sicht auf das Tal und die Berge, sonst nichts.
Also weiter, bei Dunkelheit kamen wir dann in Fresno,
tanken und einkaufen war dort angesagt. Außerhalb bei einer Obstfarm
wollten wir parken, bis der Besitzer mit seinem Camper um die Ecke kam
und uns wegjagte. Wir fuhren weiter und fanden ewig kein Platz wo wir
bleiben konnten, dann blieben wir neben einem Baumwollfeld an der Straße
stehen.
nach oben
10.
Tag 7.10.91
Nach dem Zähneputzen suchten wir einen besseren Platz
zum frühstücken. Natürlich gabs immer noch Kornflakes,
aber mit guter Vitamin D Milch.
Auf dem Weg zum Sequoia Park mussten wir wegen Road Construction lange
warten. Es kam dann ein Pilot Car, dem wir folgen mussten. Die Baustelle
war dann ca. 500 m lang, die Fahrbahn wurde neu geteert (einfach drüber),
dem Pilot Car mussten wir aber 2 Meilen folgen, ein Witz, man wäre
auch so problemlos vorbei gekommen. Weiter Bergauf; wir bogen um eine
Kurve und da war alles voller Qualm von einem alten Tankfahrzeug, bloß
gleich überholen, bevor wir geräuchert werden.
Am Eingang des Sequoia Park hielten wir an, um auf der Karte nach dem
Weg zu sehen, plötzlich ließ Thomas den Wagen an und stach
davon - Er sah den alten Laster daherqualmen. Im Park liefen wir erst
was umher, dann fuhren wir zu den großen Sequoiadendron Gigantes.
Im Wald gabs auch viele Picknickplätze und Futter für uns.
Natürlich bestiegen wir auch den Moro Rock, er war fest in deutscher
Hand.
Die Abfahrt war dann wieder nervenaufreibend, nur noch
Kurven und die Hitze wurde immer schlimmer. Thomas fuhr wie der Henker.
Im Tal stellte wir unser Zelt auf einem Camp Ground des US Army Corps
of Engineer auf, neben einem fast ausgetrocknetem See. Zum essen gabs
Steak, das erste, das über dem Benzinkocher zubereitet wurde, die
Hitze war zu heiß, also weiter weg vom Feuer halten das Ergebnis
war dann Zäh. Beim zweiten ging das Benzin aus, es war zwar noch
etwas rot, aber schmeckte viel besser. Jetzt geht mir fast die Luft
aus, weil wir im Auto sitzen und draußen alles mögliche rumflattert.
nach oben
11.
Tag 8.10.91
An diesem Tag schliefen wir etwas länger, so bis
halb neuen und zum Frühstück gabs Kellogs. An Zitronenplantagen
vorbei fuhren wir wieder nach Fresno, zum einkaufen und tanken. Im Supermarkt
fragte uns ein alter Mann der für das Einpacken zuständig
war, ob er uns die Tüten ins Auto tragen soll. Ist ja nett gemeint,
aber eigentlich sollten wir ihn fragen ob er sich nicht lieber hinsetzen
und ausruhen möchte.
Irgendwo bogen wir mal vom Highway ab zum Mittagessen. Neben einer Obstplantage
fanden wir ein schattiges Plätzchen. Die Krönung unseres Essens
waren Dillgurken - Igitt die werden sofort gelittert.
In den Bergen war wieder eine Baustelle mit Pilot Car, auch wieder nur
Arbeitsbeschaffung. Gegen Abend kamen wir dann nach Jackson, eine alte
Goldgräber und Westernstadt. Die Häuser, Geschäfte und
der Sheriff, es scheint als wenn die Zeit hier stehen geblieben wäre
und immer noch Goldrausch ist. Es schien uns auch so, als wenn Fremde
hier unerwünscht sind und gleich im Gericht verurteilt würden.
Also fuhren wir wieder um eine Übernachtungsmöglichkeit zu
finden. Am Ortsende kam der Sheriff mit Sirene hinter uns her, aber
er meinte zum Glück nicht uns. Ab hier war sowieso alles Wald und
eingezäunt, keine Chance einen Platz zu finden. Es kam nur noch
Wald, eine wirklich raue Gegend, dann landeten wir in Buckhorn Village.
Ein Video Laden, ein Supermarkt mit Tankstelle und ne Pizza Bar. Wir
blieben dort und tranken 2 Coors zum Dragster Rennen und Wood Sports
im Fernsehen. Um 21.15 Uhr verließen wir die Kneipe weil nichts
mehr los war. Wir suchten im Dorf nach einem Platz zum schlafen, auf
einem Parkplatz blieben wir stehen, hoffentlich kommt keiner.
nach oben
12.
Tag 9.10.91
Gleich als es hell wurde düsten wir ab. Ein paar
Meilen weiter putzten wir die Zähne und frühstückten,
heute gabs Joghurt. Wieder ein paar Meilen weiter parkten wir an einem
Pass und schliefen noch 2 Stunden.
Durch waldreiche Berglandschaft, mit vielen Seen kamen wir zum Lake
Tahoe. Im Village fuhren wir erst mal hoch und wieder runter und bogen
dann beim Burger King ein zum Mittagessen. Am Strand wehte ein frischer
Wind, wieder rein ins Dorf und in einem Sportgeschäft nach Schuhen
geschaut, aber die waren zu teuer, aber ein T-Shirt nahm jeder mit.
Ich wechselte noch Geld, wir parkten auf einem großen Parkplatz
an der Staatsgrenze zu Nevada. In CA war ein ein T-Shirt Laden neben
dem anderen, wir kauften hier auch noch eins. Die Auswahl hier ist hier
so groß, man möchte gleich alle mitnehmen. 
In NV gabs, na was schon? Spielautomaten und Casinos,
logisch! Ein gutes Stück weiter am See entlang war ein Parkplatz
mit schöner Aussicht, dort gabs Abendessen und zum schlafen wollten
wir auch hier bleiben. Vorher tranken wir im nächsten Ort aber
noch ein Bierchen.
nach oben
13.
Tag 10.10.91
Nach einem halben Joghurt für jeden, fuhren wir weiter
um die See herum. An der Ponderosa Ranch hielten wir mal kurz an, aber
angesehen haben wir die Kulissen nicht.
Als ein Supermarkt auftauchte kauften wir uns wieder Milch für
unsere Flakes, die es an einem kleinen Bootshafen gab. Dort saßen
wir auf einer Bank und warteten bis ein Touristenschiff ablegte. Am
Campingplatz in der Nähe duschten wir mal wieder, zum rasieren
und für meine Warzenbehandlung am Fuß blieb auch noch Zeit.
Chips mit Käsedip versuchten wir auf einem Felsen über der
Emerald Bay. Nie mehr Käsedip. Win Stück weiter war ein Weg
zum Strand, der nichts kostete, dort haben wir uns ein paar Stunden
in die Sonne gelegt und Thomas las aus dem Neuseeland Buch vor. In South
Lake Tahoe genehmigten wir uns mal ein Eis, eine riesen Kugel. Wir wollten
auch noch ein Bier trinken, fanden aber keine Bar, also fuhren wir nach
Nevada ins Caesars. Ein richtige Spielhölle wie wir sie aus Las
Vegas kennen. Zum schlafen fuhren wir dann zu dem Platz vom Vortag.
nach oben
14.
Tag 11.10.91
In der Früh kommen gleich die Bullen, hielten aber
nicht an. Wir verschwanden aber trotzdem gleich, Essen gabs auf dem
Weg. Wenn man von den Bergen runter fährt, sieht man eine braun-graue
schmutzige Wand voller Smog, abartig und so stinkts es auch zeitweise.
Um die Mittagszeit erreichten wir dann San Francisco.
An einem Aussichtspunkt auf die Golden Gate Brücke, sahen wir Fallschirmspringer
und einen Senkrechtstarter, schon etwas komisch dachten wir uns. Plötzlich
tauchten sechs Düsenjets der US Navy auf. Eine Kunstflugstaffel,
bei der vier immer Formation flogen und die anderen mal einzeln mal
mit den anderen flogen. Das ganze Schauspiel war wirklich spitze und
dauerte 45 min. ein echter Wahnsinn so ein Glück.
In den Bergen dort gab es eine Jugendherberge in der wir
uns für 2 Tage einquartierten. Ein altes Haus, ehemals Offiziersheim
oder so, denn wir sind auf einem alten Army Gelände. Dort lernten
wir dann Stefan aus München kennen, der unbedingt nach San Franzisco
musste, weil er dort Freunde in einer Kneipe treffen will. Wir fuhren
ihn nach der Tomatensuppe aus der Dose auch rüber nach Downtown.
Die Kneipe fanden wir glücklicherweise gleich und ich sah sogar
das Hard Rock Cafe. Die Stadt war ganz anders als ich dachte, in der
Kneipe fühlte ich mich wie daheim, ich war überrascht. Wir
mussten aber bis 23 Uhr wieder in der Hostel sein, weil dann die Tür
verschlossen wird. Stefan traf seine Freunde nicht.
Die Jugendherberge
ist gut eingerichtet, die Betten scheinen auch nicht schlecht zu sein,
mal sehen.
nach oben