USA 1991
First Time
Eine Reise durch die Staaten Californien, Nevada, Arizona
und Utah, 23 Tage vom 28. September bis zum 20. Oktober 1991.
Prolog
Diese Exkursion in den amerikanischen Südwesten nehmen
wir sozusagen einfach nur so mit, da dies auf der Strecke liegt. Er
ist Teil einer viel größeren und längeren Reise, die
uns eigentlich nach Neuseeland und Australien führt und gesamt
6 Monate dauert. Wir das ist mein Freund Thomas, den ich bei der Bundeswehr
kennen gelernt habe und Andy, das bin ich.
Aus einer Idee von Thomas, nach dem Bund Neuseeland zu
erkunden, schloß ich mich spontan an und es sollte nicht nur Wunsch
sein, sondern Wirklichkeit werden. Ein halbes Jahr weg von daheim und
auf Weltentdeckung gehen. Im März 91 waren wir Ausscheider und
nach einem halben Jahr der Vorbereitung und Geld verdienen, ging es
los.
Für den Aufenthalt in den USA kann man eigentlich
nicht von Vorbereitung reden, denn wir fuhren einfach so ins Blaue.
Die Vorbereitung bezog sich ausschließlich auf Down Under. So
sind wir einfach losgefahren, zwar nicht ziellos, jedoch schon sehr
planlos. Gebucht war der Flug mit Air New Zealand von Frankfurt nach
Auckland, in LA legten wir einen 3-wöchigen Stopover ein, da es
für NZ, von der Jahreszeit, wohl noch etwas zu früh war.
1. Woche
1. Tag Samstag 28.09.91
Langweid - Hausen - Frankfurt - LA
Um 10:00 Uhr holt mich Markus ab und wir fahren zu Thomas
nach Bad Überkingen um auch ihn einzuladen. Über Karlsruhe
geht es nach Frankfurt zum Flughafen, wo wir um 13:30 Uhr ankommen.
Gepäckaufgabe
und das letzte Weizen wird für lange Zeit getrunken, danach langes
Warten bis 17:30 Uhr. Zollkontrolle und Einstieg ins Flugzeug der Air
New Zealand. Mit 880 km/h geht es in 11 km Höhe über Holland,
die Nord See, Island, Grönland und Kanada nach LA. Neben mir saß
ein Mädchen aus Ludwigshafen, das den gleichen Trip macht, nur
fliegt sie zuerst nach Neuseeland, vielleicht treffen wir uns ja dort
irgendwo wieder.
Der Flug dauert ewig, 11 Stunden, ich bin noch nie solange geflogen
und kann nicht richtig schlafen, bekomme dazu noch Kopfweh. Während
des Landeanflugs auf LAX sieht man die unendliche Lichterketten der
Straßen.Um 6:10 Uhr Europäischer Zeit landen wir endlich,
in LA ist es erst 21:10 Uhr Ortszeit.
Die Einreise ging schnell über die Bühne, Gepäck
war auch schon da. Raus aus der Halle, 21 °C und eine total schlechte
Luft, es stinkt furchtbar. Ein Avis Bus brachte uns zum Büro. Alles
lief ganz gut, wir bekamen die Nummer von unserem Wagen, ein Geo Prizm,
nie gehört! Vergleichbar mit einem Toyota Corolla, oder so, ein
schöner großer Kofferraum für alle zwei Rucksäcke
genügend Platz.
Bis dahin alles OK, doch dann setzte ich mich hinters Steuer, Schock!
Automatik - wie funktioniert so was? Thomas weiß es auch nicht,
also Bedienungsanleitung raus. Alles klar die ersten Fahrversuche sind
etwas holprig, wie wenn ich noch nie Auto gefahren wäre. Also los
geht´s durch die Straßen von LA, bloß raus aus der
Stadt, aber wie?
Alles ungewohnt breite Straßen, die Ampeln auf der anderen Straßenseite,
dann sahen wir einen Hubschrauber, der immer über einem Haus kreiste
und seinen Suchscheinwerfer drauf richtete. Das Haus war umstellt mit
Polizisten und Autos, wie im Film, bloß weg hier bevor eine Kugel
durchs Fenster kommt. Der nächste Schock, ein Güterzug ist
entgleist.
Die Gegend wird immer ungemütlicher, überall Schrott, alte
Häuser und lauter zwielichtige Gestalten auf der Straße.
Jetzt aber raus aus der Stadt auf den nächst besten Freeway.
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2. Tag Sonntag
29.09.91
Bis 2:00 Uhr waren wir in einem Rasthaus an einer Interstate
und aßen noch zu Abend, Grilled Ham and Cheese Sandwich; nicht
schlecht, danach haben wir vorm Rasthaus im Auto und Schlafsack gepennt.
Arbeiter weckten uns um 5:00 Uhr, als sie ihre Maschinen
laufen ließen bis um 6:00 Uhr. Wir fuhren auf der I 15 Richtung
Las Vegas, eine Ausfahrt hies ZZYZX Road.
Dann gings ab ins Death Valley.
Eine lange Straße, bis zum Valley war es recht angenehm, aber
unten die totale Hitze! Wir kamen an Bad Water, dem Zabriskie Point
und der Furnace Creek Ranch vorbei und fuhren dann gleich wieder raus
aus dem Tal. Die Luft kühlte wieder ab, es regnete sogar ein paar
Tropfen. Thomas hat immer noch Probleme mit der Schaltung und das ewige
Bimmeln beim einsteigen regt uns auch schon auf.
In Beatty, Nevada waren wir im Tourist Office, eine nette Dame empfang
uns, gab jedem eine Karte über Nevada. Im Gästebuch hat sich
ein Franz Winter aus Baar eingetragen, kenne ich zwar nicht, ist aber
nicht weit von mir daheim entfernt. Dann gleich in ein Restaurant, das
erste Bier bestellen. Gar nicht so einfach, bei den vielen Sorten. Das
Millers war gar nicht so schlecht und es geht auch in die Birne. Die
haben hier sogar einen Golfplatz, mitten in der Wüste.
Am späten Nachmittag traffen wir dann in Las Vegas
ein. Zuerst sahen wir einen
großen
Supermarkt, gleich rein und alles anschauen. Es ist viel billiger hier
als auf dem Land. Weiter nach Downtown in die Glitzerwelt der Spieler,
wir fanden auch gleich im Koala Motel eine Unterkunft. Mal wieder duschen
und nebenzu fernsehen, dann sind wir auch gleich los in die Spielhöllen.
Wahnsinn was hier abgeht, aber das eigentlich Zentrum ist gar nicht
so groß.
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3. Tag
Montag 30.09.91
Um 7:30 Uhr standen wir auf, fuhren gleich wieder zum
Supermarkt einkaufen. Weiter Richtung Lake Mead, über den Hoover
Damm nach Arizona. Dann immer Richtung Grand Canyon, wir bogen in eine
kleinere Straße ein um den Weg abzukürzen. Nach 60 Meilen
war diese Straße aber aus und nur ein paar Hütten und Hunde
zu sehen. Also wieder zurück die Abzweigung finden, die wir wohl
übersehen hatten. Diese stellte sich dann als totale Schotterstraße
raus, alles umsonst wir müssen umdrehen und alles wieder zurück.
Das Benzin wurde auch schon langsam knapp und ich wollte bergabwärts
in den Leerlauf schalten, als ich mit 100 in den Rückwärtsgang
kam. Es tat einen Schlag und der Motor war aus, na ja er läuft
schon wieder. Auf der Hauptstraße noch auftanken und dann weiter
zum Grand Canyon.
Es ist schon um 18:30 Uhr dunkel und die endlos langen Straßen
hören nie auf, in Tusayan gab´s noch was zu essen, im Radio
läuft wieder Paula Abdul - Rush, Rush, das Lied das mich seit dem
Flug verfolgt. Jetzt gibt´s noch zwei kühle Budweiser - Boh
gut eh!
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4. Tag
Dienstag 1.10.91
Im Grand Canyon NP an zwei Aussichtspunkten angehalten
und dann gleich ein paar T-Shirts gekauft. Die Aussicht ist wirklich
fantastisch, ich hatte bis dato gar nicht soviele Bilder vom Grand Canyon
gesehen, aber sehr beeindruckend.
Wir entschlossen uns spontan den Bright Angel Trail zum Colorado runter
zu laufen. Es ist ein schmaler, staubiger Pfad der bergab führt.
Zu Beginn sind Warnschilder aufgestellt, ja genügend Wasser mitzunehmen,
was die Amis immer haben mit ihrem "nimm genügend Wasser mit".
Was auffällt, die Leute grüßen einen immer mit einem
freundlichen Hi. Es gibt sogar Leute die da runter und wieder rauf joggen,
wir konnten es nicht glauben, aber es ist wahr.
Nach 3½ Stunden hatten wir es geschafft und steckten die Füße
in den kalten Colorado, machten Pause und stärkten uns. Nun kommt
der Mühsame Aufstieg, es ist inzwischen richtig heiß geworden,
die Sonne brennt brutal in den Canyon und heizt ihn auf. Bis zur ersten
Wasserstelle ging es gut. Sonne, Staub und Steine begleiten unseren
Weg. Wir trafen zwei aus Ingolstadt, an der nächsten Wasserstelle
gaben wir den beiden, die schon erschöpft waren, unsere Wurst,
die wir bis dato nicht gegessen haben. Die Wurst war total warm und
das Fett triefte auch schon raus, aber die hatten einen riesen Hunger.
Jetzt wurde das Weitergehen richtig zur Qual, ich war schon ziemlich
am Ende, die Füße wollten einfach nicht mehr laufen. Mit
letzter Kraft schafften wir es vor der Dunkelheit bis oben und schleppten
uns zum nahe gelegenen Dining im Park, tranken erst mal ein paar Gläser
O-Saft aus dem Spender, bis wir das erste Glas bezahlten und uns in
Ruhe zum Essen setzten.
Auf dem Campground stiegen wir noch in die Dusche um den
Staub und Schweiß abzuwaschen und suchten uns dann im Park einen
Platz zum schlafen. Kaum machten wir den Motor aus, fuhr ein anderer
Wagen hinter uns. Bunte Lichter gingen an und eine Polizistin kam auf
uns zu, genauso wie man es aus Filmen kennt, mit Taschenlampe und so.
Wir erzählten ihr eine Geschichte, mit der Sie sich zufrieden
gab,
denn wir durften hier nicht stehen bleiben. Sie sagte nur noch, das
wir unsere Seat Belts anlegen sollten, dann fuhren wir raus aus dem
Park ins Dorf. Der Village Store hatte noch offen, also kauften wir
noch ein. Es gab dort sogar die blauen Gaskartuschen, die man
auch aus Deutschland kennt. Nun stehen wir wieder auf dem Parkplatz
hinter dem IMAX Theater und geben uns noch die Dröhnung mit 32
oz Lite - A fine Pilsener Beer.
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5. Tag
2.10.91
Nach dem Frühstück (Joghurt und Banane), fuhren
wir den Rim entlang nach Norden. An ein paar Aussichtspunkten vorbei,
geht es dann über lange, gerade Straßen nach Utah zum Monument
Valley. In Red Lake kauften wir in einem Supermarkt noch ein. Das liegt
in einem Reservat, im Laden sah man dann auch fast nur Native Americans.
Eine gute Strecke weiter sahen wir in der Wüste einen Burger King,
also sofort rein da und gleich einen Whopper Cheese bestellen. Vor der
Tür stand der Canyon Jogger vom Vortag, er erkannte uns auch wieder
und grüßte. Drinnen waren lauter Bilder und Ausstellungsstücke
vom 2. Weltkrieg aufgehängt, natürlich alles Natives auf den
Fotos.
Das Monument Valley ist atemberaubend schön, man
kennt es ja aus Filmen, aber hier zu stehen ist grandios. Die Sonne
stach herunter, aber es wehte ein kühler Wind, der es doch angenehm
machte. Wir fuhren die Sandpiste hinunter, um den Valley Drive zu fahren.
Das Auto änderte langsam seine Farbe in rot.
Die
Fahrt ging weiter und führte uns auf einen Berg, von dem man eine
schöne Aussicht auf das weite Land hatte. Am Lake Powell, parkten
wir auf einem Felsen, direkt über dem See. Eine kurze Schotterstraße
führte dorthin. Hier nahmen wir auch das erste mal den russischen
Benzinkocher in Betrieb und machten eine Dose Ravioli warm. Die Dämmerung
setzte ein und es war ein wunderschöner Sonnenuntergang. Im Auto
sind jetzt wo ich dies schreibe viele kleine Mücken, hoffentlich
stechen die nicht alle.
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6. Tag
3.10.91
Wir schliefen in der Nacht neben dem Auto unter einem
wunderschönen Sternenhimmel. Es passierte nichts, obwohl ich zunächst
bedenken hatte.
Es folgte eine lange Fahrt zum Capitol Reef National Park, dann übernahm
ich das Steuer und wir fuhren dort zu einem Aussichtspunkt über
eine Schotterstrasse. Plötzlich fühlte ich es in mir, ich
bin Walter Röhrl! Volle Hämmer um die Kurven und da waren
sich auch schon, die Drifters, fast wäre mein Ralleywagen im Graben
gelandet. Zurück in die Wirklichkeit, jeder hatte einen Schock,
aber es geht weiter. Wenn ich mal zu schnell fahre oder etwas aus der
Spur komme ist Thomas gleich wieder total geschockt, er hält sich
die Augen zu und sagt: "Du fährst auf den Geraden zu langsam
und in den Kurven zu schnell". Aber nur so macht das Spaß!
Wieder auf geteerter Strasse kommen wir in eine Berglandschaft
wo Bäume und Gras wachsen, vor allem die Aspen (sehen aus wie Birken)
haben eine total satte Gelbfärbung. Abartig wie sich die Landschaft
von einer Meile auf die andere von Wüste in Bergwälder ändert.
Zu Mittag gabs in einem Dorf an der Strasse Brot, Wurst und Zwiebel
(die sehr scharf waren) dazu noch Tomaten.
Am Nachmittag erreichten wir den Bryce Canyon, wir sahen
von ein paar Punkten aus in diesen fantastischen Canyon und beschlossen
den Rest morgen anzusehen und dafür auf dem Campground das Zelt
aufzuschlagen. Was gar nicht so einfach war, da es auch für das
Zelt das erste mal war. Dann gabs ein unbeschreiblich scharfes Essen,
Spaghetti vom Benzinkocher und von Thomas die Gewürzdose: "Da
ist mir doch ein bischen zuviel Cayen Pfeffer rein gerutscht".
Jetzt geht's schon wieder, beim schreiben mit einem Lite lässt
es sich halt doch gut leben.
Was mir heute noch aufgefallen ist:
- Das Ei vom Bergpass
- Der High Mountain Ranger (habe wir auch gesehen)
- Thunderstruck im Radio
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7. Tag
4.10.91
Es war kalt in dieser Nacht, arschkalt. Als wir das Zelt
abbauten hatte es wohl knapp über 0 Grad. Es gab Cornflakes zum
Frühstück und danach fuhren wir die hinteren Aussichtspunkte
schnell ab, weil dort noch eine frische Brise zu den kalten Temperaturen
wehte. In Cedar Breaks machten wir ein Pause, das liegt auf 3100m Höhe,
bis dahin der höchste Punkt an dem ich je war. Man hat eine schöne
Sicht ins weite Land.
Weiter unten kamen wir dann nach Cedar City, erst mal
was essen, kein Burger King zu finden also probierten wir den Pizza
Hut aus. Es gab eine Pizza für beide, die freundliche Bedienung
fragte uns dann laufend ob es auch so in Ordnung sei, weil sich darauf
nur Tomate und Käse befand. Man hätte auch mehr dazu bestellen
sollen. Thomas bezahlte, das Kleingeld legte er in lauter Centstücken
hin, der Kassierer hat sich wohl auch das seinige gedacht.
Im Supermarkt kauften wir uns Jeans für 18,95 $, dort gabs auch
Pistolen, Gewehre und natürlich Munition dazu, alles ganz normal
hier. Lebensmittel gabs dafür nicht viel, in einem anderen Supermarkt
auch nicht.
Cedar City ist eine Kleinstadt in der Wüste, ein haufen blonde
Mädchen laufen dort rum, alle mit der gleichen Frisur, das ist
alles was mir so aufgefallen ist.
Der kürzeste Weg nach Californien führt durch
die Wüste von Nevada, was wieder seine Probleme mit sich brachte.
20 Meilen nur gerade aus, dann eine Kurve und die nächsten 20 Meilen
gerade aus, usw. usw. Thomas sah plötzlich Fische auf der Fahrbahn
und ich fing an zu singen, im Radio lässt sich kein Sender mehr
finden. Abends kamen wir dann in Tonopah an, wir beschlossen heute in
eine Bar zu gehen, na ja High Pressing und so.
Die Bedienung, Terry, verlangte erst mal unsere Ausweise,
so fing alles an. Sie sah, dass wir deutsche sind und erzählte
es den anderen Gästen, die Billard spielten. Ich dachte schon beim
reingehen, wenn du jetzt einen Spieler aus Versehen anrempelst haste
gleich zwei blaue Augen. Einer kam dann gleich auf uns zu, er stellte
sich als Bill vor, er war schon mal in Germany, spricht aber nur englisch
und das viel zu schnell. Ich verstand nur Teilweise, er wechselte die
Themen auch so schnell, dass ich gar nicht zum Zuge kam. Es ging um
die Mauer, die Fremden und ihre Sprache, Bier und sonst alles Mögliche.
Er sagte, dass er hier auf der Test Site arbeitet ( einem unterirdischen
Waffen Testgelände) aber eigentlich aus Seattle ist und wenn wir
dorthin kommen, sollten wir unbedingt nach Leavenworth fahren, eine
deutsche Siedlung.
Bill musste dann wieder spielen, kurz darauf kam
einer und fragte in die Runde, wo die zwei German Guys sind, wir hätten
seinen Kö - wie kämen wir dazu? Ein anderer hatte ihn verarscht,
auf unsere Rechnung, aber es war auch gleich wieder alles OK als er
seinen Stick fand. Vinigan, so hieß er, kam dann auch gleich wieder
und nuschelte uns an, ob wir denken, dass er nicht ganz dicht in der
Nuß ist, oder ob wir Haschisch wollen, was soll man dazu sagen?
Dann kam Sunny mit seinen roten Budweiser Hosenträger, der Chef
der Bar, er erzählte uns, dass um die Ecke eine deutsche auch eine
Bar hat. Diese kam dann auch zu uns, sie hieß Elke, eine deutsche
aus Frankfurt, sie ging mit 15 von zu Hause vort, weil sie einen Ami
heiratete und zog erst nach Texas, dann übernahm sie die Hoodoo
Bar in Tonopah. Sie war froh mal wieder deutsch zu sprechen und spendierte
uns ein paar Drinks. Sie hatte auch ein Mädchen dabei, Cindy, die
nicht mehr ganz auf der Matte war, sie hat viele Probleme sagte Elke.
Wir gingen dann zu ihr in die Hoodoo Bar, bis dahin hatte ich zwei Coors
und drei Black Velvet, Canadian Whiskey mit Cola (in diesem Moment,
wo ich dies schreibe, kommt das Lied Black Velvet im Radio - Zufall
oder doch etwas mystisch?). Bei Elke schmeißt Floyd die Bar, ein
witziger Typ mit Stirnband. Wir trinken erst mal einen Long Island Ice
Tea, ein Mixgetränk aus 7 verschiedenen klaren Schnäpsen.
Wir sangen ein paar deutsche Lieder, bis neben mir ein Indianer abkippt.
Er wird von zwei Freunden raus getragen, sie kommen später noch
mal, bekommen aber nichts mehr serviert.
Plötzlich blinken bunte Lichter vor der Bar, Elke geht raus und
kommt ewig nicht mehr, ein anderer kommt rein und hat einen Haufen Blut
an seiner Hose. Irgendwie ist dem Indianer und seinen Freunden die vorher
hier waren was passiert, ein Streit oder so, er liegt wohl schon im
Krankenhaus. Elke kommt wieder, sie weint etwas, ihr Mann ist jetzt
auch da, ein schleimiger Typ. Sie sagt sie führen schon lang keine
richtige Ehe mehr, sind aber seit 22 Jahren verheiratet. Ich trinke
noch zwei Black Velvet und dann verabschieden wir uns langsam, es ist
schon 4:30 Uhr. Der Abschied dauert etwas länger, Elke wollte uns
zu sich einladen, wir lehnten aber ab. Dann gabs noch Problememit ihrem
Mann, als Thomas sein T-Shirt auszog und es ihr schenken wollte (weil
dort mit altdeutscher Schrift für eine Kneipe Werbung drauf war).
Es ist Gesetz, dass jeder Schuhe und Shirt anhaben muß, sagte
mir Floyd. Ich redete noch mit Bill, der jetzt auch hier war, mit der
ganzen Besatzung aus der anderen Bar.
Wir fuhren dann doch noch aus der Stadt raus und schliefen einfach am
Straßenrand.
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