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YUKON / ALASKA 2009Way up north!Eine Reise durch den Yukon und Alaska vom 26. August bis 24. September 2009.Auf dieser interaktiven Karte
ist der Routenverlauf der 3. Woche dargestellt. |
3. WocheDonnerstag, 10.09.09Homer - SewardGegen 8.00 h ist die Nacht vorbei und wir packen zusammen. Am Campground können wir Frischwasser auffüllen und Dumpen und es geht ein letztes Mal hinter nach Lands End, wo wir noch ein paar Fotos machen. Es ist zwar immer noch wolkenverhangen, es sind heute aber ein paar mehr Gipfel als gestern zu sehen. Bye Homer, es hat uns hier gut gefallen. Am Alaska Islands Ocean & Visitor Center schauen wir kurz noch rein; es ist kostenlos und bietet eine Menge Informationen über die Natur und die Tierwelt über und unter Wasser. Auch über die ersten Siedler hier kann man eine Menge erfahren, es gibt jede Menge Schaukästen u. a. Auch Fundstücke der japanischen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg von der äußersten Aleuteninsel Attu. Auch für Kinder bietet dieses Museum undendlich viel; wissenswertes wird spielerisch vermittelt und es gibt auch vieles zum Anfassen. Leider drängt die Zeit und wir müssen weiter; heute auf jeden Fall bis Seward. Auf der Strecke Richtung Soldotna haben wir jetzt im Westen immer wieder tolle Ausblicke auf die zwei über 3.000 m hohen Vulkankegel Mt. Iliamna, der noch zur Aleutian Range gehört; Mt. Redoubt. Als wir den Mt. Iliamna perfekt für ein Foto sichten, biegen wir kurzerhand links ab; ein mit Schlaglöchern übersäter Parkplatz eines Ladens mit angeschlossener Laundry. Elke vernimmt bei dem geschaukel ein seltsames Geräusch aus dem hinteren Wagenteil und als wir anhalten und Andy fotografiert, entdeckt sie die Bescherung. Die Schlaglöcher haben uns jede Menge Scherben beschert; die Türe des oberen Geschirrschranks ist dabei aufgegangen und nun haben wir nurmehr einen großen Teller und 1 Glas; die Müslischüsseln und die Tassen hat es nicht erwischt. Wir beseitigen den Scherbenhaufen und ärgern uns über das Malheur. Bleibt nichts anderes übrig, als demnächst Nachschub zu besorgen. Etwas später, die Gemüter haben sich wieder beruhigt, nehmen wir die Kalifornsky Road, die unmittelbar bei Kasilof links abgeht. Nicht weit davon befindet sich auf der linken Seite der Straße Old Kasilof; die ersten Häuser der Siedler hier. Wir streifen ein wenig umher, das office ist closed for season und es geht weiter nach Kenai. Kenai selbst bietet nicht allzu viel an historischen Bauwerken; die Russisch orthodoxe Kirche ist sehr schön und gepflegt, die Nikolai Kapelle gleich nebenan ein Foto wert und das älteste Haus steht direkt mit Blick zum Meer daneben. Es beherbergt mittlerweile eine Anwaltskanzlei. Vom ehemals alten Fort ist lediglich ein Gebäude zu sehen, das umzäunt und private property ist. Wir halten uns hier nicht lange; beim Verlassen von Kenai entdecken wir, dass es hier demnächst ein Walmart Supercenter geben wird. In Soldotna halten wir bei Fred Meyer und sehen mal, ob es hier Geschirr gibt. Es gibt, aber das was wir haben wollen, nicht vollständig und so kaufen wir für heute Abend noch einen Halibut; müssen wir uns bis Anchorage eben irgendwie anders behelfen. Elke fährt zwischenzeitlich, weil Andy Kopfschmerzen bekommt und so geht es weiter bis nach Seward. Schon am Abzweig nach Seward ändert sich die Landschaft kollosal, die Bäume sind hier wesentlich mehr geschützt und dementsprechend hoch; es sieht hier stellenweise aus wie in den Alpen. Gegen 17.30 h haben wir unser Ziel erreicht; cruisen einmal durch den Ort und vertreten uns noch ein wenig in der Ladenstraße die Beine. Dann geht es auf einen Public Campground direkt am Wasser; der Hafen für die Kreuzfahrtschiffe liegt genau vor uns. Wir zahlen 30 $ für zwei Nächte, braten unseren Fisch und lassen den Abend ausklingen. Später fängt es heftig an zu schütten und der Wind frischt auf; an Schlafen ist kaum zu denken, weil der Regen auf das WoMo-Dach prasselt. Irgendwann gegen Mitternacht übermannt uns dann doch die Müdigkeit. Gefahren: 327 km Freitag, 11.09.09Seward - Exit Glacier - SewardWir können uns heute morgen Zeit lassen, da wir erst gegen 10.30 h im Office von Kenai Fjords Tours sein müssen. Die Schiffstour ist für 11.30 h gebucht. Nach 9.00 h verlassen wir mit Rucksack, Proviant und zusätzlich wärmenden Utensilien für den Fall, dass es auf dem Wasser recht zugig und kalt ist, unsere Behausung und marschieren zum Office um schon mal die Tickets zu holen. Hier wird uns dann auch gleich mitgeteilt, dass die ursprünglich für heute geplante Tour so nicht stattfinden kann, weil es immer noch stürmisch ist und die Wellen zu hoch. Statt dessen gibt es eine kleinere Tour zur Tierbeobachtung, man erstattet uns – sofern wir das machen wollen – etwas vom Preis oder wir können die Tour auch komplett absagen und bekommen das Geld zurück. Umbuchen auf morgen geht auch, kostenlos, morgen soll das Wetter besser sein. Wir entscheiden uns fürs Umbuchen auf morgen und kehren noch beim Visitorcenter des Nationalparkservice ein. Der Exit-Gletscher wird uns empfohlen und der Trail hinauf zum Harding Icefield ist trotz Regen machbar. Also zurück zum Auto und die 9 Meilen hinter zum Exit-Gletscher gefahren. Der Eintritt ist kostenlos. Wir packen den Rucksack etwas um, Proviant und Wasser bleibt drin und wir machen uns auf den 4,5 Meilen langen Trail mit 1.000 Höhenmeter. Zunächst geht es durch Wald und Busch, schon an der Zufahrt waren Schilder mit Jahreszahlen aufgestellt, die das jeweilige Ende des Glatscher markierten. Es geht stetig bergauf, es gibt kaum Abschnitte, wo es mal ein Stück eben dahingeht. Die ersten Wanderer haben wir bald überholt und nach einer knappen Stunde verlassen wir das dichte Buschwerk und bekommen schon mal die ersten Ausblicke auf den mächtigen Gletscher. Nun sieht die Landschaft aus wie im Hochgebirge und noch ein paar Höhenmeter später dominiert nur noch Fels und zermalenes Gestein und kaum Bewuchs. Elke entdeckt den Schwarzbären, der bereits auf der Tafel der gesichteten Tiere der letzten Tage stand, als erstes. Er ist allerdings für ein gutes Foto zu weit weg und selbst als der Weg uns ein gutes Stück näher bringt, ist zwischen dem Tier und uns noch zu viel Distanz. Das letzte Drittel Weg nehmen wir nun auch noch in Angriff, es geht nochmal steil bergauf, das Ziel ist aber schon bald in Sicht. Als wir den letzten Sattel hinter uns haben, geht es etwas gemächlicher dahin und wir können die Muskeln etwas lockern. Kurz vor Ende des Trails gibt es eine Shelter, wo wir auf der Türschwelle mittag machen; es ist bereits 13.00 h vorbei. Gestärkt geht es dann auf den letzten Metern bis zum Ende flott dahin und wir steigen nochmal ein ganzes Stück ab, um näher an den Gletscher zu kommen. Bis ganz nach unten geht es nicht, da es uns zu steil wird. Wir machen aber auch so noch ein paar gute Fotos und treten gegen 14.00 h den Rückweg an. Zwei Ptarmigans lassen sich noch fotografieren und wir entdecken beim Abstieg wieder den Bären, der sich jetzt an einem anderen Berghang satt frisst. Wir verlassen den Trail und laufen ein ganzes Stück querfeldein, um ein paar Bilder machen zu können. Als uns vom Bären eine steile und tiefe Furche trennt, ist Andy im Fotofieber. Gegen 17.00 h sind wir dann mit zahlreichen Fotos im Kasten und vielen tiefgehenden Eindrücken von dieser gewaltigen Eislandschaft wieder am Auto und mittlerweile auch ganz schön erledigt. Wir fahren zurück zu unserem Stellplatz in Seward und werfen auch gleich den Backofen an. Nach einer erfrischenden Dusche und in sauberen Klamotten lassen wir uns die Pizza schmecken. Gegen 21.00 h verlassen die beiden Kreuzfahrtschiffe unter lautstarkem Hupen den Hafen Sewards und das ist das letzte Ereignis des heutigen Tages. Andy lädt die Fotos, Elke schreibt Bericht und heute geht’s mal früher in die Koje.
Gefahren: 39 km Samstag, 12.09.09Seward - Kenai Fjords - SewardWir werden am Morgen von einem Möwen-Stepptanz auf unserem Womo-Dach geweckt; weiß der Himmel, was die da hingetrieben hat. Gestern Abend sah es noch so aus, als würden sich die Wolken lichten; heute ist wieder graue Suppe angesagt und während des Frühstücks beginnt es heftig zu regnen. Das macht schon mal gar keine Laune für die gebuchte Cruise, wobei ja auch noch nicht gesagt ist, dass diese heute wie geplant stattfinden wird. Wir räumen zusammen, packen erneut die Ruckstäcke und machen uns kurz vor 10.00 h auf zum Kenai Fjords Tour Office. Die Route wird heute wie gebucht gefahren, wir bekommen unsere Tickets und sollen uns um 10.50 h am Bootsanleger einfinden. Wir stöbern noch ein wenig durch den angeschlossenen Laden und auf der Straße gegenüber bei True Value. Die Angelhaken, die die hier vorrätig haben, sind von der Größe unbelievable. Damit kann man einen Blue Marlin angeln, aber auch seinen Kontrahenten damit erschlagen. Von A wie Angelausrüstung bis Z wie Zange gibt es hier alles, was man(n) so brauchen kann und haben muss. Nicht zu vergessen die Latte an Schießeisen, mit denen auch der größte Elchbulle erlegt werden kann. Wir gehen zum Anleger und reihen uns ein; heute scheint es voll zu werden. Als alle an Bord sind, wir einen Platz auf dem Oberdeck gefunden haben bekommen wir erst mal eine Sicherheitseinweisung für den Fall der Fälle und ein Crewmitglied demonstriert, wie man mit der Lifewest umgeht und endet die Vorstellung mit „now, you can float“. Feuerlöscher hier, Rettungsring da, Ruhe bewahren … that's it. Noch vor 11.30 h verlassen wir mit der Orca Voyager den Hafen und halten gleich einige Meter später für den ersten Spot – ein Seeotter wirft sich in Pose, er ist wohl immer da. Zu putzig, dieses Tier, wie es auf dem Rücken im Wasser treibt und die zig Kameras beäugt, die auf es gerichtet sind. Blitz ist absolut verboten; da wird seitens des Captain streng darauf geachtet, der hat nämlich seine Augen (Kamera fürs Außendeck) überall. Es geht die Resurection Bay hinaus, vorbei an Fox Island, wo wir die erste Orca Schule sehen. Beeindruckend diese Finnen, die immer wieder aus dem Wasser auftauchen; am tollsten sind die drei Tiere, die nebeneinander schwimmen und zur gleichen Zeit auftauchen und man den Blas sieht. Lou, ein Weibchen, kommt sehr nahe ans Boot und lässt nicht nur die Finne sehen. Wir haben ausreichend Zeit für Fotos, es ist auch genügend Platz auf dem Deck. Zwischendurch regnet es immer mal wieder und der Fahrtwind kühlt, weshalb wir jetzt noch mehr in der Kabine sind, außerdem gibt es jetzt das Lunchpaket und die Crew ist sehr bemüht, dass es allen gut geht. Wir bekommen Limonade, Wasser, Kaffee und Tee for free, auf Wunsch auch direkt an den Platz geliefert.. Als wir das Ailaik Cape erreichen, wir die See zusehend rauher – wir befinden uns nun im Gulf von Alaska und hier kommen die Wellen von allen Seiten. Unser Captain schaukelt uns wirklich gekonnt durch, doch es schwankt ganz schön und Elke wird es ganz flau; Andy wechselt auch die Gesichtsfarbe. Das rauhe Stück dauert zwar nur 20 Miinuten, gefühlt aber eine Ewigkeit, bis wir in die Aialik Bay einbiegen und es wieder ruhiger wird. Es geht hinter zum Aialik Glaicer; der ist der absolute Höhepunkt dieser Tour. Wir kommen ziemlich nah an den Gletscher ran und erleben, wie dieser kalbt. Riesige Eismassen krachen, knacken, bröseln ab und dann rutscht tonnenweise Eis ins Wasser. Ein Naturspektakel, das sich sehen lassen kann. Die Fotoapparate klicken um die Wette und die Aaaah's und Ohhhh's kommen von tief unten. Auch hier dürfen wir in aller Ruhe das Schauspiel genießen; dokumentiert wird hin und wieder vom Captain himself. Wir drehen langsam bei und fahren noch in den Holgate Arm zum gleichnamigen Gletscher. Dieser ist nicht ganz so imposant und kalbt wohl auch in nächster Zeit nicht. Es geht wieder aus der Bucht hinaus, immer wieder mit einer paar Stopps for Wildlife-Viewing. Wir sehen jede Menge Puffins und andere Seevögel, Weißkopfseeadler gibt es hier auch zahlreich und natürlich Seelöwen, die meist dichtgedrängt auf einem Felsen sitzen. Das rauhe Stück um das Aialik Cape lässt uns an Deck verbringen; innen ist die Luft verbraucht. Elke hat ganz schön zu kämpfen und sitzt mit einer Tüte ganz am Heck des Schiffes. Vorne riecht es stark nach süßem Backwerk und das lässt den Magen noch mehr zusammenkrampfen. Andy hält es ganz gut aus, er fotografiert immer wieder. Wir entdecken noch eine Schule einer Delphinart, die um das Schiff schwimmt; sie haben ein irre Tempo drauf und können mühelos mit den 18 Knoten mithalten. Leider sind die Tiere auch fürs Fotografieren zu schnell, so dass wir sie nicht ablichten können. Als wir wieder in der Resurrection Bay ankommen, wird das Wasser ruhiger und es geht auch Elke besser. Sie ist jetzt total durchgefroren und wärmt sich in der Kabine auf, die Crew verteilt jetzt die frisch gebackenen Kekse, lecker für die die jetzt was runter bringen. Wir steuern langsam aber sicher dem Hafen zu; auf dem Weg dorthin gibt es noch einige Weißkopfseeadler zu beobachten, auf auf dem Eagle Rock sitzt ein schönes Exemplar. Gegen 17.30 h sind wir zurück am Anleger und gehen von Bord. Trotz zeitweiser Übelkeit war es eine tolle Fahrt, der kalbende Gletscher das Highlight des Tages. Wir laufen zurück zum Camper und Andy sieht einen Raben, der etwas Glänzendes im Schnabel hat. Als er auf ihn zugeht, lässt er die Beute fallen. Andy findet eine 1-Dollar-Münze; so etwas gibt es wohl sehr selten. Wir zahlen nochmal für eine Nacht und backen uns noch eine Pizza. Der Wecker wird für morgen gestellt, damit wir etwas früher los kommen und dann ist für heute gut. Übernachtung: Publick Campground 15 $ p. Nacht
Sonntag, 13.09.09Seward - Alaska Conservation Center - Anchorage - PalmerUm 7.15 h stehen wir auf, und gut 1 Stunde später sind wir unterwegs. Das Wetter ist nach wie vor schlecht, die Wolken hängen jetzt ganz tief und es regnet pausenlos. Wir fahren noch zu einem Wasserfall, der am Ortsende von Seward in die Tiefe stürzt und dann geht es zurück nach Anchorage. Heute findet ein Radrennen statt, von Seward aus entlang des Highway; bei der Witterung kein Vergnügen. Bis zur Junction nach Soldotna gibt es immer wieder Streckenposten; wo der Zieleinlauf ist, können wir nicht ersehen. Wildlife ist keines zu sehen; die haben sich wohl auch irgendwo verkrochen. In Portage sehen wir uns noch das Wildlife Refuge an; das war im Preis der Kenai Cruise mit inbegriffen; ansonsten muss man pro Person 5 $ berappen. Hier leben Tiere, die zum Teil verletzt sind und hier eine Art Rentnerdasein führen, oder wieder aufgepeppelt werden. Von Karibou bis Moose, von Elks – die hier gar nicht beheimatet sind, bis Muskox, Brownbear und Bison, einem „einarmigen“ Baldeagle und das war's auch schon. Die Tiere bekommen hier eine Art Gnadenbrot; einerseits schön dass man sich um sie kümmert, andererseits machen sie einen traurigen Eindruck auf die Besucher. Wir fahren weiter nach Girdwood; die Straße hinter zur Crown Mine ist allerdings so mit Schlaglöchern übersäht, dass wir darauf verzichten. In Girdwood gibt es eine Laundry mit Dusche; die wollen aber pro Load 4 $, die Dusche gibt’s für 6 $ - ne danke, darauf verzichtet Elke dann lieber. Wir fahren weiter bis Anchorage; am Beluga Point gibt es keine Belugas zu sehen und so kehren wir bei Carls Jr. auf einen Six-Dollar-Burger ein. Wir besorgen noch Geschirr bei Walmart, füllen Vorräte bei Safeway (Carrs) auf und gehen in der benachbarten Laundry Wäsche waschen. Elke geht im Restroom Haarewaschen und bekommt vom Manager extra ein Kabel für den Fön; welch ein Service. So ist die Wartezeit gut genutzt und gegen 17.30 h kehren wir Anchorage den Rücken. In Eklutna machen wir noch kurz Halt und sehen uns die russisch orthodoxe Kirche von außen an und die direkt daneben liegenden Gräber mit den bunten Spirit Houses. Diese bunten Holzhäuschen sollen der Seele des Verstorbenen so lange ein Heim geben, bis diese es nicht mehr benötigt und den Ort verlässt. Dies alles befindet sich im Hirstorical Park, dessen Office und die Kirche heute bereits geschlossen haben. Für den Eintritt wird eine Spende von 5 $ erbeten. In Wasilla gibt es einen Walmart und dort wollen wir heute Nacht stehen bleiben. Ein Typ, der die Einkaufswägen zusammenschiebt gibt Auskunft, dass wir eine Nacht stehen bleiben dürfen, Schilder auf dem gesamten Parkplatz erlauben die Nächtigung hingegen nicht. Wir fragen sicherheishalber nochmal im Laden nach und da heißt es auch nein. Bei Sears gegenüber dürfen wir parken; da ist aber keine Menschenseele und uns gefällt es dort nicht. Wir fahren noch ein Stück weiter und finden am Wassilla-Palmer-Highway einen gekiesten Stellplatz wo wir bleiben. Ist zwar auch nicht so toll, aber für eine Nacht sollte das gehen. Morgen früh wollen wir eh zeitig los. Gefahren: 302 km
Montag, 14.09.09Palmer - Glen Highway - Wrangell St. Elias NP - Mc CarthyUm 7.15 h klingelt uns Andys Wecker raus und wir sehen, dass wir Land gewinnen. Auf dem Wassilla-Palmer-Hwy geht es direkt nach Palmer und Andy späht nach einem Starbucks, aber weder Carrs – der Safeway-Ableger, noch Fred Meyer haben einen Coffeeshop; dafür gibt es unzählige andere kleine Espresso-Läden. Wir wollen noch zum Postoffice, finden es jedoch nicht und fahren jetzt endlich gen Glennallen; die Zeit drängt. Auf der Strecke gibt es immer wieder lohnende Fotomotive, weshalb wir auch nicht so schnell vorwärts kommen. Als Elke im Flussbett einen Baldeagle sitzen sieht, halten wir an und dabei entdecken wir keine 10 m vom Parkplatz entfernt einen Goldeneagle. Als ein LKW lautstark an uns vorbeirauscht, ist er allerdings auf Rückzug und Andy kann ihn kaum noch fotografieren. Der Glenn Highway ist landschaftlich absolut klasse. Die Strecke führt entlang des Matanuska-River durch Laubwälder, immer höher die Berge hinauf und bietet tolle Ausblicke auf die schneebedeckten Gipfel ringsum. Der Blick auf den Matanuska Gletscher geht unendlich weit und ist unbeschreiblich. Zum Gletscher selbst gelangt man auf einer private Road und muss dafür 10 $ bezahlen. Wir fahren jedoch weiter, es liegen noch etliche Meilen Fahrtstrecke vor uns. Schließlich gelangen wir auf ein Hochplateau und im Osten sieht man bereits die über 5.000 m hohen Gipfel des Mt. Stenford, Mt. Drum und Mt. Wrangell des Wrangell St. Elias Nationalpark. Gegen Mittag erreichen wir Glennallen, gehen ins Postoffice und tanken nochmal voll. Im Visitorcenter erfahren wir von einer sehr hilfsbereiten Lady, dass die Kennicott Mine nun geschlossen ist und auch sonst im Mc Carthy alles closed for season ist. Wir können dennoch hinter fahren, die Strecke sei machbar und uns selbst umsehen. Sie gibt uns noch einige Prospekte und fragt in Valdez bei einem Kajakvermieter für uns an, ob er noch Touren anbietet. Wir sollen einfach vorbeischauen wenn wir dort sind. Wir machen hier Mittag und fahren auf der 4 nach Süden. Beim Wrangell St. Elias Nationalpark Visitorcenter machen wir noch Halt und erkundigen uns auch hier nochmal nach den Roadconditions. Der Ranger bestätigt, das bereits in Glenallen mitgeteilte und gibt noch ein paar Infos. Der Hike von der Mine bis zum Glacier Access beträgt oneway 2 Meilen; das wollen wir auch noch mitnehmen und der Shuttlebus von Mc Carthy nach Kennicott verkehrt auch morgen noch. Eine Strecke werden wir mit dem Shuttle fahren; damit sparen wir uns 5 Meilen. Dann sehen wir uns noch einen sehr schönen Film über den Park an. Der Park wurde erst 1980 gegründet und ist der größte Nationalpark, er ist größer wie die Schweiz unfd hat höhere Gipfel, dafür fast gänzlich unerschlossen. Es ist 14.30 h als wir endlich Richtung Chitina aufbrechen und die Strecke zieht sich. Chitina ist eine Ansammlung von ein paar Häuschen, manche schon ziemlich heruntergekommen, aber es hat eine Tankstelle, die zwar als solche nicht zu erkennen ist und ein properes Bed & Breakfast. Ab Chitina mit Überquerung des Copper River beginnt die über 40 Meilen lange Gravelroad, mit etlichen Abschnitten Washboard und Schlaglöchern; es ist jedoch nicht so schlimm wie befürchtet und wir kommen ganz gut voran. Auch hier ist die Landschaft wunderschön; Sumpfwiesen und Seen wechseln mit Laub- und Nadelwäldern. Die ehemalige Eisenbahnbrücke über die tiefe Schlucht ist gigantisch; mittlerweile hat man den Boden komplett mit Holz beplankt; noch vor wenigen Jahren konnte man in die Tiefe blicken. Übrigens wurde die Strasse einfach über die alte Bahntrasse gelegt, weshalb auch immer wieder Schwellen und Nägel aus der Fahrbahn raus schauen. Als wir am Long Lake vorbeifahren, erkennt Andy das parkende Auto unserer Nachbarn vom Riley Creek Campground im Denali NP und hält an. Die beiden angeln hier und haben innerhalb einer guten Stunde 8 kleinere Greylings gefangen. Wir kommen ins Quatschen und die beiden erzählen von ihrem gestrigen Rundflug über den Nationalpark und wie beeindruckend das war. Ein Loone – auch King Fisher genannt, zieht auf dem See seine Kreise und taucht immer mal wieder ab. Wir bekommen die Hälfte des Fischfangs geschenkt, bereits fertig ausgenommen und geputzt; das finden wir mehr als beeindruckend. Wir geben den beiden Weltenbummlern, die erst Ende November wieder in Colorado sein müssen unsere Adresse, die ihrige haben wir schon letztens bekommen und dann geht es für uns auf die letzte Etappe. Es ist nicht mehr weit und wir parken schließlich gegen 18.30 h das Auto am NP Information Point ein Stück vor der Brücke. Der Fisch wird gebraten, es gibt Gemüse dazu – absolut top. Anschließend entsorgen wir noch den Müll im Container und gehen das Stück an der Straße entlang bis zur Brücke vor. Es ist empfindlich kalt; selbst mit Handschuhen frösteln wir. Die Nacht wird sicherlich recht frisch. Mit Abspülen und Fotos laden sowie Bericht tippen ist der Abend dann auch schon bald vorbei. Morgen geht es hinter zur Kennicott Mine und zum Root Gletscher. Gefahren: 443 km Dienstag, 15.09.09Mc Carthy - Root Glacier - KennecottEs ist 7.00 Uhr und eiskalt – auch im Camper hat es gerade mal lausige 8 °C; draußen hat es gefrorern und unter 0. Die Heizung haben wir bisher morgens nie in Betrieb genommen, heute sind wir froh. Nachdem auch der Wasserkessel aufgesetzt ist, wird es langsam erträglich. Bis wir mit Frühstücken, Abspülen, Brotzeit herrichten und Rucksack packen startklar sind, ist es in Null komma Nichts 8.30 h. Wir parken das Auto ein Stück weiter vorne am Visitor Information Parkplatz und marschieren über die zwei Footbridges nach Downtown Mc Carthy. Gegen 9.00 h kommt uns bereits das Shuttle nach Kennicott entgegen und wir bitten, uns nachher mitzunehmen. Wir werden nach Downtown geschickt und sollen beim Office von Wrangell Mountain Air warten. Das Museum von Kennicott hat bereits geschlossen und die übrigen Läden haben heute ihren letzten Tag, bevor auch diese wegen Saisonende schließen. Da gibt es zwei Anbieter für Rundflüge, einen Tourguide-Laden, der Gletschertouren anbietet, den Golden Saloon, ein Bed & Breakfast sowie den Mercantile – auch schon geschlossen. Gestern war die end of season party im Golden Saloon und es wurde gefeiert, bis das Bier aus war und anschließend gab's noch ein Feuerwerk. Das macht jedes Restaurant hier; heute ist das Potato dran. Wir haben nicht mehr viel Zeit, uns in MC Carthy umzusehen, da unser Shuttle bereits anrollt. Wir kaufen noch schnell die Tickets (5 $ pro Person und Strecke) und Elke nimmt noch ein T-Shirt mit. Dann kann's auch schon losgehen, wir sind die einzigen Gäste und froh, uns die 5 Meilen bis nach Kennicott Fußmarsch zu sparen. 20 Minuten später haben wir die Schlaglochstrecke überstanden und sehen uns erst mal die alten Minengebäude von außen an; Hier wird vom Nationalparkservice restauriert und instandgehalten was möglich ist; einige Gebäude erstrahlen im neuen Glanz; es gibt hier unendlich viel zu tun. Die ersten Fotos im Morgenlicht sind nicht ganz so toll; wir laufen jetzt erst mal den Root Glacier Trail. Der Weg ist ohne nennenswerte Steigung, so dass wir gut vorankommen und schließlich doch bis zum Ende des Trails gehen, weil man von dort den besten Ausblick auf den Mount Blackburn hat, von dem der Root Glacier „entspringt“. Wir sind gegen 12.30 h am End of Trail und hier sind auch die Überreste der Erie Mine. Alte Schuhe, gewebte Stoffreste, Eisenschrott … es liegt hier viel verstreut. Die Sonne scheint mittlerweile ganz angenehm, aber der Wind, der vom Gletscher kommt ist sehr kühl, so dass wir nicht allzu lange Pause machen. Es geht denselben Weg wieder zurück; immer mit Ausschau nach Bären. Bären-AA hat es massig auf diesem Trail; wir begegnen aber den ganzen Tag keinem. Als wir gegen 15.00 h am Abzweig zum Glacier Access ankommen, nehmen wir auch noch diesen Abzweig und steigen ein Stück hinab. Man kann auch aufs Eis gehen und das ist nicht mal so rutschig, wie man vielleicht vermutet. Auf der Eisoberfläche liegt jede Menge kleinster Kiesel und Sand, so dass man ganz gut Halt findet. Ein Gletschertor gibt es hier allerdings nicht; dafür bekommt man einen Eindblick, wie dick hier die Eisdecke ist. Das unterirdisch zusammenlaufende Schmelzwasser stürzt in einem Wasserfall in die Tiefe. Auch hier ist es wie im Kühlschrank, obwohl die Sonne scheint. Nach ein paar Bildern geht es zurück nach Kennicott, wo wir nochmal ein wenig umherstreunen und Fotos machen. Elke steigt schließlich noch zum größten Gebäude den Hang hinauf; die Fotos von hier oben sind allerdings nicht so berauschend. Andy bleibt lieber unten. Elke sucht sich einen anderen Weg nach unten und geht auf einem Trampelpfad hinter der Mine entlang; irgendwann mündet der Weg in den Creek und dort geht es ein Stück bis zum Wasserfall. Auf der anderen Seite geht es wieder bergauf und jetzt drängt langsam die Zeit. Elke sucht sich einen etwas kriminellen Abstieg, kommt dann aber ganz gut runter, überquert den Creek und landet schließlich ein Stück weiter vorne als beim Aufstieg an der Brücke. Andy wartet noch an der selben Stelle – uff, geschafft. Wir haben noch ein paar Minuten zum Ausruhen und eine kleine Stärkung, dann ist das letzte Shuttle der Saison 2009 auch schon da und wir fahren zurück nach MC Carthy, wo wir an der Footbridge abgeladen werden. Unser Auto steht immer noch in der Sonne und ist mal so richtig durchgelüftet. Wir fahren das kurze Stück zurück zu unserem gestrigen Stellplatz und Elke macht sich ans Kochen. Andy lädt Bilder und ermittelt, dass wir heute 20 km gelaufen sind. Später machen wir noch ein Feuer mit dem Holz, dass wir auf dem Stellplatz gesammelt haben und gegen 23.00 h geht der heutige Tag zu Ende.
Gelaufen: 20 km Mittwoch, 16.09.09Mc Carthy - ValdezUm 7.00 h werden wir von Andys Wecker geweckt und packen zusammen. Wie in Mc Carthy so ziemlich alles in Aufbruchstimmung ist, weil der Winter naht und die Saison beendet, verlassen auch wir den Wrangell St. Elias NP heute. Übrigens ist ab heute sehr viel geschlossen, der Denali, viele Übernachtungsmöglichkeiten, Tankstellen, Shops, usw. ab heute ist Winter im Norden und viele machen Ihre Häuser winterfest und fahren zum überwintern nach Hawaii oder in den Süden. Es geht bis zum Long Lake, wo wir noch einen Stopp einlegen, die Angel auspacken und unser Glück als Petrijünger versuchen. Leider will in der kommenden Stunde so gar nichts anbeißen; auch lässt sich kein Fisch sehen. Wir packen wieder zusammen und fahren ein Stück weiter. An einem anderen See, der idyllisch von Nadelbäumen eingezäunt ist, probieren wir es nochmal und auch da will so wirklich nichts beißen. Tiere sind auch so gut wie gar keine unterwegs; sollte es hier doch jede Menge Bären geben. Heute ist kaum Verkehr und wir kommen gut voran. Am Silver Lake probieren wir es ein letztes Mal und da passiert dann Andy das Malheur. Fische springen munter im Wasser und dann verhakt sich der Angelhaken an einem unter Wasser liegenden Geäst und als Andy etwas fester an der Angel zieht, bricht diese genau im oberen Aufsatzstück ab. So ein Mist; da hat dieses Ding ein Heidengeld gekostet und dann so was. Dass dies nicht an Andy's Zug lag, sondern ein Materialfehler ist, ist eindeutig. So was darf nicht passieren. Somit hängen wir unser Angelequipment im wahrsten Sinne des Wortes an den Haken und machen erst mal Mittag (ohne Fisch). Es ist bereits nach 13.00 h und wir haben noch ein nettes Tagespensum an Meilen vor uns. Am Copper River sehen wir uns noch die Fishwheels an; eine Konstruktion mit einem Fangkorb, der sich wie ein Wasserrad im Fluss dreht und für die Lachse gedacht ist. So braucht der clevere Indianer nur am Abend mal nach dem Tagesfang ausschauh halten und kann sich derweilen anderen Tätigkeiten widmen. Wir entdecken Bärenspuren im weichen Sand und jede Menge Fischreste; ob dies von den Bären stammt oder dem Fischwheel können wir nicht herausfinden. Dafür sehen wir am Ufer auch noch einen Goldeneagle, der ebenfalls wohl auf Futtersuche ist. Auf zur letzten Etappe über Chitina und Edgerton zum Richardson Highway und ab nach Süden nach Valdez. Irgendwann rückt die Pipeline, die von der Prudhoe Bay nach Valdez führt, ins Blickfeld, verschwindet dann aber auch gleich wieder. Hier verläuft die „Ölautobahn“ größtenteils unterirdisch. Die letzten 30 Meilen vor Valdez geht es in die Berge bis 1.000 m hinauf zum Thompson Pass und dem Worthington Glacier. Die Landschaft ändert sich schlagartig; karge Berggipfel und Alpine Tundra und auch das Wetter wird vor dem Pass schon wieder schlechter. Es geht wieder bergab und gegen 17.00 h erreichen wir Valdez. Tiefe Wolken ziehen durch das Tal und schmiegen sich an die hohen Berge mit den Gletschern; es ist eine mystische Stimmung. Die City haben wir ziemlich schnell gesehen; außer dem Hafen und ein paar Shops und dem einzigen großen Supermarkt gibt es hier nicht viel. Im Hafenbecken tummeln sich Mengen an Lachsen und es gibt keinen Public Campground wie in Homer. Wir suchen uns einen eigenen Platz und fahren zur ehemaligen Town of Valdez, die 1964 nach dem Erdbeben umgesiedelt wurde, weil der Wasserspiegel anstieg und die Stadt überflutete. Wir stehen allein am ehemaligen alten Hafen mit Blick auf die Bucht und einen Tümpel, in dem ein Fisch reiert, nein es war anders rum, ein Reiher hat gefischt. Es regnet und wir haben nicht mehr allzu viel Lust, raus zu gehen. Es gibt noch Abendessen und wir stöbern ein wenig in unseren vielen Prospekten. Gefahren: 306 km
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