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YUKON / ALASKA 2009Way up north!Eine Reise durch den Yukon und Alaska vom 26. August bis 24. September 2009.Auf dieser interaktiven Karte
ist der Routenverlauf der 1. Woche dargestellt. |
1. WochePrologIch weiß nicht, wie lange es jetzt her ist, dass ich davon träum(t)e, mal ganz in den Norden Amerikas zu reisen. Der Grundstein wurde vor vielen Jahren durch mehrere Diashows von Rolf Hicker gelegt, der mich mit seinen fantastischen Bildern von Kanada und Alaska begeisterte. Damals schwang neben der Begeisterung auch die Wehmut mit, die mir da mitteilte „da kommst Du ja eh nicht hin“ und so schickte ich diesen Traum erst mal aufs Abstellgleis. Jetzt, viele Jahre später, wird dieser Traum nun Wirklichkeit und erst bei den letzten Reisevorbereitungen kommt mir das in den Sinn und der Satz, man muss nur fest an etwas glauben, dann gehen auch langgehegte Wünsche in Erfüllung …. Mittwoch, 26.08.09Langweid - FrankfurtNun ist es also soweit; bereits letztes Jahr im September haben wir das Auto für den jetzt anstehenden Urlaub gebucht und um 16.00 h brechen wir per Zug auf nach Frankfurt. Unser Häuptling bringt uns zum Bahnhof, wo wir 10 Minuten später auch schon einen Platz im ICE gefunden und das Gepäck verstaut haben. 3 Stunden später sind wir am Flughafen Frankfurt und Elke bleibt beim Aussteigen mit der ersten schweren Reisetasche an der Türe hängen, kommt ins Wanken und gerät mit einem Fuß zwischen Zug und Bahnsteinkante. Sie kommt mit einem Schrecken davon, es gibt jedoch ein paar satte blaue Flecken und Abschürfungen. Nach einer Odysee zum Condor-Schalter – der liegt am äußersten Ende der Schalterhalle – können wir endlich unser Gepäck aufgeben und bekommen noch Plätze am Notausgang. Es ist bereits nach 20.00 h, als wir noch was zum Abendessen suchen. Die Wahl für den Chinesen in Bahnhofsnähe war keine sonderlich gute Idee; das Essen ist mäßig und das Lokal ähnelt einer Sauna. Wir sind froh, als wir endlich raus an die frische Luft kommen. Drei Stationen mit der Straßenbahn liegen noch vor uns; bei der Galluswache haben wir eine Nacht im Mark Hotel gebucht. Wir müssen etwas suchen, bis wir das Hotel finden. Hier hätte es in unmittelbarer Nähe noch etliche, sicher bessere Restaurants zur Auswahl gegeben; Pech wenn man sich nicht auskennt. Wir beziehen unser Zimmer mit Blick auf die Adler-Werke und versuchen bei offenem Fenster und tropisch anmutenden Temperaturen zu schlafen, was uns mehr schlecht als recht gelingt. Donnerstag, 27.08.09Frankfurt - WhitehorseElke ist bereits um 6.30 h wach und nimmt noch eine Dusche; eine Stunde später sind wir marschbereit und checken ziemlich gerädert aus. Mit der S-Bahn geht es zurück zum Hauptbahnhof, wo wir in der DB Lounge noch was frühstücken. Nebenbei werden die letzten E-Mails gelesen und dann ab zum Flughafen. Wir liegen gut in der Zeit und können im duty free shop noch etwas trödeln. Andy will dieses Mal einen Whisky mitnehmen und die Wahl fällt recht schnell auf eine Flasche Famous Grouse. Wir gehen zum Gate und dürfen noch eine Stunde warten. Weshalb hier Kanada, Alaska, USA zusammen mit Kroatien abgefertigt wird, erschließt sich uns nicht wirklich. Nach einer gefühlten Ewigkeit treffen dann auch die Busse ein, die uns direkt zur Maschine bringen, die mitten im Irgendwo steht. Man kommt sich vor wie in den 60er Jahren; die Gangway steht da, fehlt nur noch die Stewardess im Kostüm mit Hütchen an beiden Eingängen. Wir finden unsere Plätze, haben jede Menge Beinfreiheit und nun könnten wir eigentlich starten …. nur können, dürfen wir nicht. Wir warten, warten und warten und dann kommt auch mal zwischendurch eine Ansage, dass es mit dem Gepäck Probleme gibt. Es fehlen noch Koffer wegen eines Ausfalls des Gepäckleitsystems. Der Kapitän verspricht, uns auf dem Laufenden zu halten und wir erfahren während der nächsten 1,5 Stunden, dass jetzt trotz fehlendem Gepäck abgeflogen wird, da die bisherige Arbeitszeit mit den noch vor uns liegenden 8,5 Stunden Flugzeit nicht weiter ausgedehnt werden darf. Wir reihen uns also auf der Startbahn ein und dürfen dann auch ziemlich schnell aufsteigen. Es folgt das übliche Procedere; Essen in mittlerweile Diätportion, ein paar Getränke und zwei nicht wirklich interessante Filme; die Flugzeit zieht sich wie Kaugummi. Erst als wir über Grönland sind, sehen wir unter uns Eisberge und viel Schnee, dann naht auch schon Kanada und die Wolkendecke wird wieder dichter. Um 12.50 h setzen wir dann endlich in Whitehorse auf. Die Immigration geht schnell und problemlos, Passkontrolle, einmal tief in die Augen sehen, kein Foto oder Fingerscan und man wünscht uns einen unvergesslichen Urlaub. Das Gepäckband läuft bereits auf Hochtouren und wir sind froh, dass unser Gepäck vollständig ist – das hätten wir nun auch geschafft. Betsy von Fraserway erwartet uns bereits und im Nu sitzen wir im Auto und werden zum Office gebracht. Dort erfolgt die Einweisung in unseren Pick up-Camper, eine Informationsflut, die es erstmal zu verarbeiten gilt und die noch einige Zeit in Anspruch nimmt. Gegen 14.30 h rollen wir vom Hof und gehen einkaufen. Walmart ist die erste Adresse und was wir dort nicht bekommen, hat der Superstore. Andy macht sich auf, einen Einkaufswagen zu bekommen und hat keine kanadische Münze. Mit viel Charme und einem US-Dollar bekommt er die gewünschte Münze und wir können unsere Liste abhaken. Als wir zum Fahrzeug zurückkommen fällt uns auf, dass der Kühler tropft – shit….. Wir müssen nochmal zurück zu Fraserway. Der Kühler scheint kaputt und muss morgen ausgetauscht werden. Wir bekommen sicherheitshalber einen Kanister Kühlflüssigkeit und sollen morgen um 8.15 h da sein; man verspricht uns, dass wir um 14.00 h das Auto wieder haben können. Wir steuern den Caribou Campground außerhalb von Whitehorse an, bekommen ohne weiteres einen Platz mit W-Lan und parken unser Gefährt. Es gibt noch frische Nudeln mit Tomatensauce und Salat und dann ist auch schon bald Feierabend. Nach 22 h auf den Beinen wird’s jetzt auch Zeit. Gefahren: 28 km Freitag, 28.08.09Whitehorse - Fox LakeAndy ist bereits um 5.00 h wach, gegen 6.30 h steht auch Elke auf und wir machen Frühstück. Wir räumen noch etwas um und müssen dann los. Pünktlich fahren wir auf den Hof. Wir geben das Auto ab und Betsy fährt uns zur Mainstreet. Wir haben nun bis 14.00 h Zeit, uns Whitehorse anzusehen. Bei Starbucks genehmigen wir uns erst mal einen Kaffee, anschließend geht es ins Visitor Center. Mit einigen Broschüren ausgestattet und einem schönen Film über das Yukon Territory geht es dann am Riverwalk entlang bis zum Staudamm und zur Fishladder, die bereits 1950 für die Wanderung der Lachse und übrige Fische angelegt wurde und heute noch in Betrieb ist. Die 4 km Gesamtstrecke ist schön zu laufen und bei Sonnenschein und abwechselndem Nieselregen bekommen wir schon mal einen ersten Eindruck. Zurück in Whitehorse teilen wir uns einen Burrito und sehen uns die Mainstreet noch etwas genauer an. Viele Läden gibt es nicht und wir landen bei Docs Diner noch zum Lunch. Jetzt bleibt gerade noch Zeit, sich den Log-Skyscraper – ein dreistöckiges Holz(hoch)haus und die Log-Church anzusehen. Die Kirche sehen wir nur von außen, da diese ein Museum ist, für das wir keine Zeit mehr haben. Wieder zurück im Visitorcenter warten wir bei einem Film über den Dempster Highway bis 14.00 h und Betsy holt uns ab. Bei Fraserway erfahren wir, dass der Mechaniker immer noch zu Gange ist und es wohl noch eingie Zeit dauern wird, was nun? Betsy wird unsere Chauffeuse und wir besorgen die letzten Dinge, die wir gestern beim Einkauf vergessen haben. Im Liquor Store gibt es noch Bier und beim Superstore das ein oder andere Ding. Zurück bei Fraserway dauert es dann bis 17.00 h; die Angestellten sind mittlerweile alle in den Feierabend verschwunden und wir bekommen dann endlich unser Auto. Man sagt uns zu, dass dieser Tag nicht berechnet und die erste Übernachtung auf dem Caribou-Campground von Fraserway übernommen wird. Jetzt aber vom Hof und los; wir fahren noch bis zum Foxlake und bleiben eine Nacht auf dem Forest-Campground. Ein Platz ist gleich gefunden, Andy zündet schon mal die Grillkohlen und dann werden wir ganz unverhofft und Kate und Ken von nebenan auf einen Coffee eingeladen. Wir brutzeln unser Fleisch und nehmen das Angebot dankend an. Es wird eine unterhaltsame Abendrunde, bei stark rauchigem Kaffee und einem Absacker – einen von Ken's selbst angesetzten Raspberry Liquor. Wir sitzen gemütlich am Feuer und Ken erzählt; er war bei der Army und hat Einiges zu berichten – patriotisch, aber auch sehr sozial eingestellt – nach dem Motto, leben und leben lassen. Gegen 10.00 h verabschieden wir uns, Elke tippt noch Bericht und dann ist auch bald Schluss für heute.
Gelaufen: ca. 5 km
Samstag, 29.08.09Fox Lake - Silver Trail - Keno - Stewart CrossingUm 6.30 h sind wir wach, machen Frühstück und nach den weiteren Notwendigkeiten eines so früh beginnenden Tages sind wir eine Stunde später on the road. Auf der 2 geht es gen Norden und wir sehen Wald, Wald und nochmals Wald. Tiere lassen sich keine blicken. Diese Einsamkeit muss man erst mal „verdauen“; käme uns nicht ab und an ein Auto entgegen würden wir glauben, wir sind hier ganz allein. Das Wetter sieht recht passabel aus; es ist bewölkt, aber die Sonne kommt immer wieder durch und beleuchtet die Szenerie. An der Braeburn Lodge halten wir und kaufen uns eine riesen Cinnamon Roll, eine weit bekannte Spezialität, die wir von verschiedenen Leuten empfohlen bekommen haben. Wir passieren Carmacks, das nur aus einer Tankstelle mit Shop und ein paar Häusern zu bestehen scheint; hier ist nichts los, auch an einem Samstag nicht. Danach kommen die Five Finger Rapids, eine gefährliche Engstelle für die Flussdampfer auf dem Weg nach Dawson City. Pelly Crossing hat auch nicht mehr zu bieten als Carmacks, weshalb wir auch nicht anhalten und es weiter nach Stewart Crossing geht. An der einzigen Tankstelle füllen wir den Tank auf und zweigen ab auf die 11 nach Mayo. Mittlerweile ist es nach 13.00 h und wir halten an einer Bucht direkt an der Straße für ein paar Sandwiches. Wie gut, dass wir in unserem Schneckenhaus hintendrauf alles haben; trocken, warm und gemütlich zum sitzen. Am Devils Ellbow machen wir Halt und laufen zum Viewpoint. Hier könnte wenn man denn könnte, Elche sehen, die hier leben. Am Samstagnachmittag haben die Tiere aber wohl auch frei und so gehen wir leer aus. Weiter geht’s und die Strecke zieht sich; wir lassen Mayo rechts liegen und fahren weiter nach Keno auf dem Silver Trail. Die Straße wird zur Gravelroad und die ist, nachdem es jetzt zu nieseln begonnen hat, nass und schmierig. Da wenig Verkehr, fahren wir in der Mitte; das Bankett ist gefährlich weich und die Straße zu beiden Seiten richtig abschüssig. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir Keno erreicht; eine Ghosttown, in der noch 25 Seelen leben; der Ort wirkt trotzdem ziemlich trostlos. Die Hauptattraktion ist ein Museum zur Goldgewinnung. Wir sehen uns kurz um und fahren dann hoch zum Signpost; die Strecke geht satt den Berg hinauf und ist ziemlich rauh, aber da muss unser Gefährt durch. Wir befinden uns schließlich über der Baumgrenze und die Alpine Tundra ist schön bunt; leider zieht es immer mehr zu und es beginnt erneut zu nieseln. Die Temperatur ist mittlerweile auf lausige 6 °C gesunken, dazu weht ein eisiger Wind. Am Signpost machen wir noch ein paar Bilder, halten uns aber nicht länger als notwenig und es geht wieder den Berg runter und bis nach Mayo. Als wir kurz vor Mayo nochmal einen Creek queren, entdecken wir zu unserer großen Freude in der Entfernung einen Weißkopfseeadler. Andy packt das Tele aus und fotografiert; Elke beobachtet den großen majestätischen Vogel mit dem Fernglas und entdeckt, dass der Adler sich mit einem Raben zankt, wir sind ganz aus dem Häuschen. In Mayo einmal kurz durch die City gefahren; viel gibt es auch hier nicht zu sehen und da wir noch jede Menge Tageslicht und Zeit haben fahren wir wieder zurück nach Stewart Crossing. Da kein Campground weit und breit in Sicht, bleiben wir heute Nacht wild am Stewart River stehen, nicht weit von der Straße entfernt. Elke ist heute etwas angeschlagen. Andy bekommt noch ein schnelles Abendessen und dann verschwindet Elke in der Koje. Andy geht noch ein wenig raus, lädt die Bilder des Tages und dann ist auch für ihn Feierabend.
Gefahren: 546 km Sonntag, 30.08.09Stewart Crossing - Dawson - Dempster HighwayErst gegen 7.00 h beginnt heute unser „Treiben“; Elke hat sich erholt, Andy fühlt sich dagegen wie erschlagen. Die zwei Gläser Wein von gestern Abend scheinen daran schuld zu sein. Heute ist Elke der Pilot und um 8.00 h nehmen wir Kurs auf Richtung Dawson. Das Wetter zeigt sich auch heute nicht von der besten Seite; tief hängende Wolken wechseln mit ab und an sonnigen Lichtblicken. Wir fotografieren hie und da, halten an diversen Viewpoints und dann entdeckt Andy einen Schwarzbären neben der Straße. Da mit unserem 5,5 Tonner der Bremsweg mehr als lang ist , kommen wir nicht sofort zum stehen. Bis wir zurückfahren, ist das Tier schon im Unterholz verschwunden; Andy wagt sich dennoch vor und entdeckt dabei noch einen neugierigen Kojoten, von dem er noch ein Bild schießen kann. Kurz vor Dawson zweigen wir auf eine Gravelroad ab; zeigt doch ein Schild an, dass es hier Fotomotive geben soll, die sich lohnen würden. Die Strecke ist als 20 km Loop ausgewiesen und verläuft entlang der Goldclaims, die allerdings nicht sonderlich spekatkulär sind und der Straßenzustand ist auch nicht so toll. Wir kehren nach ein paar km wieder um und nehmen den nächsten Abzweig, der uns zur Dredge No. 4 bringt; die größte restaurierte Abraum-Maschine, die hier bis in die 60er Jahre zur Goldgewinnung im Einsatz war. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Führung um 12.00 h an. Die Erläuterungen von Sue sind interessant und mit „Herzblut“. Unglaublich, wieviele Tonnen Steine und Erdreich dieser monströse Schwimmbagger bewegt und wieviel Gewinn er eingebracht hat. Diese Abraummaschinen sind auch die Erklärung für die Geröllbandwürmer, engl. Tailings, im Tal vor Dawson City; es sind die Hinterlassenschaften aus der Goldgewinnung. Die Führung dauert gut eine Stunde, wir sehen uns noch den 10 Minuten-Video an und dann gibt es erst mal eine Mittagspause. Mittlerweile regnet es und ist mit 8 °C ziemlich frisch. Wir fahren nach Dawson City und sehen uns ausgiebig um; viele alte Häuser versprühen den Charme der damaligen Zeit und das schöne daran, es ist nicht alles nur auf Kommerz ausgerichtet. In den alten Bauten finden sich Lebensmittelgeschäfte, Banken, Postoffice, sogar ein Radiosender, Theater und einige Souvenirläden. Dazwischen die ganz alten Bauten, die noch vor der Jahrhundertwende errichtet wurden und alle mit Tafeln und Erläuterungen versehen sind, welchem Zweck sie seinerzeit dienten. Im Dempster-Highway Information Center holen wir noch ein paar Infos, da wir uns nun doch entschlossen haben, ein Stück auf dem Dempster Highway zu fahren und dafür nicht den Dalton in Alaska. Andy ersteht noch ein T-Shirt und dann gehen wir auf dem Campground gegen 4 $ Unkostenbeitrag dumpen (Abwasser entleeren) und den Frischwassertank auffüllen. Wir tanken noch voll und dann geht es wieder raus aus der Stadt und schon mal ein Stück auf dem Dempster Highway, bis wir ein geeignetes Plätzchen für die Nacht, direkt an der Straße und neben einem Creek finden. Es gibt noch Abendessen (Calzone aus dem Ofen) und als es gegen 22.00 h so langsam aber sicher dunkel wird, dann auch in die Koje.
Gefahren: 302 km Montag, 31.08.09Dempster Highway - Eagle Plains - Arctic CircleWir haben beide unruhig geschlafen, in den Morgenstunden wurde es richtig kalt und es regnet. Erst gegen 8.30 h sind wir unterwegs; die Berggipfel, soweit sie nicht im dicken Nebel hängen und zu sehen sind, haben weiße Hauben. Eine halbe Stunde brauchen wir bis zum Tombstone Interpretive Center; ein Neues wurde gerade erst errichtet, ist aber noch nicht bezogen und das Häuschen am Eingang zum Campground liegt entgegen der angegebenen Öffnungszeit noch in tiefem Schlaf. Wir bekommen somit keine Tipps und nach kurzer Überlegung fahren wir weiter. Ab und an werden die Wolken etwas lichter, ab und an kommt sogar mal ein Sonnenstrahl durch, der Regen begleitet uns in mehreren Etappen aber den gesamten Tag. Von den Tombstone Mountains sehen wir leider nichts, aber als es den North Fork Pass Summit hinauf geht, wird die Sicht besser und wir werden mit den vielfältigen Herbstfarben der Tundra entschädigt. Die Landschaft ist atemberaubend schön und bis zum Seven-Mile-Hill (km 245) wechselt diese stetig. Die Fahrt wird ab und an durch Fotostopps unterbrochen und das stete Absuchen der vorbeiziehenden Landschaft nach Wildtieren macht mit der Zeit müde. Außer ein paar über die Straße rasenden Hörnchen, einem Schneehuhn das zur Zeit noch das Sommergefieder trägt und einem Fuchs ist uns nichts über den Weg gelaufen. Gegen 12.30 h erreichen wir den Campground am Engineer Creek und machen Mittag. Während sich Elke für eine halbe Stunde Augenpflege gönnt, versucht Andy sein Glück mit der Angel. Wir machen anschließend Mittagspause (ohne frischen Fisch) und sind um 14.00 h startklar. Es liegen immer noch über 180 km vor uns die sich endlos ziehen. Die Straße ist nun eine Schlammpiste und erfordert die volle Aufmerksamkeit; das Bankett ist ab und an gefährlich weich. Gegen 17.00 h erreichen wir Eagle Plains bei km 369. Eagle Plains besteht aus einer Tankstelle mit angeschlossener Werkstatt sowie Hotel mit Restaurant und einem Campground mitten im Nirgendwo und mitten im Schlamm. Der ganze Platz befindet sich dermassen im feuchten Dreck, das man gar nicht aussteigen möchte. Leider erfahre ic herst nach dem verlassen des Fahrzeugs, dass die Tanke mit Bedienung ist. Wir gönnen unserem Gefährt ein paar Liter Diesel, natürlich wird voll getankt und nehmen die letzte Etappe bis zum Arctic Circle. Beim 66 Breitengrad und 33 Minuten lassen wir für heute das Auto stehen und verbringen hier die Nacht. Wir brutzeln uns noch ein vorzügliches Steak und lassen den Abend gemütlich bei einem Scotch ausklingen. Gegen 20.30 h trifft ein Mofafahrer ein, den wir heute mal überholt haben. Ein junger Bursche, der bei diesem Shit-Wetter nicht zu beneiden ist. Er sieht völlig durchnässt und fertig aus; wie er es mit seinem Fahrzeug bis hierher geschafft hat, ist uns ein Rätsel. Am Gepäck hinten drauf hat er lediglich einen Ersatzkanister und auf der gesamten Strecke vom Beginn des Dempster bis hierher gibt es nur die Tankstelle in Eagle Plains. Kurz vor Einbrechen der Dunkelheit verlässt er den Parkplatz und fährt weiter nach Nordosten. Auf dem Tank konnte man DENIOL.COM lesen, hinterher habe ich mir die Website mal angesehen, ein Franzose erkundet mit dem Mofa die Welt, aber lest selber wenn Ihr wollt. Wir lassen uns nicht viel später von den Windböen in den Schlaf schaukeln. Für die Fahrt des Dempster Highway gibt es im Visitor Center in Dawson City bzw. am Abzweig den Dempster Highway Travelogue. Hier wird Wissenswertes nach Kilometerfortschritt ausführlich erläutert.
Gefahren: 361 km Dienstag, 01.09.09Arctic Circle - Dempster Highway - Tombstone ParkDie Nacht war stürmisch, unsere Schlafstätte hat ganz schön geschaukelt. Um 6.30 h stehen wir auf und haben die Richardson Mountains fast wolkenfrei vor uns. Andy entdeckt beim fotografieren ein umgefallenes Schild, hier ist das übernachten verboten, aber es gab keine Probleme. Wir waren die einzigen, der Mofafahrer ist aber sicherlich auch nicht mehr sehr weit gefahren. Eine Stunde später sind wir startklar und machen uns auf den Rückweg. Die Strecke ist besser zu fahren als gestern und Andy ist heute etwas schneller unterwegs. Trotz etlicher Fotostopps sind wir um 12.00 h im nördlichen Teil des Tombstone Territorial Park und machen an der Northfork vom Klondike Mittag. Das Wetter ist heute wesentlich besser; die Sonne wechselt sich mit Wolken ab, aber deswegen lassen sich die Tiere, die hier leben, auch nicht sehen. Die Karibus sind zur Zeit noch an der Beaufort See weil es dort das Futter gibt, das die Tiere für den bevorstehenden Winter benötigen. Die Heerden kommen erst Anfang September zurück in den Süden; also brauchen wir uns auf die Sichtung dieser Tiere schon mal gar keine Hoffnung machen. Als wir weiter fahren, entdecken wir von der Straße aus wieder einen Baldeagle, der recht fotogen auf einer Tanne posiert. Heute haben wir sogar Glück, und können die Tombstone Mountains sehen. Das Wetter sieht passabel aus und so entscheiden wir uns für den Hike zum Lookout entlang des Grizzly Creek. Es ist 15.00 h als wir starten; die 6 km Roundtrip sind mit 2 – 3 Stunden angegeben. Es geht erst mal durch dichten Wald und man muss die Augen auf dem Weg haben, da dieser zu 90 % von nassen Baumwurzeln durchzogen ist, stellenweise ist es matschig. Nach ca. 1,5 km geht es den Berg hinauf und bis zum Lookout sind es ca. 500 Höhenmeter, die es in sich haben. Wir kommen ins Schwitzen und dann fängt es zu regnen an. Ponchos ausgepackt und weiter geht es. Als wir den Lookout erreichen werden wir mit einer fantastischen Aussicht auf die schroffen Felsgipfel belohnt. Wir fragen noch ein entgegenkommendes Pärchen, ob der weitere Weg nach oben noch bessere Ausblicke bietet und sie empfehlen uns noch weitere 20 Minuten aufzusteigen. Jetzt geht es über ziemlich übles Geröll nach oben. Der Blick von hier oben ist wirklich um einiges besser, es beginnt aber nochmal richtig zu regnen und es weht ein eiskalter Wind. Wir warten den Schauer ab und machen noch ein paar Fotos, dann geht es wieder zurück. Die Wurzeln sind rutschig wie Schmierseife und Elke legt sich ein paar Mal hin; gottlob ohne nennenswerte Blessuren. Gegen 18.30 h sind wir wieder am Auto, parken dieses nochmal um und richten uns hier für die Nacht ein. Es gibt noch Abendessen und Andy testet zum ersten Mal die Dusche. Ist zwar recht eng, aber es geht.
Gefahren: 339 km Mittwoch, 02.09.09Tombstone Park - Dempster Highway - Dawson City - Top of the world Highway - Chicken - TokIn den frühen Morgenstunden wird es empfindlich kalt; durch die Dachluke über unserem Schlafplatz kriecht die Kälte und um 7.00 h sind wir wach. Die Temperaturanzeige im Auto zeigt 3 °C. Wasser für Kaffee und Tee aufsetzen und im Nu ist unser Schneckenhaus schon etwas temperiert; schaltet man die Heizung für ein paar Minuten an, dann ist es auch schon angenehm warm. Mit allem drum und dran sind wir um 8.00 h startklar und fahren bis Dawson City. An der Tankstelle am Ortseingang wird erstmal das Auto vom Dreck der letzten Tage befreit; wir benötigen drei „Einwürfe“ in den Automaten für den Dampfstrahler und das beschert uns 15 Minuten Hochdruckreinigen. Während Andy sich mit dem Reinigen beschäftigt ist, geht Elke nebenan im Washroom (Restrooms gibt es in Canada wohl nicht) Haarewaschen und Fönen. Als Elke zurückkehrt, ist Andy gerade mit Dumpen und dem Auffüllen des Frischwassertanks fertig. Wir fahren bis zur Fährstation, die über den Yukon führt – und die ist vom Government gesponsert und kostenlos. Die Fähre ist auch schon bald da und mit uns fährt der Wandersmann, der gestern Abend am Grizzly Creek Trailhead das Auto nebenan stehen hatte. Andy unterhält sich mit ihm; er ist allein unterwegs und schläft im Auto. Obwohl er mit seinem Allrad überall hinkommt, beneidet er uns um unseren Camper – nach ein paar Nächten im Auto ist alles feucht, unangenehm und trocknet nicht mehr aus. Die Überfahrt geht ganz schnell und nun geht es zum Top of the World Highway. Eine Gravelroad die auf der Bergkette verläuft, die uns jetzt noch von Alaska trennt. Die Aussicht geht in unendliche Weite; die Fernsicht ist heute prima. Nach 104 km erreichen wir die Grenze in die USA und müssen das Visum ausfüllen. Wir bekommen einen schönen Stempel in den Pass und berappen pro Nase 6 US $ Gebühr; dann noch das Spielchen mit dem Foto und Fingerscan. Ansonsten alles ganz easy, man fragt uns nur nach Waffen oder ob wir Waren dabei haben, die wir in den Staaten veräußern wollen. Lebensmittel, wie Fleisch, Gemüse und Obst dürfen (eigentlich) nicht eingeführt werden, aber das will man gar nicht wissen. Wir haben eine Stunde gut; d. h. Wir dürfen die Uhr um eine Stunde zurückdrehen. Es geht auf Gravel weiter bis nach Chicken. Kleine Story am Rande: Chicken sollte ursprünglich Ptarmigan (Schneehuhn) heißen. Da aber keiner der Einwohner wusste, wie man Ptarmigan schreibt, bekam die Community den einfacheren Namen Chicken (fehlt zwar das „Schnee“, Huhn bleibt aber Huhn). Zwischendurch sucht Andy an der Strecke zwei Geocaches, die nicht weiter schwer zu finden sind. Derweil pflückt Elke Blueberries, die es hier doch noch zahlreich gibt. Hier scheint erst vor kurzem ein Hunter erfolgreich gewesen zu sein; wir entdecken ein zusammengefaltetes Deer-Fell. Auf der weiteren Wegstrecke entdeckt Elke im Graben neben der Straße ein Tier; wir halten an und als wir es vor die Linse bekommen, haben wir ein Porcupine – einen Baumstachler oder auch Stachelschwein gesichtet. Es hat wohl keine Lust auf eine Aufnahme und verschwindet auch schnell im Gebüsch. Die Temperaturen steigen heute sogar bis auf 18 °C; ganz ungewohnt für uns, dass es auch mal ohne Fleecepulli auszuhalten ist. Nächste Anlaufstelle ist Chicken; mitten im Nirgendwo eine Community; eine Tankstelle, zwei Campgrounds und der City District – Ein Mercantile Shop, ein Liquor Store und ein Restaurant; dahinter zwei Blockhütten und das war's dann auch schon. Bei der Tankstelle halten wir kurz und bekommen einen Coffee for free. Weitere 60 Meilen beläuft sich die landschaftlich schöne Strecke bis Tok, wo wir heute wohl bleiben werden. Irgendwann rückt die Alaska Range ins Blickfeld. In Tok angekommen gehen wir ins Visitorcenter und erkundigen uns nach Schiffstouren von der Kenai-Halbinsel. Die Dame ist sehr bemüht; so wie es aussieht, gibt es im September nicht mehr viele Möglichkeiten für eine Tour. Wir werden sehen. Nebenan im Three Bears Supermarkt finden wir einen sehr gut sortierten Store vor und kaufen für nachher noch Hackfleisch und Semmeln für Burger. Die Preise sind hier ganz zivil; manche Artikel sind hier zwar doppelt so teuer als im Supermarkt im Südwesten, die Dinge des täglichen Bedarfs sind aber durchaus akzeptabel. Einzig das Firewood ist mit 9,99 $ mehr als gesalzen. Wir fahren die paar Meilen retour zum Tok Riverside Campground vor dem Ort gelegen, berappen 15 $ für eine Nacht. Erst mal das Anti-Mücken-Spray herausgeholt; heute fliegen die Tierchen recht emsig. Wenig später brutzeln unsere selbstgemachten Burger Patties. Wir machen anschließend noch ein Campfire und beschließen den Abend mit einem Schluck Whiskey. Gefahren:410 km Weiter zur nächste Wochenach oben |