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USA Herbst 2008 Rocky [Mountains] Trails - Mit dem Jeep und per Pedes durch Colorado Eine Reise durch die Staaten Colorado, Utah und New Mexico zu bekannten und weniger bekannten Orten, 30 Tage vom 15. September bis zum 14. Oktober 2008. Auf dieser interaktiven Karte
ist der Routenverlauf der 1. Woche dargestellt. Google-Maps-Creator by Ulrich Küster Weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.
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3. Woche15. Tag - Dienstag 30. SeptemberGrand Mesa - Crag Crest Trail Eine Gratwanderung Es ist 7.30 h, als wir aus den Säcken kriechen. Die Sonne ist schon am Aufgehen und es ist gar nicht mal so kalt. Das Thermometer im Zelt meldet 4 °C; draußen hat es um die 0°C. Wir machen Frühstück und das gemütlich. Der Rucksack ist bereits gepackt und um 9.00 h sind wir am Trailhead vom Crag Crest Trail. Es liegen rund 10 Meilen vor uns; also nicht ganz ohne. Die erste Etappe geht knackig bergauf, wir haben zwar nur etwas über 300 m Höhenmeter im Ganzen zu bewältigen, allerdings befinden wir uns bereits auf 3.150 m Höhe und das macht sich bemerkbar. Eine Stunde benötigen wir für den Aufstieg auf den Grat, der nun nach Westen führt und teilweise schon recht steil abfällt. Hier oben bläst der Wind ziemlich kalt, ab und an ist es aber auch wieder windstill. Die Aussieht nach Süden auf die Berge ist leider sehr dunstig, dafür sieht man im Norden die Bookcliffs, jenseits der I-70, sehr gut. Wir begegnen auf der Strecke einigen Wanderern und es geht nie ohne einen kurzen Smalltalk weiter. Am meisten Zeit benötigen wir für eine Unterhaltung mit dem Tuesday Hiking Club aus Grand Junction; da sind ein paar Frauen darunter, die sehr gut deutsch sprechen und die sich die Gelegenheit für ein wenig Übung nicht nehmen lassen. Eine nette Truppe von bereits pensionierten Leutchen, die sehr aufgeschlossen sind und uns alle möglichen Fragen stellen. Es geht auf Mittag zu und wir finden in einem Waldabschnitt eine windstille Lichtung mit passender Sitzgelegenheit, wo wir lunchen. Die Hälfte der Strecke haben wir nun geschafft und es geht langsam aber sicher wieder bergab. Andy geht voraus und bleibt auf einmal abrupt stehen; er hat vermutlich einen Mountainlion aufgescheucht. Das Tier, das ich nur von weitem gesehen habe, hatte helles Fell und hat sich geschmeidig wie eine Katze durchs Holz bewegt; es war kein Astknacken oder dergleichen zu hören. Eine Kojote würde niemals so lautlos von dannen kommen. Dass es hier Mountainlions gibt, hatte uns ein Paar erzählt, dem wir hier begegnet sind. Im späteren Verlauf entdeckt Elke dann auch noch Fußspuren im Morast und diese sind eindeutig von einer großen Katze. Die Landschaft und die Ausblicke sind immer noch atemberaubend, als aber am frühen Nachmittag die Kräfte allmählich nachlassen, konzentrieren wir uns mehr auf den Weg vor uns, als auf die vorher vielfältigen Fotopausen. Elkes Rucksack wird langsam aber sicher unangenehm, und das letzte Stücke zum Auto geht nochmal ein Stück bergauf und zieht sich ganz schön hin. Nach 5.30 h sind wir dann endlich zurück am Auto und öffnen erst mal eine Coke. Wir fahren zu unserer Behausung, wo wir uns dank Solarshower ein wenig frisch machen, ein Ganzkörperbad im See ist definitiv zu eisig und wir wollen den Anglern doch nicht die Fische vertreiben. Etwas Ausruhen, Fotos überspielen und nach einer Tasse Tee sind wir wieder soweit regeneriert, dass wir nochmal per Auto auf die Mesa starten können, die andere Seite erkunden und schließlich noch den Sonnenuntergang mitnehmen. Es gibt nochmal jede Menge Fotomotive von kleinen Seen und dem herrlichen Laub und schließlich landen wir wieder am Observatorium. Um 6.45 h beginnt das Spektakel und die Sonne sinkt, der Himmel verfärbt sich in den kommenden 45 Minuten bis in dunkelorange und die La Sal Mountains im Südwesten bekommen einen rosa Hintergrund. Grandios! Während sich Andy um die Fotos kümmert, erholt sich Elke auf der noch von der Sonne warmen Steinbank am Observatorium. Gegen 8.00 h sind wir an unserer Hütte, auch unser Nachbar ist noch da. Wir machen nochmal Feuer und heute gibt es ein Menue à la Mountainhouse. Gegen 22.00 h ist nur noch Glut im Firepit und wir kriechen in die Schlafsäcke. Gelaufen: 10,3 Meilen |
16. Tag - Mittwoch 1. OktoberGrand Mesa - Ophir Pass - Farmington Noch nen Pass Gegen 6.45 h wird Elke wach; es dämmert bereits und von der nahegelegenen Straße ist Autolärm zu vernehmen. Elke kriecht aus dem Zelt und beginnt mit dem morgendlichen Procedere, denn heute soll es zackig gehen - wir haben ziemlich Strecke vor uns. Gleich mal Wasser für Kaffee und Tee aufsetzen und Andy ist auch schon munter. Wir nehmen gleich das Überzelt ab, schütteln es aus und legen es umgedreht aufs Zelt zum Trocknen. Die nächste Stunde vergeht in Windeseile, bis wir gefrühstückt und alles wieder im Auto verstaut haben. Nach 8.00 h sind wir startklar und es geht Richtung Cedaredge, wo wir nochmal voll tanken. Weiter nach Delta und auf der 550 über Montrose, Ridgeway – die Sneffels Range hat etwas mehr Schnee als noch vor einer Woche – und Ouray. Sind ja alles Wege die wir mittlerweile auswendig kennen. Weiter über den Red Mountain Pass und vor Silverton zweigen wir ab zur FR 145 zum Ophir Pass. Da uns dieser Pass noch aussteht und er jetzt gerade gut auf dem Weg nach Süden paßt, nehmen wir ihn einfach mit, er soll ja nicht so schwierig sein. Diese Route hieß mal Navajo Trail und war ein häufig genutzer Weg für die Jagd. Trapper waren die ersten Weißen, die diesen Pass nutzten, nach Ihnen folgten Entdecker und Goldsucher, anno 1860. Fast 100 Jahre später, also 1953 entstand die jetzige 4 WD Road. Die Strecke verläuft kontinuierlich nach oben und man gewinnt schnell an Höhe; im ersten Abschnitt geht es durch lichten Laubwald und Aspen. Oberhalb der Baumgrenze warten einige schmale Kehren und die schmale Straße windet sich am steilen Abhang zum Pass hinauf. Solange kein Gegenverkehr herrscht, ist die Strecke gut zu meistern. Auf Passhöhe befindet sich ein riesiges Geröllfeld und von da ab wird es ziemlich bumpy. Wir gehen also auf 4 WD low und zuckeln den Trail hinab; der Trail verläuft als Shelfroad einem Geröllhang entlang, die Straße ist aber breiter als auf der bisherigen Strecke. Die Aussicht ist fantastisch, Time to take some pictures. Die Strecke ist mit 3 bewertet und das Rating stimmt. In einer guten Stunde haben wir die 9,6 Meilen hinter uns und machen in Ophir Mittag. Wir belegen die Sitzgelegenheit eines öffentlichen Spielplatzes und schon haben wir Besuch von einem Hund aus der Nachbarschaft. Er leistet uns Gesellschaft, bettelt aber nicht. Als mir unabsichtlich ein Stück Brot zu Boden fällt, habe ich einen dankbaren Abnehmer. Wir packen zusammen und das letzte Stück Gravel bis zur 145 liegt schnell hinter uns. Dann geht’s weiter auf dem San Juan Skyway nach Rico und Dolores und schließlich nach Cortez. Auch wenn der Himmel ein wenig bewölkt ist, ist die Farbenpracht entlang des Dolores River eine Augenweide. Es geht weiter nach Shiprock und an der Grenze zu New Mexico halten wir für ein Foto. Die Wärme ist für uns völlig ungewohnt; jetzt sind wieder Sommerklamotten angesagt. Ziel ist heute Farmington, wo wir gegen 15.30 h eintreffen und gleich unser Motel aufsuchen. Da gibt’s erst mal ein wenig Sucherei; unsere Buchung liegt nicht vor. Andy holt das Laptop und dank der Bestätigungsnummer bekommen wir unser Zimmer, sonst hätten wir uns was anderes suchen müssen, das Motel ist komplett ausgebucht. Wir müssen unsere Vorräte für die kommenden Tage auffüllen und in einer Mall gibt es auch noch ein paar Dinge. Abendessen gibt es heute im Golden Corral, den haben wir uns nach der Mesa-Wanderung und den zwei spartanischen Campingmenues verdient. Gut gesättigt geht es zurück ins Motel und wir freuen uns über eine ausgiebige Dusche. Gefahrene Strecke: 423 km |
17. Tag - Donnerstag 2. OktoberFarmington - Chaco Canyon - A-shi-sle-pah - Farmington Pubelos und Hoodoos Um kurz vor 7.00 h schalten wir den Computer ein; die Heimat wartet auf News from Overseas. Anschließend entern wir das Frühstücksbuffet und um 8.00 h geht es bereits Richtung Chacco Canyon. Am Abzweig von der 550 zum Angel Peak fahren wir erst mal vorbei, drehen aber nochmal um zu sehen, was es mit dem Wegweiser auf sich hat. Ein paar Meilen später tut sich ein großer Canyon mit Badlands auf – Wow! Kurzes Fotoshooting und weiter geht’s. Am Abzweig Chacco Canyon beginnt eine üble mehr als 20 Meilen lange Washboardpiste, dass die Karre nur so dröhnt. Dem Chaco Canyon haben wir ja vor 3 Jahren schon mal einen Besuch abgestattet, aber Andy hat im Sommer einen Roman über dieses Gebiet und den Pueblos gelesen und wollte das alles nochmals sehen. Kurz vor 10.00 h laufen wir im Visitorcenter ein, eine Lady mit zwei Kindern nimmt den Ranger gänzlich in Beschlag und frägt ihm Löcher in den Bauch; wir halten dezent Abstand, bekommen aber etliche Informationen mit, welche Hikes zu empfehlen sind. Wir lassen uns eine Map geben, sehen uns noch ein wenig die Ausstellung an und fahren dann zum Pueblo Bonito. Hier startet gerade eine Gruppenführung mit einem Ranger. Die ersten 10 Minuten gesellen wir uns dazu, ziehen dann aber alleine los. Wir haben eine kleine Infobroschüre, die zu den wichtigsten Stationen kurz und knapp erläutert, um was es hier geht. Diese Erklärungen deckten sich im ersten Teil auch mit denen des Rangers. Wir marschieren weiter zum Whetherill Cemetary. Whetherill hat hier Ausgrabungen gemacht und wurde schließlich von einem Native bei einer hitzigen Auseinandersetzung getötet und hier begraben. Von dort aus geht es weiter zur Ruine En Kletsi, von wo aus der Aufstieg auf die Mesa möglich ist. Wir wollen den Rim wenigstens bis zum Overlook auf's Pueblo Bonito laufen. Heute sind wir beide nicht in Hochform, fühlen uns schlapp und der Marsch bis zum Overlook und wieder zurück zum Auto reicht fürs erste vollauf. Zudem hat es 28 °C; Temperaturen die wir nicht gewöhnt sind. Wir fahren den Loop und halten schließlich an einem freien Picknicktisch, wo wir gegen 13.00 h erst mal Mittag machen. Gut gestärkt geht es dann nach A-shi-sle-pah und Andy sucht per GPS eine Abkürzung. Die erste Strecke würde direkt dorthin führen, wäre da nicht nach einigen Meilen die National Park Line – ein Zaun mit Gatter, zusätzlich mit einem Vorhängeschloss verriegelt. Also wieder zurück und die nächste Möglichkeit gesucht; die liegt dann in der 7890, die zur 57 führt und uns direkt zu den Bistis bringt. Als wir uns dem Parkplatz nähern steht dort ein Toyota 4Runner – zwei bekannte Gesichter stehen davor und wir sind alle etwas überrascht über dieses unerwartete Wiedersehen. Wir tauschen uns ein wenig aus über das bisher Geschehene und bekommen noch ein paar Tipps, ehe sich die zwei verabschieden. Wir packen den Rucksack und machen uns auf die Socken; es geht erst mal am Rim entlang nach Westen. Schon von hier blickt man auf zahlreiche Hoodoos; die schauen wir uns dann genauer von unten an. Nach ca. 2,5 km steigen wir ab und begeben uns auf Entdeckungstour. Einfach toll, was es hier alles zu entdecken gibt. Ganze versteinerte Baumstümpfe, versteinerte Knochen und wer weiß was noch alles auf dem Boden herumliegt. Die Hoodoos sind klasse, mal stehen diese vereinzelt, dann wieder in ganzen Gruppen. Wir erkunden etliche Seitencanyons, krabbeln über etliche Hügel und Elke rutscht aus. Der Schreck ist größer als der Schaden, lediglich einen Finger hats erwischt, doch ausgerechnet heute haben wir kein Pflaster im Rucksack. Wir sind fast 4 Stunden unterwegs, die Sonne sinkt langsam und taucht die Figuren nochmal in tolles Abendlicht. Dann heißt es wieder aufsteigen, Elke nimmt einen anderen Aufstieg, merkt aber schnell, dass dieser zu steil ist und muss nochmal umdrehen, während Andy schon fast oben ist und sich auf die Suche begibt. Kurze Zeit später taucht auch Elke auf und es wird Zeit für die Rückfahrt. Mit einem schönen Sonnenuntergang wird es heute leider nichts, die Sonne verschwindet hinter dicken Wolken und taucht auch nicht mehr auf. Die Gravelroad zur 371 zieht sich fast endlos und man sollte vor allem in den Kurven etwas langsamer fahren, denn das Heck bricht bei zuviel Geschwindigkeit schnell mal aus. Als wir endlich die 371 erreichen ist es fast dunkel und es dauert nochmal fast 50 Minuten, bis wir in Farmington eintreffen. Eine Minute vor 8.00 h sind wir auf dem Parkplatz zum Golden Corral und keine halbe Minute später treffen unsere Freunde auch schon ein. Fürs Essen bleibt uns noch eine Stunde, um 9.00 h wird hier geschlossen; wir können allerdings noch eine gute halbe Stunde sitzen bleiben, ehe wir nett zum Gehen aufgefordert werden. Es gibt soviel zu erzählen, dass die Zeit wie im Flug vergeht. So stehen wir noch ein paar Minuten auf dem Parkplatz, ehe wir uns endgültig verabschieden – war schön, dass es mit einem Treffen geklappt hat. Dann nichts wie ins Motel; den Staub abwaschen, Bilder hochladen und um 0.00 h wird das Licht ausgeknipst. Gefahrene Strecke: 306 km |
18. Tag - Freitag 3. OktoberFarmington - Butler Wash - Blanding Die Nacht war kurz, wir packen unsere Sachen wieder ins Auto, gehen frühstücken und fahren nochmal kurz zu Walmart. Der Best Buy Laden öffnet erst um 10.00 h seine Tore, das dauert uns entschieden zu lange, denn wir wollen noch eine externe Festplatte mitnehmen. Da wir in diesem Jahr zu zweit fotografieren, brauchen wir mehr Speicherplatz als die Jahre zuvor und Andy speichert die Bilder nur ungern auf DVD. Selbst Walmart kann uns hier helfen und wir erstehen das gesuchte Teil. Nun aber los, es geht wieder retour nach Shiprock und weiter nach Teeg nos Pos und dann weiter nördlich mit Ziel Blanding. Wir treffen gegen mittag dort ein, fahren gleich weiter bis zu den Ruins vom Butler Wash und machen erst mal Mittag, wegen fehlender Picknicktische wird das Essen auf der Motorhaube serviert. Den kurzen Trail zu den Cliff Dwellings nehmen wir noch mit. Wirklich toll, was man vom View Point aus sieht; näher hin kommt man nicht, aber das ist wohl auch gut so. Wir studieren erst mal unser Tourbook und dann geht es auf die 262 nach Süden. Hier soll es noch jede Menge mehr Ruinen geben, allerdings sind diese vom Trail aus nicht zu sehen. Wir wollten eigentlich noch einem Tipp aus dem Internet nachgehen, doch mit der Beschreibung kommen wir nicht so recht klar; es sind keine Koordinaten angegeben, auch aus dem Grund, weil das BLM diese Ruinen nicht publiziert. Für einen ausgedehnten Hike haben wir heute auch keine so rechte Lust. Wir fahren auf der 262, einer teilweise sehr ausgewaschenen Dirt Road bis wir auf die Decker Road stoßen und diese führt uns dann wieder bis zum Highway. Über einen Slotcanyon hinweg ist eine "Brücke" gebaut, in der ein Autowrack integriert ist; so hat man wohl aus der Not eine Tugend gemacht. Da es schon sehr bewölkt ist und der Wetterbericht Sturm und Regen angekündigt hat, verzichten wir auf weitere Unternehmungen und checken bereits gegen 16.00 h im Motel ein. Andy gönnt sich etwas Augenpflege während Elke noch Obst im Supermarkt besorgt. Gegen 18.30 h gehen wir im Old Thymer Restaurant was essen und dann ist für heute auch ziemlich bald Schluss. Gefahrene Strecke: 334 km |
19. Tag - Samstag 4. OktoberBlanding - Hovenweep - Mesa Verde - Monticello Eine Rundfahrt Obwohl der Wecker um 7.00 h klingelt, stehen wir heute erst ziemlich spät auf. Der Himmel ist voller Wolken und es sieht so aus, als würden sich recht bald die Schleusen öffnen. Somit bleibt unser Vorhaben, noch auf Ruinen-Exploring zu gehen, lediglich ein Plan – ein Regenguss verwandelt die Dirtroad in Kürze zu einer Piste mit Schmierseifencharacter. Also was tun? Wir fahren zum Hovenweap National Monument, wo wir am späten Vormittag eintreffen. Wir laufen den 2 Meilen Loop und sehen uns die zahlreichen Tower an, die hier am oberen Canyonrand gebaut wurden. Das Wetter hält noch halbwegs, es tröpfelt nur ab und zu. Dann geht’s weiter nach Cortez. Gegen 13.00 h sind wir dort und gehen erst mal was Essen; Andy favorisiert Burger King, Elke holt sich von Wendys ein Chilli, das sie bei BK verspeist. Das interessiert hier keine Menschenseele, wäre bei uns aber wohl eher problematisch. Es geht weiter nach Mesa Verde und lt. Auskunft des Parkrangers am Eingang finden alle Führungen statt, na dann sind wir doch dabei. Die Strecke bis zum Visitor Center hinauf zieht sich ganz schön und mit jedem Höhenmeter sinkt die Temperatur. Tickets gekauft und um 16.00 h können wir die Balcony House Tour machen. Bis dahin bleibt uns noch etwas über eine Stunde, die wir dem Spruce Tree House widmen. Wir hatten mit einem wesentlich längeren Trail bis zur Ruine gerechnet; es geht lediglich ein paar Serpentinen den Hang hinab und ein kurzes Stück auf der anderen Seite wieder hinauf. An der Quelle weist ein Schild auf Poison Ivy hin – nun können wir diese Pflanze endlich mal in Natura sehen; die Bilder auf Warntafeln sind meist sehr unscharf. Merkmal dieses Giftefeus sind die ölig glänzenden Blätter, immer 3 am Ende eines Triebes. Die Staude kann bis zu 3 – 4 Meter hoch werden. Nun aber zum Spruce Tree House, eine der am besten erhaltenen Ruinen im Canyon. Sie liegt sehr gut vor Wasser und Wind in einem riesigen Alkoven geschützt. Es gibt eine Kiva, die man begehen darf und wir steigen nach unten. Hier ist es im Vergleich zu oben angenehm warm und trocken. Die Ranger, die hier Wache schieben, sind sehr nett und erzählen jede Menge, wenn man nur eine Frage stellt. Wir müssen uns langsam auf den Weg machen, ein Abstecher ins Museum ist aber noch drin. Die Ausstellung ist sehr interessant und zeigt in Schaukästen, wie sich das Leben hier auf der Mesa entwickelt hat. 700 Jahre lang lebten hier Menschen; weshalb sie davon gezogen sind? Eine Dürreperiode könnte sein, mittlerweile geht man aber von rituellen Gründen aus. Die Nachfahren der einst hier lebenden Bevölkerung sind die Hopi, die für die Abwanderung auch keine eindeutig klärende Antwort haben. Laut den Hopi ist ihr Volk dazu bestimmt, "zu wandern" und vielleicht wurde es einfach Zeit, den Ort zu verlassen, aus welchen Gründen auch immer. Um 16.00 h beginnt pünktlich unsere Führung und der Ranger macht seine Sache sehr gut. Er ist erst seit einem Jahr dabei, gestaltet die Führung aber sehr unterhaltsam und anschaulich. Als wir den ersten Alkoven erreichen, gießt es wie aus Strömen und ein wahrer Sturzbach kommt direkt vor uns den Felsen herunter. Dann geht es die mehrere Feet hohe Doppelleiter hinauf, durch einen schmalen Durchlass und wir stehen mitten in der Ruine. Die Gruppe ist gerade richtig, nicht zu groß und wir haben Zeit uns alles anzusehen und bekommen jede Menge Informationen. Dass jedes Cliff Dwelling eine Wasserquelle hatte ist für uns absolut neu; vor 4 Jahren waren wir im Cliff Palace und darüber wurde nichts berichtet. Die 45 Minuten sind rasend schnell um, ehe es durch den „Tunnel“ in Krabbelhaltung wieder zurück zum Parkplatz geht. Wir verabschieden uns und es geht zurück nach Cortez, wo wir in der Fiesta Mexicana unser in Farmington entgangenes Dinner nachholen. Das Essen ist prima; absolut empfehlenswert. Nun aber auf nach Monticello, wir haben noch eine gute Strecke vor uns. Gegen 8.00 h treffen wir dort ein, beziehen unser Zimmer im Days Inn und checken nochmal sämtliche Mails und Wetterdaten für die nächsten Tage. Laut Weatherchannel soll es am Montag besser werden. Wir hoffen das Beste, denn unsere Permits für den Canyonlands wollen wir auch einlösen. Gefahrene Strecke: 361 km |
20. Tag - Sonntag 5. OktoberMonticello - Canyonlands NP - Moab - Canyonlands NP Kein großer Plan Wir können uns heute morgen etwas Zeit lassen; es ist wieder stark bewölkt und es regnet noch. Die Temperatur liegt bei 10 °C, also bei weitem nicht so niedrig wie vom Weatherchannel angekündigt. Wir gehen in aller Ruhe frühstücken und während Andy schon mal das Auto belädt, schreibt Elke die letzten Karten. Wir fahren zum Canyonlands NP, im Nordwesten ist der Himmel schon etwas heller; allerdings meint man ab und an, der Himmel kommt herunter, so tiefschwarz sind die Wolken. Über den Abajo Mountains hängen dicke Wolken und in den oberen Regionen liegt Schnee. Auf der Fahrt zum Needles District begleiten uns immer wieder Regenschauer, mal heftiger mal etwas weniger schlimm. Wir lassen uns von unserem Plan, morgen den Hike zu starten nicht abbringen und als wir den NP erreichen, geht es gleich zum Backcountry Office. Die Rangerin dort ist dieselbe unfreundliche Zicke wie im letzten Jahr, vielleicht nicht ganz so spröde, da sie einen Neuling in die Permitvergabe einweist. Wir disponieren kurzer Hand um, da die Strecke zum ursprünglichen Trailhead Cathedral Butte vermutlich sehr stark unter den Regenfällen gelitten hat. Wir buchen um und starten nun vom Peakaboo Trailhead; die Strecke bis zu unserem Campground, den wir uns selbst aussuchen können, ist sogar etwas kürzer und zudem müssen wir nicht absteigen. Vielleicht gar nicht so schlecht. Das Umbuchen klappt ohne Mehrkosten und Probleme. Wir bekommen noch eine Belehrung, für do’s and dont’s, that’s it. Was nun? Wir haben noch den ganzen Tag vor uns, wandern wollen wir heute nicht, da es die nächsten zwei Tage genug sein wird und wir unsere Kräfte schonen wollen. Wir sehen uns im Visitorcenter noch den Film über die Entstehung des Parks an; ist ganz interessant. Andy findet noch eine Karte im Shop und dann fahren wir zum Cave Spring Trail; eine 1,2 Meilen Wanderung, die die ehemalige Cowboy Cave, ein paar Petroglyphs, zwei Leitern und Wandern auf Slickrock beinhaltet. Ist ganz nett. Als wir die ersten Meter gegangen sind, fängt es wieder an zu regnen und dank der Cave, können wir diesen Schauer im Trockenen abwarten. Es ist halb zwölf als wir den Park verlassen und uns auf nach Moab machen. In der Rest Area gleich beim Hole `n the Rock machen wir Mittagspause. Der Wind ist frisch und wir halten uns hier auch nicht zu lange auf. Die Area ist pickobello, es gibt Mülleimer en masse und eine Toilette, die in Germany so mancherorten nicht annähernd so anzutreffen ist. Die letzten Meilen bis Moab ziehen sich wie Kaugummi, vom Needles District sind es immerhin ca. 126 km. Wir gehen in einer Laundry Wäsche waschen und brauchen hierfür eine knappe Stunde. Die Socken sind noch ein wenig feucht und werden auf dem Armaturenbrett unter Andys Protest zum Trocknen ausgelegt. Wir gehen noch ein wenig Bummeln, vor allem die Outdoorläden sind von Interesse und bei Gear Head gibt es Alles, was man zum Campen und Outdoorsport braucht. Ein super sortierter Laden, der sogar Campinggaz Kartuschen hat. Die Preise sind im Vergleich zu den anderen Geschäften noch human; so bekommt man eine Hardwear Jacke hier für 25 $ billiger. Schließlich holen wir uns beim Starbucks im City Market noch Kaffee und Tee und machen uns auf den Weg zurück. Mittlerweile scheint die Sonne und es ist richtig angenehm; also gute Voraussetzungen. Das letzte Stück zum Needles District zieht sich wieder und die Strecke wird wohl neu geteert. Zur Zeit liegt dort aber ganz grobkörniger Riesel, der uns von einem überholenden Auto, dass 3mal so schnell als 25 MpH fährt, nochmal eine satte Macke in der Frontscheibe beschert. Heute haben wir am Vormittag bereits von einem entgegenkommenden Fahrzeug was abbekommen, dieser A ….. macht das nochmal wett. Auf einer Seitenausbuchtung der Hauptstrecke schlagen wir unser Lager auf; wir wollen diese Nacht im Auto verbringen, da es auf dem Peakaboo Campground eh keinen Platz mehr gegeben hätte. Wir packen schon mal ein paar Sachen für den Rucksack zusammen und kochen uns einen Megatopf Suppe von Campbells. Bei erstklassiger Abendstimmung löffeln wir zweitklassige Hühnernudelsuppe, es ist aber zum Glück trocken. Dann heißt es Auto umräumen, was wesentlich umständlicher ist, als ein Zelt aufzubauen. Wir sind gespannt, wie wir die Nacht verbringen. Während Andy noch die Karte für morgen studiert, schreibt Elke Bericht und dann ist auch bald Schluss für heute. Gefahrene Strecke: 313 km |
21. Tag - Montag 6. OktoberCanyonlands NP - Salt Creek Endlich laufen wir wieder nach Plan Um 7.00 h heißt es aufstehen; die Nacht im Auto war ganz o.k. Später kam nochmal ein heftiger Wind auf, der das Auto zum schaukeln brachte; er hat aber auch die Wolken vertrieben und heute erwartet uns ein stahlblauer Himmel. Während die Sonne am Aufgehen ist, verstauen wir Schlafsäcke und Isomatten in den Rucksäcken und Frühstücken bei Eiseskälte im Stehen. Das Gepäck wechselt wieder auf die hinteren Plätze im Auto und und eine gute Stunde später geht es in den Nationalpark mit Ziel zum Peakaboo-Campground. Für das Gatter haben wir gestern den Zahlencode erhalten und können dieses problemlos passieren. Die nächsten 3,5 Meilen zum Trailhead verlaufen auf tief sandigem Untergrund und zeitweise im Salt Creek, der teilweise komplett mit Wasser gefüllt ist. Gegen 10.00 h haben wir den Trailhead erreicht, tanken nochmal kräftig Wasser und schultern die Rucksäcke (Andy ca. 12 kg, Elke knapp 11 kg). Als wir nach 12.00 h Mittag auf einem großen Stein machen, überholt uns ein Pärchen, das wir vorhin flotten Schrittes auf der Sandpiste zum Peekaboo-Campground haben laufen sehen. Die beiden haben ein beachtliches Tempo drauf; allerdings trägt jeder von denen nur einen Tagesrucksack mit einer Isomatte. Nachdem wir uns etwas ausgeruht und die Schuhe von allen möglichen Stacheln und Samen befreit haben, die beim Laufen ständig in den Socken hängen bleiben und richtig unangenehm werden können, geht es auf zur letzen Etappe. Bisher hatte es auf dem Trail kaum Wasser gegeben und dies beschäftigt uns; lt. NP-Service sollte jedoch Wasser entlang des Saltcreek zu finden sein. Kurze Zeit später kommen wir an ein Rinnsal mit natürlichem Auffangbecken; das Wasser ist klar und wir filtern hier zum ersten Mal. Die noch folgenden Wasserlöcher, die jetzt noch auf dem Weg zu unserer Campsite liegen, sehen nicht einladend aus; sie sind voller Algen und das Wasser ist trüb, zum Teil hat sich auf der Oberfläche ein öliger Film gebildet. Völlig unerwartet erreichen wir gegem 15.30 h eine Campsite, die auch als solche ausgewiesen ist, sie liegt direkt unter Cottonwood Trees. Im Visitorcenter wurde davon nichts erwähnt, es hieß nur, wir sollen uns einen Platz irgendwo suchen, weit genug weg von einer Wasserstelle bzw. vom Trailhead. Wir errichten unsere Lagerstätte und suchen für die Vorräte eine Möglichkeit zum Aufhängen. Diese Aktion ist allerdings nicht so einfach; beim ersten Seilwurf – Andy hat einen kleinen Stein am Ende einer Schnur befestigt – verheddert sich dieser in den Ästen. Als Andy ruckartig am Seil zieht, bricht ein morscher Ast ab und kracht keine 5 cm neben ihm zu Boden. Nochmal Glück gehabt, der Prügel war ganz schön groß. Der zweite Wurf glückt auch noch nicht, aber beim dritten passt es und Elkes Rucksack baumelt in der Höhe. Das dünne Seil können wir an einem am Boden liegenden Baumstamm festzurren; hoffen wir mal, dass kein Schwarzbär auf die Idee kommt, sich damit zu vergnügen. Wir gehen noch ein wenig exploren; in einem Reisebericht war von ein paar Anasazi Ruinen die Rede, die sich hier in der Nähe befinden sollen. Die Beschreibung ist selbst ohne GPS Daten so gut, dass wir die Ruinen finden. Sie sind allerdings nicht einfach zu erreichen; es geht nochmal durch einen tiefen Wash, aus dem wir wieder auf die Ebene aufsteigen müssen und dorthin führt kein Trail, so dass wir an Prickly Pears und sonstigen anderen Kakteengewächsen und dürren Sagebrush Sträuchern vorbei müssen. Andy rammt sich einen langen Stachel durch das Schuhleder in den Zeh und hüpft vor lauter Begeisterung und braucht Beistand. Der Zeh ist noch dran, der Stachel aus dem Schuh und als wir am Fuße der Ruinen sind und diese ausgiebig von unten inspiziert haben, setzen wir uns auf einen von der Sonne gewärmten Stein und lassen die Umgebung auf uns wirken. Dann geht es wieder retour und an der Kreuzung nehmen wir den anderen Trail, dort soll es noch eine Ruine geben, die wir aber beim besten Willen nicht entdecken können. Zurück am Zelt gibt es erst mal Abendessen und noch ne Tasse Tee; Gesine und Jörg sind auch wieder eingetroffen und während wir kochen, quatschen wir weiter, bis es stockdunkel ist. Es ist jetzt richtig unangenehm kalt und gegen 8.00 h verschwinden wir in unseren Zelten. Die beiden haben aus Gewicht-Einspargründen nur das notwendigste eingepackt, d. h. Sommerschlafsäcke und nur das Innenzelt. Ist es in unserer kompletten Behausung schon recht frisch, frieren die beiden die ganze Nacht durch. Auch wir schlafen nicht erhohlsam; Elke kämpft mit eiskalten Füßen, die nicht warm werden wollen und auch Andy merkt trotz dickem Schlafsack die Kälte. Mitten in der Nacht werden wir durch Geräusche geweckt, die wohl ganz nahe am Außenzelt sein müssen. Elke hat gestern Abend in der Tasche des Innenzelts noch eine Banane verstaut, die vermutlich einen verlockenen Geruch verströmt. Elke räumt die Tasche sofort aus und verstaut das Obst im Rucksack, dann ist Ruhe. Gelaufen: 6,1 km nach oben |