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USA Herbst 2008 Rocky [Mountains] Trails - Mit dem Jeep und per Pedes durch Colorado Eine Reise durch die Staaten Colorado, Utah und New Mexico zu bekannten und weniger bekannten Orten, 30 Tage vom 15. September bis zum 14. Oktober 2008. Auf dieser interaktiven Karte
ist der Routenverlauf der 1. Woche dargestellt.
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2. Woche8. Tag - Dienstag 23. SeptemberMontrose - Crystal Mill - Grand Lake Ein Fahrtag mit Abstecher Heute müssen wir wegen der Umplanung und der Wettervorhersage für die nächsten Tage einen Fahrtag einlegen um das nächste Ziel machen zu könnn. Gegen 7.00 h kriechen wir aus den Federn und gehen frühstücken. Eine halbe Stunde später sitzen wir im Auto und nehmen Fahrt auf Richtung Delta und auf der 92 nach Hotchkiss, von dort auf die 133 über den Mc Lure Pass nach Carbondale. Als wir uns gegen 10.00 h dem Abzweig nach Marble nähern, steht zur Debatte, ob wir nochmal zur Chrystal Mill fahren, vorausgesetzt die Strecke via Lizard Lake ist dieses Mal offen. Andy juckt es sichtlich in den Fingern und wir machen den Abstecher, auch wenn es zeitlich etwas knapp wird. Das erste Stück bis zum Abzweig ist heavy; vom letzten Mal haben wir das gar nicht mehr so in Erinnerung. Ein paar Oldies sind mit ihren ATV’s unterwegs, wir lassen sie erst mal vorfahren; allerdings geht es nicht so flott vorwärts, wie wir es ihnen und ihren Fahrzeugen zugestehen. Am Abzweig zur Mill lassen sie uns den Vortritt und wir kommen wesentlich schneller vorwärts, wenn auch die Strecke mehr als rocky road ist. Nur einige wenige Abschnitte kommt man mit 15 mpH vorwärts, der Rest erfordert wie immer volle Aufmerksamkeit und das von Fahrer und Co-Pilot. Die Strecke führt geradewegs am Chrystal River entlang, der sich malerisch durch bereits schön gefärbtes Busch- und Laubwerk windet. Um Punkt 11.00 h erreichen wir das Powerhouse; leider liegt es um diese Zeit im Schatten und halbwegs vernünftige Fotos gestalten sich schwierig. Beim Smalltalk mit zwei Mountainbikern und den mittlerweile eingetroffenen ATVlern verbraten wir nochmal einige Minuten und es wird trotz der angeregten Unterhaltung und dem schönen Fleckchen Erde hier Zeit zur Rückkehr. Bis nach Marble zurück sind es mit einigen Fotostopps nochmal um die 60 Minuten; für den Marble-Quarry, den wir uns gerne noch angesehen hätten, reicht die Zeit absolut nicht, wollen wir doch noch ins Visitor Center vom Rocky Mountain NP. Wieder ein Grund mehr, ein weiteres Mal herzukommen – haben wir erst kürzlich eine Doku über Michelangelo gesehen und gerade deshalb würden uns die riesigen Marmorblöcke, an denen bereits im Steinbruch gemeißelt wird, sehr interessieren. Time for Lunch - der Campground hinter Marble kommt gerade recht für ein Picknick in der Sonne. Anschließend geht es nach Carbondale, um auf die I 70 zu gelangen. Die Strecke am Colorado entlang durch die Schlucht ist spektakulär und hat entfernt Ähnlichkeit mit dem Etschtal kurz nach dem Brennerpass (man möge den Vergleich verzeihen – selbstverständlich liegt hier die Betonung auf „entfernt“). Ein paar Meilen später ändert sich die Landschaft, die Felswände treten zurück, das Tal weitet sich und wir sehen grüne Weideflächen. In Wolcott verlassen wir die Interstate und fahren auf der 131 bis State bridge; der Co-Pilot gibt Anwesiung den Scenic Byway Richtung Kremmling zu nehmen. Die Strecke ist eine Augenweide – sie verläuft streckenweise am Colorado entlang und zwei Züge sind auch noch in Sichtweite. Andy hüpft mit dem schussbereiten Foto aus dem Auto und die Minuten, die hier noch zusätzlich „verplempert“ werden, machen wir dank dieser Abkürzung wieder wett. Von Kremmling aus geht es auf der 40 weiter nach Granby mit kurzem Tankstopp und schließlich auf der 34 nach Lake City, wo wir heute bleiben wollen. Es ist bereits 16.50 h, als wir im Kawuneechee Visitor Center eintreffen und das Permit für den morgigen Hike holen. Um 17.00 h wird hier dicht gemacht; gerade noch Glück gehabt, denn morgen soll es bereits bei Morgengrauen los gehen. Im Outdoor Laden in Downtown leihen wir uns noch den von der Rangerin highly recommended bearsave container, da die Bären für ihren Winterspeck sorgen und alles fressen, was sie finden und schnuppern - einschließlich Zahnpasta. Wir berappen 16 $ fürs Ausleihen und suchen uns für heute noch eine Bleibe. Da es hier nachts empfindlich kalt wird und wir uns morgen schon dem aussetzen, wollen wir eine Cabin. Beim ersten Anlauf im Winding River Resort ist bereits für heute geschlossen, also zum Elk(e) Campground and RV Park; wo es für uns noch ein Hüttchen gibt. Wir räumen unser Zeug aus dem Auto, entzünden die Kohlen fürs Abendessen und Elke macht sich ans Packen der Rucksäcke. Eine gute halbe Stunde später ist das Abendessen fertig; die Steaks sind medium und das Brot geröstet. Es ist recht kühl, weshalb wir auch nicht lange mit dem Essen trödeln. Anschließend wird noch ein Feuerchen entfacht. Die Cabin ist gemütlich, hat sogar W-Lan und die Restrooms sind beheizt und tadellos in Schuss. Have a good night! Übernachtung im Elk Creek Campground and RV Park 62,59 $ |
9. Tag - Mittwoch 24. SeptemberNorth Inlet Trail - Secret Tarn Into the wild Die Vorgeschichte: In einem bekannten Buch über den Südwesten, gibt es ein Bild, das wir mal in natura sehen wollten. Leider ist keine genaue Ortsangabe dabei, ich bekam nur den Hinweis, dass man es mit Google Earth sehen kann. Also habe ich mich eines schönen Sommertages mal an den PC gesetzt um das Gebiet des Rocky Mountain NP, mal abzuscannen. Tatsächlich wurde ich fündig und arbeitete eine Tour aus um dorthin zu gelangen, denn für eine Tagestour ist es zu weit, aber in 2 Tagen kann man es schaffen. Natürlich ist es auch möglich mehrere Tage da draußen zu bleiben um noch tiefer in die Berge vorzudringen, aber für dieses Mal sollte uns die kurze Tour genügen. Wir haben ganz gut geschlafen; das Heulen eines Coyoten mitten in der Nacht haben wir beide gehört; es war also kein Traum. Die Temperatur in der Cabin ist auf 6 °C gefallen; draußen sind es – 3°C und die Scheiben auf dem Auto sind gefroren. Wir machen uns Frühstück, räumen die Hütte und den Rest in unsere Rucksäcke und bis wir startklar sind, ist es bereits kurz nach 7.00 h. Es geht retour nach Grand Lake, der Abzweig zum Tonahutu Trailhead wird mit einem kleinen Umweg auch gefunden und wir parken dort wenig später das Auto. Nun geht es mit den schweren Rucksäcken (14 kg für Andy und 12 kg für Elke) die 9,3 km auf dem North Inlet Trail zu unserer gebuchten Campsite „Footbridge“. Es ist s..kalt; die Finger werden trotz Handschuhe taub und wir müssen uns erst an das Gewicht auf dem Rücken gewöhnen. Mit soviel Gepäck kommen wir nicht so schnell vorwärts, wie wir es uns wünschen würden. An den Cascade Falls machen wir einen längeren Halt für etliche Fotos. Hier kommt zur Kälte noch die feuchte Luft hinzu und trotz der Schönheit dieser Fälle, können wir das alles nur bedingt genießen. Als gegen 10.00 h endlich die Sonne den Talboden berührt, wird es angenehmer. Der Trail lässt sich gut laufen, er geht nur mäßig bergauf und führt größtenteils durch den Wald. Mit etlichen Fotostopps erreichen wir gegen 11.30 h unsere Campsite, wo wir auch gleich das Zelt aufbauen, die Rucksäcke leeren und zum ersten Mal Wasser filtern. Der Ptarmigan Creek verläuft wenige Schritte von unserer "Haustür". Wir entdecken außerdem, dass wir einen Firepit haben, was uns richtig freut. So können wir heute Abend noch am Feuer sitzen. Als das Zelt steht, machen wir Mittag, packen das Notwendigste für den anstehenden Hike und los gehts. Gleich nach der Footbridge kommt Elke ins stolpern und fällt auf die Knie. Im ersten Moment ist der Schmerz heftig, auch die Bänder haben was abbekommen, doch sie rappelt sich gleich wieder auf und es geht weiter - für Wehwechen bleibt jetzt keine Zeit. Wir laufen den Trail weiter bis zur Querung des Ptarmigan Creek und gehen erst mal ein Stück zuweit; also umdrehen und jetzt geht es steil an den War Dance Falls nach oben. Ab hier gibt es weder einen Trail noch Wegmarkierungen und von nun ab müssen wir uns den Aufstieg über Fels und umgestürzte Bäume selbst suchen. Der Aufstieg kostet ganz schön Kraft und wir haben schon ein wenig Bedenken, wie wir hier wieder runter kommen. Als wir endlich „oben“ sind, kommt auch schon der Bench Lake in Sicht. Hier queren wir den Creek und gehen auf üblem Geröll am See entlang, ehe wir eine bessere Variante entdecken und auf weitaus weniger riskantem Untergrund gehen können. Hier ist aber auch Vorsicht geboten; da es zuweilen sehr sumpfig ist. Es geht weiter bergauf, wenn auch nun gemäßigter, an zahlreichen Sumpfwiesen entlang zum Ende des Hochtales. Andy hat Mühe mit dem GPS, die genaue Richtung anzupeilen; irgendwas stimmt nicht mit dem Kompass. Somit ist es auch nicht einfach, die exakte Richtung einzuschlagen. Nun geht es auch noch eine steile Rinne nach oben; wir befinden uns mittlerweile auf über 3.000 m – das geht ganz schön an die Kondition. Mittlerweile ist es nach 14.00 h und noch kein Ziel in Sicht. Als Limit haben wir uns 15.30 h gesetzt; dann müssen wir umkehren, um noch rechtzeitig bei Tageslicht unser Zelt zu erreichen. Als wir diese Rinne hinter uns haben eröffnet sich der Blick zu den umliegenden Gipfeln; Elke zweifelt langsam daran, ob wir den Secret Tarn überhaupt erreichen. Nach ein paar weiteren (Höhenmeter) können wir dann den gesuchten See von oben ausmachen; er liegt etwas weiter östlich als gedacht. Dazwischen liegt nochmal ein übles Geröllfeld und es ist bereits kurz vor 15.30 h, doch jetzt ohne ein Foto zurückzukehren wäre Irrsinn nach all dieser Anstrengung. Wir mühen uns wieder bergab und sind glücklich, das Ziel erreicht zu haben. Der kleine See ist wirklich toll und liegt sehr scenic direkt vor dem Abgrund. Etliche Fotos später geht es zurück und dank GPS finden wir den Weg recht gut und kommen auch gut voran. Als dann der Abstieg an den War Dance Falls ansteht machen wir nochmal eine (mentale) Pause, nehmen eine kleine Stärkung und es geht besser als gedacht nach unten. Unsere Handschuhe sind beim Abstützen an Bäumen und Fels eine große Hilfe. Gegen 18.00 h sind wir an unserer Campsite, nun ist Eile geboten denn das Tageslicht schwindet bereits. Wir filtern nochmal Wasser und Andy ist so erledigt, dass ihm richtig übel wird. Wir haben uns schon etwas übernommen - keine Frage. Andy wird zum Feuermachen abkommandiert, während sich Elke um's "Bettenmachen" und das Essen kümmert. Der heiße Tee und das Mountain-House Chili Mac Beef sind nach so einem Tag richtig gut. Wir sitzen am Feuer und allmählich kehren die Kräfte zurück. Um halb acht ist es bereits stockdunkel, weshalb wir auch nicht mehr lange aufbleiben und in die Schlafsäcke kriechen. Wir sind gespannt, ob wir heute Nacht mitten im Wald noch Besuch bekommen. Gelaufen: 9,3 km bis zur Campsite, plus 7 km bis Secret Tarn, Gain: 550 m |
10. Tag - Donnerstag 25. SeptemberNorth Inlet Trail - Trail Ridge Road - Estes Park Mit schmerzen retour Die Nacht war kalt aber erträglich, lediglich in den Morgenstunden wird es kalt und die Temperatur sinkt auf -3°C. Wir schälen uns erst gegen 8.00 h aus den Schlafsäcken, aber hier im Wald und Tal ist noch kein Sonnenenstrahl vorgedrungen. Andy macht erneut Feuer und wir filtern wieder Wasser, erstmal für Kaffee und Tee zum Aufwärmen. Anschließend gibt es Frühstück und bis wir alles wieder in den Rucksäcken verstaut haben, ist es 10.30 h. Heute ist keine Eile geboten. Gestern haben wir den ganzen Tag weder Tiere noch Menschen gesehen, als wir beim Zusammenräumen sind, kommt ein Zweibeiner und erkundigt sich, ob es hier noch mehrere Sites gibt. Wir empfehlen ihm unseren Platz, den wir in Kürze räumen, worauf er meint, er hätte alle Zeit der Welt und wir müssten uns nicht beeilen, er geht noch eine Runde in den Wald und erfreut sich an jenem. So etwas hört man doch eher selten. Nochmal Wasser filtern und es geht zurück; Andy hat seit gestern Schmerzen in seinem rechten Knie und kann nur humpeln, vor allem wenn es bergab geht schmerzt es sehr, dazu kommt noch bei beiden ein Muskelkater und das Gewicht auf den Schultern. So trotten und humpeln wir auf dem Trail dahin. Für den Rückweg brauchen wir mit einer kurzen Mittagspause nochmal 3,5 Stunden. Es ist heute sehr warm, wir kommen richtig ins Schwitzen. Um 14.00 h sind wir am Auto und es gibt eine kaltes Mountain Dew zur Belohnung. Wie soll es nun weiter gehen? Eigentlich wollen wir wieder zurück in die "Mitte Colorados", aber die Trailridge Road wollten wir dieses Jahr auch noch fahren. Wir haben deshalb uns gestern abend besprochen, falls es zeitlich klappt, fahren wir nach Estes Park, wenn nicht, dann gleich Richtung I 70. Zeit ist noch genügend und so machen wir den Abstecher durch den Park, der sich lohnen sollte. Die Bärenbox geht wieder retour und wir fahren hoch zum Alpine Visitor Center. Mit etlichen Stopps und sagenhaften Ausblicken, auch auf Tiere – unter anderem sehen wir eine Moose-Mutter mit zwei Jungen und ganze Rudel Hirsche – geht es über die Trail Ridge Road, was wirklich die Fahrt schon wert ist, nach Estes Park, wo wir im Super 8 Motel ein Zimmer bekommen. Die Strecke durch den Park hat sich wirklich gelohnt; letztes Jahr sind wir die Fall River Road gefahren und dabei verpasst man diese tollen Ausblicke auf die Bergwelt. Komischerweise sind die Tiere hier direkt neben der Straße zu finden und in der Wildnis haben wir nur deren Fährten und Hinterlassenschaften gesehen. Der Abend vergeht recht schnell; wir duschen erst mal, hängen unser Zelt zum trocknen auf und gehen noch eine Pizza essen. Gelaufen: 9,3 km |
12. Tag - Samstag 27. SeptemberBuena Vista - Tincup Pass - Alpine Tunnel - Gunnison Mining Towns, Backroad Pässe und die Eisenbahn Um 6.30 h klingelt der Wecker, wir trödeln mit dem Aufstehen aber noch ein wenig herum. Die Nacht war so angenehm, dass Elke's Schlafsack zum ersten Mal zu warm war. Vom benachbarten großen Gefängnis hörte man mitten in der Nacht aggressives Hundegebell. Es gibt erst mal Frühstück vor der Hütte. Es ist noch recht frisch und es scheint aber ein schöner Tag zu werden; kaum Wolken am Himmel. In der Morgensonne gibt es erst mal einen schönen Kaffee auf der Bank vor der Cabin, dann gehts aber los. Wir tanken noch voll - 3,63 $ p. Gallon ist zum ersten Mal in diesem Urlaub sehr günstig. Auf der 24 geht es noch ein Stück weiter südlich bis Lathrop und von dort weiter nach St. Elmo. Heute stehen nochmal Backcountryroads auf dem Programm. Vom Abzweig in Lathrop fahren wir ca. 11 Meilen gen Westen bis kurz vor St. Elmo, hier geht es links auf die 295 (Gravelroad) nach Hancock. Es ist was los; ganze Familien sind mit ihren ATV’s unterwegs und dazu noch jede Menge Hunter. Die Laubfärbung in diesem Tal ist sagenhaft; die Aspen leuchten in tiefsten Gelbtönen wie gold. Die Gravelroad ist recht gut zu fahren und bis zur Allie Belle Mine, die den Hang heruntergerutscht ist und schief über die Straße hängt, sind es ca. 20 Minuten. Ein kurzer Fotostopp und weiter geht es noch bis zur Hancock Town Site, wo allerdings nur noch ein paar Holzbalken vom ehemaligen Saloon zu sehen sind – absolut nicht der Hit. Von hier könnte man zum Ost-Portal des Alpine Tunnels und über den Hancock Pass, da er aber sehr hoch eingestuft ist fahren wir da nicht lang. Wir kehren um und fahren nach St. Elmo; ein uriges kleines Städtchen das 1880 entstand und einst Forest City hieß. Das Postoffice bestand darauf, dass der Name in St. Elmo geändert wird, da bereits weitere Städte mit dem gleichen Namen bestanden. St. Elmo wuchs mit dem Erfolg der Mary Murphy Mine und einigen anderen Minen der näheren Umgebung und entwickelte sich zu einem Hauptversorgungszentrum im Landkreis. Bis zum Bau der Eisenbahn war St. Elmo für Reisende nach Tincup, Alpine und einigen nahen Pässen ein Zwischenstopp; als die erste Eisenbahn der Denver, South Park & Pacific Railroad ihren Dienst aufnahm, erhielt die Stadt einen Hauptbahnhof. In ihren besten Tagen hatte St. Elmo rund 1.500 Einwohner. Durch die vielen Arbeiter des Alpine Tunnel war die Stadt am Wochende sehr gut besucht. 1890 wurden bei einem Großband zwei Blocks im Geschäftszentrum zerstört und nie mehr aufgebaut. Anno 1910 bewirkte ein Rückgang von Frachtlieferungen die Schließung des Alpine Tunnel und 1926 war die Weiterführung der Eisenbanhlinie nach St. Elmo nicht mehr einträglich und man stellte schließlich auch diese Verbindun ein. St. Elmo ist einer der besterhaltenen Minenstädte in Colorado mit den meisten Gebäuden entlang der Hauptstraße, die noch so wie vor 100 Jahren aussehen. Sie wird im National Register of Historic Places geführt und ist ein must-see für Besucher, die einen Blick auf eine Wild-West Mining Town aus dem 1800 Jh. werfen wollen. Einige Blockhäuser scheinen wieder bewohnt, wenn auch nur saisonal. Ein kurzer Fotostopp und es geht weiter auf dem Tincup Pass Trail; d. h. nach der Miner’s Exchange rechts über die Brücke und dann gleich wieder links der Beschilderung folgen. Die Route ist mit 3 bewertet, also sollten wir das locker packen. Auch hier ist jede Menge Verkehr, doch der ein oder andere lässt uns überholen und wir müssen nicht ständig Staub schlucken. Die Strecke wird im Verlauf immer heftiger; anfangs ist sie nur „rocky“, dann wird sie steil und im letzten Anstieg zum Summit warten üble Steinbrocken und Stufen auf uns, d. h. wir kommen nur sehr langsam vorwärts. Auch der Abstieg hat es in sich, bis zum Mirror Lake ist dieser Trail kein Spaß. Elke steigt an den ganz üblen Stellen aus und lotst Andy, die riesige Haube des Commander macht es ab und an schwierig einzuschätzen, wie die Hindernisse ohne Schaden zu bewältigen sind. Mittlerweile hat es zugezogen und es regnet leicht. Gegen 13.30 h haben wir uns eine kleine Pause verdient und machen Mittag, die schlimmste Strecke liegt hinter uns. Nächster Stopp ist in Tincup, gegründet 1879 als Virginia City nachdem die Gold Cup Mine entdeckt wurde. 1892 wurde aus diesem Ort Tincup, Virginia Cities gab es wohl schon damals zu viele. Es heißt, Menschen überfluteten Tincup - eine der wildesten und rauhesten Mining camps in Colorado. Die Bars und Spielsaloons hatten rum um die Uhr geöffnet. Trunkenheit und Schießereien waren an der Tagesordnung. Organisiertes Verbrechen herrschte nicht nur in den Bars oder Spielsaloons sondern auch in der Verwaltung und öffentlichen Ämtern. Ein kleiner Auszug aus dem Roadbook: Tincup hatte anno 1882 einige Tausend Einwohner und was die größte Silberproduktion in der Gunnison Region, trotz fehlender Eisenbahnanbindung. Wegen fehlender Transportmöglichkeiten transportierten die Minen die Ausbeute mittels Packtieren. Schließlich brachte der Bau des Alpine Tunne die Eisenbahn in die Nähe, nach Pitkin. Tincup erholte sich von einer Rezession, die durch hohe Transportkosten verursacht wurde. Auch den Silver Crash in 1893 überlebte diese Stadt. Das Glück hielt bis in 20. Jh. um dramatsich in einem großen Feuer zu enden, als ein Laden Feuer fing, der Kerosin verkaufte und die Stadt bis auf einen Block auf die Grundmauern niederbrannte. Dies war im Jahr 1906. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, aber nicht mehr wie einst wiederhergestellt. Im Jahr 1913 brannte es ein weiteres Mal und beschädigte etliche Gebäude sehr stark. Nachdem die Gold Cup Mine im Jahr 1917 schloss, zerfiel Tincup sehr schnell. Etliche Cabins dienen heute als Wochenenddomizil und werden von einer kleinen Community am Leben erhalten. Wir halten an der Kirche bzw. der City-Hall – dieses Gebäude wird für beides genutzt und wurde 1903 errichtet. Ein paar Leute sind dabei, die Hall winterfest zu machen. Wir dürfen aber gerne einen Blick hineinwerfen. Wir kommen unweigerlich ins Gespräch und berichten von der üblen Strecke, die mit einer 3 absolut unterbewertet ist. Da auch unser nächstes Vorhaben, der Cumberland Pass Trail mit 3 bewertet ist, wollen wir davon lieber absehen – für heute reicht es mit rocky Road. Uns wird allerdings versichert, dass der Trail absolut easy zu befahren ist und überhaupt nicht schwierig, der Tincup Pass hingegen wird auch von den Locals als schwer empfunden. Gesagt getan, vorerst machen wir aber am Cemetary von Tincup Halt und sehen uns dort ein wenig um. Der Cemetary ist auf vier Hügel und somit vier Bereiche aufgeteilt - für Protestanten, Katholiken, Juden und Konfessionslose (hier sind eindeutig die Rabauken gemeint, die samt Gewehr und ihren Stiefeln beigesetzt wurden). Wie versprochen, ist der Trail über den Cumberland Pass kein Vergleich zu dem, was wir heute schon hinter uns haben und wir kommen in Null komma nichts vorwärts bis zum Abwzeig Alpine Tunnel Road. Diese alte Railroadgrade nehmen wir auch noch mit, ist diese Route mit einer schlappen 1 bewertet. Aber auch diese Bewertung stimmt mit der Strecke, die sich nun vor uns auftut, absolut nicht überein; mit einem normalen Straßenfahrzeug ohne high clearance ist hier nichts auszurichten, vor allem nicht auf den letzten Meilen. Die Railroardgrade ist wiederum gesäumt von gold-leuchtenden Aspen. Zum Teil geht es direkt neben der Fahrspur senkrecht den Hang hinunter; ein Glück dass wir keinen Gegenverkehr haben. Die 9,6 Meilen bis zum restaurierten Bahnhof ziehen sich ganz schön. Wir sind wieder auf 3.500 m Höhe, es weht ein eisiger Wind und das letzte Stück zur historic Site kann nur zu Fuß zurücklegt werden. Hier oben wohnen jede Menge Marmots und lassen sich sogar ablichten. Ein paar Gleise sind noch gelegt und vom Enginehouse stehen noch die Grundmauern. Absolut sehenswert! Den Tunnel gibt es allerdings nicht mehr; dieser ist verschüttet. Mittlerweile ist es 16.30 h und wir haben noch Einiges an Wegstrecke vor uns. Es geht wieder auf dem selben Weg zurück, dann nach Pitkin und über Ohio und Parlin zur 50, die uns nach Gunnison führt. Wir gehen erst mal was essen und da wir Hunger haben, muss es auch schnell gehen. Da kommt der Sonic gerade recht; viel Auswahl an Fastfood gibt es in Gunnison eh’ nicht. Wir checken im Waterwheel Inn ein, packen unsere Wäsche und fahren nochmal los zur Laundry. Gegen 20.00 h sind wir zurück und lassen den Abend bei einem oder zwei Coors Revue passieren. Gefahrene Strecke: 205 km |
Sunrise Coffee Road to St. Elmo Road to Hancock Herbstfarben Ellie Belle Mine Yellow Alley St. Elmo Herbstfarben Tincup Pass Tincup Pass Tincup Townhall Townhall Tincup Cemetery Tincup Cemetery Cumberland Pass Beim Cumberland Pass Old Mining Site Fahrt zum Alpine Tunnel Middleroute Watertank Eisenbahnschleifen Alpine Tunnel Road Tiefe! Fettes Marmot Indian Head Waschabend |
13. Tag - Sonntag 28. SeptemberGunnison - Crested Butte - Shofield Pass - Ohio Pass - Gunnsion Sonntagsausflug in die bunten Berge Heute lassen wir es etwas gemütlicher angehen; wir stehen erst gegen 7.30 h auf, gehen frühstücken und da ist ganz schön was los. Wir besorgen noch Brot im City Market und dann geht es via Crested Butte nach Gothic. Der Name Gothic stammt von Gothic Mountain. Die Stadt entstand im Jahr 1879 mit dem - wie sollte es anders sein - Fund von Gold und Silber. Innerhalb von vier Monaten wurden nahezu 200 Gebäude errichtet, u. a. ein Hotel, drei Geschäfte, ein Metzger, ein Friseur und natürlich ein Saloon. Gold und Silber im Wert von mehreren Millionen Dollar wurden aus den Bergen gewonnen. In der Blütezeit hatte Gothic nahezu 8.000 Einwohner. Auch diese Stadt erlangte einen schlechten Ruf durch wilde Saufgelage, Glücksspiel und Prostitution. Gothics erster Bürgermeister wurde durch würfeln ermittelt; Garwood Judd war ein Saloonbesitzer und gewann das Würfelspiel und war darauf stolz wie "Oskar". So stolz, dass er sich seinen späteren Beinamen "the man who stayed" auf ein Schild eingravieren ließ und über den Eingang hängte. Als die umliegenden Minen erschöpft waren, entschwand auch das Glück; im Jahr 1884 verließ ein Großteil der Einwohner die Stadt. Garwood Judd, der stolze Bürgermeister blieb bis zu seinem Tode im Jahr 1930; seine Asche wurde hier verstreut. Gothic ist heute Heimat der Rocky Mountain Biological Survey, die sich der Vielfalt der regionalen Flora und Fauna widmet. Einige gute erhaltende alte Gebäude vom einstmals verruchten Gothic stehen noch heute. Dieser Ort erfährt mittlerweile eine Wiederbelebung als Siedlung für Sommertouristen. Als wir in Gothic eintreffen wirkt der Ort am Morgen bereits sehr lebendig; man(n) werkelt zu mehreren an einem Pickup und etliche Mountainbiker machen sich startklar. Wir fahren erst mal weiter zum Schofield Pass. Nach dem Pass gelangt man in ein idyllisches Hochtal und weiter zur Schofield Town Site; hier lässt lediglich eine private Hütte erahnen, wo die Stadt im Jahr 1872 errichtet worden war. Als wir das Hinweisschild „only for 4 WD and experienced Driver – the road is very difficult“ erreichen, beginnt der Streckenabschnitt, der mit einer 6 bewertet ist. Wir parken das Auto, schnallen uns den Rucksack um und erkunden den weiteren Streckenverlauf zu Fuß; den Devils Punch Bowl wollen wir uns aus der Nähe ansehen. Wir laufen den sehr rauhen und von hohen Absätzen durchzogenen 4 WD-Trail bergab bis der Crystal River direkt über den Trail verläuft. Hier steht das Wasser so tief, dass ein Schild warnt "Dry your Brakes - Steep Hill". Diese Stelle können wir trockenen Fußes über das Geröll im Bach überwinden und es geht weiter auf dem sehr schmalen Trail, direkt zwischen Felswand und Abhang. Ein kurzes Stück weiter liegt ein Felsen mitten im Trail und hier ist ein sehr wendiges schmales Auto vonnöten, wenn man an diesem Block ohne Kratzer vorbei möchte. Wir sind nicht die einzigen Wanderer; eine Gruppe elderly ladys ist unterwegs; die älteste ist bereits über 80, wie wir kurzum erfahren. Nun wird auch das mächtige Rauschen des Crystal River von Motorenlärm unterlegt; mittlerweile sind etliche Rubicons und ein Motocross-Fahrer eingetroffen, die sich erst mal einigen müssen, wer nun fahren darf. Ein Ausweichen auf der schmalen Spur ist nicht möglich. Wir selbst drängen uns schon an den Fels, damit die Fahrer nicht zu sehr ausholen müssen. Am Devils Punch Bowl gibt es noch ein paar Fotos, wir lassen den Autos genügend Vorsprung ehe wir nach 2 km wieder „aufsteigen“ - für einen ausgedehnteren Marsch haben wir nicht genug Wasser und keinen Proviant dabei. Auf dem Rückweg kommt uns noch ein ausladender Pickup entgegen und bei einem kurzen Smalltalk gibt er zu Verstehen, dass er noch nie hier war. Wie er um den Felsblock manövriert ist, hätten wir gerne gesehen. Wir kommen noch an einem selbstgebauten Gefährt vorbei; Fahrer und Beifahrerin machen gerade Pause und natürlich kommen wir auch hier nicht ohne Smalltalk vorbei. Mit diesem Fahrzeug gleite man aufgrund der guten Federung quasi über jede Unebenheit hinweg; die Qualität des eingebauten VW-Motor wird in höchsten Tönen gelobt. Wir müssen uns richtig loseisen von den netten Gesprächspartnern und gegen 12.30 h sind wir wieder am Auto und machen in der Sonne Mittag. Es geht wieder zurück nach Gothic, natürlich nicht ohne jede Menge Fotos von der Foliage, die sich in den schönsten Farben präsentiert. Als wir in Crested Butte eintreffen hat es zugezogen und es regnet es leicht. Wir gehen die Main Street einmal rauf und wieder runter, Andy findet noch ein T-Shirt und wir fahren nochmal hoch zum Lake Irwin. Vor dem Kebler Pass zweigt eine Route nach Links via Ohio Pass ab. Die nehmen wir zurück nach Gunnison und das war eine gute Wahl. Auch hier gibt es herrliche Laubverfärbungen; der Auslöser glüht. Im weiteren Verlauf der sehr guten Gravelroad kommen auch die Castlerocks in Sichtweite. Die Ghosttown Baldwin liegt auf private property und ist nur von der Straße aus zu sehen, schade - die wenigen Häuser sind in einem sehr guten Zustand. Als wir wieder Teer unter den Reifen haben sind es noch 15 Meilen nach Gunnison, wo wir nach 17.00 h eintreffen. Im Walmart besorgen wir noch ein paar Kleinigeiten und im Circle Quarter gibt es noch einen Burger. Auf der Speisekarte stehen "Rocky Mountain Oysters" und als Elke sich danach erkundigt, wird die Bedienung im jugendlichen Alter sehr verlegen und errötet. Eine typische Handbewegung, als würde man in der rechten Hand einen kleinen Beutel Gold wiegen, sagt sehr viel aus. Any questions? Bevor es endgültig ins Motel geht, besteht Elke auf „Auto saugen“ und auch innen bekommt unser Gefährt noch eine Notreinigung. Gefahrene Strecke: 173 km |
14. Tag - Montag 29. SeptemberGunnison - Black Canyon - Grand Mesa Tiefer Canyon - Hohe Mesa Um 6.30 h stürzt sich Andy in die Fluten, will heißen, er nimmt eine ausgiebige Dusche und noch vor 8.00 h sitzen wir im Auto. Beim City Market holen wir uns noch einen Starbucks Coffee, eigentlich nur um die Zeit bis zum Öffnen des Outdoor-Ladens zu überbrücken. Elke hat hier vor einer Woche eine Jacke gesehen und sich nicht entscheiden können. Die Jacke ist noch da, wechselt den Besitzer und wir können los. Am Blue Mesa Reservoir und auf dem West Elk Loop entlang geht es zur Gunnison Gorge. Die Straße windet sich wie Darmschlingen und uns ist ein wenig blümerant; die Stopps für Fotos zwischendurch helfen, die Strecke durchzustehen. Wir haben traumhaftes Wetter und man hört die Brunftschreie der Elk’s von tief unten im Tal wie durch ein Megaphon. Endlich haben wir dann auch den Abzweig zum North Rim of the Black Canyon of the Gunnision erreicht und fahren zum Rim. Letztes Jahr hatten wir dafür schon keine Zeit, jetzt ist er fällig. Die wenigen Aussichtsspunkte haben wir bald abgeklappert; die Tiefe des Canyons beeindruckt uns schwer. Wir machen schließlich noch Halt an der Rangerstation, die allerdings geschlossen ist. Eine Map gibt es aber auch so. Von hier aus kann man zum Gunnison River hinabsteigen; ist sicher spektakulär und interessant - ohne Permit geht hier allerdings nichts. Nun nehmen wir Kurs auf Hotchkiss, wo wir noch ein Insektenschutzmittel besorgen bevor es auf die Grand Mesa geht. Bei unserer gestrigen Mittagspause oberhalb des Devils Punchbowl haben wir beide Stiche abbekommen, Elke’s Ellbogen hat eine riesige und Andys Stirn eine kleine Beule. Das Mittel ist schnell gefunden und wir können weiter; vor Delta geht es rechts weg nach Cedaredge. Im Visitor Center auf der Mesa holen wir uns Infos für den Crag Crest Trail und erkundigen uns nach den hiesigen Campmöglichkeiten. Tja, da sind wir leider zu spät dran, seit heute sind die Plätze geschlossen, haben kein Wasser mehr und die Toiletten sind ebenfalls „closed for season“. Die nette Lady bedauert dies sehr, meint aber, so lange keine Schranke den Zugang zu den Campgrounds versperrt, können wir unser Lager dort aufschlagen, ansonsten da, wo es uns gefällt. Wir sind etwas unschlüssig und wollen schon zurück nach Cedaredge fahren, um dort auf einem privat geführten Campground nach einem Platz zu fragen. Als wir am Abwzeig zur Old road vorbeikommen, biegen wir diese Gravelroad ein und es geht durch Aspen wieder hinauf. Hier entdecken wir einige Plätze, wo wir auch so bleiben könnten, fahren aber noch weiter hoch und wollen uns den Easttrailhead zum morgigen Hike ansehen. Der Campground am Trailhead ist geschlossen und die Gegend rundum ist private property, aber nun wissen wir zumindest, wo wir morgen starten werden. Auf dem Weg zurück Richtung Visitorcenter kommen wir am Ward-Lake Campground vorbei und hier ist der Zugang offen. Wir drehen eine Runde auf dem Campground und entdecken am hinteren Ende den perfekten Platz. Es gibt eine Feuerstelle und es liegt sogar noch Holz bereit, das wir verfeuern dürfen. Also nichts wie Zelt aufbauen. Wasser haben wir auch noch vermeldet Elke, doch keine zwei Atemzüge später kommt der Ranger, der die Quelle abstellen wird. Er dreht den Wasserhahn auf und wir können noch sämtliche Behältnisse füllen, bis der Wasserstrahl versiegt. So wie es aussieht, sind wir auch nicht alleine hier; etwas hinter uns steht ein Camper, der dann auch die Nacht hier verbringt. In der Sonne ist es angenehm warm, der Wind allerdings kühl und so geht es nicht ohne Weste. Wir setzen uns nach getaner Arbeit noch in die Sonne und wärmen uns auf, während Elke ein weiteres Mal die Beschreibung des morgigen Trails liest und schließlich unser oppulentes Abendmenue zaubert; es gibt Chili aus der Dose. Nach 18.00 h ziehen wir nochmal los, laufen den kurzen Trail am Land O’ Lakes und machen uns dann auf Richtung Observatorium; der Sonnenuntergang scheint heute etwas zu werden. Und wirklich, wir werden mit einer tollen Abendstimmung belohnt und bleiben bis Sonnenuntergang. Als die Sonne weg ist, wird der Himmel nochmal ganz intensiv orange und in den oberen Schichten violett und rosa – ein Traum. Auf einer Postkarte würde man dieses Szenario kitschig finden. Es ist bereits dunkel, als wir unsere Hütte erreichen. Während wir noch ein hübsches Feuerchen entfachen, an dem wir uns wärmen und wahre Funkenregen verursachen, erregt ein Neuankömmling mit dem Aufbau und einigen wild ausgestoßenen Flüchen unsere Aufmerksamkeit. Als das Zelt nahzu steht, reißt er es wieder ein und wechselt nochmal den Platz. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken, der Sternenhimmel über uns ist fantastsich – man sieht sogar die Milchstraße. Gegen halb zehn ist dann Schluss für heute und wir kriechen in die Schlafsäcke. Unser Zeltnachbar ist immer noch aktiv. Gefahrene Strecke: 341 km |