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USA Spring 2008

Die Tourguide Tour - (Mit einem Greenhorn unterwegs im Südwesten)

Eine Reise durch die Staaten Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah mit unserem Freund Robby. 21 Tage vom 19. April bis zum 10. Mai 2008.

Auf dieser interaktiven Karte ist der Routenverlauf der 2. Woche dargestellt.
Google-Maps-Creator by Ulrich Küster
Weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.

   
© by Andy Scheidle
 
 

2. Woche

8. Tag - Samstag, 26. April

Death Valley - Primm

Um kurz vor 6.00 h ist Sonnenaufgang und wir sind schon wach. Während Elke sich um's Sieben-Sachen-Zusammenfinden macht und herumräumt, ist Andy mit der Kamera vor der Tür. Ziemlich flott haben wir das Auto wieder beladen und machen uns auf den Weg zur Registration, wo es Kaffee gibt. Unser Frühstück nehmen wir recht spartanisch auf der Bank vor dem Dining Room ein - die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es scheint wieder ein sehr warmer und sonniger Tag zu werden. Kurze Zeit später sitzen wir im Auto und fahren zu den Pupfishes im Saltwatercreek. Für Andy und Elke der erste Stopp dort und die kleinen Überlebenskünstler im Salzwasser bekommen wir auch zu sehen.
Nächster Halt ist bei den Borax-Works und schließlich geht es ins Visitor Center - wir brauchen einen neuen NP-Pass. Es geht weiter nach Süden nach Bad Water, wo wir ein Stück hinauslaufen, doch bis zu der rein-weißen-Salzkruste ist es uns zu weit. Wieder retour nehmen wir noch die Artists Palette mit und den Zabriskie Point, ehe wir den Park in Richtung Amargosa verlassen.
Am Motel mit Opera House von Martha Beckett machen wir Halt, doch leider können wir das Opera House wegen einer am Abend stattfindenden Performance nicht besichtigen und auf nochmalige Frage, ob es nicht eine Ausnahme gäbe, lässt sich die Dame im Motel auch nicht erweichen. Weiter geht es Richtung Pahrump, wo wir über die Größe der Stadt richtig staunen - das hätten wir nicht erwartet. Wir tanken und versorgen uns im Walmart noch mit Getränken und dem, was wir die nächsten Tage so brauchen werden. Wir "streifen" Las Vegas, sehen in der Ferne den Red Rock State Park und nehmen Kurs in Richtung Primm, wo wir heute übernachten werden. Um Las Vegas ist jede Menge Verkehr und auch in Primm ist was los - es ist Wochenende. Da wir noch früh am Nachmittag ankommen, sehen wir uns erst mal im Outlet um, von dem wir dieses Mal etwas enttäuscht sind. Den Timberland-Laden gibt es nicht mehr und die wirklich preiswerten Angebote halten sich in Grenzen. Wir machen somit keine große Beute, aber das Shoppen macht dennoch Spaß. Gegen 17.00 h checken wir im Buffalo Bill ein, erhalten zwei Gutscheine für den Rollercoaster, den Andy und Robby auch einlösen. Elke verzichtet dieses Mal und erwartet die beiden am Ausgang - Andy hat eine Sturmfrisur und Robby schwankt ein wenig, als beide aus der Bahn steigen, aber es hat ihnen Spass gemacht.
Dann heißt es Essen fassen und wir entscheiden uns doch für's Buffet. Es schmeckt lecker, die Auswahl ist gut und mehr als gut gesättigt versuchen wir unser Glück noch an ein paar Slotmachines - leider ist der Versuch nicht von großem Erfolg gekrönt. Unser Favorit vom vorletzten Jahr meint es nicht so gut mit uns und wir verspielen ein paar Dollar - es bleibt aber alles in überschaubarem Rahmen. Schließlich machen wir uns doch auf in unser Zimmer, wo wir noch den Roomservice herbeizitieren müssen, weil eine Handtuchgarnitur fehlt und die Stehlampen nicht funktionieren. Uns wird dann auch umgehend geholfen und wir beschließen den Abend bei einem Bierchen.


Gefahren: 209 Meilen
Übernachtung: Buffalo Bill Primm, 66,18 $

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9. Tag - Sonntag, 27. April

Primm - Grand Canyon

Heute können wir uns in der Frühe etwas Zeit lassen und stehen erst gegen 7.00 h auf. Frühstück gibt es "selfmade" auf dem Zimmer und mit einem Becher Kaffee von Starbucks von der Tanke nebenan machen wir uns auf den Weg Richtung Grand Canyon. Elke fährt heute und die Herren lassen sich kutschieren. Auf der Interstate geht es gen Süden bis zum Abzweig nach Laughlin und dort kommen uns Scharen von Motorrädern entgegen. Wie sich kurze Zeit später per Radio ermitteln lässt, war an diesem Wochenende der River Run, wo sich zig motorisierte Zweiradfahrer eingefunden haben. Ob es sich dabei lediglich um ein Treffen von Gleichgesinnten handelt, oder ob es eine Art Messe oder Festival ist, konnten wir leider nicht ermitteln.
In Laughlin biegen wir nochmals gen Süden ab und nehmen dann die legendäre Route 66 nach Oatman, wo wir uns auch ein wenig umsehen. Esel bekommen wir keinen zu sehen, zu riechen sind sie allerdings. Wir schlendern ein wenig durch die Geschäfte, betrachten jede Menge Harleys, die vor den alten Gebäuden parken und fahren schließlich weiter Richtung Interstate 40, wo wir in Kingman nochmal Tanken und kurze Mittagspause bei Carls jr. machen; vom 6 $-Burger träumt Andy ja schon seit letztem Urlaub im Herbst. Elke kutschiert die beiden weiter bis zum nächsten Stopp in Williams, wo wir uns nochmal ein wenig die Beine vertreten und einen tollen Laden entdecken, der ausgesprochen geschmackvollen und sehr schönen Schmuck anbietet. Die Preise sind nicht gerade günstig, aber dafür handelt es sich um handgefertigte Stücke der Natives.
Nochmals liegen 50 Meilen vor uns, ehe wir den Grand Canyon erreichen. Wir führen Robby, mit verschlossenen Augen, am Mather Point an den "Abgrund" und der ist überwältigt, was er zu sehen bekommt. Wir genießen trotz der Menschenmengen die Ausblicke und fahren dann zur Yavapai Lodge, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Wir laden unsere Sachen aus, richten schon mal die Rucksäcke für unsere morgige Tour und machen uns dann zum Sonnenaufgang nochmal auf zum Parkplatz der Bright Angel Lodge. Von dort aus laufen wir zum Maricopa Point, um von dort zu fotografieren. Es ist noch jede Menge los, wir sind nicht die Einzigen hier. Nach 20.00 h nehmen wir den Bus zurück zum Parkplatz und haben Glück, dass wir nicht am Hopi Point waren - die Menschenmassen, die per Bus zurück wollen, können auch in 3 Fuhren nicht abtransportiert werden. Zurück am Auto fahren wir nach Tusayan und gehen im Wendys noch was essen - es gibt lecker Chili und Salat. Danach zurück ins Motel, die restlichen Utensilien für morgen zurechtlegen - denn wir müssen früh raus.

Gute Nacht!

Gefahren: 320 Meilen
Übernachtung: Yavapai Lodge, 118,48 $

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10. Tag - Montag 28. April

Grand Canyon

Bereits um 5.15 h kündigt Andys Handy das Ende der Nacht an, auch wenn es draußen noch dunkel ist. Wir bekommen noch eine Viertelstunde Gnadenfrist, ehe Andy uns erbarmungslos aus den Betten wirft. Elke und Robby haben schlecht geschlafen, nützt aber nix, wir müssen los. Da unsere Rucksäcke bereits marschfertig sind, geht das morgendliche Procedere ziemlich schnell. Ein schnelles Frühstück, da es keine Kaffeemaschine gibt, müssen wir uns mit Wasser und kaltem Tee begnügen und dann starten wir kurz nach 6.00 h zum Bright Angel Trailhead. Ein Parkplatz ist schnell gefunden, jetzt nur noch die Wanderstöcke auf die richtige Länge bringen, was mit klammen Fingern bei knapp unter 0 °C (gefühlte Temperatur - 10 °C) nicht so einfach ist. Noch ein Foto für die vorher-nachher-Doku direkt am Trailhead und es kann losgehen.
Wir schreiten flott bergab, drosseln aber nach einiger Zeit das Tempo, als der Trail mehr und mehr mit Steinen durchsetzt ist, man bei jedem Schritt aufpassen muss und sich das steile Gefälle schon jetzt in den Kniegelenken bemerkbar macht. Wasser gibt es zu dieser Jahreszeit erst ab Indian Garden; die Leitungen werden wegen der noch frostigen Nächte ab Mai geöffnet. Die Sonne gewinnt im Laufe der nächsten Stunde immer mehr an Kraft, was sich auch am Geruch der Muli-Hinterlassenschaften bemerkbar macht, der einem mehr als penetrant in die Nase fährt. Da Laufen und schauen nicht drin ist, halten wir immer wieder an um auch von der Umgebung was mitzubekommen. Wir haben jede Menge Gegenverkehr; Hiker mit übergroßen Rucksäcken machen sich an den heftigen Aufstieg und wir werden freundlichst gegrüßt.
Serpentine um Serpentine steigen wir hinunter, nicht ohne das nagende Gefühl, dass auch wir wieder hinauf müssen. Bei Andy zickt die Wadenmuskulatur, dagegen gibt es etwas Magnesium. Elke hat irgendwann Probleme mit dem rechten Knie und ist schon ein wenig genervt, wann es endlich nicht mehr so steil nach unten geht. Erst vor Indian Garden wird die Strecke erträglicher und dort treffen wir gegen 9.00 h ein. Zwischenzeitlich ist es richtig warm und wir entzwiebeln uns - kurze Hose und T-Shirts kann man nun gut vertragen.
Eine weitere Stunde später sind wir am Plateau Point - auf dem Weg dorthin gibt es massig rosa blühende Kakteen (Prickly Pears) und auch eine Agavenart steht kurz vor der Blüte. Wir gönnen uns die erste längere Pause bei einem herrlichen Blick auf den grün unter uns rauschenden Colorado River. Ich wage mal zu behaupten, dass der Blick von hier schöner ist als wenn man ganz unten am Colorado steht. Man ist mitten im Canyon, kann die oberen Rims sehen und hat einen wunderbaren Blick nach unten. Ganz unten ist man natürlich direkt am Colorado, aber man sieht den oberen Rim nicht mehr, am Plateau Point hat man beides, einfach herrlich.
Kaum haben wir uns nieder gelassen, taucht ein zutrauliches Squirrel auf und hofft auf Essbares. Als Robby mit seiner Brottüte raschelt ist es sofort zur Stelle, reckt und streckt sich - jedoch vergebens. Wir genießen den herrlichen Ausblick und das Rauschen in der Tiefe. Lange dauert es nicht, bis auch andere Wanderer eintreffen und wir machen uns wieder auf den Rückweg bis Indian Garden, wo wir Mittag machen wollen.
Auf dem Rückweg kommen uns zwei Mulitrupps entgegen; wir können uns nicht vorstellen, dass der Ritt so toll ist, wie er vielleicht anmuten lässt. Um 11.30 h sind wir am Indian Garden, haben einen überdachten Sitzplatz und machen Mittag. Robby gesellt sich wenig später zu uns; er ist vom Plateau Point erst nach uns aufgebrochen. Die Wasserflaschen werden aufgefüllt und eine Stunde später starten wir den Rückweg bei fast 30 °C. Die ersten Meter gehen noch gemächlich, doch das ändert sich ziemlich schnell. Die Steigung nimmt zu, die Stufen auch, staubig ist es ohnehin und mittlerweile sind noch mehr Mulihaufen auf dem Weg verteilt. Wir schnaufen ganz schön, haben hochrote Gesichter und machen regen Gebrauch von den Wasserflaschen. Nun heißt es nur noch ankommen, die Blicke zurück ins Tal werden immer weniger, je länger wir gehen und nach knapp 8 Stunden sind wir wieder oben beim Auto.
Froh, den Aufstieg hinter uns zu haben und entsprechend k.o. geht es zurück in die Lodge, wo die Dusche schon auf uns wartet. Nachdem wir uns ausgiebig gesäubert und ein wenig ausgeruht haben, holen wir Robby im Yavapai Cafe ab, wo er Karten schreibt und fahren nach Tusayan zum Abendessen, das wir nochmals bei Wendys einnehmen. Es ist zwar noch früh am Abend, doch wir beschließen diesen bereits gegen 20.00 h und kriechen in die Betten. Zwar schade, da noch jede Menge Zeit vom Tag übrig ist, doch unser Lauf-Pensum ist für heute mehr als erfüllt.

Gefahrene Meilen: 270
Unterkunft: Best Western Grand Junction, 88,71 $
Gelaufen: 22,9 km

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Plateau Point
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Plateau Point
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Plateau Point
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11. Tag - Dienstag 29. April

Grand Canyon - Page

Heute lassen wir es etwas gemütlicher angehen; wir stehen erst kurz vor 7.00 h auf, doch ohweh, keiner kann normal gehen, alle haben Schmerzen in den Waden vom bergabgehen. Trotzdem sind wir bereits eine knappe halbe Stunde später "on the road again".
Wir verlassen den Park in östlicher Richtung auf der 64 und fahren noch den Grand View und den Desert View Point an, wo selbst um diese frühe Morgenstunde schon einiges los ist. Wir quälen uns die Stufen zum Turm hoch - die Waden schmerzen bei jedem Schritt höllisch - und werfen einen letzten Blick von der Aussichtsplattform auf den Colorado River.
Weiter geht es nach Cameron, wo wir erstmals an der Trading Post Halt machen. Hier gibt es jede Menge Kunsthandwerk der Natives zu kaufen - größtenteils sehr schöne Stücke. Robby schlägt zu und ersteht so Einiges für sich und seine Kinder. Während er noch auswählt, werfen wir einen Blick auf den "Little Grand Canyon" unterhalb der Motels. Als wir wieder komplett sind, geht es weiter Richtung Page mit einem nochmaligen Halt am Antelope Pass, von wo man einen tollen Blick auf die Ebene hat. Auch hier gibt es jede Menge Stände der Natives und Elke und Andy entscheiden sich für einen Pfeil, der zum Ende des Urlaubs nochmal zum Thema wird.
Nächster Halt ist am Horseshoe Bend kurz vor Page. Unser Muskelkater lässt uns wie gehbehindert aussehen - bergauf geht ja noch, aber bergab …. Wir müssen über uns selbst lachen, wie wir uns heute bewegen und würden so manchem Senioren mit Arthritis hinsichtlich der Haltung in nichts nachstehen. Der Blick auf die Colorado-Schleife ist wieder klasse und die "Anstrengung" auf jeden Fall wert. Mittlerweile zeigt auch hier das Thermometer annähernd 30 °C und wir freuen uns schon auf den anstehenden Besuch im klimatisierten Walmart. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu besorgen, u. a. Badezeug für Elke und Andy, das sie vergessen haben einzupacken.

Da wir noch zu früh zum Einchecken dran sind, es im Motel keine Laundry gibt, geht es noch zum Wäschewaschen. Wir haben Glück, dass noch zwei Maschinen frei sind - es herrscht Hochbetrieb. Hier gibt es tatsächlich Wäschetrommeln und nicht nur diese Toplader-Rührgeräte und das "water" ist nicht nur vermeintlich "hot". Beim Befüllen der zweiten Maschine begeht Elke den Fehler, vor dem Schließen der Türe das Geld einzuwerfen; die Maschine schluckt die Münzen, fehlt nur noch dass sie rülpst und sich zurücklehnt. Die Lady an der Kasse ist sehr hilfsbereit und legt nochmal 3 $ nach, damit sich das Ding rührt. Eine gute halbe Stunde später ist alles sauber, kommt noch für einige Minuten in den Trockner und gegen 15.00 h geht es mit halbfeuchter Wäsche, da Münzmangel, ins Motel Wir dekorieren unser Zimmer mit der Wäsche und machen uns auch sogleich auf den Weg zum Alstrom Point.

Andy fährt und Elke liest die Beschreibung, mit der wir gut klar kommen und die richtigen Abzweige finden. Gegen 17.00 h treffen wir nach den letzten ruppigen Steinplatten wohlbehalten dort ein und lassen die Aussicht auf uns wirken. Wir sind nicht allein, ein deutsches Pärchen, wie wir später erfahren aus Frankfrut, hat sich hier zum Sunset nieder gelassen. Unweigerlich kommen wir ins Gespräch und zwischen Fotos schießen und kurzweiliger Unterhaltung vergeht die Zeit wie im Flug. Da es ziemlich diesig ist, werden die Bilder nicht ganz so wie gewünscht und wir brechen früher auf als geplant. Robby, der durchs Gelände streift und berichtet, er habe eine Schlange, zusammengerollt wie eine Nussschnecke, gesehen wird aufgesammelt und wir treten den Rückweg an. Von der untergehenden Sonne können wir noch das ein oder andere Foto machen und sind dann bereits wieder auf Teer, als das Tageslicht schon fast verschwunden ist.
Zurück nach Page, die Lichter der Stadt leuchten uns schon von weitem entgegen, und wir kehren noch im Dennys auf ein Abendessen ein. Im Motel ist zwischenzeitlich auch die Wäschedeko trocken und kann wieder verstaut werden. Die Bilder des Tages werden noch geladen und der Bericht getippt.

Gefahren: 220 Meilen
Übernachtung: BW Page, 91,27 $
Gelaufen: bzw. gehumpelt - vernachlässigbar

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12. Tag - Mittwoch 30. April

Page

Die Nacht war warm, trotz offenem Fenster und vor allem kurz, da es gestern mit allerlei organisatorischem Kram doch ziemlich spät geworden ist. Um kurz vor 7.00 h sind wir beim Frühstück in der Lobby, wo um diese Zeit schon der Bär steppt. Wir halten uns nicht lange auf, spendieren unserem treuen Gefährt bei der Maverick ein Frühstück und machen uns auf in Richtung Kayenta. Die Strecke dorthin gehört nicht zu den besonders reizvollsten, aber mit angeregter Unterhaltung packen wir auch das. Kurz vor Kayenta tobt ein Sandsturm, es sieht aus, als hätte es dichten Nebel. Ab und an rütteln heftige Böen am Auto und für's Monument Valley sind das nicht die besten Voraussetzungen. Wir fahren bis kurz vors Kassenhäuschen, wagen uns aus dem Auto und entscheiden schweren Herzens, nicht in den Park zu fahren. Auf Sandstrahlen haben wir keine so rechte Lust und bei solchen Verhältnissen ist die Aussicht auf brauchbare Fotos mehr als gering.
Also fahren wir weiter Richtung Mexican Hat und zu den Goosenecks. Dort machen wir eine kurze Pause, vertreten uns die noch immer in Mitleidenschaft gezogenen Beine und fahren weiter nach Bluff.
Der nächste Halt ist an der Historic Site und wir sehen uns das nachgebaute Versammlungshaus, das auch als Kirche und Schule der Siedler um 1896 diente, an. Andy versucht sich noch als Kutscher, nur leider sind die Pferde wohl von Dieben geraubt worden. Weiter geht es zum Twinrock-Cafe, wo wir den beiden Shops einen kurzen Besuch abstatten und dann im Freien Mittag machen. Als wir uns gerade niederlassen, leistet uns ein Golden Retriver Gesellschaft und beobachtet genau, ob nicht etwas für ihn abfällt. Ob er oder sie - der Hund ist brav und sehr gut erzogen. In gebührendem Abstand behält er uns im Auge, bis Andy ihm doch noch ein Stück Beefjerky abgibt. Damit gibt er sich zufrieden und legt sich zu unseren Füßen nieder.
Wir fahren noch kurz nach nebenan zu der alten Tankstelle und fotografieren den davor stehenden Buick - schade, dass der Oldtimer vor sich hinrostet, aber vielleicht hat sich ja auch eine Restaurierung nie so wirklich gelohnt. Nicht weit davon entfernt steht ein ebenso in die Jahre ge- und heruntergekommener Laster, der auch noch ein paar Fotos wert ist.
Wir drehen wieder um und fahren die gleiche Strecke zurück nach Kayenta, wo es zu einem weiteren Highlight der Reise geht. Die Strecke abseits des Teers ist zu Anfang etwas abenteuerlich und wir müssen die Topomap zu Hilfe nehmen, die aber auch nicht die aktuellen Strassen richtig anzeigt. Letzendlich erreichen wir gegen 16.00 Uhr den Blue Canyon und lassen uns jede Menge Zeit zum Fotografieren. Auch die etwas entfernt gelegenen Hoodoos nehmen wir uns vor, aber da der Wind auch hier heftig bläst und wir schon komplett eingesandet und es wohl keinen fotogenen Sonnenuntergang gibt, geht es gegen 18.00 h schon wieder zurück nach Page. Während der Fahrt reist dann doch noch die Wolkendecke auf und wir erleben noch einen schönen Sonnenuntergang.
Robby verzichtet wegen eines dringenden Bedürfnisses aufs Abendessen und wird vor dem Motel abgesetzt, während Andy und Elke noch ins Fiesta Mexicana gehen. Bei Safeway stocken wir den Getränkevorrat auf und dann geht es ins Motel. Der Weatherchannel verheißt für morgen nicht mehr ganz so starken Wind und wir hoffen, dass wir unser morgiges Vorhaben auch genießen können.

Gefahren: 394 Meilen
Übernachtung: BW Page, 91,27 $
Gelaufen etwas weniger Gehumpelt: vernachlässigbar

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13. Tag - Donnerstag 1. Mai

Page

Um kurz nach 5.00 h wird Elke wach, weil im Nebenzimmer heftig gelärmt wird. Gestern Abend schon haben sich unsere japanischen Nachbarn sehr lautstark bemerkbar gemacht und auch zu später Stunde die Lautstärke nicht gedrosselt. Nicht zum ersten Mal fallen diese Truppen sehr unangenehm auf. So wie es aussieht, ziehen sie ab - der Bus vor unserem Fenster läuft sich schon seit geraumer Zeit warm. Nochmal umdrehen, bevor um 6.30 h auch bei uns die Nacht vorüber ist. Kurz zum Frühstück, unsere Tagesausrüstung geschnappt und um 7.30 h sitzen wir im Auto mit Ziel Richtung White Pocket.
Es weht ein sehr kühler und frischer Wind, dafür ist es sonnig und klar. Die House Rock Valley Road ist in sehr gutem Zustand und auch die Strecke zur White Pocket lässt sich gut fahren. Was auffällt, seit unserem letzten Besuch gibt es wesentlich mehr Streckenabschnitte mit tiefem Sand. Irgendwann haben wir zwei Autos vor uns und wir fahren im Konvoi, was uns nicht zusagt. Wir halten an, vertreten uns die Beine und gewähren den beiden einiges an Vorsprung, bevor wir wieder Fahrt aufnehmen. Wir entdecken sogar die Bretter, die wir vor zwei Jahren beim Corral gefunden und für den Fall dass wir stecken bleiben, ein Stück mitgenommen haben. Da alles glatt ging, haben wir die Bretter auf dem Hügel deponiert, wo sie noch immer an derselben Stelle liegen. Neu ist für uns die Absperrung kurz vor den Felsplatten der White Pocket, wo schon einige Autos parken.
Wir ziehen auch gleich los und bringen in den folgenden zwei Stunden den Auslöser der Kamera zum glühen, während wir bei stahlblauem Himmel und Sonnenschein (zwar nach wie vor eiskaltem Wind) die Vielfalt der Farben und Formen ablichten. Ausgefroren kehren wir ins warme Auto zurück und fahren bis Poverty Flat. Es gibt Lunch und Andy gibt mit Hilfe von Robby die Koordinaten für die anstehende Wanderung zu Edmaiers Secret ins Navi ein.
Ohne Zwischenfälle erreichen wir gegen 14.00 h den Trailhead zur Buckskin Gulch, entrichten pro Nase 5 Dollares Gebühr und folgen der Beschreibung von Peter Felix Schäfer ca. 3 km dem Wash, bis ein weiterer von links einmündet. Diesen nehmen wir, bewältigen die vor uns liegende Erhebung hinauf zu den Brainrocks und haben von dort aus einen umfassenden Blick auf die genannte Location. Hier gibt es jede Menge zu entdecken und wir nehmen auch noch den Anstieg bis ganz nach oben, von wo aus wir einen Blick auf den Toprock und die Umgebung der Wave haben. Auf dem höchsten Punkt findet Robby einen Marker des US Department of General Survey von 1917. Das muss festgehalten werden; die Stange verbleibt da, wo sie gefunden wurde. Außerdem entdecken wir ein Kreuz und die Buchstaben B und O, die in den Sandstein eingeritzt wurden und das wohl schon vor langer Zeit, das ist doch etwas seltsam.
Wir steigen wieder hinab, Andy knipst noch etliche Male Edmaiers Secret und es geht retour zum Auto. Nun drängt es uns noch zum Stud Horse Point, wir nehmen auch den richtigen Abzweig, kommen allerdings etwas weiter westlich "heraus", als sich die Hoodoos befinden. Nochmal Kurs korrigieren, dem Weg etwas weiter nach Osten folgen und wir stehen direkt vor den fotogenen Riesenpilzen. Leider steht die Sonne bereits ziemlich tief und ein großer Felsblock wirft schon Schatten. Andy springt gleich los zum fotografieren und lässt das Auto mitten auf dem Weg stehen. Als ein weiteres Fahrzeug auftaucht, fährt Elke das Auto aus der Schusslinie und als der soeben angekommene Fahrer aussteigt, gibt es ein deja-vu - es ist Albert, mit dem wir uns beim letzten Forumstreffen in Frankfurt unterhalten haben. Da die Zeit für gute Fotos drängt, tauschen wir uns nebenher und nur kurz aus und dann geht es für uns auch schon weiter. Es ist nun empfindlich kalt geworden und Andy und Robby schlottern bereits in ihren kurzen Hosen. Zurück in Page nehmen wir ein flottes Abendessen bei Burger King ein und dann geht es aufs Zimmer.

Gefahren: 154 Meilen
Übernachtung: BW Page, 91,27 $
Gelaufen: 8,6 km

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14. Tag - Freitag 2. Mai

Page - Bryce Canyon

Der Wecker bzw. Andy holt uns wie in den letzten Tagen um halb sieben aus den Federn und wir machen uns fertig und packen zusammen. Noch kurz auf ein Frühstück in die Lobby und als wir im Auto sitzen, bekommt Elke ein Geburtstagsständchen gesungen. Robby wollte im Motel eine Kerze ordern, doch wer wie ein potentieller Brandstifter aussieht …...
Zuerst geht es zum Einkauf zu Safeway; unsere Vorräte für die nächsten Tage müssen aufgefüllt werden und mit einem leckeren Kaffee von Starbucks fahren wir auf der Coppermine Road zum Leechee Chapter House. Wir halten vor einem Verwaltungsgebäude - hier sind wir sicher richtig. Am Eingangstresen werden wir erstmal von einer jungen Navajo ignoriert, ehe sie uns nach gefühlten 10 Minuten unwirsch fragt, was wir wollen. Sie verweist auf das Office rechterhand, wo wir, kaum dass wir in der Türe stehen, ohne Umschweife gefragt werden, ob wir Permits benötigen. Wir werden ins containerähnliche Nachbargebäude geschickt. Dort empfängt uns eine sehr freundliche ältere Navajo und händigt uns ein Permit-Antragsformular aus, während sie uns erklärt, was wir dürfen und was nicht. Wir dürfen den Water Hole Canyon auch nur von der Brücke aus bis maximal zur Powerline begehen. Von der Coppermine Road aus haben wir "strictly no access". Wir lassen pro Nase 5 $ da und machen uns auf den Weg.
Gegen 9.00 h parken wir unser Auto an der Brücke und steigen in den Canyon hinab. Gleich zu Anfang gibt es eine kurze Narrow section, danach wird der Canyon so breit, dass die Sonne hinein leuchtet und wir zum Teil in tiefem Sand laufen. In den engeren Abschnitten haben wir Glück mit dem Licht und können jede Menge Fotos schießen. Robby ist ganz begeistert und auch Andy und Elke finden Gefallen an dieser "Einlage". Schließlich erreichen wir den nächsten Narrow-Abschnitt und die Kamera kommt wieder verstärkt zum Einsatz. Etwa nach einer Stunde erreichen wir einen Pouroff, an dem es "Umdrehen" heißt. Für die weitere Erkundung fehlt uns heute die Zeit, es geht somit auf gleichem Weg wieder retour. Die Überreste eines Autowracks unweit der Brücke werden noch "mitgenommen" und Andy krabbelt daran noch nach unten und macht ein Foto, riskiert noch einen Blick um die Ecke und wir steigen wieder zum Auto auf.
Wieder nach Page zurück und nochmal einen kurzen Stopp bei Walmart einlegen, um das zu erstehen, was es bei Safeway nicht gab. Andy entdeckt dabei einen sehr günstigen Sonnenclip der auf seine Brille perfekt passt. Nun verlassen wir aber endgültig Page und fahren zur Cottonwood Canyon Road auf dieser bis zum Trailhead zum Yellow Rock. Vorher gibt es noch einen Imbiss und dann starten wir bei Sonnenschein und kühler Luft den Aufstieg.
Die "Geröllhalde" bringt uns ins schwitzen. Als wir die erste Hürde überwunden haben, geht es etwas gemächlicher voran und der Aufstieg zum Gipfel ist bald geschafft. Die Aussicht von oben ist die Anstrengung allemal wert und so verweilen wir hier noch etwas. Wir nehmen denselben Weg zurück und müssen am Ende noch den Cottonwood Creek mit "reißenden Stromschnellen" überqueren uns durch den Dschungel schlagen. Ein gekühltes Cola zur Belohnung und weiter geht es auf der Cottonwood Canyon Road nach Canonville, über Tropic hinauf zum Bryce Canyon. Wir haben im Rubys Inn ein Zimmer reserviert und checken auch gleich ein. Die Zimmerschlüssel geschnappt und wir fahren noch in den Park, um ein Bild vom Sunset Point zu machen. Es sieht zwar alles schön aus, doch die Farben leuchten nicht so optimal wie gewünscht. Noch kurz einen Abstecher zum Sunrise Point, nur mal zum schauen, und auch da halten wir uns nicht lange, denn dies ist wirklich die Morgenlocation für gute Bilder.
Wir fahren zurück ins Motel, säubern uns und machen uns dann auf zum Cowboy Ranch Buffet. Dazu müssen wir durch die Lobby des Rubys Inn, die mit allerlei ausgestopften Wildtieren, tiefen Ledersesseln, viel Holz und einem großen offenen Kamin ausgestattet ist. Wir stehen noch eine knappe halbe Stunde für einen freien Tisch an. Dann sind wir endlich an der Reihe und machen uns hungrig über das Angebot her - es schmeckt prima. Als wir eine kurze Essenspause einlegen kommt die Bedienung und bringt Robby noch eine Minikerze, die für Elke entzündet und dazu von den beiden Herren nochmal offiziell ein Geburtstagsständchen gegeben wird. Gut gesättigt geht es durch den Shop und mit zwei CD's mehr im Gepäck zurück aufs Zimmer.

Gefahren: 118 Meilen
Übernachtung: Rubys Inn, Bryce Canyon, 151,54 $
Gelaufen: Water Hole Canyon 4,2km; Yellow Rock ca. 5km

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