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USA Spring 2008

Die Tourguide Tour - (Mit einem Greenhorn unterwegs im Südwesten)

Eine Reise durch die Staaten Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah mit unserem Freund Robby. 21 Tage vom 19. April bis zum 10. Mai 2008.

Auf dieser interaktiven Karte ist der Routenverlauf der 1. Woche dargestellt.
Google-Maps-Creator by Ulrich Küster
Weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.

   
© by Andy Scheidle
 
 

1. Woche

1. Tag - Samstag, 19. April

München - San Francisco

Heute geht es also los - der erste USA-Urlaub seit 2004 beginnt bereits im April - unser bisheriger Reisemonat war der September. Und es gibt noch etwas Außergewöhnliches - diesmal ist ein Greenhorn namens Robby mit dabei. Er bereist zum ersten Mal die USA und somit auch den Südwesten - - wir haben ihm mit unserer Schwärmerei so richtig Appetit gemacht.

Die Reiseutensilien sind nach mehrmaliger Absprache gepackt und Robby trifft am späten Vormittag bei uns ein. Um 12.00 h steht unser privater Flughafenshuttle vor der Tür und eine Stunde später sind wir auch schon beim Einchecken und haben hinterher noch viel Zeit bis zum Boarding.
Vor der langen Flugzeit mit 11 Stunden 20 Min. graust es uns ein wenig. Was gibt es sonst noch zu berichten - in der umgerüsteten A340-600 haben wir Sitzplätze weit hinten und in der Mitte, dafür gibt es Inseat-Entertainment, der Sitzplatzabstand ist großzügiger als bei den alten Modellen, das gewählte Huhn schmeckt und ansonsten können wir auch nicht meckern - außer dass wir keinen Blick auf die Welt 12.000 m unter uns werfen können - die ursprüngliche Sitzreservierung am Fenster wurde vor ein paar Tagen verworfen und nun sind wir in die mittlere Sitzreihe umquartiert worden.
Das Videosystem hat ein schönes großes Display, allerdings lässt die Bedienung zu wünschen übrig, sie funktioniert öfter mal gar nicht oder der Film springt wieder auf den Anfang, ob das am Windows-Betriebssystem liegt? Der Flug ist sehr ruhig, kaum Turbulenzen, es gibt ausreichend zu trinken auch alkoholische Getränke sind kein Problem. Fazit: ein Lufthansa Flug bietet doch weitaus mehr Annehmlichkeiten und Qualität als bei United, mit denen wir in der Vergangenheit immer geflogen sind.
Die Landung ist dann allerdings sehr ruppig, da es wohl starken Wind hat, wir werden ganz schön durchgeschüttelt und Andy wird es ganz übel; das verzehrte Huhn wird aber nicht noch mal zum Leben erweckt und bleibt drin. So nun sind wir endlich wieder da. Die Immigration geht ohne langes Anstehen und viel Fragerei vonstatten, es werden nur die Zeigefinger gescannt, allerdings darf Robby nicht mit uns ans Desk gehen, sondern wird zurück gewiesen und muss die Immigration alleine durchstehen, aber auch das ist kein Problem.
Vorm Kofferband warten wir, wie auch schon letztes Jahr in Denver, sehr lange auf unser Gepäck. Robbys Koffer kommt dann auch als erster an und wir warten immer noch einige Minuten, bis wir dann endlich unsere Sieben-Sachen haben.
Mit dem Cart geht es in den Air Train und zum Mietwagen Gebäude. Die Schlange bei Alamo ist nicht sehr lange, aber auch hier dauert es ein paar Minuten bis wir an der Reihe sind. Dafür bekommen wir für unseren Voucher den Mietvertrag recht zackig und dürfen uns aus der Choiceline für SUV einen Wagen aussuchen und das obwohl wir das Auto in LV abgeben werden. Die Choiceline ist einigermaßen gut bestückt, uns fallen gleich zwei Trailblazer und zwei 4Runner ins Auge, doch beide Trailblazer sind nur 2WD Fahrzeuge. Dann steht da noch ein Jeep Liberty (ist für uns zu klein), mein Wunschfahrzeug ein Grand Cherokee bleibt ein Wunsch. Wir nehmen die Toyotas unter die Lupe und entscheiden uns für den goldfarbenen, da er die besseren Reifen drauf hat. Einen 4Runner hatten wir letztes mal schon und wir waren super zufrieden damit, er ist dank der zig Sperren und Gänge und der hohen Bodenfreiheit ausgesprochen gut im Gelände. Im Verbrauch fährt der Toyota auch günstiger als ein US-Modell. Die anderen Fahrzeuge sahen mir alle nicht sonderlich geländetauglich aus und so fahren wir glücklich aus dem Parkhaus Richtung SFO.
Andy hat sich daheim schon eine Route ausgedruckt, die uns zu einem Safeway in der 16th Strasse bringt, dort holen wir uns noch was zu trinken und dann geht's endlich zu unserem Motel in der 9th Street.
Auch dort müssen wir noch etwas warten, bis wir unsere Zimmerschlüssel bekommen. Das Zimmer selbst ist für ein Best Western recht klein, doch ansonsten in Ordnung. Jetzt nichts wie ins Bett - es ist jetzt kurz vor 10 h und wir sind seit fast 24 Stunden auf den Beinen.

Gefahren: 12 Meilen
Übernachtung: BW Civic Center San Francisco, 106,70 $

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2. Tag - Sonntag, 20. April

San Francisco

Andy wacht das erste Mal um 3 h auf, da Robby ganz schön schnorchelt, kann er auch nicht wieder einschlafen. Kurz nach 5 sind alle wach. Wir duschen uns und genießen den Kaffee im Zimmer, bis wir kurz nach 7 h zum Frühstück nach unten gehen. Es ist ein sonniger Morgen und der Tag verspricht sehr schön zu werden. Leider wird die Temperatur nicht über 11 Grad steigen, aber das Manko kann man ja mit warmer Kleidung ausgleichen.
Nach dem Frühstück checkt Andy noch Mails und holt noch ein paar Infos aus dem Netz. Wir wollen den Tag ruhig beginnen, es ist ja schließlich Sonntag und so fahren wir gemütlich durch Downtown und dann den Embarcadero entlang. Bei Chrissy Field steigen wir aus und genießen den ersten Blick auf die Golden Gate Bridge. Wir laufen bis zum Fort Point und sehen einigen Surfern zu, die sich in den kalten Fluten direkt unterhalb der Brücke tummeln. Weiter geht es durchs Presidio und wir halten wieder am Aussichtspunkt bei der Brückenauffahrt.
Nach einem kurzen Besuch von Baker Beach fahren wir zu einer Shopping Mall und genießen ein Mittagessen bei Panda Express. Danach wollen wir ein paar Sachen einkaufen, finden aber nicht alles was wir benötigen, einzig Elke wird in einem Ritz Camera Shop fündig. Ein Manfrotto-Stativ und eine große Tamrac-Tasche geht in ihren Besitz über.
Aus dem geplant kurzen Zwischenstopp werden dann doch 2 Stunden, die wir dort verbringen. Die Fahrt geht weiter auf die Twin Peaks, dort weht ein starker kalter Wind, die Sicht ist gut, aber lange hält man es dort wegen der Kälte nicht aus. Über Ashbury Haights, wo wir zwar aussteigen wollen, aber keinen Parkplatz finden, fahren wir zum Alamo Square, dort umrunden wir den Platz auch einmal und finden ebenso wenig einen Parkplatz. Da es Elke aufgrund der Fahrerei und in die Karte schauen nicht so gut geht, halten wir vor einer Garagenzufahrt und Robby bleibt im Wagen sitzen, während wir uns der Painted Ladies widmen.
Wir versuchen zurück zum Motel zu finden, es ist gar nicht so einfach, aber letztendlich erreichen wir es ohne großen Umweg. Kurz die Sachen ablegen und schon sind wir wieder gerüstet für die Fahrt über die Golden Gate Bridge. Am Vista Point halten wir als Erstes und genießen den Blick auf die Brücke und die Skyline. Dann geht es auf die andere Seite des Highways und wir laufen zur Battery direkt vor dem Pfeiler. Der Wind ist sehr unangenehm und wir bleiben auch hier nicht lange, bevor es bis ganz nach oben geht, dort gehen wir auf die Spitze des Hügels und machen einige Fotos von San Francisco, der Brücke, aber auch in Richtung Pazifik. Bis die Sonne ganz untergegangen ist und die Lichter angehen, warten wir im Auto. Elke ist ganz k.o. und macht es sich auf der Rückbank bequem, während wir zusehen, wie die Zeit vergeht - à la "sitting on a dock of the bay …"
Als es dann endlich dunkel genug ist, geht Andy mit Kamera und Stativ vors Auto und knipst sich warm. Etliche Bilder später und zufrieden mit der Fotosession geht es zurück in die Stadt und wir steuern direkt Mels Drive In in der Lombard Street an. Robby und Andy verdrücken ihren ersten Burger, während Elke das Suppenangebot nicht richtig überzeugt und sie nur an einer Tasse Tee nippt. Alle sind sehr müde und so fahren wir zurück ins Motel und legen uns auch sofort ins Bett und gleiten ins Reich der Träume.

Gefahren: 49 Meilen
Übernachtung: BW Civic Center San Francisco, 106,70 $


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3. Tag - Montag, 21. April

San Francisco

Andy ist bereits wieder um 5 wach und während die anderen Beiden noch schlummern sitzt er schon am Notebook, tippt den Reisebericht und checkt die Parkmöglichkeiten in der Stadt. Kurz nach 7 sitzen wir alle beim Frühstück und machen einen groben Plan, was wir uns heute ansehen wollen. Es wird ein langer und auch anstrengender Tag, da wir viel zu Fuß unterwegs sein werden.
Mit dem Auto geht es die Market Street runter, aber das Fahren macht hier keinen großen Spaß, Andy muss sehr gut aufpassen, denn es sind einige Radfahrer unterwegs, die einen sehr gefährlichen Fahrstil an den Tag legen. Außerdem muss man, wie in den letzten Tagen auch, ständig an den Ampeln anhalten und der Verkehr gleicht dem zu Zeiten der Rushour.
Wir parken im North Point Shopping Center, (relativ) günstig und gut gelegen. Mit einem Abstecher zu Walgreens zum Erwerb von Hustenbonbons und Kaugummis starten wir unsere Sightseeingtour, die gleich bei einem Starbucks wieder unterbrochen wird, eine Vanilla Latte with Soy muss erst mal her.
Wir laufen zum bekannten Abschnitt der Lombard Street mit den vielen Kurven, das Wetter ist heute übrigens wieder prima, aber der Wind weht genauso kalt wie gestern. Elke und Robby nehmen sich die Treppen nach oben vor; Robby will im Laufschritt die Lombard Street runter laufen - also dann los. Die zwei kommen ganz schön außer Puste, sind aber nach wenigen Minuten wieder zurück und der sportliche "Einlauf" wird von Andy festgehalten. Von dort geht es dann wieder runter und rauf zum Coit Tower auf den Telegraph Hill. Die Aussicht von hier ist toll und so verweilen wir etwas. Durch das italienische Viertel geht es nach China Town. Elke kauft Ginseng Tee und wir sehen uns ein paar Läden an, wobei viele den gleichen Ramsch verkaufen. Es dauert doch einige Zeit bis wir hier durch sind, da eigentlich immer einer fehlt und wir warten müssen, bis das Trio wieder komplett ist.
Kurz nach Mittag sind wir in Downtown angekommen und steuern direkt das Westfield Shopping Center an, zunächst auf der Suche nach einem Mittagessen. Nach einem Irrgang im Center entdecken wir den Foodcourt im Keller. Es stehen Gerichte aus vielen Ländern der Erde zur Auswahl, wir entscheiden uns für Thai. Natürlich ist es hier auch etwas teurer, aber es schmeckt gut und wir können uns mal setzen.
Nach dem Essen haben wir noch jede Menge Zeit, die wir zum Bummeln nutzen. Es geht in den Eddie Bauer Store, da Robby immer noch Hose und Jacke kaufen will, er aber beim Blick auf die Preisschilder meint, woanders noch wesentlich günstiger einkaufen zu können, verlassen wir auch schon wieder den Laden. Auch einen Geox Store gibt es hier; die Schuhe sind aber nur wegen des niedrigen Dollarkurses günstiger als bei uns. Nebenan bei Ross, schauen wir auch noch rein, Elke findet noch ein Paar Hausschlappen und wird ziehen weiter. Gegenüber ist der Virgin Records Store, woran wir auch nicht vorbei kommen und einige CDs anhören; Robby nimmt Emy Winehouse' Stimme mit. Im Apple Store gegenüber ist wahnsinnig viel los; da müssen wir auch noch hin uns die iPods ansehen. Jetzt ist es Zeit zur Rückkehr zu Fishermans Wharf und dafür bietet sich hervorragend eine Fahrt mit dem Cable Car an. Wir müssen auch nicht lange warten und können schon bei der nächsten Tour mitfahren. Robby und Elke hängen sich außen dran. Es macht Spaß mitzufahren und gehört zu San Francisco einfach dazu. Die Fahrt dauert wegen der vielen Halts doch länger als gedacht und wir fahren bis zur Endhaltestelle mit. An der Beach Street laufen wir dann zielstrebig zum Auto zurück und machen uns fertig für die Evening Tour nach Alcatraz, das heißt richtig warm anziehen und das neue Stativ mitnehmen.
Die Tour startet an Pier 33 und dort warten auch schon Leute auf das Boarding. Andy hat die Tickets bereits von daheim aus reserviert und ausgedruckt. Endlich dürfen wir aufs Schiff und setzen uns zunächst innen rein, da es dort wärmer ist. Es schwankt ganz schön und die Überfahrt wird wohl etwas heftig werden, Andy ist ja nicht so ganz seefest und befürchtet schon Schlimmeres - die Sorge bleibt aber unbegründet. Die Aussicht von Bord auf die Bay und die Stadt ist super und das Licht ist jetzt fantastisch. Wir umrunden The Rock, gehen von Bord und schließen uns einem Führer an, mit dem wir langsam den Weg nach oben nehmen, leider verstehen wir nicht allzu viel, da er etwas undeutlich und auch leise spricht.
Oben angekommen, betreten wir das sagenumwobene Gefängnis und bekommen im Duschraum die Geräte für die Audiotour. Die Sprache kann gewählt werden und wir können uns alles auf deutsch erklären lassen. Zunächst ist natürlich ein großes Getümmel, bis sich die Menschen verteilen. Die untergehende Sonne scheint golden durch die Fenster und setzt die Zellenblöcke in ein mystisches Licht. Man bekommt Geräusche und Originalstimmen vom "Band" zu hören. Die Vorstellung, hier eingesperrt zu sein, ist sehr beklemmend. Die Zellen sind mit 1,7 m auf 2,7 m sehr klein und nach vorne hin nur vergittert, kein gutes Gefühl hier 23 Stunden am Tag zu verbringen. Die Tour führt auch nach draußen und wir genießen den Ausblick auf die nahe Stadt; der Wind ist nach wie vor unangenehm kalt. Als es dämmert, verlassen wir das Zellengebäude und gehen wieder nach unten. Im militärischen Teil, sehen wir uns noch einen Doku-Film an und gehen wieder an Bord. Die Lichter in der Stadt sind schon alle an und die Skyline sieht super schön aus, da das Schiff heftig schwankt sind mit Stativ keine scharfen Bilder möglich und Andy versucht per Hand sein Bestes. Die Evening Tour ist wirklich empfehlenswert.
Es ist bereits halb Neun als wir wieder auf dem Festland sind. Wir können uns nicht einigen, was wir nun machen. Einerseits sind alle müde, aber Andy ist auch hungrig. Am Pier 39 sind schon viele Geschäfte zu, wir entscheiden uns nicht fürs Hard Rock Cafe, sondern woanders nach was Essbarem zu suchen. Auf dem Weg zum Auto kehren wir bei einem IHOP ein. Andy bestellt sich ein Philly Cheese Sandwich, die anderen Beiden nur heiße Getränke. Mit der Wärme kommt die Müdigkeit durch und so verlassen wir auch bald wieder den Laden. Im Parkhaus sind wir ganz erstaunt, dass wir nur 16 $ bezahlen müssen, obwohl wir länger als 12 Stunden geparkt haben, mit diesem Preis sind wir mehr als zufrieden. Schnell geht es durch Downtown zurück zum Motel, wo wir auch gleich in den Betten verschwinden.

Gefahren: 7 Meilen
Übernachtung: BW Civic Center San Francisco, 106,70 $


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4. Tag - Dienstag, 22. April

San Francisco - South Lake Tahoe

Jeden Tag können wir nun etwas länger schlafen, der Körper gleicht sich langsam an den Zeitunterschied an, Andy ist trotzdem um kurz nach 5 wach, duscht und tippt bereits wieder am Bericht. Das Wetter wird schlechter, draußen ist es zwar sonnig und nicht mehr so kalt, aber die Vorhersage ist nicht gut und in den Bergen soll es auch schneien. Wir packen unseren Kram ins Auto und verlassen nach dem Frühstück San Francisco über die Oakland Bay Bridge. Auf Treasure Island machen wir noch mal Halt und sehen die Stadt aus einer ganz anderen Blickrichtung.
Dann geht's weiter auf der I-80, Richtung Sacramento. In Dixon biegen wir ab und entern den ersten Walmart, um einzukaufen. Dafür benötigen wir gut eine Stunde und hinterher haben wir Hunger - es gibt noch ein Whopper Menue für Robby und Andy. Robby übernimmt nun das erste Mal das Steuer und ist sich der Verkehrsregeln nicht ganz sicher und fragt uns alles mögliche.
Als wir in Sacramento ankommen, sehe ich ein Schild mit der Aufschrift Draw Bridge und just senken sich die Schranken und wir müssen davor halten. Der Mittelteil der Brücke hebt sich nach oben und kurze Zeit später sehen wir 2 Antennen queren. Als die Brücke wieder für uns befahrbar ist, überqueren wir den Sacramento-River und befinden uns in Old Town Sacramento. Die Altstadt hat breite Strassen und große aus Stein gebaute Häuser mit breiten überdachten Gehsteigen aus Holz, so wie man es auch aus Filmen kennt. In den Häusern sind natürlich längst etliche Souvenir Shops eingezogen, aber das Flair ist sehr schön und es sind mehrere Strassen samt Bahnhof gut erhalten, bzw. renoviert worden.
Nachdem wir uns verloren und wiedergefunden haben, fahren wir das kurze Stück zum Capitol.
Dort wollen wir uns zwar nicht lange aufhalten, aber ein kleiner Blick nach innen ist drin. Am Eingang werden wir auf gefährliche Gegenstände hin kontrolliert , Andy geht mit seinem Messer in der Tasche trotzdem durch den Scanner und muss wieder zurück und das Messer hier abgeben. Im Capitol sind jede Menge Besucher auf den Gängen, das wundert uns doch sehr, da ja hier auch Menschen arbeiten müssen. Dann stehen wir vor einer bewachten Tür und lesen, dass dahinter Arnold Schwarzenegger sitzt und regiert. Der Polizist weiß zwar nicht, ob Arni da ist, wir dürfen aber ein Foto mit dem Polizisten machen. Er will aus persönlichem Interesse unbedingt einen Ausweis und Führerschein sehen. Da unsere Parkuhr abläuft müssen wir jetzt aber los und fahren auf die US-50 nach South Lake Tahoe.

Nach Placerville wird die Strasse enger und verläuft entlang einem Fluss stetig bergauf. Die Landschaft ist mit runden Felsen durchsetzt, wie sie auch im Yosemite vorkommen, nun wir sind ja direkt nördlich von diesem bekannten Park. Es geht weit hinauf auf über 2000m und die Wolken hängen hier tief, die Sonne scheint schon lange nicht mehr, es liegen immer noch Schneereste herum, die mehr als einen Meter haben. Auf der anderen Seite des Passes geht es steil begab und wir erreichen South Lake Tahoe, an der Kreuzung befindet sich ein Outlet und wir entschließen uns dort mal kurz rein zu schauen, da Elke immer noch einen warmen Fleecepulli braucht. Für Elke gibt's den gewünschten Pulli und ein Thermounterhemd, Andy ersteht eine winddichte leichte Jacke zum Schnäppchenpreis und Robby zwei Gürtel.
Da es nun schon nach 6 ist, steuern wir das Super 8 an und beziehen unser Zimmer. Von außen macht das Motel keinen so guten Eindruck, aber die Zimmer sind OK, nur etwas kalt. Die Heizung läuft nicht und wir bekommen sie auch nicht an. Deshalb müssen wir um Hilfe bitten und kurze Zeit später kommt ein Mexikaner und entzündet die Flamme der Gasheizung neu. Auch das Internet bekomme ich nicht zum laufen, also muss es auch mal ohne gehen. Im Zimmer trinken wir dann erst mal 2 Bud und essen Chips, während wir uns unsere Fotos ansehen. Elke und Andy fahren dann noch das kurze Stück zu den Casinos an der Stateline, einfach um Erinnerungen von 1997 aufzufrischen, aber es hat sich viel verändert hier und da im Casino auch nicht allzu viel los ist, sind sie bald wieder zurück im Motel und legen sich auch ins Bett.

Gefahren: 196 Meilen
Übernachtung: Super8 South Lake Tahoe, 59,20 $


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5. Tag - Mittwoch, 23. April

South Lake Tahoe - Carson City

Um 6.00 h ist die Nacht für Andy beendet und eine knappe halbe Stunde später sitzt er am Laptop. Ein Blick nach draußen verheißt leichtes Schneetreiben und ab und zu sieht man auch blauen Himmel. Gegen halb acht ist auch Robby startklar und wir begeben uns zu einem Schnell-Frühstück in die Lobby. Schnell, weil heute die Auswahl nicht so üppig ist. Als wir das Auto beladen, regnet es schwallartig vom Dach des Motels - soeben kommt die Sonne durch und der eh schon nasse Schnee nimmt wieder flüssige Form an. Wir nehmen Kurs auf die Emerald Bay und je mehr wir an Höhe gewinnen, desto tiefer hängen die Wolken und es schneit wieder. Der Aussichtspunkt ist noch "closed for season" - wir parken direkt vor der Absperrung und gehen die paar Schritte. Die Infotafeln sind verschneit und müssen erst mal frei geräumt werden.
Der Lake Tahoe ist der drittgrößte See in Nordamerika, 1.600 feet tief und friert auch im Winter nicht zu, obwohl in ca. 600 feet Tiefe die Wassertemperatur um die 0 °C beträgt. Grund dafür ist, dass sich das Oberflächenwasser immer wieder erwärmt und der Wind dafür sorgt, dass sich Kalt- und Warmwasser ständig mischen. Der einzige Abfluss ist der Truckee River, der in den Pyramid Lake fließt; das Wasser erreicht jedoch nicht den Pazifik.
Haben wir gerade vom Wind gelesen, macht sich dieser auch bei uns mit eiskalten Böen bemerkbar, treibt den Schnee vor sich her und lässt uns zum Auto zurückkehren. Andy schießt noch ein paar Fotos, als die Sonne kurze Zeit später wieder durchkommt. In South Lake Tahoe gönnen wir uns noch einen Caffee bei Starbucks und gehen dort noch mal an den Strand. Dann nehmen wir Kurs auf Carson, das fast auf gleicher Höhe wie der Grund des Lake Tahoe liegt.

Unser Ziel ist Virginia City, die ehemalige Goldgräberstadt. Hier stehen noch viele alte Gebäude aus der Zeit des Goldrausches, die heute jede Menge Souvenirläden und Saloons beherbergen. Wir sehen uns in aller Ruhe um. Schade, dass in den meisten Saloons Slotmachines stehen; damit ist das Flair dahin. Mittagessen gibt es im Palace Saloon, dieser ist bis auf die beiden Fernseher noch ziemlich ursprünglich. Die Rückwand der Theke ist verspiegelt, auf der gegenüberliegenden Seite hängen jede Menge Fotos aus der Zeit um 1900. Wir sehen uns anschließend noch den Friedhof an, der immer noch genutzt wird. Da der Wind so stark und eisig bläst und teilweise Sand und kleinste Teilchen wie Geschosse mit sich führt, halten wir uns da nicht allzu lange auf und kehren zum Auto zurück. Virginia City ist zwar wegen der vielen Shops sehr touristisch, konzentriert man sich aber auf die Gebäude und weniger auf das Innenleben derselben, ist der Besuch auf jeden Fall zu empfehlen.
Gegen 15.00 h sind wir wieder in Carson und können bereits im Motel einchecken. Mit Karten- und Berichtschreiben, Fotos herunterladen etc. ist die Zeit im Nu um und wir machen uns nochmal auf zum Abendessen. Dem Casino werden wir - da schon im Haus - wohl auch noch einen kurzen Besuch abstatten.
Wir laufen die Strasse in Richtung Stadtmitte, aber als Hauptstadt kann man Carson City wirklich nicht erkennen, es ist eine typische Kleinstadt, nur dass hier ein kleines Capitol und sonstige Regierungsgebäude stehen. Wir schauen mal kurz ins Nugget Casino um uns aufzuwärmen, denn der Wind bläst so stark und kalt, dass man schnell friert. Dann laufen wir wieder zurück in unser Hotel, Elke und Andy gehen ins Restaurant und bestellen T-Bone Steaks, dank des Gutscheines müssen wir nur eines bezahlen. An der Kasse bekommen wir nochmal 5$ Gameplay und laden diese zu den 10$ auf unsere Karten dazu. Jetzt heißt es gambeln, aber wie funktioniert das eigentlich? Andy setzt sich einfach mal an einen Slot und steckt die Karte rein, das Guthaben wird mit 15$ angezeigt, um es zu aktivieren muss ein Dollar nachgeschoben werden, also gut und jetzt? Mit jedem Spiel verringert sich das Guthaben auf der Karte um den Einsatz, die Credits werden je nach dem weniger oder mehr. Der Dollar ist schnell weg und Andy wechselt den Slot und steckt nochmal einen Dollar rein. Dann gewinnt er plötzlich jedes Spiel, entweder nur den Einsatz oder mehr, das Kartenguthaben wird immer weniger, aber die Credits wachsen - Macht das Sinn? Als das Kartenguthaben auf Null ist, gewinnt er auf einmal nicht mehr, habe ich jetzt das Gameplay ausgenutzt und wie geht es weiter? Da Andys Credit auf 15,50$ angewachsen ist, hört er auf. Mit Elkes Guthaben schaffe er es auf 10,05$, wir lassen uns das auszahlen und hören auf. Robby kommt dann auch noch an und versucht ebenso sein Glück, aber richtig gut klappt das nur an dem Slot, an dem Andy auch gespielt hat, bei ihm werden es dann 7$.
Elke verabschiedet sich und Robby und Andy trinken noch einen Scotch, for free, an der Bar. Es spielt eine 3-Mann Band, die gar nicht mal schlecht klingt. Da wir keine Spieler sind, interessiert uns das alles nicht so sonderlich und so verlassen wir das Casino und gehen auch aufs Zimmer. Morgen müssen wir früh aufstehen, da wir eine lange Fahrt und Programm vor uns haben.

Gefahren: 86 Meilen
Übernachtung: BW Carson Station, 76,23 $


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6. Tag - Donnerstag, 24. April

Carson City - Tonopah

Um kurz nach 6.00 Uhr klingelt Andys Wecker und er wirft uns erbarmungslos aus den Federn. Wir packen zusammen, verstauen auch gleich das Gepäck im Auto, Andy und Elke gehen zum Frühstück und lösen den Gutschein ein. Mit je einem großen Teller Porridge und heißem Getränk versorgt gesellt sich noch Robby dazu und dann geht es um 7.30 h los mit Zielrichtung Bodie. Die Sonne scheint, der Wind hat nachgelassen, es hat um die 0 °C. Gemütlich, da um diese Zeit ziemlich viel Verkehr ist, fahren wir auf der US-395 Richtung Südosten, zu unserer Rechten begleiten uns die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Kurz bevor wir nach Bodie abbiegen, halten wir noch an einer Rangerstation und erkundigen uns nach den Straßenverhältnissen. Die beiden netten Herren berichten, was Ihnen ein dort zuständiger Ranger erzählt hat, nämlich das der Weg schneefrei sei, allerdings sind sie sich nicht sicher, ob man bis nach Bodie selbst fahren kann, oder ob die letzten zwei Meilen zu Fuß zurückzulegen sind. Das hört sich auf jeden Fall schon mal gut an. Wir nehmen noch ein paar Postkarten mit und als Elke zahlt, bekommt sie noch einen ausführlichen Prospekt mit, der nicht nur Bodie, sondern auch einige Ziele in der näheren Umgebung gut beschreibt.

Wir nehmen den richtigen Abzweig und umfahren gleich die erste Schranke; 10 Meilen werden uns von hier aus bis zum Ziel angezeigt und wie schon angekündigt, ist die Schranke ca. 1,5 Meilen vor Bodie wegen Roadwork geschlossen. Hier ist gerade der Grader zugange und wir packen unsere Rucksäcke. Es geht ein Stück bergauf und als wir den Kamm erreichen, hat man von dort schon in der Ferne Bodie im Blick. Die Höhe macht sich beim Laufen bemerkbar - wir befinden uns immerhin auf 8.000 feet. Dann heißt es erst mal zahlen, wir stecken die 9 $ fee in den Umschlag und werfen diesen am unbemannten Wärterhäuschen ein. Erste Station ist der Friedhof, dem Andy und Elke einen kurzen Besuch abstatten, um ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, in der hier die Menschen gelebt haben. Im Jahre 1859 wurde hier Gold gefunden und damit kam der Stein ins Rollen. Der Entdecker, Waterman S. Bodey, der diesem Ort seinen Namen gab, kam allerdings nicht weit. Als er kurz nach seiner Entdeckung nochmal loszog, um das notwendige Equipment für den Abbau des edlen Materials zu beschaffen, wurde er auf dem Rückweg zu seiner zukünftigen Arbeitsstätte von einem Blizzard überrascht und seine sterblichen Überreste wurde erst im Frühjahr des darauffolgenden Jahres gefunden. Sein Mitstreiter Taylor überlebte den Sturm, zog anschließend jedoch nach Benton weiter, wo er im Jahr 1861 seinem Schicksal erlag, als Paiute Indianer ihn mit Pfeilen attakierten und sein Haus in Brand setzten. Mit der Entdeckung des Goldes von Bodie entstand ab 1860 ein Minendistrikt, der innerhalb von weniger als 10 Jahren 21 Mio $ in Gold förderte und die Stadt auf bis zu 12.000 Einwohner anwachsen ließ. Die Standard Mine war die produktivste, auch nach dem Zusammenbruch im Jahr 1874 war diese Mine noch die reichste Ader des Bezirks. Im Jahr 1881 waren die Minen größtenteils erschöpft und 1886 sank die Zahl der Bevölkerung auf 1.500. In den Jahren 1892 und 1932 vernichteten Brände die meisten Gebäude. Seit 1960 werden die restlichen Gebäude erhalten und geschützt, jedoch nicht erneuert. Der Ortsname wurde übrigens dann nicht Bodey geschrieben sondern wie heute bekannt Body, damit man es nicht wie Body (Leiche) ausspricht und verwechselt.
All das haben wir uns heute angesehen und sind begeistert. Natürlich wird fotografiert was das Zeug hält und gegen Mittag machen wir auf einer Bank Pause und machen Brotzeit. Nach 3 Stunden mit An- und Abmarsch sind wir wieder am Auto und fahren weiter zum MonoLake - dort warten die Tufas auf uns.
Zuvor noch kurz ein Stopp im Visitorcenter, welches sehr schön und aufschlussreich gestaltet ist. Die Temperatur am Monolake ist so angenehm, dass wir auf unsere Jacken verzichten können und uns den Wunderwerken aus Calciumcarbonat widmen. Dass die höchsten Gebilde mal unter Wasser standen und der See seit 1959 stetig an Wasser "verloren" hat, können wir uns nicht so recht vorstellen. Wir laufen den Rundweg entlang und machen noch einen Abstecher zu den Sandtufas, die weitaus kleiner und fragiler sind. Jedes Kunstwerk sieht aus wie ein Märchenschloss und ist faszinierend. Auch hier wird noch einige Male der Auslöser gedrückt und dann machen wir uns auf nach Tonopah.
Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und interessant; gab es am Monolake noch niederes Gestrüpp, so befinden wir uns kurze Zeit später in bewaldeter Umgebung, die kurze Zeit später in eine grüne Hochebene wechselt und dann allmählich die Landschaftszüge der Nevada Wüste annimmt. Hier ist es noch sehr hügelig, es geht stetig bergab und im Hintergrund haben wir die schneebedeckte Bergkette der Sierra Nevada - einfach nur schön. Die 180 Meilen bis nach Tonopah ziehen sich, gegen 17.30 h treffen wir in dieser "Stadt" endlich ein - allzu ansprechend ist sie nicht, doch wir wollen hier auch nur eine Nacht bleiben. Einchecken im Ramada und kurz frisch machen, dann geht es noch in den Supermarkt nebenan, der ziemlich teuer aber auch der einzige hier im Ort ist. Wir dürfen auf die Manager Card einkaufen und bekommen die Club Preise, die immer noch ziemlich teuer sind, doch die nächsten Tage haben wir keine anderen Einkaufsmöglichkeiten. Zum Essen geht es in ein Mexikanisches Restaurant und gesättigt und zufrieden und auch k.o. geht es zurück ins Motel.

Gefahren: 263 Meilen
Übernachtung: Ramada Tonopah Station, 71,61 $
Gelaufen: 8,1 km


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7. Tag - Freitag, 25. April

Tonopah - Death Valley

Um 5.30 h rumort Robby im Zimmer und Elke kann nicht mehr schlafen - was die Stimmung etwas trübt. Kurz vor 7.00 h sitzen wir im hoteleigenen Restaurant zum Frühstück und noch vor halb acht sind wir bereits "on the road again". Wir fahren nach Goldfield, das zu dieser frühen Morgenstunde erst recht ausgestorben wirkt, als es wohl ohnehin schon ist. Wir schleichen schon fast durch die kleine Siedlung, blicken ausgiebig nach rechts und links und befinden, dass sich ein Stopp hier nicht lohnt. Weiter geht es zum nächsten Ziel Goldpoint; die Ghosttown, die nun in mühevoller Arbeit wieder zum Leben erwacht; die ehemaligen Cabins der Goldsucher wurden zum Teil schon restauriert und liebevoll für Übernachtungsgäste hergerichtet. Als wir dort wenig später ankommen, ist bis auf zwei Männer, die offensichtlich die Nacht hier verbracht haben und gerade ihr Auto beladen, niemand zu sehen. Elke fragt nach, ob man von hier aus direkt ins Death Valley gelangen kann und ob der Weg gut befahrbar ist - leider erhält sie nicht die gewünschte Auskunft, da sich die beiden hier nicht auskennen und sonst ist niemand hier, den man noch fragen könnte. Wir schlendern etwas durch die Häuschen, bestaunen einige noch intakte Feuerwehrautos und begeben uns wieder zurück zum Auto, als doch noch jemand von den hier lebenden Leutchen auftaucht und uns mit Rat weiterhelfen kann. Wir quatschen ein wenig und bekommen schließlich noch zwei Gutscheine für ein Bier und einen Werbemagneten. Gerne können wir wieder hierher kommen, natürlich auch über Nacht. Da die Route ins Death Valley machbar ist, fahren wir los und nehmen das GPS zu Hilfe, da die vielen Abzweige leicht in die Irre führen. Es geht bis zur Stateline Mine, wo wir noch einen kurzen Abstecher zu einer Cabin und den Überresten der Mine sowie einigen Goldgräberunterkünften machen. Wir sehen uns in aller Ruhe um; etliche Blumen stehen in voller Blüte und hin und wieder lässt sich auch ein Lizzard blicken. Dann wieder back on track und wir fahren hinunter Richtung Death Valley. Leider übersehen wir einen Abzweig und müssen nochmal wenden, ehe es auf einer breiten Gravelroad mit ausgeprägtem Washboard Richtung Ubehebe Crater geht. Die Strecke zieht sich ganz schön und gegen 11.15 h sind wir am Crater angelangt. Bevor wir beratschlagen, ob wir am Rand entlanggehen oder hinunter steigen, ist Robby auch schon losgestapft und nicht mehr zu halten. Wir gehen dann hinterher, wenn auch nicht bis ganz hinunter - der Weg ist stellenweise steil und tief sandig, was den Aufstieg bei Temperaturen um die 20 °C ziemlich schweißtreibend macht. Eine halbe Stunde und etliche Fotos später sind wir wieder oben und Robby gesellt sich atemlos auch kurz danach zu uns.
Wir machen hier kurz Mittag und fahren anschließend weiter nach Rhyolite. Auf dem Weg dorthin werden wir von einer Kolonne Erlkönigen überholt - es fällt lediglich daran auf, dass wir mit hoher Geschwindigkeit an einer Steigung flott überholt werden, die Autos alle ein eigenartiges Kennzeichen tragen und vor allem in einer Kolonne fahren. Um welchen Typ es sich dabei allerdings gehandelt hat, können wir nur vermuten - Daimler/Chrysler? Auf jeden Fall Limousinen und keine 4 WD's. Die Ghosttown Rhyolite hatte zu ihrer Blütezeit annähernd 10.000 Einwohner zwischen den Jahren 1905 bis 1911. Hier gab es zwei Kirchen, 50 Saloons, 18 Geschäfte, zwei Bestatter, 19 Häuser mit Unterkünften, 8 Ärzte, zwei Zahnärzte, eine große Bank sowie ein Opernhaus. Einige Gebäude stehen heute noch als Ruine; das Bottlehouse, bei dem 30.000 Flaschen in den Außenmauern verbaut wurden, ist noch als "ganzes" Gebäude erhalten, ebenso das Eisenbahndepot. Steht man vor den Überresten dieser ehemaligen Boomtown, so kann man sich kaum vorstellen, dass hier einst so viele Menschen gelebt haben.
Wir sehen uns noch die Freiluft-Kunst an, zu der auch die weißen Geisterfiguren des letzten Abendmals gehören und ein kunstvoll mit allerlei Keramikscherben und sonstigen Gegenständen gestaltetes Sofa. Interessant, was sich die Künstler so alles haben einfallen lassen und was man bei näherer Betrachtung entdecken kann.
Nächstes Ziel ist der Titus Canyon, den wir nun in Angriff nehmen. Wir stauben die Gravel wieder die Berge hinauf, halten hier und da für Fotos und fahren dann schließlich in die Schlucht hinab, die uns auch hier immer wieder anhalten und staunen lässt. Die Strecke ist gut zu befahren, nur ab und an sind ein paar steinige Abschnitte zu bewältigen, so dass wir für die gesamte Strecke von Rhyolite bis zum Ausgang des Titus Canyon 1,5 Stunden benötigen. Wir fahren Richtung Stovepipe Wells, wo wir auch übernachten werden, doch vorher statten wir noch den Sanddünen einen Besuch ab. Haben wir diese bei unserer Tour in 2004 gänzlich vernachlässigt und in den darauf folgenden Urlauben nicht die Zeit für eine Erkundung gefunden, sind sie eben jetzt an der Reihe. Bei fast 30 °C und ebenso warmen Wind, schnaufen wir durch den Sand und über die Dünen bis zur Höchsten von allen. Robby macht sich auf den Weg nach oben, während wir uns auf halber Höhe gegenüber postieren, um ihn dann bei Erreichen des "Gipfels" abzulichten. Es ist einfach nur schön hier zu sitzen, und sich das Sand-Kunstwerk anzusehen - die geraden und geschwungenen Linien der Dünenkämme und die Schatten, die diese mittlerweile werfen. Hier bleiben wir noch eine ganze Weile, Robby kehrt von seinem Gipfelsturm zurück und ruht sich erst mal aus - ganz schön anstrengend. Schließlich machen wir uns alle auf den Rückweg zum Auto und checken in Stovepipe Wells ein. Hier ist noch "Materialpflege" angesagt - das Auto ist innen total verstaubt und Elkes Part, dieses wieder auf Vordermann zu bringen. Robby taucht ein in Neptuns Reich und gönnt sich ein Bad im Pool während Andy bereits Fotos herunterlädt. Gegen 8.30 h sind wir wieder frisch und gehen noch in den Dining Room. Dieser hat noch Hochbetrieb und wir werden eine weitere halbe Stunde vertröstet, ehe wir einen Tisch bekommen. Eigentlich sollte hier um 21.00 h Schluss sein, doch der Waiter versichert uns, sie hätten so lange geöffnet, bis auch der letzte Gast gesättigt ist. Also noch schnell was fürs Frühstück für morgen besorgt und wieder zurück - nun dürfen wir uns setzen und ein spätes Abendessen einnehmen. Als wir zu unserem Zimmer gehen, blinken über uns tausende von Sternen in einer warmen "Sommernacht" - es hat immer noch über 20 °C. Ziemlich k.o. ist dann auch bald Schicht im Schacht.

Gefahren: 210 Meilen
Übernachtung: Stovepipe Wells 140 $
Gelaufen: vielleicht 2-3 km in den Dünen

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