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USA 2007

Auf Backroads und Byways durch Colorful Colorado und darüber hinaus

Eine Reise durch die Staaten Colorado, Utah und New Mexico zu bekannten und weniger bekannten Orten, 30 Tage vom 11. September bis zum 11. Oktober 2007.

Auf dieser interaktiven Karte ist der Routenverlauf der 4. Woche dargestellt.
Google-Maps-Creator by Ulrich Küster
Weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.

   
© by Andy Scheidle
 
 

4. Woche

22. Tag - Dienstag 2. Oktober

Grants - El Malpais - Socorro

Um 7.30 h scypen wir mit der Family, um einen kurzen Lagebericht abzugeben. Zu Hause ist alles o.k., bei uns natürlich auch. Wir packen, gehen frühstücken - diesmal nicht so feudal wie in Farmington und machen uns auf den Weg ins El Malpais. Wir fahren erst die 117 gen Süden, doch die Ranger Station hat geschlossen und auf der Map sehen wir, dass es hier eigentlich nicht viel zu erkunden gibt. Wir entschließen uns dennoch erst mal hier zu bleiben und sehen uns den Sandstone-Overlook an, dann geht es weiter runter zum La Ventana Natural-Arch, der leider kaum vom kurzen Weg dorthin zu fotografieren ist.
Es geht weiter zu den Lavafalls; ein Loop ca. 1 Meile lang führt über die Lavabeds und man muss höllisch aufpassen, wohin man tritt. Die Cairns, die den Weg markieren heben sich kaum von der Umgebung ab und um diese auszumachen, muss man unbedingt stehen bleiben, da der Weg völlig uneben ist und teilweise durch scharfkantiges Lavageröll führt. Sehr beeindruckend diese ganze Szenerie und wie überall aus der scheinbar unfruchtbaren starren Masse hat sich im Laufe der letzten Jahrtausende dort wieder Leben angesiedelt und wächst aus allen möglichen Ritzen und Spalten. Die Lavafalls sind nicht der Hit, aber der Loop als solches vermittelt schon mal einen guten Eindruck über die riesig ausgebreitete Lavamasse.
Wir fahren komplett zurück zur Interstate und wieder nach Grants, wo wir dann auf die 53 abbiegen. Gegen 11.30 h erreichen wir das Informationcenter, welches geöffnet hat, allerdings nicht so viel an Information bietet. Die Rangerin gibt gerade einem Interessierten Auskunft über den Zustand der Gravelroads, die von der 53 weg aus dem Park führen. Sie rät komplett davon ab, diese zu befahren, da es wohl aufgrund der gestrigen Regenfälle noch einige Streckenabschnitte gibt, die wahre Schlammlöcher sind und die Gefahr des Steckenbleibens in sich bergen. Wir wollen nicht so lange warten, bis sie wieder ansprechbar ist und so sind wir auch schon wieder am gehen.
Auf dem Parkplatz nehmen wir uns Zeit für einen kurzen Mittagsschlaf, dann gibt es Lunch und wir starten zu den Lavatubes. Auf der Gravelroad sind es ca. 4 Meilen bis zum Trailhead und der Zustand ist mehr als gut. Es gibt ein paar holprige Abschnitte und ein paar kurze Passagen sind recht ausgefahren, aber staubtrocken und gut zu umfahren. Wir kommen tadellos vorwärts und starten dann zur Skyline Cave. Dort ist der Trail zwar auch gut markiert, aber auch hier ist große Vorsicht geboten. Augen auf den Weg und aufpassen wohin man tritt; will man die Umgebung mitbekommen, dann heißt es stehen bleiben - beides hier zu kombinieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Skylinecave ist nach 0,5 Meilen erreicht und wir begutachten diese erst mal von oben. Anfangs scheint es, als könnte man hier nicht absteigen, doch nach näherer Betrachtung kann man einen steilen Abstieg erkennen. Den nehmen wir dann auch in die Tiefe und es geht über massig großes scharkantiges Gestein und Lavageröll hinein in ein großes schwarzes Loch. Ganz wohl ist mir bei dem Unternehmen zwar nicht, denn ein Fehltritt hier kann böse ausgehen. Wir tasten uns weiter nach vorne noch zu einem runden Loch in der Decke der Tube und dann geht es um die Ecke in die Dunkelheit. Jetzt heißt es Licht an, um den Weg zu sehen und dann sehen wir nur noch schwarz. Hier geht es, soweit wir mit den Lichtquellen ausmachen können satt nach unten und wieder um die Ecke in einer riesigen Höhle. Was dann kommt, können wir nicht mehr ausmachen. Wir beschließen, dass es hier mit der Erkundung reicht und kehren wieder um.
Die Strecke ist zwar längenmäßig nicht weit, doch weil hier äußerste Vorsicht geboten ist, kommt man nur sehr langsam vorwärts. Wir schaffen auch den Aufstieg und sind wieder in der Sonne. Wahnsinn, kaum zu glauben, in welchem riesigen Loch wir gerade eben verschwunden sind - von oben sieht es gar nicht so gewaltig aus. Wir gehen noch ein Stück zum Seven Bridges Trail. Hier ist deutlich zu sehen, dass diese Lavatube eingestürzt ist und die Brücken eben stehen geblieben sind. Da es nun schon auf 15.00 h zu geht und wir noch jede Menge Wegstrecke vor uns haben, drehen wir hier um und kehren zum Auto zurück.
Dann geht es wieder auf der 53 zurück zur Interstate und diese bis kurz vor Albuquerque, dann biegen wir auf die 6 ab Richtung Süden. Unser Ziel ist heute Soccoro. In Los Lunas machen wir noch Halt, da es dort einen Panda Express gibt und wir dort gleich zu Abend essen. Es ist zwar noch etwas früh, doch wer weiß, wann wir wieder die Möglichkeit dafür haben. Orange flavoured Chicken gab es zuletzt in Denver und das ist schon 3 Wochen her. Die letzten 50 Meilen bis Soccoro geht es gut gestärkt in einer weiteren knappen Stunde und wir checken im Days Inn ein. Dann kurz ausladen und wir suchen noch eine Dusche für unser Auto, denn das hat es bitter nötig. Diese ist auch gleich gefunden und nun glänzt unser 4 Runner wieder. Da es hier noch 80 °F um 19.00 h hat, kann man gut die Zimmertüre offen lassen und wir genießen vom Schreibtisch aus die Abendstimmung.

Gefahrene Meilen: 279
Gelaufen: ca. 5 km
Unterkunft im Days Inn zum Preis von 48,32$ in Soccoro

Dropoff Dropoff:
Oder auch dryfall (Trockenfälle), sind hohe Felsblöcke in einem Canyon.

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Klick mich und ich werde gross... El Malpais - Sandstone Overlook Klick mich und ich werde gross... El Malpais - Sandstone Overlook Klick mich und ich werde gross... La Ventana Arch Klick mich und ich werde gross... Lava Beds Klick mich und ich werde gross... Taufänger Klick mich und ich werde gross... Lava Tubes Klick mich und ich werde gross... Lava Tubes Klick mich und ich werde gross... Lava Tubes Klick mich und ich werde gross... Broken Lava Tubes Klick mich und ich werde gross... Balkon
 
 

23. Tag - Mittwoch 3. Oktober

Socorro - White Sands - Alamogordo

Heute lassen wir es gemütlich angehen. Um 8.00 h stehen wir auf und gehen in die Lobby zum Frühstück. Dort sind zwei ältere Leutchen, beide mit Gehwagen und kommen nicht damit klar, sich einen Toast zu machen, ohne umzukippen. Wir sind behilflich, keine Frage - "Toast with butter" frage ich und erhalte von dem Herrn in grüner John Deere-Hose ein augenzwinkerndes "thank you honey". Vielleicht würde er mir, könnte er noch ohne Gehwagen auskommen, auch den Rücken tätscheln …. Zuzutrauen wäre es ihm. Auch seiner Frau wird geholfen - sie verlangt nach Kaffee, allerdings muss erst noch die Bohne durchgeschossen werden. Der Receptionist hat momentan alle Hände voll zu tun, so dass er nicht zum Auffüllen der Becher kommt - macht eh' nix, der Kaffee läuft immer noch. Ein wenig Small Talk mit den älteren Leutchen, bei dem wir in Kürze das Wesentliche über die beiden erfahren, die Lady bekommt noch ihren Kaffee, dann brechen wir auf.
Auto beladen, noch Tanken und wir machen uns auf die lange Strecke nach Alamogordo bzw. White Sands. Wir sind über die beiden Herrschaften noch am ratschen, als wir beinahe die Abfahrt übersehen, die uns nun nach Osten führt. Die Landschaft ändert sich nicht gravierend, lediglich die vielen Juccas fallen auf, die nun zwischen den Sträuchern wachsen. Als wir vor uns eine Tarantel über den Highway laufen sehen, nötige ich Andy zum Umdrehen - so was muss ich aus der Nähe sehen und ablichten. Das Tier ist ziemlich groß, vermutlich ein Weibchen, das nun vom Verkehr so irritiert ist, dass es mitten auf der Fahrbahn nochmal die Richtung wechselt und wir befürchten schon, das nächste Auto rollt darüber - doch nochmal Glück gehabt, wieder ein Richtungswechsel der behaarten Lady und wir bekommen sie noch auf's Bild.
Dann geht's weiter bis kurz vor Carrizozzo. Dort gibt es ein Lavafeld, das nicht von einem Vulkanausbruch herrührt, sondern durch Erdspalten an die Oberfläche gedrückt wurde. Es heißt, die Lava sei vergleichbar mit der auf Hawai. Der Statepark "Valleys of Fire Recreation Area", informiert über die Entstehung der Lavafelder sowie Flora/Fauna, es gibt auch einen Nature Trail mitten durch, doch dafür reicht uns die Zeit nicht.
In Carizozzo - ein sehr beschaulicher Ort mitten im Nirgendwo - biegen wir nach Süden ab und machen nach weiteren 20 Meilen einen kurzen Abstecher zu den Three River Petroglyphs. Wir entrichten die 2 $ Gebühr und bekommen vom dortigen Ranger eine Broschüre für eine Self Guided Tour. Die Zeichnungen sind hier ganz anders als die, die wir bislang von den Anasazi kennen. Da Felswände fehlen, wurden die Petroglyphs in Gesteinsbrocken eingeritzt und sind zum Teil nicht mehr so gut zu erkennen. Es gibt aber jede Menge gut erhaltener Exemplare, die auch ein wenig auf dem "Beipackzettel" erklärt werden (zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte den Ranger). Es ist 11.00 h und mittlerweile für uns ungewohnt heiß. Das Thermometer im Auto zeigt 80 °F. Außer uns startet ein Ehepaar die Besichtigungstour und wir haben genügend Ruhe und Zeit, uns hier umzusehen und entdecken außer den beschriebenen Figuren und Formen noch etliche andere nicht aufgeführte Zeichnungen. Als wir uns auf den Rückweg machen sind zwei Schulbusse samt Inhalt angerollt und die Insassen belegen lautstark die Picknickareas. Wir finden für uns auch noch einen Tisch etwas weiter entfernt und machen uns über den Inhalt der Kühlbox her - im Schatten kann man es gut aushalten.
Weiter geht es zur letzten Etappe nach Alamogordo, das wir links liegen lassen und gleich zum White Sands NP fahren. Dort noch kurz ein Halt im Visitor Center, wo wir uns einen kurzen Film über den Park ansehen. Noch 3 Postkarten mitgenommen und als wir zur Frontdoor wieder hinaus wollen, liegt dort eine hyperventillierende Fledermaus. Der kleine Körper bebt vor lauter Hitze und das Tier ist völlig k.o. Ein Fall für den Ranger und ein paar Minuten später bittet man uns die Hintertüre zu benutzen, doch dazu kommt es nicht. Der Flattermann hat sich doch wieder soweit erholt, dass er sich aus dem Staub macht und uns den Weg freigibt.
Wir fahren in den Park und entscheiden, den 4,5 Meilen Alkali Loop zu gehen. Mittlerweile zeigt das Thermometer 88 °F, uns wird sicherlich nicht kalt werden. Also Rucksack geschultert, Wasser eingepackt, Sonnencreme aufgetragen, Hut aufgesetzt und los kanns gehen. Wir wandern immer weiter in die Dünen hinein und es ist gigantisch hier - man kommt sich vor wie in der Wüste. Anfangs sind noch Yuccas und jede Menge anderer Gewächse zu sehen, doch je weiter wir den Trail gehen, desto weniger wird der Bewuchs. Erst wenn man mal ein Stück in den Dünen ist, kann man auch die Ausmaße so richtig erfassen. Wir sind allein unterwegs auf dem Trail und lassen uns dafür auch Zeit. Zu Anfang hören wir noch Fluglärm von der nahegelegenen Airforce Base, doch dann wird scheinbar nicht mehr geflogen - es ist ruhig - kein Autolärm, keine menschlichen Geräusche - himmlisch, diese Ruhe. Der Trail ist doch länger, als wir uns das vorgestellt haben und als wir den Wendepunkt erreichen, sind wir froh, dass es wieder zurückgeht. Der Rückweg ist anstrengender, da mehrere Dünen überquert werden müssen, danach geht es steil bergab um kurze Zeit darauf wieder auf die nächste Düne hinaufsteigen zu müssen. Teilweise ist der Untergrund hart und knirscht, manche Stellen sind weich und man sinkt ein. Nach 2,5 h und vielen Fotostopps sind wir wieder am Auto und ruhen uns erst mal ein wenig auf dem Parkplatz aus.
Wir wollen noch den Sonnenuntergang abwarten und nach einem Snack geht es eine halbe Stunde nochmal los. Diesmal nur mit Stativ und Foto bewaffnet wieder durch die Dünen. Andy hat das Fotofieber gepackt und wir wandern von einer Düne zur nächsten, immer auf der Suche nach dem besten Motiv. Eigentlich wollten wir eine knappe Stunde bleiben; dann werden daraus doch fast zwei und wir erleben den Sonnenuntergang, der die Dünen in herrliches Licht taucht. Erst gibt es einen leichten Rosé-Touch, dann wird alles in blaues Licht gehüllt - es ist unbeschreiblich. Zig Fotos später machen wir uns gegen 19.30 h auf den Rückweg und sind um 20.00 h im Best Western in Alamogordo.
Schnell Duschen und dann los zum Abendessen, das wir bei Sonic einnehmen. Vor dem Imbiss gibt es Tische im Freien und das ist bei der noch angenehm warmen Temperaturen willkommen, somit müssen wir nicht im Auto essen. Noch kurz zu Walgreens und dann geht es ins Motel. Leider funzt heute das WiFi nicht und so laden wir nur noch die Bilder und ich schreibe die heute erworbenen Postkarten. Ein super-klasse Tag geht zu Ende.White Sands

Gefahrene Meilen: 195
Unterkunft im Best Western in Alamogordo zum Preis von 61,12$
Gelaufen: 7,9 km Alkali Loop Trail, Fototour Sonnenuntergang nochmal 2,8 km

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Klick mich und ich werde gross... Valleys of Fire Klick mich und ich werde gross... Three Rivers Petroglyphs Klick mich und ich werde gross... Three Rivers Petroglyphs Klick mich und ich werde gross... Sierra Blanca Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands Klick mich und ich werde gross... White Sands
 
 

24. Tag - Donnerstag 4. Oktober

Alamogordo - Albuquerque

Um 8.00 h heißt es endlich raus aus den Federn und da das Auto fast vor der Türe steht, geht das Beladen flott und wir gehen in die Lobby frühstücken. Auch da brauchen wir nicht lange und es geht wieder retour, dieselbe Strecke, die wir gestern gekommen sind. Nun könnte man meinen, haben wir ja alles schon gesehen - doch die Landschaft und die vielen Dinge, die es am Wegesrand immer wieder zu entdecken gibt, sprechen eine andere Sprache. Ab Carizozzo achte ich verstärkt auf die Fahrbahn und heute kreuzt nicht nur eine Tarantel die Straße, es sind etliche und Andreas muss ein paar Mal anhalten, weil ich die aus der Nähe sehen muss. Mich faszinieren diese Tiere, während andere sich ekeln. Zwei Exemplare bekomme ich aufs Bild und weiter geht es zur Interstate nach Westen.
Wir kommen noch an der Trinity Site Zufahrt vorbei; am Samstag, den 7.10. wäre diese für Public geöffnet, doch ehrlich gestanden muss ich da nicht hin. Andreas würde das gerne sehen, doch von Albuquerque nochmal zurückfahren ist uns beiden zu weit, zumal wir nicht mehr soviel Zeit übrig haben. Gegen 12.30 h sind wir in Albuquerque und die Stadt erschlägt uns fast, obwohl sie gerade mal um die 713.000 Eiwohner zählt (im Vergleich - Las Vegas hat ca. 1,7 Mio.). Wir nehmen die Abfahrt zur Oldtown und auf dem Weg dorthin finden wir einen Park mit Sitzgelegenheit, wo wir Mittag machen.
Die Oldtown liegt fast um die Ecke. Es ist massig was los hier; scharenweise Touristen stöbern durch die Läden, die sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Die Gebäude sind schon toll, doch es ist eindeutig zuviel los hier und ein Laden hat dasselbe Angebot wie der nächste und übernächste daneben. Wir sehen uns einen an, gehen dann einmal um die Plaza und noch in die Kirche, die wir sehr schön finden und hier herrscht andächtige Stille. Wir nehmen einen Moment Platz und betrachten den Altar, wo die Hauptfiguren Franziskaner Patres sind, die vermutlich die Begründer dieser Kirche darstellen. Die uns bekannten Figuren sind in den Seitenschiffen zu finden - links eine Marienstatue, im Altar darunter ist Jesus im Grab dargestellt, auf der rechten Seite steht eine Christusfigur mit Jesuskind.
Die Erleuchtung, wie es nun weiter gehen soll ist uns hier nicht gekommen und als wir zum Auto zurückkehren ist guter Rat teuer - was tun, mit dem noch vor uns liegenden Nachmittag? Wir sind uns zumindest einig, dass wir aus dem Trubel raus wollen und wir meinen auf der Karte was vom Petroglyphs National Monument gelesen zu haben. Also dorthin, an den nördlichen Stadtrand von Albuquerque und kurze Zeit später erkundigen wir uns im Visitorcenter nach den Möglichkeiten und uns wird geholfen. Zwei Ranger geben Auskunft, was es hier zu sehen gibt und als der ältere den jüngeren ermutigt, uns ein paar Info zu geben, beginnen seine Ohren zu glühen, so nervös wird er. Er bekommt es aber dennoch gut hin, dass unser Interesse geweckt wird und wir fahren zum Boca Negro-Canyon, was weitaus mächtiger klingt, als er in Wahrheit ist.
Wir befinden uns am Fuße einer 17 Meilen langen Mesa, die durch Austritt von Lava aus Erdspalten und Eruptionen entlang des Risses entstanden sind und an deren Abbruchkante die Petroglpyhs liegen, die auf großen Fels-Lava-Brocken eingeritzt sind. Manche sind sehr gut erhalten, andere wiederum schon nur mehr im Ansatz erkennbar, aber einen Abstecher - wenn man so wie wir Zeit hat - doch mehr wert, als planlos in der Stadt umherzulaufen. Die Petroglyphs stammen von mehreren Zeitepochen und so werden die ältesten auf 2.000 bis 3.000 Jahre alt geschätzt, während die jüngsten in Stein geritzten Symbole vor etwa 400 Jahren entstanden sein dürften. Andy entdeckt eine Schlange, es ist aber kein Rattler, und als ich näher komme, weil ich das lange Ding nicht sofort entdecke, schleicht sie sich.
Den Abstecher zu den drei Vulkankegeln die auf der Mesa ein wenig weiter entfernt liegen, heben wir uns für später zum Sunset auf. Jetzt heißt es erst mal Motel finden und einchecken. Das bekommen wir auch gut hin, finden die richtige Ausfahrt und laden erstmal unseren Kram im Zimmer ab. Eine Stunde später machen wir uns auf zum Abendessen; heute beehren wir Carls Junior.
Gut gestärkt geht es auf die I 70 gen Westen und bei Abfahrt 149 wieder runter zu den Volcanos. Um Albuquerque hat es sich nun zugezogen und dunkle Wolken entladen sich schon etwas weiter in der Ferne; das Gewitter wird aber wohl auch hierher kommen, also ist Eile geboten. Da um 17.00 h der Park per Schranke geschlossen wird, parken wir vor der Absperrung und machen uns auf den Weg. Zwischenzeitlich hat der Sonnenuntergang eingesetzt und es gibt tolle Wolkenstimmungen und ein völlig diffuses Licht. Während es im Süden kohlrabenschwarz ist und die Berge nur noch als Silhouette zu erkennen sind, kommt hier noch zeitweise die Sonne durch. Wir gehen die paar Schritte auf den JA-Vulkankegel rauf und fotografieren von dort oben den herrlichen Sonnenuntergang und die Lichtersilouette der Stadt. Das Gewitter rückt nun immer näher und die Blitze zucken auch schon nicht mehr so weit entfernt vom Himmel. Da wir hier sehr exponiert sind, ist uns mittlerweile nicht mehr so wohl und wir spurten Richtung Auto. Am Fuß kommt uns noch eine Lady entgegen und meint, ob wir nicht Respekt vor dem Lightning hätten. Sie marschiert aber ganz wacker weiter …? Im Laufschritt erreichen wir kurze Zeit später das Auto und exakt als wir einsteigen, beginnt es wolkenbruchartig zu kübeln. Froh darüber, dass wir es gerade noch so eben geschafft haben, fahren wir zurück zum Motel und lassen den Abend gemütlich vor der Glotze ausklingen.

Gefahrene Meilen: 275
Gelaufen: ca. 3 km
Unterkunft im Super 8 Motel in Albuquerque, Universitiy Blv. zum Preis von 51,68$

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25. Tag - Freitag 5. Oktober

Albuquerque - Kasha Katuwe - Bandelier - Santa Fe

Die Zugmaschine, die gestern direkt vor unserem Motelfenster geparkt hatte, hat uns wieder Erwarten nicht zu unsittlicher Zeit am Morgen aus den Federn geworfen. Um 8.00 h ist der Truck losgetuckert, nicht mal auffallend laut. Dennoch höchste Zeit für uns aufzustehen. Das Frühstück ist nicht sonderlich und wir können kurze Zeit später starten.
Heute ist wieder volles Programm angesagt. Es geht auf der I 25 Richtung Norden, raus aus Albuquerque. Von der Interstate aus sehen wir schon jede Menge Heißluftballone; morgen startet das Festival - ohne uns, aber das hatten wir eh' nicht vor. Wir nehmen den Exit, der uns zur 22 nach Westen zu den Kasha Katuwe Tent Rocks führt. Ist tadellos ausgeschildert, man kann sich also nicht verfahren. Dort entrichten wir unsere 5 $ Eintrittsgebühr, die - wie wir finden - gut angelegt sind und begeben uns die paar Meilen zum Trailhead.
Wir starten den Trail zu den Narrows und den Overlook - bei angenehmer Temperatur und einem zunehmend stärker wehenden Lüftchen. Zuerst geht es mäßig ansteigend auf dem paved Trailhead zu den Narrows und da wird es richtig interessant. Der Weg windet sich mal schmäler mal weiter durch die Tentrocks mit immer wieder neuen Aus- und Einblicken in diese Wunderwelt. Die Tentrocks sind Produkt vulkanischer Eruptionen vor ca. 6 bis 7 Mio Jahren und bestehen aus Bims, versteinerter Asche und Tuffstein. Bei Andy glüht der Finger des Auslösers - die Motive sind so vielfältig. Die Steigung nimmt allmählich zu und wir begeben uns in die Höhe. Noch eine Windung und wir durchsteigen nochmal eine Engstelle ehe wir die Wunderwelt der Tents und Hüte verlassen und zum Overlook aufsteigen. Als wir fast oben sind, mache ich in einem Wachholderstrauch eine tolle Entdeckung - da hat sich eine schöne Feder von einem Raubvogel verfangen.
Kasha Katuwe - Tent Rocks Der Ausblick von hier oben ist toll, doch es soll noch besser kommen. Ein Stückchen höher gelegen gibt es einen weiteren Viewpoint, den wir noch ansteuern. Der Wind hat zugenommen und ist schon nicht mehr so angenehm, deshalb halten wir uns hier auch nur für ein paar weitere Fotos. Wir steigen wieder ab und an der Weggabelung Cave-Loop-Trail machen wir noch den Schlenker zur Cave. Dieser Trail ist nicht so spektakulär wie die Narrows, die Cave ist allerdings sehenswert. Hier haben wohl schon einige Zusammenkünfte, welcher Art auch immer, stattgefunden. Die Decke darin ist jedenfalls rußgeschwärzt und es gibt auch wie eine Art Rundbank, die aus dem weichen Gestein gehauen wurde.
Als wir wieder am Auto ankommen ist gerade der richtige Zeitpunkt für Lunch und hier gibt es prima Picknicktische, sogar überdacht. Um 12.30 h geht es zurück zur Interstate, dieses Mal nehmen wir an der letzten Kreuzung zur Interstate die 16 Richtung Santa Fe, die etwas später direkt zur I 25 führt. Wir nehmen den Bypass um Santa Fee, die 599 und fahren dann auf die 285/84. In Pojoaque Pueblo geht in die Berge Richtung Los Alamos, dann teilt sich die Strecke nochmal und wir müssen die 4 nach White Rock und Bandelier NP. Für die Strecke benötigen wir gut 1 Stunde, irgendwann kurz vor dem Bandelier macht Andy einen Schlenker an den Straßenrand und bremst rasch ab - direkt auf der Fahrbahn räkelt sich eine große Schlange, die er nicht überfahren wollte. Wir steigen aus und sehen uns das Tier an, das nun über die Fahrbahn kriecht. Als auf der Gegenspur ein Auto ankommt winke ich mal vorsichtshalber und die Fahrerin bremst auch gleich ab. Hätte sie die Geschwindigkeit beibehalten, wäre das Tier nun platt. Die Horde Kinder, die sie im Auto hat, kreischt wegen der Schlange - meine Güte, wir stehen nicht weit davon entfernt und machen noch ein Foto, ehe sie schnell im Gebüsch verschwindet. Vermutlich war es eine Gopher Snake.
Die letzten Meilen sind schnell gefahren und wir bekommen sogar einen schattigen Parkplatz am Visitor Center. Dort beginnt auch schon der Film über den NP, den wir uns ansehen. Ich nehme noch ein Heftchen über die zu besichtigenden Pueblos mit und mit Rucksack geht es los. Hier gibt es zig Felsbehausungen, zu besichtigen sind davon allerdings nur drei. Fasziniert, von den Felswohnungen und den Resten der Häuser, die direkt davor standen und der Art und Weise, wie die Innenräume mit einer Art Putz und gemalten Ornamenten geschmückt waren, lassen wir uns beim Betrachten Zeit und klettern auch die ein oder andere Leiter hoch, die in oben liegende Räume führt. Diese Räume sind gerade mal ca. 1,60 hoch, so dass man sich darin nur gebückt aufhalten kann. Nur ein großer Raum, dessen Decke dick russgeschwärzt ist, ist so hoch, dass man problemlos darin stehen kann.
Wir nehmen noch den Weg durch einen wunderbar schattigen Wald direkt am Fluss entlang hinter zur Ceremonial Alcove Kiva. Dort geht es über 3 große Leitern und Treppen 150 Feet nach oben. Hier befindet sich ein großer Alcove mit einer rekonstruierten Kiva, in die man auch absteigen kann. Der Ausblick ist toll, leider sind im Moment mehrere Besucher vor Ort und somit ist Einiges geboten. Wir warten einige Minuten und haben dann den Platz ganz für uns allein und können uns in Ruhe umsehen. So viele Leute wie heute sind wir gar nicht mehr gewöhnt.
Es sind jetzt nicht Menschenmassen, doch haben wir in der Vergangenheit fast tageweise niemanden zu Gesicht bekommen. Wir wandern gemütlich den Nature Trail zum Parkplatz zurück, wo wir um 16.45 h ankommen und nun retour nach Santa Fe fahren. Wir checken nochmal, wo in etwa das für heute gebuchte Days Inn liegt und finden dann auch gut hin. Einchecken, frisch machen und dann geht es íns Tomasita's. Das Restaurant wird im AAA Tourbook empfohlen und es scheint auch wirklich so begehrt zu sein, wie beschrieben. Als wir ankommen ist der große Parkplatz fast voll und wir finden gerade noch eine Lücke. Vor der Tür und im Wartesaal (das Gebäude war mal ein Bahnhof) sitzen und stehen jede Menge Leute und es heißt, wir müssen 1 Stunde auf einen Tisch warten. Wir akzeptieren, bekommen ein Gerät mit, das uns anzeigt, wann wir an der Reihe sind und marschieren noch ein wenig durch das Viertel. Leider haben die Geschäfte schon geschlossen bis auf einen Laden, der Artikel aus aller Welt anbietet. Da gibt es Lebkuchen aus Nürnberg und Schokolade von überall her, Delikatessen, Wein und Bier und jede Menge Kitchenware, Cocktailzubehör, Dekoartikel etc.. Wir stöbern ein wenig durch den Laden und die Zeit ist dann doch schnell vorbei.
Knapp eine Stunde später stehen wir wieder im Tomasitos und schon blinkt auch unser Gerät. Wir gönnen uns heute mal Tex Mex Essen mit einer super Margarita, die es in sich hat. Die Chips samt Salsa sind ganz schön cccccccchhhhhhhhaaaaarf ….. - das Essen kommt dann auch recht bald und das ist nicht weniger würzig. Gottlob sind die Refills der Cokes mit drin - davon benötigen wir doch reichlich. Gut gesättigt verlassen wir eine knappe Stunde später den Laden, der zu dieser Zeit immer noch brummt und machen uns auf den Weg zum Motel. Ein super Tag geht wieder mal zu Ende. Eins ist jedoch schade, es hatte einen super klasse Sonnenuntergang heute, den wir leider nur aus der Ferne gesehen haben. Das hätte den Tag noch vollends abgerundet.

Gefahrene Meilen: 188
Unterkunft im Days Inn in Santa Fe zum Preis von 67,23$
Gelaufen: Tent Rocks 7,1 km - Bandelier ca. 3 km


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26. Tag - Samstag 6. Oktober

Santa Fe - Great Sand Dunes - Alamosa

Der Tag beginnt mit Sonnenschein und einem heftigen und kühlen Wind. Nach dem Frühstück geht es nochmal in die Old Town von Santa Fe, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen. Wir parken im Zentrum für 1 $ die Stunde und es ist noch zu früh, als dass Geschäfte geöffnet haben und geschäftiges Treiben herrschen würde. So schlendern wir gemütlich zur Kirche, die Franz von Assisi geweiht und bereits um 1610 errichtet wurde. Heute erstrahlt die Kirche natürlich in einem ganz anderen Glanz und sie ist wirklich sehenswert. Weiter geht es durch die Straßen und wenn man ein wenig näher hinsieht, dann haben viele Häuser einen schönen Innenhof. Einer davon ist wunderbar bewachsen und auch von der Veranda des oberen Stockwerks eines Seitengebäudes ranken jede Menge farbenfroher Blumen. Die Geschäfte haben allerlei Kunstgewerbe und das auch zu gesalzenen Preisen. Es ist nicht zu übersehen, dass hier eine Vielzahl an Künstlern leben, die ihre vielfältigen Ideen in Form und Farbe umsetzen. Wir machen noch einen Abstecher zur Plaza und dann auch schon bald wieder retour zum Auto. Wir suchen noch das älteste Gebäude und eine Kirche, die wir allerdings anhand des schmählichen Stadtplans unserer New Mexico Routenkarte nicht finden können. Santa Fe ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, für Anhänger des Adobe-Stils ein absolutes Muss. Es gibt hier noch einige Museen, wie z. B. das Indian Art Museum direkt gegenüber der Kirche oder das über Georgia O'Keefe, dafür reicht uns aber wieder mal die Zeit nicht aus.
Wir machen uns auf den Weg auf der 285 weiter nach Norden und gegen 12.00 h finden wir auch eine Picknickarea, doch der Wind bläst so stark und es ist unangenehm kühl, so dass wir im Auto essen. Nächster Stop ist in Antonito; hier verkehrt die Narrow Gauge Toltec & Combres Railroad zwischen Antonito und Chama. Der Bahnhof liegt ein wenig verwaist da, auf einem Abstellgleis steht eine Lock mit ein paar Wagen und der Gift Shop bietet nichts Besonderes. So ist unser Besuch hier auch nur kurz und weiter geht's nach Alamosa und dort wieder auf die 160 nach Osten und dann den Abzweig zum Great Sand Dunes NP.
Wir sehen schon von weitem, dass hier der heftige Wind den Sand kräftig aufwirbelt, wir fahren dennoch hin. Kurz vor dem Visitorcenter rumpelt es und Andy meint, er hätte eine Schlange überfahren. Da ich für einen kurzen Moment eingenickt bin, meine ich, er will mich auf den Arm nehmen, doch er beteuert, er habe das Tier zu spät gesehen. Ein Auto hinter uns weicht noch aus und dreht dann um. Auf dem Rückweg haben wir allerdings nichts auf der Straße entdecken können; entweder war es doch was anderes oder das Tier wurde bereits von einem Vogel oder was auch immer geholt. Wir nehmen die Gravelroad, die links von der Straße kurz vor dem Campground abzweigt bis Sand Pit hinter - sie ist teilweise recht rau und stellenweise tief sandig - und stellen dort unser Auto ab.
Wir durchqueren den Medano Creek, ein relativ unspektakuläres Rinnsal, welches aber eine sehr große Bedeutung an der Entstehung der Sand Dünen hat. Der Sand der Dünen stammt aus den San Juan Mountains, ca. 65 Meilen westlich entfernt. Kies und raueres Gestein stammt von den nahe liegenden Sangre de Cristo Mountains. Wind und Wasser sind primär für die Zersetzung des Gesteins verantwortlich; Schneeschmelze und sich daraus entwickelnde Bäche bringen das erodierte Gestein von den Bergen ins Tal und Südwestwinde sind für den Transport der Sedimente verantwortlich, die entweder als Düne entstehen oder sich in Creeks ablagern, wieder ausgewaschen werden und der Kreislauf beginnt von neuem. Somit ändert sich auch stets die Höhe der Dünen, bestehende werden abgetragen und neue entstehen. Das Alter der Dünen wird von 12.000 bis zu mehr als einer Million Jahren geschätzt - die Forschung darüber ist immer noch im Gange. Nach diesem kurzen Entstehungsumriss, den man selbstverständlich bei einem ausgiebigen Besuch des Visitor Centers noch vertiefen kann geht's endlich in die Dünen. Wir wollen eigentlich nur mal einen kurzen Abstecher machen und dann später nochmal vom Visitor Center aus aufsteigen, doch es kommt wieder mal anders als gedacht.
Wir wählen euphorisch gleich zu Anfang einen steilen Aufstieg und kämpfen uns nach oben. Zwei Schritte stapfen, einen hinunter rutschen - kein leichtes Unterfangen. Als wir die erste Düne bewältigt haben gehen wir so gut es geht dem Dünenkamm entlang, um nicht wieder tief absteigen zu müssen. So arbeiten wir uns immer höher und sind nach gut 1 Stunde so weit oben, dass wir einen tollen Rundumblick auf die Dünengipfel haben. Die höchste Düne, die Star Dune mit 229 m, können wir in weiter Entfernung ausmachen und die Differenz zu unserem jetzigen Standpunkt macht wohl nicht mehr viel aus. Der Wind hat hier oben eine gewaltige Kraft und wir haben Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Steht man direkt am Dünenkamm glaubt man, man könne fliegen. Bislang hatten wir den Wind im Rücken, nun kommt er so hoch oben aus allen Richtungen und an unseren Zähnen haftet bereits der feine graue Sandstaub. Das Bild, das sich uns bietet ist gigantisch - überall wehen Sandfahnen über die Dünenkämme. Wir sind nicht die einzigen hier; am uns gesteckten Ziel treffen wir auf zwei Jungs, die ebenso begeistert sind wie wir, natürlich verlangt das nach einem Smalltalk. Gegen 17.00 h machen wir uns auf den Rückweg; hier auf den Sonnenuntergang zu warten dauert uns zu lange bei diesen Bedingungen und es ist nicht mal sicher, dass es ein Sonnenuntergang wird, der sich lohnt.
Um kurz vor 18.00 h sind wir wieder am Auto und nehmen noch zwei Wanderer ein Stück mit. Die sind ziemlich k.o. - ein ergrauter Er mit Flip Flops und eine ebenso ergraute Sie fragen sehr nett, ob wir sie ein Stück bis zum Parkplatz ihres Autos mitnehmen können. Uns ist fast peinlich, wie durcheinander alles auf dem Rücksitz unseres Autos liegt und wir erst mal Platz schaffen müssen, um hier zwei Leute zu platzieren. Denen ist das wohl ziemlich egal, die hätten sich auch so reingezwängt und so ziehe ich noch ein paar Jacken unter deren Allerwertesten hervor, auf die sie sich niedergelassen hätten. Ein paar Minuten später bedanken sie sich tausendmal für die paar Meter. Wir warten noch den Sonnenuntergang ab, doch der wird nicht spektakulär wie erhofft und gegen 19.00 h sind wir im Motel.
Als wir die Zimmertüre öffnen, bietet sich uns ein seltener Anblick - in der einen Zimmerhälfte befindet sich eine knallrote Badewanne in Herzform mit Whirlpool. Davon machen wir heute gerne Gebrauch und lassen das Teil einlaufen und räkeln uns kurze Zeit später bei heftigen Blubberblasen in der warmen Wanne und unser Zimmer mutiert zwischenzeitlich zu einer Dampfsauna. Eine Stunde später geht es noch zum Essen und da hier viele Lokale bereits um 21.00 h dicht machen, gibt es heute wieder Fastfood. Wir haben noch Gutscheine von Sonic und da wird heute einer eingelöst. Buy any Burger, get one free. Hinterher gibt's noch ein Eis von Walmart und der Abend ist bald vorbei.Great Sand Dunes

Gefahrene Meilen: 234
Unterkunft im Super 8 in Alamosa zum Preis von 65,76$
Gelaufen: ca. 4 km

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27. Tag - Sonntag 7. Oktober

Alamosa - Saguache - Canon City - Colorado Springs

Da unser Programm heute sehr überschaubar und hauptsächlich mit Fahren gefüllt ist, haben wir es am Morgen nicht eilig. Frühstück und es geht los, wir tanken noch voll in Monte Vista und es geht auf der 285 bis zur Junction, wo wir nach rechts Richtung Saguache abbiegen. Diese kleine Städtchen in den Bergen wurde in einer Reisedoku über USA erwähnt und da der Umweg nicht groß ist, wollen wir uns das doch selbst mal ansehen. Es geht schnurgerade durch Weideland und vermutlich riesige Kartoffeläcker - es kommen uns jedenfalls zwei Trucks voll beladen mit Kartoffeln entgegen. Auf einem Stromleitungsmasten entdeckt Andy während der Fahrt einen sehr großen Adler und ich möchte den auch aus der Nähe sehen. Wir machen einen Dreher und es geht ein kurzes Stück zurück. Das ist ein wirklich großes Exemplar und als wir anhalten und ich gerade zum Fotografieren ansetzen will, wird es dem Vogel unangenehm und er erhebt sich majestätisch in die Lüfte, um etwas weiter vorne erneut auf einem Masten Platz zu nehmen. Wir fahren auch noch dorthin, aber auch Andy hat keine Chance, das Tier aufs Bild zu bekommen. Sehr schade, der war wirklich was Besonderes.

Nochmal drehen und wir fahren weiter nach Norden und kommen nach ca. 30 Meilen in Saguache an. Der Ort wirkt zum Teil wie ausgestorben und das Schild "Business District" ist aus längst vergangen Tagen. Im District selbst, wird lediglich die alte Druckerei noch betrieben; Bank und sämtliche anderen Geschäfte sind längst geschlossen. Es gibt aber immerhin ein Museum, zwei Tankstellen, zwei Restaurants und ein kleines Motel. Vor einer Werkstatt, dessen Besitzer aus Baumstämmen allerlei Schnitzereien herstellt, stehen ein paar Leute und brennen in einer Tonne wohl Holzreste ab und wärmen sich daran. Das ist heute auch bitter nötig, denn trotz Sonnenschein hat es gerade knapp über 0 °C. Was sind wir froh, doch nicht wie ursprünglich geplant an den Great Sand Dunes gezeltet zu haben. Die Nacht wäre nicht nur kalt, sondern saukalt geworden und man hätte uns am Morgen wohl erst mal auftauen müssen.
Wir schießen ein paar Fotos und es geht weiter nach Norden, nun wechselt auch die Landschaft und es wird zunehmend bergiger. Rechts von uns sind die Sangre de Christo Mountains, den Höhenzug zu unserer linken kann ich laut unserer Straßenkarte nicht benennen. Irgendwann gibt es mal einen Abzweig nach Bonanza - ob es den Ort bereits vor der Serie gegeben hat? Wir sehen Pronghorn Antilopen in den Niederungen grasen und die Hunters sind auch nicht weit entfernt. Über den Poncha Pass geht es nach Poncha Springs, wo wir nun nach rechts abzweigen und entlang des Arkansas River fahren. Die Landschaft ist sehr schön und es gibt immer wieder Picknickareas entlang des Flusses. Da es aber noch zu früh für Lunch ist und zudem noch recht frisch, fahren wir durch bis nach Canon City.
Dort geht es zur Colorado Bridge hoch, jedoch nicht in den Vergnügungspark. Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz ab und schießen ein Foto über den Zaun. Wollte man zur Brücke, müsste man pro Nase 23 Dollares berappen, inbegriffen der Zugang zum Fun Park, doch heute ist uns weder nach Fun noch nach einer 46 Dollar Wirtschaftsankurbelspende. Wir machen also wieder kehrt um kurz darauf einen Abzweig den Berg hoch zu nehmen, der zu einer Picknickarea (kostenlos) führt. Auf dem Weg dorthin vergnügt sich ein Deer gerade mit einem Pinionpine-Gewächs und läst sich auch durch unser Annähern nicht stören. Wir fahren langsam daran vorbei und es beißt immer noch genüsslich in die Triebe des Baumes. Wir stellen kurz darauf das Auto ab und ich taste mich den Hang hinunter, um einen geeigneten Fotostandpunkt für die Brücke zu finden. Andy bleibt erst mal oben und als ich ihm signalisiere, es würde sich für ein Bild lohnen, kommt er nach. Und siehe da, wir haben die Schlucht, samt Arkansas River und die Brücke ohne störendes Hindernis vor Augen. Jetzt fehlt nur noch der Zug, der von Canon City aus dorthin fährt, aber wie heißt es so schön "You cannot have your cake and eat it too" was übersetzt soviel bedeutet "Man kann nicht alles haben". Nach dieser Ab- und Aufsteigeinlage am Abhang ist es Zeit für den Mittagsimbiss und wir belagern den nächsten Tisch. Lange halten wir uns da aber nicht auf, es ist immer noch saukalt und mir frieren die Finger ein.
Es geht weiter nach Colorado Springs und gegen 13.30 h haben wir den absoluten Tiefpunkt und sind nur noch müde. Mittlerweile ist es völlig bewölkt, die Sonne hat sich verdrückt und es ist immer noch kalt. Wir nehmen eine Ausfahrt, die eigentlich zu einer Recreation Area für die Army gedacht ist und machen dort auch gleich wieder kehrt bis zu einem geeigneten Stellplatz neben der Interstate. Dort heißt es Sitze zurückklappen und 30 Minuten Augenpflege und das tut richtig gut. Das letzte Stück bis Colorado Springs ist ein Katzensprung und als nun komplett schwarze Wolken über uns hängen, entscheiden wir uns für einen Abstecher in ein Einkaufszentrum. Zum ersten Mal in diesem Urlaub statten wir Starbucks einen Besuch ab und genehmigen uns einen Caramel Macchiato. Der ist wirklich lecker, aber auch nicht billig - für zwei Becher der kleinen Ausführung berappe ich 6,27 $. Nun gut, in Germany kosten je nach Location zwei Macchiato auch 5,00 Euronen. Nebenan ist ein Ross-Laden und da gibt es nun einen Koffer, den wir uns sowieso hier kaufen wollten. Ein kleines Teil, das man mit in den Flieger nehmen darf und der nur die Hälfte dessen kostet, was normal im Laden dafür verlangt wird. Ich nehme noch einen Daunenmantel für den Winter mit - der wird mir sicher gute Dienste auf dem täglichen Weg zur Arbeit und am Bahnhof tun, wenn es mal wieder etwas länger dauert.
Zwischenzeitlich sind die Wolken so gut wie verzogen, die Sonne ist wieder da und siehe da, auf den Berggipfeln der Umgebung ist es nun wie vorhergesagt weiß. Wir machen uns auf die Suche nach unserem Motel und kommen dabei am Garden of the Gods vorbei, der sich nun in bester Abendsonne präsentiert. Wir machen noch einen Schlenker und es gibt noch ein paar Fotos, allerdings nerven die Menschenmassen, die sich hier um jedes Fotomotiv scharen. Wir beschließen, morgen früh nochmal hier herzukommen und uns dem Park in aller Ruhe widmen - hoffentlich mit etwas weniger Mitstreitern. Wir verlassen den Park und es geht nochmal auf die 25 Richtung Norden und das Motel ist auch schnell gefunden. Days Inn zum Preis von Null Komma Nix, weil Trip Rewards Punkte gesammelt und eingelöst - na, das ist doch was. Während Andy noch den Computer anwirft verschwinde ich im Bad und eine Stunde später machen wir uns auf zum Abendessen; heute ist mal das Outback Steakhouse dran. Wir genießen das Steakdinner und verlassen eine knappe Stunde später den Laden. Ich gehe noch eine letzte Maschine Wäsche waschen und dann ist für heute gut. Morgen gibt es nochmal volles Programm.

Gefahrene Meilen: 234
Unterkunft im Days Inn in Colorado Springs, kostenlose Free Reedem Night

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28. Tag - Montag 8. Oktober

Colorado Springs - Garden of the gods - Calhan Paint Mine - Castle Rock

Um 7.30 h klingelt Andys Handy Sturm und wir sind wach. Wir wollten heute eh etwas früher los, um uns den Garden of the Gods vorzuknöpfen. Also nix wie los und nach dem Frühstück in der Lobby starten wir. Nicht ohne aber noch einen Blick auf die im Rasen direkt beim Motel grasenden Häschen geworfen zu haben.
Es ist knackig frisch, doch die Sonne beginnt schon mit dem Aufwärmen. Wir haben stahlblauen wolkenlosen Himmel und es verspricht nochmal einer der letzten schönen Tage hier zu werden, Herz was willst Du mehr. Wir nehmen eine Abkürzung zum Garden und kommen auch gleich hin und trotz der noch frühen Stunde sind hier Jogger, Spaziergänger und "Gassigeher" unterwegs - dennoch aber kein Vergleich zu gestern. Wir begeben uns zwischen die Felsen und irgendwann verlieren wir uns aus den Augen. Während ich einen native Trail beschreite und es hier noch vom Rauhreif überzogenes Blattwerk im Schatten zu fotografieren gibt, streift Andy außer Sichtweite wo anders umher. Ich beeile mich und begebe mich auf den Rückweg zum Parkplatz, sicher, dass Andy dort schon auf mich wartet und siehe da, er kommt mir kurze Zeit später entgegen. Wir setzen unseren Streifzug gemeinsam fort und nehmen den Nature Trail durchs Gestrüpp wieder nach unten. Es geht weiter die Mainroute entlang; die verbleibenden Attraktionen erreichen nicht mehr den Standard wie soeben. Wir verlassen somit den Park, halten nochmal kurz stadteinwärts an der 24 zur Ausfahrt vom Red Rock Park, doch auch das ist kein lohnendes Fotomotiv mehr.

Wir fahren nach Westen zu unserem nächsten Ziel - den Calhan Paint Mines. Die Landschaft wechselt nun in weites Grasland und man glaubt, diese ziehe sich schier endlos dahin. Hier und da kleine Siedlungen und Weideland - schon ein wenig öde, dennoch hat auch das etwas für sich. Nach etwas mehr als 30 Meilen erreichen wir Calhan und fahren erst mal an der Zufahrt vorbei. Also kurz anhalten, Laptop raus und nochmal nachlesen. Wir sind gottlob nicht zu weit gefahren, somit geht es bei der nächsten Kreuzung nach Süden weg und siehe da, die Paint Mines sind bereits angeschrieben. Noch ein paar wenige Meilen und wir sind da.
Wir entscheiden uns für den zweiten Parkplatz und ziehen los, in eine Welt der farbigen Hoodoos und sonstigen Fantasiegebilde. Es ist unglaublich, dass sich diese Farbenvielfalt unter dem eintönigen Grasland verbirgt. Wir streifen in aller Ruhe umher und nehmen uns die südwestliche Ecke des Parks vor. Dort zweigen vom Hauptweg immer wieder kleine Trampelpfade ab. Von hellweiß über gelb bis in alle möglichen rosetöne gibt es hier herrliche Farbspiele. Nach gut einer Stunde Erkundungstour geht es zurück zum Auto - unsere Mägen verlangen nach einer Füllung. Leider gibt es keine Picknickarea hier, so findet unser Lunch auf der Motorhaube in der Sonne statt. Zum letzten Mal in diesem Urlaub gibt es Sandwich selfmade und wir bedauern das schon jetzt.
Noch ganz beeindruckt von dem soeben Gesehenen machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Colorado Springs, denn dort haben wir auf dem Weg hierher einen Salvation Army-Laden gesehen. Wir finden gut hin, packen unsere zwei Schlafsäcke und die leichte Kühlbox und marschieren damit in den Laden. Wir finden auch gleich einen Mitarbeiter und auf unsere Frage, ob er die beiden Schlafsäcke und die Kühltasche geschenkt haben will, leuchten seine Augen und er nimmt uns das gleich ab. Er wünscht uns einen besonders schönen Tag und wir haben das Gefühl, er freut sich über diese Dinge. Wir sind auch froh, diese Teile an den Mann gebracht zu haben - wir hatten eh nicht vor, diese zu behalten und vielleicht können Sie ja noch jemandem von Nutzen sein.
Weiter geht es nach Norden mit Ziel Castle Rock - hier fröhnen wir nochmal ausgiebig dem Shoppen im Outlet und es ist schon dunkel, als wir zum Auto zurückkehren. Total erledigt gibt es noch ein schnelles Abendessen der mexikanischen Küche bei Chipotle. Das Essen schmeckt gut und der Brüller ist, dass man meinen Ausweis sehen will, als ich zum Essen ein Coors light bestelle. Wir nehmen Kurs auf das Super 8 Motel. Beim Einchecken gibt es ein kleines Problem, die Reservierung ist nicht da. Andy holt das Labtop und wir bekommen ein ein Double Queen zum preis des online bestellten King Size Bedroom. Ich versuche schon mal, unser Gepäck ein wenig zu sortieren, was mich allerdings noch schneller müde macht, als ich heute eh schon bin. Kurze Zeit später verschwinde ich auch im Bett, Andy schnorchelt schon.

Gefahrene Meilen: 144
Unterkunft im Super 8 in Castle Rock zum Preis von 54,75$

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29. Tag - Dienstag 9. Oktober

Castle Rock - Roxborough Park - Denver

Die Nacht war nicht erholsam; es war viel zu warm im Zimmer, obwohl wir das Fenster geöffnet hatten. Ich träume wirres Zeug und ziemlich früh morgens hupt der erste Zug und es fühlt sich an, als fährt er geradewegs durchs Zimmer. Nebenan ist in der Autowerkstatt bereits reger Betrieb und von der Straße kommt auch jede Menge Lärm. Es ist nach 7.00 h als ich aufstehe und noch den Bericht vom gestrigen Tag fertig tippe. Derweil wird auch Andy wach und er holt uns Frühstück aus der Lobby. Ich bin heute recht wählerisch und möchte selbst sehen, was es gibt und marschiere nochmal los.
Etwas früher als sonst sitzen wir im Auto und begeben uns nach Westen zum Roxborough Park. Da wir keine Straßennummer entdecken können und unsere AAA-Karte keine Info dazu hergibt, befragen wir sicherheitshalber ein paar Straßenarbeiter und einer ist so nett und malt mir den Weg extra noch auf einen Zettel. Jetzt kann nichts mehr schief gehen und es geht weiter. Der Roxborough State Park ist von den Felsformationen ähnlich wie der Garden of the Gods, allerdings kommen hier bei weitem nicht so viele Leute her und es kostet pro Tag 6,00 $ Eintritt. Wir fahren bis zum Parkplatz beim Visitor Center und nehmen unsere halbvolle Gaskartusche mit. Die Rangerin nimmt die Kartusche gerne entgegen und freut sich darüber und wir sind froh, wieder ein Teil an die Frau gebracht zu haben, die noch Verwendung dafür findet.
Wir sehen uns ganz kurz um und gehen den Fountain Valley Loop Trail. Es geht gemütlich auf dem breiten Weg durch die Felsformationen und am Weg grasen immer wieder Deers, ohne sich von uns stören zu lassen. Hier wird mit jeder Menge Schildern vor Rattlesnakes gewarnt, doch wir bekommen auf unserem Trail keine zu sehen. Während des Laufens kommt uns die Idee, dass wir noch einen Rest Grillkohle haben, den wir heute noch "verbraten" könnten. Als wir wieder am Visitorcenter ankommen gehen wir nochmal rein und erkundigen uns nach einer Picknickarea. Hier im Park gibt es leider keine, doch im Chatfield Park nicht weit von hier entfernt, soll es Plätze geben. Wir prüfen unser Parkticket und entdecken, dass unser Eintritt nicht nur für den hiesigen Park gilt, sondern generell für State Parks in Colorado. Also geht es weiter Richtung Chatfield Park und auf dem Weg hierher sind wir an einem Safeway vorbeigefahren, wo wir jetzt noch was zum Grillen mitnehmen.
Der Chatfield Park liegt an einem Stausee und der Grillplatz sieht fast so aus wie bei uns in der Gegend. Es ist angenehm warm, der Wind kaum spürbar und während ich das notwendige Equipment aus dem Auto zusammensuche, hat Andy bereits die Grillkohle entfacht und der Geruch reicht bis zum Parkplatz. Wir haben noch Eissalat und Tomaten und ein wenig Brot und dazu gibt es heute Filet Mignon - wenn schon denn schon, das wollten wir schon lange probieren. Ich mixe noch eine Salatsauce und dann brutzelt auch schon das Fleisch. Um 11.30 h sind wir hier eingetroffen und eine knappe Stunde später sind wir bereits beim Essen - klasse! Im Park gibt es jede Menge Erdhörnchen, hauptsächlich beim Parkeingang und die sind so putzig, wie sie sich aufrichten und neugierig umhersehen. Vom Auto aus können wir ein paar Tierchen fotografieren; öffnet man allerdings die Türe, so alarmiert das "Wachhörnchen" die anderen und schwupps ist der ganze Clan in der sicheren Höhle verschwunden.
Gut gesättigt geht es dann stadteinwärts nach Denver; von weitem schon ist die braune Smogwolke über der Stadt zu sehen. Wir machen uns auf die Suche nach einem bestimmten Laden und lassen uns vom GPS und De Lorme leiten, doch irgendwann werden wir in ein Wohngebiet geleitet und von dem Laden ist weit und breit nichts zu sehen. Wir korrigieren nochmal die Adresse und beim dritten Versuch klappt es dann auch - wir werden in ein riesiges Einkaufszentrum geleitet und da hat sich der gesuchte Laden im Nordstrom versteckt.
Hier gibt es natürlich jede Menge Geschäfte, alles sehr nobel und edel. Wenn man an den Bodyshops vorbeikommt bekommt man jedes Mal eine Riesenduftwolke mit - der Geruch ist so streng, dass er bemi mir Kopfschmerzen auslöst und ich mir nicht vorstellen kann, dort arbeiten zu können. Der Laden ist dann auch nach etwas Suchen gefunden und dort gibt es schöne Klamotten - allerdings nicht ganz billig. Während ich nichts finde, die einzige Bluse, die preislich o.k. gewesen wäre, ist leider etwas eng, Andy dagegen hat Mühe, sich zwischen einigen T-Shirts zu entscheiden. Es werden dann doch drei und wir ziehen weiter. Beim nächsten Laden - er hat fast die ähnliche Art von Kleidung - werde ich wieder nicht fündig. Das was mir gefallen würde, finde ich dann auch hier zu teuer und im Sale ist nichts Besonderes. Andy geht auch hier nicht ohne raus. Gegen 15.30 h reißen wir uns dann aber endlich los, halten noch einen Smalltalk mit einem jungen Israeli, der Windspiele verkauft.
Wir fahren zum Motel nach Aurora und laden das Auto komplett aus und jetzt ist Packen angesagt. Mir graut jedes Mal davor, so auch heute und ich bin ziemlich platt, als dann endlich alles in Koffer und Taschen verstaut ist. Wir kommen nicht drum herum, nochmal eine Tasche zu kaufen - dieses Jahr haben wir durch unsere Zeltnächte mehr Ausrüstung. Bis zum Schluss sind wir uns nicht einig, ob wir das bei Walmart erstandene Zelt mitnehmen sollen oder nicht. Da wir kilomäßig aber immer noch im erlaubten Bereich liegen, kommt das Ding dann doch mit. Es ist zwar groß und auch gut zu handeln, doch eben nur was für äußerst warme Tempraturen. Um 7.00 h geht es zum Abendessen nochmal zum
Golden Corral und das Buffet ist wieder gut. Bei Walmart besorgen wir anschließend die letzten Dinge auf unserer Liste.
Roxborough Park

Gefahrene Meilen: 76
Unterkunft im La Quinta in Aurora zum Preis von 55,16$

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30. Tag - Mittwoch 10. Oktober

Denver - München

Unser letzter (halber) Tag in Denver hat begonnen. Wir gehen zum Früstück in die Lobby und es gibt keinen Kaffee, da beim Versuch einen zu brühen, alles auf dem Boden gelandet ist und dort nun Berge von Handtüchern liegen, um die Überschwemmung einzudämmen. Ein älterer Herr versucht sich mit der Mikrowelle einen Kakao zu machen, doch auch das endet in einem Desaster. Als er die Tür öffnet, schwimmt die Mikrowelle mit übergekochter Milch, doch für die Reinigung derselben, erklärt er sich nicht zuständig. Mein Wunsch nach einem Tee hat sich somit erledigt. Auch egal, es gibt O-Saft und wir halten uns daher auch nicht lange. Die Koffer ins Auto gehievt und los geht's nach Downtown.
Da unser Flieger erst um 17.25 h geht, haben wir noch ein wenig Zeit, uns hier umzusehen. Wir finden ganz gut ins Zentrum und auch gleich eine Parklücke am Museum of Modern Art. In der Parkuhr ist auch noch ein Guthaben von 1 $, welches wir nochmal aufstocken und nun insgesamt 2 h Zeit zur Erkundung haben. Rathaus und Capitol stehen sich gegenüber und sind durch einen großen Park getrennt; riesige Bauten, die wir so in den letzten 3 Wochen nicht zu Gesicht bekommen haben. Wir sehen uns noch die gothische Cathedral of the immaculate Conception hinter dem Capitol an; hier hat im August 1993 Papst Johannes Paul II. zum Weltjugendtag eine Messe gehalten. Eine Passantin hat uns beobachtet, wie wir den Zugang gesucht haben und weist uns die richtige Tür. Das Kircheninnere ist trotz der insgesamt 75 Buntglasfenster (wurden von F.X. Zettler im Jahr 1912 hergestellt und kosteten damals gesamt 34.000,00 $ - heute wird ein Fenster auf einen Wert von 500.000 $ geschätzt) sehr hell; ein Ort an dem man von der Außenwelt abgeschirmt Ruhe findet.
Nach einem kurzen Stopp geht es weiter in den Businessdistrict, wo sich ein Hochhaus neben das andere reiht und hauptsächlich Banken darin untergebracht sind. Bei Starbucks holen wir uns Tee und Kaffee - es ist in fast jedem Bürogebäude eine Filiale zu finden, wenn auch nicht gleich auf den ersten Blick - jeder Block hat mindestens zwei oder drei der begehrten Kaffeelounges und wir reihen uns nun wie die übrigen Geschäftsleute ganz wichtig mit dem Becher in der Hand in das geschäftige Treiben ein. Was auffällt sind die vielen Büroangestellten, die vor den Gebäuden ihre Zigarette dampfen und es gar nicht eilig haben. Hier spielt sich das tägliche Geschäft nicht nur in den Büroräumen, sondern auch mitten auf der Straße ab, denn meist hängt ein Ohr unentwegt am Handy.
Leider erwischen wir keine Straße, die auch ein paar Geschäfte von Interesse hat, dafür liegt aber in weiter Entfernung die Central Station. Es sieht zwar nicht weit bis dahin aus, aber der Weg dorthin lässt sich doch laufen. In der Wartehalle ist kaum was los; die Ruhe hier ist vergleichbar mit der in der Basilika - es fährt wohl kaum jemand mit den Stahlrössern, obwohl wir uns hier sicher an einem zentralen Knotenpunkt befinden. Zug läuft gerade keiner ein, die Gleise sind leer und wir marschieren wieder zurück. Auf dem Rückweg entdecken wir die Market Street und einen kostenlosen Busshuttle, der vom Bahnhof bis zum Civic Center fährt. Da hüpfen wir nach einer Weile des Gehens dann auch rein und fahren ein paar Stationen. Direkt vor einem Laden hält der Bus und wir machen kurz einen Stopp, um für einen unserer Neffen noch eine Baseballcap mitzubringen, eine haben wir schon und benötigen - um Zoff zu vermeiden - dringend das gleiche Exemplar. Der Einkauf ist schnell getätigt und es geht zurück zur tickenden Parkuhr.
Als wir wieder im Auto sitzen, entdecken wir dann auch die Seitenstraße zur Old Town - die Larimer Street. Hier stehen noch einige sehr gut erhaltene alte Bauten, in denen sich heute Restaurants, Cafés und ein paar Läden mit außergewöhnlichen Accessoires befinden. Nachdem wir - weil Einbahnstraße - nochmal um den Block müssen findet sich noch eine Parklücke und wir steigen hier nochmal für ein paar Fotos aus. Es ist bereits 11.30 h als wir die Stadt in Richtung Osten und Flughafen verlassen. Wir brauchen noch eine Tankstelle für einen Rand Mac Nelly Atlas, den Erhard gerne hätte, doch die Tanken, die wir anfahren, führen so etwas nicht. Also bleibt wohl nur Walmart und hier einen finden ist gar nicht so einfach. Dafür entdecken wir noch einen Panda Express und essen dort noch ein letztes Mal Orange Flavoured Chicken. Ein Ehepaar kann uns Auskunft geben, wo wir noch einen Walmart finden und der liegt auch nicht weit von hier. Den Roadatlas finden wir auch und es geht zum Flughafen.
Dass wir vor 4 Wochen bereits hier waren, können wir nicht fassen - für uns war das erst vor ein paar Tagen aber so richtig können wir uns nicht mehr an alles erinnern. Wir steuern National an und dort ist mächtig was geboten. Wir reihen uns in die Schlange ein und die Rückgabe unseres treuen Gefährts ist problemlos. Gepäck ausladen und das ist mit 5 Gepäckstücken gar nicht so einfach und rein in den Shuttlebus - Andy steht das Wasser auf der Stirn vom Hieven der Gepäckstücke.
Am Terminal dann mit 5 Koffern die Rolltreppe hoch und mir kullern erst mal die restlichen Getränke davon. Wir checken ein, es ist keiner außer uns da und wir dürfen dieses Mal die Business Line nutzen. Wir konnten mit unseren letztjährigen Meilen ein Upgrade nehmen und nun gibt es wohl noch einige Unstimmigkeiten beim Einchecken. Andy lässt den Herrn hinterm Schalter machen und beantwortet nur die gestellten Fragen, damit er in aller Ruhe das findet, was er sucht. Ein paar Minuten später haben wir die Tickets und wir begeben uns in die große Wartehalle, um die letzten Getränke zu leeren. Dann durch den Security Check und eine Frau, die unsere Pässe kontrolliert fragt uns, wie es uns gefallen hat und …. Come again next year …. das klingt schon fast wie eine Einladung. Jetzt haben wir noch eine Menge Zeit und machen uns auf die Suche nach der Lounge, die wir erst mal nicht finden. Es ist zwar alles gut ausgeschildert, doch uns ist nicht bekannt, dass sich die Business Lounge mehrere Fluggesellschaften teilen, weshalb wir noch eine Frau bemühen, die uns persönlich zum Eingang bringt. Dort vergeht die Zeit auch ziemlich schnell, Andy nutzt noch das WLAN und ich lese Zeitung, bis der Auruf zum Einchecken ertönt. Ein paar Minuten später sitzen wir auf unseren Plätzen in der Business Class und erfreuen uns an dem Komfort, der uns hier erwartet. Bei klasse Service, gutem Essen und mehr als interessanter Filmauswahl lässt sich ein 10,5 Stunden-Flug gut aushalten. Mir gelingt es sogar, ein paar Stunden zu schlafen, obwohl es gegen Mitternacht heftige Scwankungen gibt, als wir durch ein Gewitter fliegen.

Am frühen Morgen des 11. Oktober erreichen wir wohlbehalten den Frankfurter Flughafen und dort trifft uns wegen der Unfreundlichkeit, dem Chaos beim Einchecken und dem Gedränge fast der Schlag - willkommen zu Hause. Auf den Anschlussflug nach München müssen wir nicht allzu lange warten, da die Einreise wegen der super genauen Inspektion von Andys Laptop ewig dauert und zwischendurch auch noch ein neuer Bildschirm für den Scanner aufgebaut wird - ein Chaos, das fast unglaublich ist. Gegen Mittag sind wir in München, wo wir von Erhard bereits erwartet werden und der Transfer nach Hause verläuft problemlos und wir können bereits unsere Eindrücke und Erlebnisse an den Mann bringen.

Andys Fazit:
Colorado hat mir sehr gut gefallen, das war wirklich mal Abwechslung zu den roten Steinen, wobei ich da immer noch nicht genug davon habe, deshalb auch der Abstecher nach Utah. Die Bergwelt in Colorado ist schon klasse, es ist dort leider nicht so schön warm in dieser Jahreszeit. Der Spass am Offroadfahren hat mich jetzt vollends erwischt, auch anspruchsvollere Strecken machen kein Problem mehr. Besonders gefallen haben mir die abgelegenen Ghost Towns in den Bergen, wo man alleine herumstöbern kann. Der weite Abstecher in den Süden nach White Sands hat sich auch voll gelohnt, ein wirklichs Top Ziel. Unser Auto, ein Toyota 4Runner hat sich bestens im Gelände bewährt und ist jetzt mein bevorzugtes SUV Modell.

Elkes Fazit:

Gesamt gefahrene: 5046 mi / 8073 km
Getankt: 233,25 gal / 883 l
Kosten: 612,16 $
Verbrauch: 21,74 mpg / 11,02 l/100km
Übernachtungen gesamt 29 für 1597,02 $ macht im Schnitt 55,07 $ (wobei 2 kostenlose Übernachtungen (Triprewards) und 4 Übernachtungen im Zelt dabei sind)

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