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USA 2007

Auf Backroads und Byways durch Colorful Colorado und darüber hinaus

Eine Reise durch die Staaten Colorado, Utah und New Mexico zu bekannten und weniger bekannten Orten, 30 Tage vom 11. September bis zum 11. Oktober 2007.

Auf dieser interaktiven Karte ist der Routenverlauf der 1. Woche dargestellt.
Google-Maps-Creator by Ulrich Küster
Weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.

   
© by Andy Scheidle
 
 

1. Woche

1. Tag - Dienstag 11. September

München - Denver

Der Tag beginnt früh, bereits um 5:50 Uhr werden wir von Erhard abgeholt. Frühstücken ist um diese Zeit nicht drin, da alles schon fertig gepackt ist, brauchen wir uns nur anzuziehen und können los. Um diese Zeit hält sich der Berufsverkehr auf der A8 noch in Grenzen und wir sind bereits nach einer Stunde am Flughafen in München.
Diesmal fliegen wir mit LH und müssen am Automaten einchecken, danach dürfen wir erst in die Warteschlange vor den Schaltern und geben unser Gepäck auf, das Upgrade für den Rückflug wurde uns nach langer Zeit der Ungewißheit auch bestätigt. Das ganze ging so flott vonstatten, dass wir jetzt erst mal zum Zentralbereich gehen und gemütlich beim Bäcker frühstücken (wie jedes Jahr).
Um 8 Uhr gehen wir dann durch die Sicherheits- und Passkontrolle, was dank wenig Andrang auch zügig geht, dann sehen wir uns noch in den Shops etwas um und passieren nochmals eine Securitykontrolle vor dem Gate. Heute werden wir nicht, wie üblich, gefragt wer das Gepäck gepackt hat, ob sich irgendwelche verbotenen Gegenstände darin aufhalten usw.
Das Boarden geht fast pünktlich los und schnell sitzen wir auf unseren Plätzen und warten auf den Start. Da es regnet und auch auf dem weiteren Flug eine dichte Wolkendecke unter uns liegt, ist mit "aus dem Fenster sehen" nichts. Der A340 der LH hat leider kein Inseat Entertainment und so kann man die Filme nur über 2 kleine Monitore an der Abtrennung zur Business Class sehen, was mich veranlasst den ersten Film nicht zu sehen. Das Essen ist dafür sehr gut - statt dem üblichen Chicken oder Pasta serviert LH in Anlehnung an das bevorstehende Oktoberfest Rindsgulasch mit Schupfnudeln und Wirsing, alternativ eine Rostbratwurst, dazu ein Bier und Obazda mit Breze, soweit alles bestens. Der Sitzabstand ist minimal größer als bei United Airlines , trotzdem sitzt man sehr beengt und die Zeit vergeht kaum, Flugzeit ist 10 Stunden 20 Minuten bis Denver. Irgendwann gibt es dann noch mal ein Essen; jetzt in USA ist nun Chicken oder Pasta angesagt, der Service ist wirklich sehr gut, besser als die letzten Male bei UA. Die Landung in Denver erfolgt pünktlich und das Wetter ist mit 23° C und Sonne perfekt.
Immigration geht superschnell, dafür lassen unsere Koffer lange auf sich warten, das Laufband spuckt sie erst sehr spät aus. Auf den Bus zu Alamo müssen wir auch noch ein paar Minuten warten um dann zu sehen, dass er fast voll ist, also nur noch Stehplätze. Im Office ist nicht viel los, nur 2 Leute vor uns, trotzdem dauert es etwas, bis wir an der Reihe sind. Da wir bereits alle Versicherungen inklusive haben, will man uns nur die Roadside Assistance und ein Upgrade auf Standard SUV SUV:
Sport Utility Vehicle = Geländewagen
andrehen, was wir dankend ablehnen. Dafür werden wir nicht zur SUV Choice Line Choice Line:
ist die Möglichkeit, bei der Mietstation ein Auto aus den vorhandenen Mietautos aus der gebuchten Klasse auszuwählen
geschickt, sondern müssen uns draußen melden und ein Auto zuweisen lassen. Die SUV Choiceline ist leer, da bereue ich schon wieder, nicht bei National reserviert zu haben, denn die ist dagegen voll. Wir bekommen einen zwar frisch gewaschenen aber doch schmutzigen Toyota 4Runner zugewiesen, also doch ein Standard SUV. Mit dieser Zuweisung sind wir zwar nicht so glücklich, aber der Toyota ist eigentlich gut ausgerüstet mit zuschaltbarem 4WD und einer hohen Bodenfreiheit, ich hatte natürlich auf ein amerikanisches Modell gehofft und nicht mit einem Japaner, aber was soll's. Auch hat der Wagen schon fast 28.000 Meilen runter und sieht optisch nicht mehr so gut aus. Die Scheiben sind sowohl von außen als auch von innen völlig verschmiert und die Fußmatten wurden wohl mit dem Hochdruckreiniger behandelt und sind triefnass. Dafür zeigt das GPS nach kurzer Zeit schon einen Fix, nur das Routing mit dem Street Atlas will nicht so recht funktionieren und so fahren wir los.
Wir wollten zunächst in ein AAA AAA:
American Automobile Association = Amerikanischer Automobilclub
Office und uns mit Karten und Tourbooks Tourbook:
Ein Buch mit Informationen zu Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Unterkünften und Restaurants, die es für jeden Bundesstaat gibt
eindecken, ich dachte da nehmen wir das Headquarter, das wird schon in Downtown liegen, aber falsch gedacht. Irgendwann bekomme ich das Routing per GPS hin und wir landen südlich der Downtown beim AAA. Dort werde ich freundlich bedient und kann alle gewünschten Unterlagen mitnehmen. Gleich auf der anderen Straßenseite ist ein Safeway Safeway:
Supermarktkette
und so haben wir uns erst mal mit Wasser und Cola eingedeckt. Die Preise der Lebensmittel sind überraschend hoch, deshalb bleibt es auch bei den Getränken. Da hier auch gleich ein Ross Ross Dress for less:
Bietet Markenbekleidung zu äußerst günstigen Preisen an. Die Klamotten hängen alle Platzsparend auf endlosen Kleiderstangen und man muss sich da schon durchwühlen um das Angebot betrachten zu können.
Markt ist, gehen wir auch noch dort rein, finden aber nichts. Zum Einchecken im Motel ist es noch zu früh und wir fühlen uns noch fit, deshalb entscheiden wir uns gleich heute noch zum Outlet Outlet:
Fabrikverkauf. In den USA sind die einzelnen Läden meist wie in einem kleinen Dorf angeordnet. Wobei jeder Hersteller seinen eigenen Laden hat.
nach Castle Rock zu fahren.
Die Strecke zieht sich obwohl es nur 30 Meilen sind. An der Information holen wir die Shoping Card und verschwinden im Timberland Store, der durchaus gute Angebote hat. Elke kauft sich dann noch eine Sonnenbrille, da die von zu Hause wohl nicht mehr lange durchhält - damit ist für heute genug; allmählich macht sich die Müdigkeit bemerkbar. In nächster Nähe gibt es einen in einem Tankstellenshop integrierten Carl´s Jr. Carl´s Jr.:
Fastfood Kette mit sehr guten Hamburgern
und so gibt es zum Abendessen noch einen original 6$ Burger.
Wieder zurück in Denver entpuppt sich das Days Inn dann als sehr altes Motel - dass es direkt am Highway liegt weiss ich ja, aber dass es alt und abgewohnt ist natürlich nicht - nicht unbedingt das, was wir von Days Inn gewohnt sind. Das Zimmer ist sauber und OK, nur die Betten sind schon arg durchgelegen und haben Brandlöcher in der Bettdecke. Nach einer Dusche legen wir uns auch schon um 20:00 Uhr schlafen, zu Hause ist es jetzt 3:40 Uhr, also ein langer Tag für uns. Um 23:00 Uhr wache ich mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit wieder auf, nehme noch eine Aspirin und hoffe, dass das auch schnell wieder vorbei ist. Das klappt dann auch, dennoch dauert es noch über eine Stunde, bis ich wieder schlafen konnte.

P.S. Denver City haben wir am Schluss unserer Reise noch einen kleinen Besuch abgestattet; hierzu folgt also noch ein wenig Info.

Gefahren: 81 mi
Übernachtung: Days Inn, Denver Central, 57,60$

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2. Tag - Mittwoch 12. September

Denver - Estes Park

Ich bin um 6:00 Uhr am Notebook und stelle fest, dass ich mich um eine Stunde verrechnet habe, also wird das nichts mit dem skypen Skype:
Computerprogramm mit dem man kostenlos übers Internet telefonieren kann.
. Ich schaue noch nach Adressen von verschiedenen Läden, die wir heute evtl. aufsuchen möchten, dann checken wir aus. Es gibt hier nur Kaffee und sonst leider nichts, noch ein Grund hier nicht mehr zu übernachten.
Schnell sind wir beim Walmart an der Colfax Ave und unser Grosseinkauf kann losgehen, zuerst hole ich mir einen Bearclaw Bearclaw:
Vergleichbar mit einer Nußschnecke.
der gleich gegessen wird. Nach über 2 Stunden sind wir fertig, der Trolley quilt über und wir sind um 250$ ärmer. Wir haben uns nahezu eine Grundausrüstung an Camping Gear gekauft, dazu reichlich Wasser, Getränke und Lebensmittel. Das Verstauen im Auto nimmt auch noch einige Zeit in Anspruch, dann gönnen wir uns eine Brotzeit bei Big M, es gibt Southwestern Salad und einen Wrap. Hier füllen wir auch die Ziplock Beutel mit Eis für unsere zwei kleinen Kühlboxen.
Das Wetter ist heute wieder fabelhaft und gut gelaunt fahren wir ins Colorado Mills Outlet. Bei Eddie Bauer wird Elke diesmal fündig - die gewünschte wind- und regendichte Jacke für den Urlaub wird gefunden und wir gehen gezielt in ein paar weitere Geschäfte. Es ist bereits 14.00 h als wir noch einen Schlenker bei Panda Express Panda Express:
Fastfoodkette, die chinesische Gerichte im Angebot haben. Besonders zu empfehlen ist dort der Klassiker 'Orange Flavoured Chicken'.
machen und uns ein Essen teilen - es gibt natürlich Orange-Flavoured- und Kung Pao Chicken.
Da unsere Einkaufsliste immer noch ein paar Positionen offen hat, fahren wir noch zu REI REI:
Abkürzung für: Recreation Equipement Incorporated. Ein Geschäft für Camping- und Freizeitartikel.
, die Preise dort sind aber so gesalzen, dass lediglich eine Emailtasse noch in unseren Besitz wechselt. Es ist schon später Nachmittag als wir auf der I-25 nach Norden fahren. Wir biegen leider etwas zu früh ab und verfahren uns etwas. Eigentlich wollen wir, da wir eh in Loveland abbiegen wollten, noch einen Blick ins dortige Outlet werfen; wir finden auch da hin, aber hier gibt es nur Shops, die nicht so von Interesse sind. Dafür finde ich noch etwas beim Ross Markt daneben. Zum Abendessen gehen wir heute zu Wendys, dort gibt es gutes Chilli mit baked potatoe und einen Salad.
Schade, dass die Sonne schon untergegangen ist, als wir in durch den Thompson Canyon nach Estes Park fahren; nur schemenhaft kann man von den Felswänden noch etwas sehen. Wir beziehen unser Zimmer im Super 8, sortieren die Einkäufe und ich schreibe bei einem kühlen Coors Coors:
Biermarke aus Colorado.
den Bericht.

Gefahren: 121 mi
Übernachtung: Super 8, Estes Park, 86,27$

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3. Tag - Donnerstag 13. September

Rocky Mountain NP

Um 6 Uhr bin ich wach, noch ne halbe Stunde bleibe ich liegen dann schalte ich das Notebook an. Das Wetter sieht gut aus, aber mit 6 °C Grad beginnt der Tag kalt - wir befinden uns auch auf 2.300 m Höhe. Um 7 Uhr klingle ich per Skype daheim mal durch und es klappt prima. Danach gehen wir zum Frühstück nach oben, der Kaffee ist gut, nur zu Essen gibt es nicht allzu viel - no problem, wir holen unsere Cornflakes und runden das Frühstücksangebot ab.
Der Rocky Mountain National Park steht heute auf dem Programm, dieser Park wurde schon 1915 gegründet um die wunderbare Bergwelt zu schützen. Wir fahren die 36 zum Park und übersehen das Visitor Center, welches noch ein Stück vor der Parkentrance liegt. Hinterher lese ich, dass es insgesamt 3 Visitorcenter gibt, jedes mit einem anderen Informationsschwerpunkt. Das, welches wir soeben verpasst haben, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Tierwelt. Hätte ich mal vorher lesen sollen, doch wir wollen heute ein wenig wandern und so steuern wir ohne Umkehr den Morain Park an und parken am Cub Lake Trailhead. Dort sehen wir auch schon die ersten Elks Elk:
Ist ein Hirsch. Elche heißen Moose.
. Die Brunftzeit der Elks hat nun begonnen und man hört die - wer so etwas noch nie in natura erlebt hat - merkwürdigen Laute durch das Tal hallen.
Die Sonne wärmt mittlerweile ganz gut, so dass es jetzt angenehm warm ist. Elke packt einen Rucksack für uns beide und wir begeben uns auf den Trail zum Cub Lake. Es geht zunächst durch das ebene Tal und dann durch den Wald bergauf. Direkt vom Trail aus können wir ein Rudel Elks beobachten, welches in der Sonne liegt. Nach 1,5 Stunden erreichen wir den Cub Lake, ein idyllisch gelegener Bergsee, der von etwas weiter oben wie ein Krater aussieht. Die Seerosen haben mittlerweile einen dichten breiten Rand gebildet und lassen nur in der Mitte eine "offene" Wasserfläche frei. Auf einem Fels machen wir eine kleine Pause und lassen das Ganze erst mal auf uns wirken. Ein Stellar Jay lässt sich ganz nah auf einem Ast nieder.
Es geht weiter noch ein Stück den Berg hinauf und dann stetig bergab wieder ins Tal des Big Thompson River. Am Pool des Big Thompson legen wir noch mal eine kleine Pause ein, der Ort lädt einfach zum verweilen ein und hier sind auch etliche Wanderer unterwegs. Der weitere Weg dem River entlang ist jetzt gemütlich zu gehen, es geht durch einen Kiefernwald, der mit schönen Felsen durchsetzt ist. Hier gibt es auch etliche Campsites. An einer kleinen Picknick Area lunchen wir noch, kurz danach haben wir den 10 km Loop beendet. Das war genau der richtige Auftakt für unsere Tour, der Weg ist nicht wirklich anstrengend und mit der Höhe hatten wir keine Probleme.
Nicht weit weg ist der Moraine Park Campground, den wir uns noch ansehen wollen. Es war mal geplant hier zu campen, wir haben das aber wieder verworfen, da wir uns wegen dem Wetter nicht sicher waren, jetzt bereuen wir diese Entscheidung, da es ein sehr schöner Campground und das Wetter bestens ist. Dann sehen wir einen großen Hund durchs Gras laufen, aber bei näherer Betrachtung sehen wir, dass das kein Hund, sondern ein Coyote ist. Vor Menschen fütchtet er sich wohl nicht sonderlich und streunt wohl auf der Suche nach Futter über die Sites.
Wir fahren nun ganz hoch zum Bear Lake, das ist hier der meist besuchte See und deshalb gibt es auch einen sehr gut ausgebauten 1,5 km langen Rundweg. Man kann das eigentlich als Spaziergang bezeichnen, aber an den kleinen Steigungen merkt man doch, dass man sich hier auf 2. 900 m ü.M. befindet.
Wieder im Tal schauen wir uns noch das Beaver Meadows Visitor Center an, das aber nicht sehr viel zu bieten hat - den kurzen Film über den Park nehmen wir aber noch mit. Es geht wieder retour nach Estes Park und wir schlendern noch durch den Ort. Im Safway erstehen wir noch Feuerholz und essen im KFC etwas.
Zurück im Motel räumen wir den Kofferraum anders ein, da uns irgendwie der Platz ausgeht. Nach einer Dusche widme ich mich dem Bericht und sehe die Fotos an.

Gefahren: 50 mi
Gelaufen: 10,5 km
Übernachtung: Super 8, Estes Park, 86,27$

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Klick mich und ich werde gross... Chub Lake Trail Klick mich und ich werde gross... Stellar Jay Klick mich und ich werde gross... Chub Lake Klick mich und ich werde gross... Chub Lake Trail Klick mich und ich werde gross... Kojote
 
 

4. Tag - Freitag 14. September

Estes Park - Fairplay - Alamosa

Wir stehen um 6:30 Uhr auf und fangen schon mal an alles ins Auto zu packen. Das Wetter sieht wieder gut aus, natürlich ist es kalt, aber dagegen kann man was machen. Das Frühstück sieht genauso aus wie gestern, Muffins, Cinnamon Teile, Bagels und unsere Bran Flakes.
Wir verlassen Estes Park und fahren wieder in den Rocky Mountain NP, diesmal nehmen wir die Old Fall River Road und wollen hoch zum Alpine Visitor Center. Gleich nach der Entrance Station ist ein ganzes Rudel Elks zu sehen und verlangen nach einem Fotostopp.
Die Strasse führt vorbei am Lawn Lake Damm, der am 15. Juli 1982 brach und Estes Park überflutete. Kurz danach hört der Teer auf und es geht ein gute Gravel Road bergauf. An den Chasm Falls legen wir noch eine Pause ein und gehen das Stück zum Fluss runter, um die Falls auch sehen zu können. Der Aufstieg hat es ganz schön in sich, wir sind schnell außer Atem und es wird mir schwindelig. Die Strasse windet sich immer höher hinauf und es bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Berge gegenüber und zurück ins Tal. Die Baumgrenze liegt über 3.000 m, was schon erstaunlich ist und bei 3.584 m erreichen wir das Alpine Visitor Center, welches erst um 10.00 h öffnet. Es ist jetzt gerade mal kurz vor 9.00 h und es weht ein eisiger Westwind, so dass wir uns entschließen, den Fußweg hinauf zum Overlook zu gehen. Der hat es natürlich auch in sich, da bleibt einem schnell die Luft weg, besser immer wieder mal eine Pause einlegen und durchschnaufen. Auf dem Gipfel haben wir einen schönen Rundblick und erreichen unseren bislang höchsten Ort auf Erde mit 3.655 m.
Da es immer noch mehr als eine halbe Stunde bis zur Öffnung des Alpine Visitor Centers dauert, fahren wir weiter. Von hier führt die Strasse wieder bergab. Ein Stopp am View Point auf die Never Summer Mountains und eine Infotafel hier besagt, dass es hier vor einigen tausend Jahren einen riesigen Gletscher gab, der sich über Meilen hinweg bis zum Ausgang des Parks erstreckte. Einige Meilen später sehen wir einige Leute an der Strasse stehen und halten an, durch die Bäume ist ein Schwarzbär zu sehen, leider ziemlich gut versteckt und auch ein Moose soll sich da herumtreiben, wir sehen es nicht, also fahren wir weiter.
Die Nadelbäume in diesem Teil des Parks sind zum Grossteil alle braun und abgestorben, die Ursache dafür ist ein Käfer, der nicht nur im Park sondern auch überall außerhalb für abgestorbene Bäume verantwortlich ist, die Parkverwaltung und der Forest Service sind wohl machtlos dagegen, denn es wird nichts gegen den Käfer unternommen.
Nach dem Ort Winter Park geht es über den Berthoud Pass (3.448 m), hier muss man höllisch auf die Sheriffs aufpassen, die Autos sind kaum von anderen zu unterscheiden. Einige haben ganz kleine LED Leuchten auf dem Dach, andere haben die Blinklichter im Fahrzeug. Wir sehen sie ständig Autos kontrollieren und fahren vorschriftsmäßig. Kurz hinter dem Pass finden wir eine kleine Restarea, machen Pause und essen Sandwiches. Wir haben auch gleich Besuch von einem Squirrel, das uns ständig umrundet; es hat aber vermutlich was gegen das Fotografieren, denn es hält keinen Augenblick still.
Kurze Zeit später geht es ein kleines Stück auf der I-70 nach Westen, durch den Eisenhower Tunnel, der auch auf 3.350 m liegt. Bei Frisco geht es dann schon wieder runter und wir fahren südlich auf die 9 und kommen bald in den Wintersportort Breckenridge. Hier handelt es sich leider um die Art von Ski-Eldorado, die es auch in den französischen Alpen gibt - eine Massenansammlung von Unterkünften, die bis an die Liftstationen heranreichen und wir verspüren keinen Drang, uns das Zentrum anzusehen, deshalb geht es auf der Truckroute durch und zum Hoosier Pass in den South Park. Das ist ein, auf über 3.000 m gelegenes, weites Tal, was man gar nicht glauben kann. In Fairplay, dem Geburtsort der Zeichentrickserie South Park, machen wir Halt und sehen uns self-guided das Freiluftmuseum an. Es handelt sich um originale Gebäude um das Jahr 1880, auch die Einrichtungen sind alle schön zusammengestellt und sehenswert. Mit AAA Rabatt bezahlen wir 12 $ Eintritt, die sich lohnen. Eine gute Stunde verbringen wir im Dorf und haben Einblick in das Leben von damals.
Die weitere Strecke - es liegen bis Alamosa noch 117 Meilen vor uns - zieht sich ganz schön hin, es ist mittlerweile auch stark bewölkt, doch es regnet nicht. Eigentlich wollten wir über Saguache fahren, um den Ort mal life zu sehen. Im Fernsehen gab es einen Bericht über diesen Ort und einer deutschen Frau, die dort Police Officer ist. Aber Änderungen im Plan lassen uns nach Alamosa fahren, dort ist schon eine Nacht im Super 8 vorgebucht. Die Wolken verziehen sich, je weiter wir südwärts fahren und kurz vor unserem heutigen Ziel sehen wir im Osten die Great Sand Dunes, die von Weitem sehr interessant aussehen. Der Park ist noch nicht an der Reihe und soll erst zum Ende des Urlaubs angesteuert werden.
Endlich in Alamosa checken wir schnell ein und fahren sofort zum Walmart, ein paar Lebensmittel einkaufen. Daneben befindet sich ein Chilies Restaurant, eine Kette die wir noch nicht kennen. Es warten schon einige Leute vor dem Eingang, wir lassen uns registrieren und bekommen ein Art Piepser mit, der uns anzeigt, wann unser Tisch frei ist. Wir fahren nochmal kurz ins Motel, das praktisch um die Ecke liegt und natürlich fängt das Teil zu piepsen an, da wir die Reichweite des Senders verlassen. Wir bringen unsere Sachen aufs Zimmer und ich lege gleich mal eine Ladung Akkus ins Ladegerät, dann geht es auch schon wieder zurück zum Restaurant. Dort brauchen wir nicht mehr lange warten und das Teil fängt zu vibrieren an. Wir bestellen uns Boneless Buffalo Wings, die extrem sauer und scharf sind, das stand aber so nicht auf der Karte, mir treibt es den Schweiß ins Gesicht. Das muss ich mit einem Sam Adams erst mal wieder abkühlen. Die Baby Back Ribs sind dann dafür wieder genau so wie man sie sich vorstellt. Im Ganzen war das Essen gut und man kann wieder mal in ein Chilies gehen.

Never Summer Mountains Fazit zum Rocky Mountains NP: Der Park hat uns sehr gut gefallen und die Flora und Fauna sind sehr interessant. Mit den Alpen ist der Park meiner Meinung nach nicht zu vergleichen. Es war sicher noch nicht unser letzter Besuch hier.

Gefahren: 299 Meilen
Übernachtung: Super 8, Alamosa 65$

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5. Tag - Samstag 15. September

Alamosa - Wheeler Geologic Area

Mit Sonnenaufgang werden wir wach, Andy sitzt kurze Zeit später beim Skypen mit der Family. Nach dem üblichen morgendlichen Ablauf sitzen wir um 8.00 h bereits im Auto mit Kurs auf Wheeler. Bei Sonnenschein, ein paar Wolken und stahlblauem Himmel geht es auf der 160 westwärts nach Monte Vista; vielleicht erreichen wir ja doch noch jemandem vom National Forest Office. Die Hausnummer finden wir jedoch nicht und ein Anruf bestätigt die Annahme, dass hier am Samstag nicht gearbeitet wird. Weiter dann nach South Fork und auf der 149 noch ein paar Meilen am Rio Grande entlang bis zu unserem Startpunkt zur Wheeler Geologic Area.
Außentemperatur: 12°C und es bläst ein frisches Lüftchen. Es geht wieder in die Berge hinauf und die nächsten Meilen bis zu Hanson Mill sind gut zu fahren. Um 9.30 h sind wir am Abzweig zu Wheeler und fragen einen Hunter, der sich dort häuslich niedergelassen hat, mit was wir die nächsten 14 Meilen rechnen müssen und ob er selbst schon dort war. Nachdem er den Bodenabstand unseres 4WD kritisch mit seinem Pickup vergleicht, meint er, es wäre zu schaffen, vorausgesetzt "you are a good driver" - der Weg sei höllisch steinig und die Steigungen seien auch nicht ohne, vor allem dann nicht, wenn es nass ist. Bei Regen sollten wir sofort umdrehen - klasse, was aber tun, wenn wir mittendrin sind? Uns wird nicht gerade Mut gemacht.
Nochmal tief durchatmen, dann geht es auch los - so einen Weg haben wir bis jetzt noch nie gesehen; die Hoffnung, dass es nach jeder neuen Herausforderung wieder besser wird, lässt uns weitermachen. Im Nachhinein empfinden wir diese Strecke als absoluten Höllenritt. Es ist nicht nur die Strecke allein, sondern auch die nervliche Anstrengung, die uns beiden Einiges abverlangt. Es ist hier Einiges los; ATV- und Motocross-Fahrer sowie Hunter kommen uns entgegen oder überholen uns. Insgeheim beneiden wir sie alle, da sie wesentlich schneller vorwärts kommen, als wir. Als wir auf einem nicht wesentlich aus dem Weg herausragenden Stein aufsetzen bzw. diesen streifen, heißt es sofort aussteigen und die Lage prüfen. Ausgerechnet tropft dann auch noch Wasser auf den Boden und wir befürchten, den Kühler geschrammt zu haben. Nach mehrmaligen Sichten des Unterbodens bemerken wir, dass einer unserer Vorgänger das Bodenblech aufgerissen hat. Nach mehrmaligem Betrachten der Lage können wir uns allmählich wieder beruhigen; es ist nicht der Kühler, sondern die Klimaanlage, die geschrammt wurde und das Wasser rührt nicht von dem Aufsetzen, sondern von der vorherigen Durchfahrung eines Creeks. Nachdem wir schon fast das Handtuch geworfen hätten, fahren wir doch weiter und prüfen eine Meile später nochmal, ob tatsächlich noch Wasser tropft. Glück gehabt, alles trocken.
Die Anspannung ist enorm und wächst mit jeder neuen Biegung, außerdem haben wir neben Sonnenschein zwischendurch immer wieder Regenschauer und auch mal Hagel, was uns nicht gerade locker bleiben lässt, bis wir dann gegen 13.00 h - wir haben noch ca. 4 Meilen Wegstrecke vor uns - erst mal Mittagspause machen. Wir werden von einem Ehepaar aus New Mexico, ebenfalls mit einem Toyota SUV überholt. Wir werden uns wohl später am Campground treffen, wie sie uns in einem kurzen Gespräch mitteilen.
Gegen 14:00 h haben wir dann nach 4 Stunden endlich unser Ziel erreicht und können es noch gar nicht recht glauben. Ein kurzer Smalltalk mit den ATV-lern, Quartiersuche für die Nacht und während wir das Zelt aufbauen kommt einer der Motocrossfahrer und bittet bei Bedarf um Hilfe, da sein Mitfahrer den Schlüssel verloren hätte und falls er den nicht wieder findet, ob wir dann bereit wären, ihn mit zurück nach Hanson Mill zu nehmen. Wir versprechen zu helfen, doch heute bringen uns keine 10 Pferde zurück, wenn dann morgen, nachdem wir uns hier erst mal ausgiebig umgesehen und eine Nacht darüber geschlafen haben. Kurze Zeit später ertönt Freudengejubel, der Schlüssel ist gefunden und die Jungs können zurück.
Eine Stunde nach Ankunft machen wir uns mit Rucksack und Jacken bepackt auf den Weg. Die Area ist unglaublich und wir sind noch gar nicht richtig aufnahmebereit, für dieses Naturwunder, das sich da vor uns auftut. Zwischenzeitlich scheint wieder die Sonne und lässt die fast weißen Gesteinsformationen erleuchten. Nachdem wir die Shelter Shelter:
Notunterkunft, kleine Hütte.
inspiziert haben und noch ein wenig rechts herum gehen, um dann doch einzusehen, dass dies nicht die beste Wegvariante ist, weil ein richtiger Weg bzw. Pfad gar nicht vorhanden sind, kehren wir durch den über und über mit Moos bewachsenen Wald wieder um und nehmen die linke Wegvariante. Es geht stetig nach oben und das ist bei über 3.400 m Höhe nicht zu unterschätzen. Fotos werden aus allen möglichen Perspektiven gemacht und wir steigen immer höher, bis wir uns bei 3.600 m und so gut wie keiner Aussicht auf die Area mehr, da hohe Bäume die Sicht versperren, wieder zur Umkehr entscheiden. Noch ein Abstecher zu den Hoodoos und 3 Stunden später sind wir wieder am Auto. Auf dem Rückweg begegnet uns das Camperehepaar und wir wechseln noch ein paar Worte.
Dann heißt es Grillkohlen und Feuerholz raus und alles für den Abend bereit legen, so lange wir noch Tageslicht haben; um 19.20 h ist Sonnenuntergang. Während wir unsere Steaks herrichten, kommt noch ein Cowboy samt Pferd. Joe, wie sich kurze Zeit später herausstellt, ist spät unterwegs und wir können uns nicht vorstellen, wo er ohne Equipment heute noch bleiben will. Er hat es dennoch nicht eilig und hat viel zu erzählen und 20 Minuten später gibt er seinem Braunen doch noch die Sporen und macht sich auf zur Shelter. Während wir uns unsere Steaks schmecken lassen, fängt es an zu donnern und es tröpfelt auch schon wieder. Was nun? Im Auto essen? Dort ist bei Gewitter der sicherste Ort, doch gottlob kommt es nicht soweit. Das Gewitter nimmt eine andere Richtung und wir bleiben nochmal verschont. Bei einem richtig zünftigen Lagerfeuer und einem Bier oder zwei lassen wir den Abend dann so langsam ausklingen und den Tag Revue passieren.Wheeler Geologic Area

Gefahrene Meilen: 81 Meilen
Gelaufen: 8km
Übernachtung: Camp-In von Walmart, 0$

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6. Tag - Sonntag 16. September

Wheeler Geologic Area - Durango

Als es um 6:30 Uhr langsam hell wird, wachen wir auch auf. Die Nacht war nicht gerade erholsam, das Zelt ist nicht für so kalte Temperaturen gedacht, da das Innenzelt ab halber Höhe nur noch mit Netz ausgerüstet ist und das Überzelt auch nur bis knapp darunter reicht - es zieht also ständig durchs Zelt. Die Schlafsäcke sind zwar gut isoliert, aber für unsere Maße viel zu breit und man kann sie oben nicht ganz zu ziehen und so bleibt immer ein Spalt, wo es kalt hinein zieht. Auch muss Elke nachts mehrmals raus und das heißt, die mühsam erzeugte warme Höhle wieder zu verlassen. Da wir das Feuer nicht komplett gelöscht haben, kokelt jetzt noch der Rest Holz vor sich hin und räuchert uns die Nacht über im Zelt ein. Am morgen riechen wir auch dementsprechend und witzeln darüber. Wir wollten es so und meckern nicht; das gehört eben auch zu so einem Abenteuer mitten in der Wildnis.
Ich versuche erst mal wieder ein Feuer zu machen, damit wir uns wärmen können. Das gelingt mir aber nicht sofort, dafür kocht das Wasser für den Tee,dank Gas, schnell. Zu Essen gibt es Bran Flakes und Brot mit Peanut Butter. Dann gibt es noch einen kurzen Schauer und wir bauen das Zelt ab. Natürlich schaffen wir es nicht, es komplett in die Tasche zu packen. Als wir das Feuer gelöscht haben und losfahren können ist es 8:30 Uhr und die Sonne scheint wieder.
Ich gehe die Rückfahrt heute etwas schneller an, da unsere Campnachbarn mit dem gleichen Auto gestern nur 2 Stunden gebraucht haben. Natürlich werden wir bei höherer Geschwindigkeit ganz gut durchgeschüttelt, auch das Gepäck darf heute hüpfen, aber so kommen wir schneller voran. An Stellen, wo größere Steine liegen, oder bei den tiefen Löchern fahre ich natürlich besonders vorsichtig. Wir machen noch einige Fotostopps, besonders bei den Wasserdurchquerungen, und schaffen es tatsächlich in gut 2 Stunden bis Hanson Mill. Die restlichen 10 Meilen, sind jetzt easy und schnell zu fahren.
Unten am Rio Grande regnet es wieder mal, aber in South Fork scheint schon wieder die Sonne. Es geht auf die 160 gen Westen und wir suchen eine Rest Area zum Lunchen, aber alle Campgrounds sind schon geschlossen. Endlich finden wir noch einen Platz, doch es ist windig und nieselt leicht, trotzdem machen wir hier kurz Pause und essen erst mal was. Der weitere Weg ist sehr scenic, das hatte ich mir so gar nicht vorgestellt. Bis Pagosa Springs auf jeden Fall eine sehr schöne Strecke.
In Durango gehen wir noch kurz in den Western Store und waschen anschließend für einen Dollar in einem Car Wash den Dreck vom Auto, dann checken wir in der Travelodge ein. Kurz darauf geht ein heftiges Gewitter über Durango und den Bergen runter; es blitzt und donnert, so dass das Licht mehrmals kurz aussetzt und dann kommen Massen an Wasser herunter. Das ist quasi die Spülung fürs Auto, da wir an manchen Stellen den Seifenrest nicht mehr abwaschen konnten. Wir duschen uns den rauchigen Geruch vom Leib und sortieren unsere Sachen. Da wir dieses Jahr zum ersten Mal ein paar Nächte im Zelt verbringen, wird nun ein Koffer mit dem dazu notwendigen Euqipment bestückt - es fehlt uns dazu einfach noch die Routine.
Später fahren wir dann in die Mainstreet, der Regen ist vorbei und die Sonne scheint wieder. Es ist nicht viel los, es haben aber dennoch einige Geschäfte geöffnet. Irgendwann hören wir dann den durchdringenden Klang der Zugpfeife und wir gehen um die Ecke um die Einfahrt der Durango and Silverton Railway zu sehen. Zum Walmart müssen wir auch noch, ein paar Dinge kaufen, hinterher fahren wir zu Applebees, wieder ein Restaurant, das wir noch nicht kennen. Wir studieren die Karte und entscheiden uns für einen Sampler, bei dem man 3 Gerichte für 10,99 wählen kann, eine gute Wahl. Tanken müssen wir auch noch und das nächste Gewitter ist im Anzug. Bei Dairy Queen nehmen wir noch einen Milkshake und einen Sundae mit. Damit verziehen wir uns aufs Zimmer und relaxen vorm TV.

Gefahren: 141 Meilen
Übernachtung: Travelodge, Durango, Free Night Trip Reward

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7. Tag - Montag 17. September

Durango - Animas Forks - Cinnamon Pass - Wager Gulch - Gunnison

Ich wache genau um 7 auf und klemme mich gleich hinters Notebook zum skypen. In der Nacht hat es nochmal gedonnert, das Wetter ist nicht so gut, wie vorhergesagt. Nun gut, was machen wir dann heute? Erst mal was frühstücken, dann entschließen wir uns wenigstens mal bis Silverton zu fahren. Es regnet wieder und die Berge sind von tiefhängenden Wolken eingehüllt. Bei den Pickerton Hot Springs halten wir, diese haben wir beim letzten mal übersehen und sind daran vorbei gefahren. Eine Infotafel besagt, dass die Hotsprings nach einem Farmer benannt wurden, der hier unweit der Springs Landwirtschaft betrieben und die damaligen Gold- und Silbersucher mit seinen Erzeugnissen versorgt hat. Sein Geschäft lief sehr gut - das Pfund Butter hat er für 1 $ verkauft. Später mit genügend Kapital hat er die Farm verlassen und hat es noch zu einem Titel gebracht - Governor?
Bis Silverton regnet es eigentlich immer wieder, dort fahren wir direkt zum Tourist Office, denn dort hat es Rest Rooms. Die nette Dame dort gibt uns einige Informationen über die Ghost Town Animas Forks, die man trotz des schlechten Wetters besichtigen kann. Von einer Weiterfahrt nach Ouray oder Lake City rät sie uns ab, wir sollen lieber wieder umdrehen. Also gut, dann fahren wir ohne weiteren Halt in Silverton auf die Gravelroad nach Eureka, dort steigen wir kurz mal aus und sehen uns den Creek an. Auf der alten Abraumhalde suchen Leute nach Überresten, keine Ahnung ob und was die da finden.

Eureka: Von der im Jahr 1870 gegründeten Town, steht heute lediglich noch das gewaltige Sekelett der Sunnyside Mill und es ist kaum vorstellbar, dass hier mal etwa 2.000 Leute gelebt haben. Die Stadt hatte ihr eigenes Postoffice und eine monatliche Zeitung "The San Juan Expositor". Bis 1931 war die Sunnyside Mill intakt, als sie für einige Jahre geschlossen und dann im Jahr 1937 noch einmal eröffnet wurde. Zwei Jahre später traten die Bergleute in Streik und die Mine wurde erneut geschlossen und das für immer. Infolge dessen wurde der Zugverkehr zwischen Silverton und Eureka im Jahr 1939 eingestellt und die Eisenbahn wurde verkauft.

Von dort geht es weiter nach Animas Forks, eine sehr schöne Ghost Town; die Häuser sind noch sehr gut erhalten und haben teilweise neue Dächer bekommen, damit sie nicht gänzlich verfallen.

Animas Forks hieß ursprünglich La Plata City. Die ersten Silberadern wurden im Jahr 1875 entdeckt. Die Regierung bot Siedlern kostenlos Grundstücke und Unterstützung beim Bau von Häusern an. Innerhalb eines Jahres errichteten die Siedler 30 Hütten, ein Postoffice, einen Saloon, einen General Store, ein Hotel und zwei Mühlen. Die Einwohnerzahl maß 200 Personen. Das Gefängnis, ein derb gezimmertes schachtelartiges Gebilde mit zwei Zellen und einem Büro für die Aufsicht, war eine Ausnahme der ansonsten sehr soliden und mit gut bearbeitetem Holz konstruierten Häuser mit Schindeldächern. Im Jahr 1877 wurde eine Straße für Fuhrwerke nach Eureka angelegt; für die von Silverton nach Lake City Zoll zu bezahlen war. Animas Forks wurde eine wichtige Kreuzung für Strecken in alle Richtungen zu den vielen Minencamps in der Umgebung. Die vielen Aktivitäten konzentrierten sich bei der Mühle, welche Gold von der Red Cloud Mine in Mineral Point förderte.
Schnee war ein großes Problem für Animas Forks. Auch wenn die Stadt das ganze Jahr über in Betrieb war, ging die Zahl der Bewohner in der Winterzeit stark zurück. Im Jahr 1884 erreichte die Bevölkerung 400 Personen im Sommer, im Winter dagegen bevölkerten lediglich 12 Männer, 3 Frauen und 20 Hunde die Minenstadt. Ein Wintersturm im gleichen Jahr dauerte ganze 23 Tage lang.
Im Jahr 1880 wurden von Lake City über den 3.810 hohen Engineer Pass Telefonleitungen installiert. Kutschen fuhren täglich von Lake City nach Silverton via Engineer Pass. In der Blütezeit war Animas Forks Heimat für 1.500 Einwohner. Auf 3.530 m Höhe gelegen rühmte sich Animas Forks die größte Stadt der Welt auf dieser Höhe zu sein. Der Erfolg ließ in 1890 immer mehr nach und die Stadt war im Jahr 1901 nahezu menschenleer. Zwischen 1904 und 1916 lebte Animas Forks wieder auf. Die Eisenbahn wurde anno 1904 erweitert und es war geplant, die Linie zwischen Lake City und Animas Forks durch Verbauungen von Schnee freizuhalten. Schneeverwehungen erreichten zum Teil Höhen bis über 7 m. Als eine Schneelawine die erste Verbauung zerstörte, wurde dieser Plan wieder verworfen. Die Gold Prince Mill, errichtet im Jahr 1904, war bis 1910 in Betrieb und wurde in 1917 nach Eureka verlegt. Animas Forks verfiel darauf hin immer mehr. Im Jahr 1942 entfernte und verschrottete man die Eisenbahnschienen. Die Eisenbahntrasse wurde wieder zur Straße. Heute ist Animas Forks eine interessante Ghost Town mit 12 Häusern. Die Columbus Mill steht noch wie einige andere Gebäude und die Reste davon.

Cinnamon Pass Als wir an der Mine herumstöbern, sehen wir 3 Jeeps den Berg herunter fahren. Als sie endlich bei uns sind, fragen wir nach den Roadbedingungen. Die Strasse über den Cinnamon Pass ist wohl passierbar, wenn auch das Wetter dort oben nicht gerade toll ist. Unser Plan für heute, wäre der Alpine Loop bis Lake City gewesen, nach den Infos aus dem Visitor Center haben wir diesen schon verworfen, aber jetzt sieht es wieder anders aus. Also fahren wir doch den Pass hoch; die ersten Kehren ist es etwas holprig und rau zu fahren, jedoch nicht schwierig. Je weiter wir nach oben fahren, desto schlechter wird auch das Wetter und am Pass oben auf 3.800 m hat es starken Wind und es schneit. Für ein Foto auszusteigen kostet enorme Überwindung - für ein Foto von uns beiden mit Stativ ist der Wind zu stark, also dann kurz raus und jeder wird einzeln abgelichtet. Es geht nun wieder bergab und die Strecke hält ein paar Herausforderungen parat. In ein paar Kehren gibt es höhere Absätze zu überwinden, doch nachdem wir das genauer in Augenschein nehmen, packt das Andy ohne Probleme und ist in seinem Element.
Es reißt sogar die Wolkendecke auf die Sonne kommt ein wenig durch, so dass wir für einen kurzen Moment die die farbigen Berge sehen können und einen Eindruck von der Umgebung bekommen. Auf dem Weg nach unten passieren wir noch ein paar Goldminen bzw. das, was davon übrig ist. An manchen Haltepunkten weist nur noch eine Tafel auf deren Existenz hin, zu sehen ist jedoch nichts. Gegen 13.00 h reißt die Wolkendecke komplett auf und die Aspen erstrahlen im Sonnenlicht in herrlichen Farbschattierungen und wir machen an einem noch recht gut erhaltenen Siedlerhaus kurz Mittag. Auf dem Weg nach Lake City kommen wir am Abzweig nach Carson vorbei.

Da Carson eine der noch sehr gut erhaltenen Mining Ghosttowns ist, wollen wir diese noch mitnehmen, Zeit haben wir noch. Carson war seit jeher eine der am schlechtesten zugänglichen Gold- und Silvermining Camps (im Winter völlig von der Außenwelt abgeschnitten) und deshalb verwundert es auch nicht, dass der Weg dorthin mehr als steil bergauf durch die Wager Gulch geht und teils mit groben und losem Geröll durchsetzt ist. Die Nässe vom heutigen Regen macht es auch nicht einfacher, die Strecke zu fahren. Da es nur 4 Meilen bis dorthin sind, siegt wieder mal der Wille. Nach ca. 3 Meilen ist der Trail nicht mehr ganz so steil, jedoch immer noch Herausforderung genug. Endlich am Ziel angekommen erkunden wir die Häuser, die zwar noch gut erhalten, jedoch von den jüngeren Generationen arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Schade, dass es eben auch Leute gibt, denen die Zeugnisse aus einer früheren Zeit absolut egal sind. So wurden in einigen Häusern offene Feuerstellen errichtet und es grenzt an ein Wunder, dass die Behausungen nicht in Flammen aufgingen.

Im Jahr 1882 ließ sich hier Christopher Carson nieder, der den ersten Claim in dieser Gegend abgesteckt hat. Einige Jahre später bearbeiteten etwa 100 Arbeiter 150 Claims. Auch gabe es zwei Orte mit dem gleichen Namen, gerade mal zwei Meilen voneinander entfernt und zu verschiedenen Zeiten in Betrieb. Die etwas tiefer gelegene Siedlung war ein Gold Camp; die ältere Siedlung baute Silber ab.

Von der Bachelor Mine, dem Zentrum der Aktivitäten, ist bis auf die Abraumhalde, auf ein paar Gerätschaften und eine große Stahlwinde samt Seil nicht mehr viel übrig; hier hat sich ein Murmeltier ein zu Hause eingerichtet. Wir hören es Alarm pfeifen und Andy sieht es noch kurz, ehe es in seiner Behausung verschwindet. Da es nun wieder komplett bewölkt ist und erneut zu regnen beginnt, machen wir uns auf den Rückweg, für den wir doppelt so lange benötigen, da der Untergrund teilweise matschig und rutschig ist. Ein wenig mulmig ist uns schon, doch unser Auto hat hier noch einige zusätzliche Funktionen zu bieten, die man beim Bergabfahren zuschalten kann und wir kommen sicher und wohl behalten, wenn auch sehr sehr langsam, wieder runter.
Die letzte Strecke nach Lake City haben wir schnell genommen und wir machen noch kurz in dem sehr ursprünglichen Ort im General Store Halt. Hier gibt es keine modernen Fastfoodketten oder Gebäude; die Häuschen sind im Victorianischen Stil gehalten und größtenteils liebevoll gepflegt. Der kleine Ort versprüht einen besonderen Charme und man hat das Gefühl, hier gehen die Uhren anders. Die Lady im Generalstore, der nahezu alles anbietet, was man hier so brauchen kann, strahlt mich beim Kauf von ein paar Postkarten über die Ladentheke an und verkörpert ohne Worte, dass hier trotzt aller Widrigkeiten über Regierung, Krieg und Korruption, die Welt noch schwer in Ordnung ist und es sich hier gut leben lässt. Weiter geht es nach Gunnison, anfangs landschaftlich sehr schön am Gunnison River entlang, ehe sich die Landschaft dann eher etwas eintönig durch karge hügelige Landschaft zieht. Wir finden in Gunnison im Days Inn preisgünstig ein Quartier und machen uns auch gleich auf zum Abendessen zum Pizza Hut.

Gefahren: 166 Meilen
Übernachtung: Days Inn, Gunnison, 61,74$

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