USA 2004
The Great Southwestern Trail
Eine Reise durch die Staaten Californien, Arizona, Utah
und Nevada zu bekannten und weniger bekannten Orten, 27 Tage vom 11.
September bis zum 8. Oktober 2004.
4. Woche
22. Tag Samstag 02.10.04
Fresno - Sequoia NP - Fresno
Es war eine furchtbare Nacht - ständiges Geknatter
von Harleys, so als würden sie direkt vor dem Zimmerfenster vorbeifahren
und nochmal extra Gas geben, ständiges Hupen der Railroad; nun
wir wurden gewarnt und haben nicht hören wollen.
Andy holt das vermeintliche Frühstück im Office,
das lediglich aus Kaffee, Tee, Donuts und Müsliriegeln besteht.
Wir tanken noch und dann nix wie weg hier; ich kann keine Harleys mehr
sehen. Unterwegs halten wir nochmal an einem Supermarkt, um uns mit
Brotzeit zu versorgen.
Es geht weiter und wir fahren und fahren und fahren, nur
wir wissen eigentlich nicht wohin. Es gibt keine Wegweiser mehr, wir
befinden uns inmitten von Weinplantagen, keine Ortsschilder gar nichts.
Also auch schlecht herauszufinden, wo wir denn nun genau sind. Wir fahren
also weiter und irgendwann kommt doch tatsächlich mal ein Wegweiser,
nur - wir sind total weit von der eigentlichen Straße weg, die
wir hätten fahren sollen. Also weiter durch die Pampa bis wir endlich
auf einen Highway kommen und uns da wieder Richtung Sequoia orientieren.
Es ist bereits nach 11 h, als wir in den Park fahren.
Nach einem kurzen Stopp im
Visitor-Center geht es - ach wie schön
- wieder irre kurvig die Berge hinauf. Wir wollen zum Moro-Rock, einen
Aussichtsfelsen - der auch schon von weitem zu sehen ist. Auf dem Weg
dorthin sehen wir bereits Sequoias; ich war schon von den Redwoods an
der Küste beeindruckt, doch diese Baumriesen sind wirklich beeindruckend.
Der älteste Baum ist 3.200 Jahre alt geworden. Anhand eines "Stammquerschnitts"
kann man auch gut erkennen, wie viel Waldbränden ein Baum ausgesetzt
war; das Wachstum ist nach einem Brand vermindert. Am Moro-Rock gehen
wir die Stufen, die in den Fels gehauen sind, hinauf und - obwohl wir
ja nun die letzten Wochen ziemlich viel zu Fuß unterwegs waren
- bleibt uns fast die Luft weg. Die Höhe ist nicht zu unterschätzen.
Oben angekommen lesen wir auf einer Tafel, dass das Valley, aus dem
wir kommen, vergleichsweise tiefer als der Colorado River liegt und
wir jetzt auf vergleichbarer Höhe des Randes vom Grand Canyon sind;
das erklärt ein wenig, weshalb uns beim Aufstieg die Puste ausgeht.
Das Bergpanorama ist fantastisch; die meisten Gipfel in
der Ferne sind um die 14.000 feet hoch. Ein deutsches Paar fragt uns,
ob wir sie fotografieren - na klar, darin habe ich ja jetzt Übung
und kommen sofort ins Gespräch. Wir stellen fest, dass wir aus
fast der selben Gegend kommen und tauschen uns aus, wer wo war und was
gemacht hat. Wir steigen zusammen wieder ab, treffen uns dann nochmal
an einem Parkplatz, ehe sich unsere Wege trennen. Die jeweiligen "Attraktionen"
des Parks werden abgefahren, vom Tunnel-Lock, zum Giant, auf dem man
vor etlichen Jahren noch mit dem Auto fahren konnte, zu den diversen
Baumgruppen, zum General-Sherman-Tree und dann zum Visitor-Center. Fahrerwechsel,
damit sich Andy ein wenig ausruhen kann und weiter zum Kings Canyon.
An einem Aussichtspunkt halten wir nochmal an, doch es ist heute nicht
klar und so geht es auch gleich weiter, wieder Richtung Fresno.
Der Rückweg nach Fresno ist bald geschafft; diesmal
konnten wir gar nicht falsch fahren und entdecken dann auch, wo wir
auf dem Hinweg hätten abbiegen müssen. Als wir wieder an unserem
Motel von letzter Nacht vorbeikommen, sind auch dieses Mal wieder die
Harleys en masse unterwegs, wir fahren gottlob noch weiter bis nach
Los Banos, ca. 100 Meilen von Gilroy entfernt, wo wir morgen so richtig
ausgiebig im Outlet shoppen gehen wollen. Wir nächtigen wieder
in einem Days Inn, diesmal für 65 $ o. Tax. Im Food-for-Less besorgen
wir noch was zu Trinken und gönnen uns heute ein Miller High Life
eisgekühlt. Schmeckt jedenfalls mir richtig gut und war gar nicht
mal teuer (36 floz für 1.08 $). Der Panda Express ist ebenfalls
nebenan, wo es noch ein schnelles Abendessen gibt.
P.S. Seit Bishop fehlt seltsamerweise unser vorderes Nummerschild.
Wie konnte das passieren?
Gefahrene Meilen: 274
nach oben
23. Tag Sonntag, 03.10.04
Los Banos - Gilroy - Milpitas - Millbrae (Nähe SF
Airport)
Wir lassen uns heute mal Zeit für den morgendlichen
Ablauf. Ich marschiere ins Office und erwische gerade noch einen Inder,
der heute wohl Dienst hat. Er schließt mir die Türe auf und
ich lade ein wenig vom Frühstücksangebot aufs Tablett. Gegen
9.00 h sind wir on the road again nach Gilroy. Die Straße führt
noch eine Weile an Baumwollfeldern vorbei, ehe es wieder hügelig
und neblig wird; es ist auch ziemlich frisch.
Um kurz vor 10 h sind wir in Gilroy, finden auch gleich
das Outlet-Center und ziehen uns erst mal lange Hosen an, weil es immer
noch kalt ist. Die Läden machen erst um 10 h auf, also haben wir
noch Zeit für einen kurzen Besuch bei Mc Donalds. Wir "arbeiten"
uns dann durch die Läden, die hier auch nichts anderes anbieten,
als das Outlet Center in Las Vegas; manche Artikel sind hier teuerer.
Gegen 14 h haben wir genug vom "outletten", gehen noch eine
Kleinigkeit essen und dann zum Walmart, weil wir wegen der vielen erstandenen
Dinge noch eine Reisetasche brauchen. Die ist auch bald gefunden und
sogar noch sehr günstig.
Weiter Richtung San Francisco und in Milpitas nochmal
Zwischenstopp, um uns wenigstens kurz die Mall anzusehen. An einer Tankstelle
fragen wir nach dem Weg und finden dann auch gut hin. Auch hier gibt
es die gleichen Läden, wie in den Outlet Centern, wir schlendern
nur mal durch und bleiben an einem wirklich irre Horrorladen hängen,
wo wir uns all die abartigen Sachen ansehen. Bei einem China-Stand gibt
es Abendessen und dann brechen wir endgültig nach San Francisco
auf. Die Motelsuche in Flughafennähe gestaltet sich nicht so einfach;
nachdem wir bei drei Versuchen kein Zimmer bekommen haben, rufen wir
vom Motel 6 das Days Inn in Millbrae an und da ist noch was zu haben.
Es geht nochmal 2 Meilen retour, das Motel ist schnell gefunden. Für
65 $ o. Tax checken wir bei einem unfreundlichen Asiaten ein. Das Zimmer
ist klasse, doch der Nachteil - unsere Nachbarn veranstalten mitten
in der Nacht einen Heidenradau und das geht eine ganze Weile so. Erst
hämmert Andy an die abgeschlossene Tür zum Nebenzimmer, nach
kurzer Zeit geht es wieder los und ich bin an der Reihe. Irgendwann
ist auch nebenan Ruhe und wir können endlich schlafen.
Gefahrene Meilen: 27
nach oben
24. Tag Monag, 04.10.04
Millbrae - San Francisco
Der Rezeptionist gestern war ja nicht gerade freundlich,
doch was heute hinter Tresen steht, ist dagegen gar nichts. Auch ein
Asiate, glotzt uns erst mal an, als seien wir vom Mars, als wir mit
einem freundlichen "Good morning" an ihm vorbei zum Frühstück
gehen. Er schiebt gerade ein ganzes gekochtes Ei in den Mund, einfach
nur widerlich! Da das Angebot ziemlich begrenzt ist, verweilen wir auch
nicht länger als nötig, packen unsere Sachen und ziehen aus.
Auf dem Weg zum Freeway, der in die City von San Francisco führt,
machen wir noch kurz halt bei einem Safeway; die Getränke sind
hier weitaus teurer, als in den übrigen Supermärkten, in denen
wir in den letzten Tagen und Wochen eingekauft haben.
Es herrscht ein wahnsinns Verkehr stadteinwärts,
Stau, Lärm - man wird richtig davon erschlagen. Das AAA-Gebäude
ist schnell gefunden - dank Stadtplan - und wir bekommen sogar vor dem
Haus einen Parkplatz. Da uns ne Karte von Nevada/South California abhanden
gekommen ist, lassen wir uns hier nochmal eine neue geben und vorab
schon mal Tourbooks und Kartenmaterial für den Urlaub im nächsten
Jahr. Die Dame hinterm Tresen ist äußerst freundlich und
reicht uns eine vollbepackte Tüte mit jeder Menge Material. Nun
steht Motelsuche auf dem Programm und wir fahren zur Lombard Street.
Meine Erinnerung an 1997 ist nur noch vage, doch je näher wir besagter
Straße kommen, desto besser kenne ich mich wieder aus. Wir mieten
uns für 3 Nächte im Town-House-Motel für 60 $ o. Tax.
mit AAA-Rate ein, nachdem wir uns das Zimmer haben zeigen lassen und
für gut befanden. Da wir ja noch am Vormittag dort eintreffen,
lassen wir das Auto im Innenhof des Motels stehen und laufen zur Fisherman
Wharf.
Es geht ein frischer Wind und es ist neblig; so ganz und
gar nicht angenehm. Als die Shops immer zahlreicher werden, gehen wir
hier und da in einen hinein, um uns ein wenig aufzuwärmen. Ein
Laden, mit allerlei Schiffszubehört - alt und neu - hat es uns
angetan und wir sehen uns alles in Ruhe an. Hier gibt es einen aus Holz
geschnitzten und bemalten Matrosen, exakt die selbe Machart, die wir
im Mai bei Schmidts auf Usedom gesehen haben. Das Wachsfigurenkabinett
ist uns einfach zu teuer, wenn es mich auch interessieren würde.
Weiter zur Wharf, wo es auch jede Menge Läden gibt. Natürlich
müssen wir auch nochmal wegen dem Hardrock Cafe her; es war 97
noch in der Van Ness Street. Als wir gerade in einen Shirtladen gehen,
spricht uns jemand von hinten an und welche Überraschung, es ist
das Paar, das wir auf dem Moro Rock im Sequoia NP getroffen haben. Wirklich
witzig! Wir quatschen nochmal eine ganze Weile, ehe sich unsere Wege
dann wirklich endgültig trennen.
In einem Restaurant gibt es Essen vom Buffet für
11,95 $ und 3 $ off. Leider entdecken wir erst hinterher, dass der Preis
von 11,95 $ bereits der um 3 $ reduzierte ist, also nicht gerade billig.
Mir ist das jetzt auch egal, weil ich total durchgefroren bin. Gegen
halb zwei kommt dann sogar die Sonne raus und die wärmenden Strahlen
tun richtig gut. Wir werfen noch einen Blick auf die Seehunde, die im
Hafen auf schwimmenden Holzterrassen liegen und einen irren Gestank
verbreiten. Lange halte ich es da nicht aus, wir entdecken noch einen
Laden mit keltischem Schmuck und allem möglichen aus Irland.
Andy möchte noch in die City zu Macys und zum Visitor-Information-Center.
Der Weg dorthin führt durch ein Stück von
China
Town und ich muss in einen Chinaladen und Tigerbalm kaufen. Mir gefällt,
die Atmospähre in den Läden; überall stapelt sich Ware,
wo man nicht mal erahnen kann, um was es sich handelt, es riecht sonderbar
nach Gewürzen, Obst, Gemüse und getrocknetem Fisch. Uns schmerzen
allmählich die Füße, doch Macys ist bereits in Sicht.
Ein nobles Kaufhaus, alles sauber, ordentlich und elegant, da komme
ich mir mit meiner Outdoorkleidung etwas deplaziert vor. Die Preise
entsprechen in etwa dem Ambiente; ich konnte jedenfalls nichts entdecken,
was günstig gewesen wäre. Obwohl es draußen nun angenehm
warm ist, tragen hier manche Frauen bereits Winterstiefel, ich habe
ein T-Shirt an und friere nicht - was machen die dann bitte bei Minusgraden?
Wir besorgen uns was zu trinken und suchen das Visitor Information Center,
was wir dann auch finden. Während sich Andy nach den Cable Car-Preisen
erkundigt, ruhe ich mich etwas auf einem Hocker aus.
Die Entscheidung fällt auf die Cable Car, wo wir
allerdings gute 30 Minuten in der Schlange stehen, bis wir aufsteigen
dürfen. Die Zeit vertreibt uns ein Bettler, der unentwegt "Lean
on me" singt und zwei weitere, die immer wieder nach ein wenig
Change verlangen. Unweit von uns steppt sich ein athletischer Schwarzer
auf einer Holzunterlage die Seele aus dem Leib. Ich finde ihn gut, doch
ob das auch die Menschen, die an ihm vorübergehen, empfinden und
ihm dafür etwas geben? Beim dritten Cable Car, das hier wendet,
dürfen wir aufsteigen und stehen auf dem
Trittbrett. Hin und wieder
bekommen wir Hinweise, das Hinterteil einzuziehen, weil ein Auto zu
weit in der Straße geparkt hat oder uns ein anderes Cable Car
entgegenkommt. Die Fahrt ist wirklich ihr Geld wert und beeindruckend.
An der Lombardstreet gibt es einen kurzen Stopp und wir springen ab.
Das letzte Stück zum Motel geht steil bergab. Jetzt erst mal ein
wenig ausruhen, bevor wir etwas später wieder aufbrechen um zu
sehen, ob der Safeway immer noch da ist, wo wir in 97 entdeckt haben.
Auf dem Rückweg biegen wir nicht rechtzeitig ab und verfahren uns,
machen einen ziemlich großen Umweg quer durch die Stadt, da es
wieder mal nur Einbahnstraßen zu geben scheint und finden doch
noch zu Mels Drive Inn in der Lombard Street und lassen uns Onion Rings,
Burger, Sandwich und einen super leckeren Vanilla-Shake schmecken -
hmmmmmm!
Gefahrene Meilen: 21
nach oben
25. Tag Dienstag, 05.10.04
San Francisco
Mit dem heutigen Tag haben wir noch 2 ½ Tage vor
uns, ehe es wieder zurück nach good old germany geht. Das Frühstück
besteht aus abgepackten Muffins mit Tee und Kaffee und dauert auch nicht
allzu lange. Wir versuchen noch ein wenig, das Chaos im Zimmer zu beseitigen;
gestern haben wir das Auto komplett ausgeräumt und müssen
nun demnächst das ganze Gerümpel wieder in die Koffer und
die neue Tasche verstauen, doch große Lust haben wir dazu nicht
und halten uns damit auch nicht lange auf.
Dann
doch lieber Aufbruch zum 49 miles drive um und durch SF. Obwohl wir
vor 7 Jahren schon einige Tage in der Stadt verbracht haben, haben wir
damals nur einen kleinen Eindruck von San Francisco bekommen und ich
würde es jedem empfehlen, den 49 miles-drive zu machen. Uns hat
er nochmal einen ganz anderen Eindruck von der Stadt vermittelt.
Es ist neblig und nasskalt, nicht gerade Superwetter.
Wir beginnen bei der Marina und folgen der Beschilderung weiter zum
Museum of Fine Arts, durchs Presidio, zum Strand runter vor der Golden
Gate Bridge, weiter zum Golden Gate Park. Die Karte vom AAA ist nicht
sonderlich genau und stimmt teilweise mit den Ausschilderungen überhaupt
nicht überein. Ziemlich genervt von der Kartenguckerei und dem
ständigen Ausschau nach weiterer Ausschilderung machen wir irgendwann
Halt, es gibt eine public library und hoffentlich internet access for
free, damit ich nochmal nach der Adresse des Bastelladens schauen kann,
von dem ich meinem Bruder ein Flugzeugmodell besorgen soll. 15 Min.
Internetzugang sind uns gewährt und das reicht für das Ausfindigmachen
der Adresse. Gott sei Dank! An die Family gibt's noch schnell einen
Gruß.
Weiter im Text, es geht zum Bastelladen, den wir auch
sofort finden. Leider ist das gewünschte Modell nicht vorrätig,
der Besitzer bemüht sich wahnsinnig, kann es aber in der Kürze
der Zeit auch nicht bei einem anderen Händler bekommen. Also dann
eben ein Alternativmodell. Einen alten Bausatz bekommen wir noch als
Dreingabe - dieser lag etliche Jahre unversehrt in der Garage und wurde
nie zusammengebaut; also wenn wir wollen
. er ist froh, das Teil
los zu haben.Da ein Einkaufszentrum in der Nähe liegt, ist das
Ziel klar, außerdem meldet sich so langsam der Magen. Wir sehen
uns ein wenig um, noble Geschäfte, ziemlich teuer und bei Panda
Express gibt es dann Lunch. Im Eifer des Gefechts übersehe ich
mal gerade eben die drei Chilischoten auf dem Zettel, der an der Warmhaltetheke
bei meinem Gericht angebracht ist und beiße dann gleich mal herzhaft
in eine derselben und meine, Feuer speien zu müssen. Ich bekommen
Schluckauf und die Augen tränen - Andreas hat sich selten so amüsiert
wie jetzt. Zum Kühlen gibt es als Nachspeise zwei Kugeln Hägen
Dazs, allerdings auch irre teuer - bei uns bekommt man dafür einen
Rieseneisbecher.
Es geht weiter zum Alamao Square; vom Vorspann der Serie
Full House ist mir die Rasenfläche nicht so steil und hügelig
in Erinnerung, wie sie sich nun präsentiert. Fotopause und weiter,
Twin Peaks befindet sich immer noch in dichter "Sichtsuppe"
und wir fahren an der Mission Dolores vorbei wieder Richtung stadteinwärts.
Der Verkehr wird immer dichter und als wir am Pier unten sind schenken
wir uns den letzten Schlenker auf der Karte; die Gegend kennen wir eh
schon. Zurück zum Motel in die Lombard Street und erst mal ein
bisschen Pause; mir ist heute ein wenig blümerisch.
Um 18 h scheint die Sonne, die Wolken sind weg und wir
brechen nochmal auf , rüber über die die Golden Gate und hoffen
auf einen Sonnenuntergang. Es geht wieder den Berg hinauf zum Battery
Spencer, bis die Straße endet. Die Wolken ziehen bereits vom Meer
in die Bucht und es wird nicht mehr allzu lange dauern, ehe alles wieder
im Nebel versinkt. Mit noch ein paar Leuten, die die Abendstimmung festhalten
wollen, sehen wir uns den Sonnenuntergang an; es ist kühl und windig,
doch das gebrochene Licht der untergehenden Sonne bei hereinziehendem
Nebel vom Pazifik entschädigt dafür um ein Vielfaches.
Als
die Sonne verschwunden ist, gehen wir zum Auto zurück und richten
unser Augenmerk auf die vor uns liegende Golden Gate, bis es dunkel
ist und die Lichter der Brücke funkeln. Andy möchte auch zum
Aussichtspunkt weiter unten und wir nehmen den Weg, den wir mehr erahnen
als sehen, weil hier gar nichts mehr beleuchtet ist. Ein weiterer Fotospeicher
ist voll und jetzt müssen wir nochmal zum Fort am Fuße der
Brücke, um auch wirklich alle Perspektiven dieses beachtlichen
Bauwerks festzuhalten. Obwohl es mittlerweile stockdunkel ist, laufen
immer noch Jogger den Weg zum Fort. Nachdem auch hier der Fotofinger
endlich zu jucken aufhört, brechen wir auf und haben irre Glück,
dass die Schranke erst nachdem wir durchfahren von einem Polizisten
abgesperrt wird; ich möchte nicht dran denken, wie wir die Nacht
im Auto verbracht hätten.
Bei Mel's Drive In gibt's Abendessen und dann ins Motel;
morgen ist der letzte Urlaubstag in S.F.
Gefahrene Meilen: 60
nach oben
26. Tag Mittwoch, 06.10.04
San Francisco
Als ich um 8.30 h von Andy geweckt werde, scheint die
Sonne von einem stahlblauen Himmel - quasi als Abschiedsgeschenk. Eine
knappe Stunde später sind wir bereits umterwegs zum Twin Peaks.
Dank einer besseren Straßenkarte, die sich noch in unserem Kartendepot
befindet, ist es ein Kinderspiel den Weg dorthin zu finden. Aussicht
ist genial, es ist sogar angenehm warm. Nachdem wir genügend Fotos
und die An- und Abfahrt etlicher Reisebusse mitbekommen haben, geht
es weiter in den Botanischen Garten des Golden Gate Park. Nicht weit
ab vom Großstadttrubel kann man hier die Ruhe im Grünen und
das herrliche Wetter genießen. Als die Sonne ihren Zenit so allmählich
erreicht, fahren wir ein paar Straßen ins nahe gelegene Ashbury
Heights zum Mittagessen. Das Asia-Bistro ist ebenso hippiemäßig,
wie die Gegend hier. Göttin Shiva lächelt von einem Bild auf
die Gäste, während wir ein leckeres Thailändisches Gericht
verspeisen. Auf dem Rückweg zum Auto werfen wir noch den ein oder
anderen Blick in ein paar schräge Läden, aus denen der Qualm
von etlichen Räucherstäbchen dringt.
Es geht wieder zurück in den Park; das Tropenhaus
würde mich interessieren, doch der Preis von 5 $ pro Nase hält
uns dann doch davon ab. Stattdessen geht es noch in den Shakespeare
Garden und für 1,75 $ p.P. in den Japanese Tea Garden, von dem
ich restlos begeistert bin. In die Kulisse von Bambuswald, zwei Pagoden,
Wasserlandschaft, Zen Garden und Wasserläufen passt ein Hochzeitspaar,
die
sich
in zig verschiedenen Posen vor einem Fotografen bewegen, wie gemalt
ins Bild. Was ein wenig stört, ist die Rückseite der Braut
- das Kleid wird von zwei schwarzen Klammern auf Figur gehalten und
unter dem Kleid schauen ab und an Freizeitschuhe und eine ebensolche
Hose hervor. Sind die Fotos nun für die Familie fern der Heimat
oder dient der ganze Aufwand für Werbezwecke? 20 Bilder mehr und
das Lächeln der Beiden wirkt schon nicht mehr so glücklich
und losgelöst, sondern geht eher in einen angestrengten genervten
Zustand über. Bevor wir diese herrliche Oase verlassen genießen
wir noch einen Jasmintee mit Gebäck.
Noch
einmal Richtung Presidio und runter zum Strand, um die Sonnenstrahlen
dieses Tages voll auszukosten. Wir beobachten einen jungen Fischer,
der zur eigenen Verwunderung irgendwann riesige Krebse an Land zieht
und nicht recht weiß, ob er sich jetzt darüber freuen soll,
bis ein Mann dazukommt und ihm zum Fang gratuliert. Es dauert nicht
lange und das Brautpaar taucht auch hier auf, um mit glitzenderdem Wasser
im Hintergrund fotografiert zu werden. Zurück ins Motel zum Kofferpacken
und später geht es ein letztes Mal rauf zum Twin Peaks, um auch
hier die Abendstimmung noch auf etlichen Fotos festzuhalten. Die Wolken
ziehen bereits vom Pazifik in die Stadt, doch hin und wieder lichtet
sich der Nebel und gibt die Lichter der City frei. Total ausgefroren
gehen wir im Lucky Penny Restaurant noch Prime Ribs essen.
Gefahrene Meilen: 20
nach oben
27. Tag Donnerstag, 07.10.04
San Francisco - London - München
Um 7.00 h klingelt der Handy-Wecker und eine Stunde später
haben wir alles in die Koffer und im Auto verstaut und nehmen Kurs Richtung
Flughafen. Trotz dichtem Berufsverkehr kommen wir gut vorwärts,
haben noch für einen Abstecher in einen Safeway Zeit, eher wir
am Rental-Car-Return am Flughafen ankommen. Die Rückgabe des Autos
gestaltet sich unproblematisch; wir werden lediglich gefragt, ob es
was zu beanstanden gäbe, wir bekommen eine Quittung und das wars.
Die "neue" Mono-Rail bringt uns zu den Terminals; Einchecken,
Koffer abgeben. Es bleibt noch Zeit zum bummeln, ehe wir um 11.00 h
zum Boarding gehen und es dann endlich um 12:40 h losgehen soll. Die
Maschine ist rappelvoll und wir schwitzen noch über 40 Minuten,
da die Klimaanlage nicht läuft und wir auf den Start warten müssen.
Die Zeit vergeht im Zeitlupentempo, schlafen ist nicht, weil es dafür
zu eng und zu unbequem ist.
London morgens um 7.00 h ist auch nicht anders, als zu
einer anderen Tageszeit; Menschenmengen ohne Ende, die endlos langen
Gänge, Terminalwechsel und und und. Dieses mal haben wir für
den Anschlussflug jedoch noch jede Menge Zeit, die wir dösend auf
einer Bank verbringen - immerhin fehlt uns eine Nacht und ne Mütze
voll Schlaf. Um 12.00 h mittags landen wir planmäßig in München
und werden freudig von E. erwartet. Die Fahrt nach Hause vergeht irre
schnell, da E. alles wissen will, wie es denn die letzten 4 Wochen war.
An diesem Tag schaffen wir es sogar noch, die Koffer auszuleeren und
die Waschmaschine zu beladen, besuchen sogar noch die Family. Physisch
sind wir anwesend, geistig noch in USA. Ein Jahr Wartezeit steht uns
bevor, ehe es dann wieder heißt "The West is the Best".
Gefahrene Meilen: 21
nach oben