USA 2004
The Great Southwestern Trail
Eine Reise durch die Staaten Californien, Arizona, Utah
und Nevada zu bekannten und weniger bekannten Orten, 27 Tage vom 11.
September bis zum 8. Oktober 2004.
3. Woche
15. Tag Samstag 25.09.04
Panguitch - Cedar City - St. George
Morgens scheint die Sonne, es hat gerade mal 0 °C,
wieder Frost auf dem Auto und wir schlottern, als wir nur die 10 m über
den Hof zum Frühstücken gehen. Es ist heute fast nichts los,
die meisten gehen zum all-you-can-eat-breakfast im Lions Club für
5 $ p.P.. Die drei Paare, die gerade noch nen' Kaffee geschlürft
haben stehen gerade auf, als wir kommen.
Dann
Zimmer räumen, die Schlüssel zurückgeben und der ältere
Herr an der Rezeption entgegnet ein nettes oki doki, als sei er einer
Rolle in Disney-World entsprungen. Wir nehmen nicht die 89 - ein super
Straßenschild weist extra noch mal darauf hin - This is not 89
- zum Lake Panguitch, auf dem Weg dorthin liegen etliche tote Deers
am Straßenrand. Der Lake ist nicht gerade spektakulär, hatte
wohl schon mal wesentlich mehr Wasser, auf dem jede Menge Pelikane schwimmen.
Alle, die hier eine Angelrute besitzen sind unterwegs zum See und Würmerbaden.
Weiter geht's zum Cedar Breaks National Monument. Zum
Teil ist der Wald herbstlich bunt gefärbt, 80 % der Bäume
sind jedoch krank bzw. abgestorben. Als wir beim Zahl- bzw. Ausweisvorzeigehäuschen
ankommen fragen wir den Ranger, der aussieht wie einer von den Amishpeople,
was Ursache für das Aussehen der Bäume ist. Er hält uns
ein Marmeladenglas mit lauter toten Käfern unter die Nase, die
die Bäume hohl fressen. Lecker! Getan kann dagegen gar nichts,
außer die kranken Bäume zu fällen und zu verbrennen.
Wir
gehen zum Aussichtspunkt der ca. 10.000 und noch ein paar Füße
hoch liegt und sehen den Bryce Canyon im Ultrakleinformat; ganz nett,
aber überhaupt nicht so spektakulär. Unser Reiseführer
hatte recht; ganz nett, wenn's auf dem Weg liegt, ansonsten lohnt der
Umweg nicht. Wir werfen noch einen Blick ins Visitorcenter, eine rustikale
Blockhütte mit eingeheiztem Ofen! Es gibt allerlei interessante
Dinge; noch mal einige Schaukästen über die geologische Entstehung
der Felsnadeln, das hier vorkommende Gestein, über Tiere die hier
leben und etliche Bücher; eines davon über den Stand der Sterne
in den jeweiligen Monaten, ein Nationalpark-Monopoly-Spiel, Poster etc..
Wir ziehen weiter, es geht wieder bergab nach Cedar City.
Dort sind wir um 10.00 und fahren erst mal die Straße rauf und
runter; kein Saveway zu sehen und kein Walmart. Dafür aber ein
Museum, das wir uns ansehen. Es handelt von den ersten Siedlern hier,
der Eisengewinnung und vielen Erinnerungsstücken aus dieser Zeit.
Es gibt jede Menge alte Fotos, Kutschen, Einrichtungsgegenstände,
Ackergerät, einen alten Webstuhl, auf dem Fleckerlteppiche entstehen,
Druckmaschinen usw. Es ist ganz interessant, auch wenn wir Einiges,
was an den Schautafeln zu lesen ist, nicht so ganz genau verstehen.
Die Gewinnung von Mineralien und die Verarbeitung zu Eisen hat diesen
Ort wohl letztlich so groß entstehen lassen.
Es ist vor 12.00 h als wir gehen und wieder mal von einem älteren
Ehepaar angesprochen werden. Aufhänger des Gesprächs ist Andys
New Zealand T-Shirt und die Frage, ob das Museum nice und zu empfehlen
ist. Wie immer will man wissen, woher wir sind und was wir hier so machen.
Als wir aufs Wandern kommen, wird uns vom Horrorabenteuer des jungen
Mannes erzählt.
Wir müssen uns buchstäblich losreisen, denn unsere Mägen
knurren und wir steuern Godfathers Pizza an, da gibt's für 4,99$
Pizza- und Salatbuffet. Als wir parken, fällt unser Blick auf den
danebenliegenden Trödelladen, der heute einen Supersale hat. Vorne
draußen steht allerhand Schmiedeeisernes und Wetterhähne
aus Kupfer, als wir eine alte US Kavallerie Trompete entdecken ist Andy
Feuer und Flamme. Für sage und schreibe 24$ muss dieses Ding mit.
Im Ladeninneren gibt es alles Mögliche, wohl auf von den ersten
Siedlern hier; Leinenbettwäsche, Silberbesteck, Geschirr, alte
Nummernschilder - kurzum, alles was ein Herz begehren kann. Als wir
den Laden verlassen sind wir um etliche Dollar leichter; es mussten
noch ein paar Silbergabeln und Löffel mit sowie Nummernschilder
und nicht zu vergessen das Prunkstück - die Trompete. Wir bekommen
sogar nochmal auf alles Rabatt - wenn das kein Schnäppchen ist.
Jetzt gibt es erstmal was zu Futtern. Das Gebäude war früher
der Bahnhof und es sieht darin noch ein wenig so aus; an den Wänden
hängen viele Schwarz-Weiß-Fotografien, die darauf hinweisen.
Wir fragen noch, ob es hier einen Walmart gibt und den gibt es auch,
in der entgegengesetzten Richtung. Dort müssen wir hin, wieder
ein Riesenladen, in dem wir uns die nächsten 1,5 Stunden aufhalten
und wie sollte es anders sein, auch darin verlieren. Als ich zur Kasse
gehe, immer noch keine Spur von Andy, ich lasse ihn sogar ausrufen,
aber das hört er nicht - wieso auch, wieso sollte gerade er damit
gemeint sein? Ich gehe zum Auto, wieder zurück, werde erstmal angemotzt,
dass ich für meinen Einkauf einen Aufkleber auf der Tüte haben
muss, sonst könnte ich ja was mitnehmen - ich will doch nur vor
den Kassen warten? Egal, der Aufkleber muss drauf. Nach einer guten
halben Stunde taucht er dann aus der Versenkung auf; hat ihn wieder
mal einer angequatscht wegen seinem T-Shirt (wenn Euch das auf den Keks
geht, dann tragt bitte Uni-T-Shirts).
Es geht weiter nach St. George, zum Outlet-Store, aber
vorher erst mal ein Motel finden. Das Days Inn ist soldout, das Howard
Johnes sieht zwar klasse aus, die wollen aber 75 $ o. Tax, weiter zum
Super 8. Von außen sieht es nicht gerade klasse aus, innen ist
es aber ordentlich und sauber, das Zimmer gibt es für 61 $ + Tax.
Es ist Wochenende und ind er Stadt gibt es ein Rugby- und Tennisturnier,
deshalb die etwas höheren Preise. Wir laden aus, machen uns frisch
und starten ins Outlet zum shoppen. Um 19 h sind wir so was von erledigt,
essen noch orange-flavoured-chicken beim Panda Express und dann zurück
zum Motel. Morgen geht's schon mal zum Zion und weiter nach Kanab; mal
sehen, was am Sonntag im Zion geboten ist.
Gefahrene Meilen: 132
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16. Tag Sonntag, 26.09.2004
St. George - Zion NP - Kanab - Coral Pink Sanddunes
Wir lassen uns heute mal ein wenig Zeit; die letzte Nacht
war sehr kurz, da bis 2 Uhr morgens ständig jemand über uns
herumgetrampelt ist und wir dachten, die Decke stürzt ein. Frühstück
gibt es keines mehr, obwohl es uns gestern "versprochen" wurde.
Also eben nur Kaffee und Tee; nebenan bei Albertsons versorgen wir uns
mit Proviant. Es geht zum Zion NP, die Fahrt dorthin dauert ca. 1 Stunde
und geht durch stetig wechselnde Landschaft; um St. George ist es eher
karg und öde, als wir näher zum Zion kommen, gibt es ein grünes
Tal - Grund dafür ein kleiner Fluss.
Es wird immer nebliger und diesiger, wir können uns
das nicht erklären; die Sicht wird richtig schlecht; Andy meint,
Rauch zu vernehmen - ich rieche nichts. Am Eingang zum Park ist wahnsinnig
viel los, wir stehen erst mal in einer Autoschlange und werden am Kontrollhäuschen
vehement zum Parkplatz am Visitorcenter geschickt. Der Parkplatz ist
gut voll, wir finden aber noch ein Plätzchen und gehen ins Center.
Dort liegt ein Infoblatt aus, dass im Park die nächsten 3 bis 5
Tage ein kontrollierter Brand in Gang gehalten wird, der diesen Qualm
und die schlechte Sicht verursacht. Ein ganzer Teil des Parks, die Ost-Trails
sind deshalb nicht begehbar. Schade, denn wir hätten gerne den
Hidden-Canyon-Trail gemacht. Der Canyon-Lookout-Trail am Ausgang ist
ohne weiteres begehbar und da fahren wir jetzt hin. Für morgen
gilt dieselbe "Aussicht", ab 11.00 h dreht vermutlich der
Wind und die Sicht wird eventuell besser, dies aber ohne Gewähr.
Die Horden von Menschen hier sind "beengend" und dass wir
heute hier nichts unternehmen können, enttäuscht uns etwas.
Der Zion NP ist wirklich majestätisch und ich finde ihn ausgesprochen
schön, schon allein die Namen der jeweiligen Berge sind awesome.
Im
Convoy geht es zum Canyon-Overlook-Trail; vor dem Tunnel erst einmal
warten, bis wir durchfahren können, da nur einspurig befahrbar.
An einer hohen Felswand entdecken wir Kletterer; dass das hier überhaupt
möglich ist, denn ich denke, das Gestein ist dafür zu porös
und brüchig. Wir marschieren zum Overlook, mit Turnschuhen überhaupt
kein Problem, es kommt uns wieder mal ein Paar mit Flip-Flops entgegen.
Nach 20 Minuten sind wir da und können die Aussicht, die nun wesentlich
besser ist, auf einen Teil des Parks genießen. Hier bekommen wir
schon mal einen ersten Eindruck und wir finden, dass sich der kurze
Ausflug lohnt.
Wir gehen noch zum Eingang des Canyons, der direkt unter der Brücke
liegt. Von dort hatten wir beim Aufstieg zum Canyon-Overlook-Trail Stimmen
gehört. Ein sehr netter Mann aus Salt Lake, wie er uns später
erzählt, steht im Neoprenanzug am Eingang und wartet darauf, dass
er sich abseilen kann. Es ist eine ganze Gruppe unterwegs, die den Canyon
in ca. 5 Stunden durchqueren. Ohne Kletterausrüstung geht hier
gar nichts; der erste Absatz ist schon ca. 4 - 5 m tief. Das würde
mir auch richtig Spaß machen. Wir treten den Rückweg zum
Auto an, fahren weiter Richtung Kanab, halten noch an der Checkboard-Mesa,
einem Berg mit von der Witterung eingezeichnetem quadratischen Muster.
Wir kommen an einem Campingplatz für Wohnmobilie
vorbei und entschließen uns, hier unser Lunch einzunehmen. Da
niemand im Office anzutreffen ist, den wir um Erlaubnis fragen könnten,
einen der Picknicktische zu benutzen, packen wir mal aus. Von hier aus
sieht man eine riesige aufsteigende Rauchwolken, die sich schon großflächig
am Himmel verbreitet haben. Als wir dann weiter Richtung Kanab fahren,
halten wir immer wieder mal an, um die Rauchsäule zu betrachten;
man kann sogar die Flammen ausmachen.
Um 14.00 h erreichen wir Kanab,
Page liegt gar nicht mehr so weit entfernt - Heimatgefühle? Kanab
ist einer der kleineren Orte, wir fahren zum Super 8 um nach einer Bleibe
zu fragen. Die kostet hier mit Triple-A-Rate 71 $ + Tax, das ist nicht
gerade günstig. Da wir zu verstehen geben, wir würden uns
noch woanders umsehen, meinte der Rezeptionist er hätte hier den
schönsten Pool und ein super tolles Frühstück und was
wir denn zu bezahlen bereit wären. Als wir dann 60 bis 65 $ nennen,
bietet er uns das Zimmer für 65,88 $ inkl. Tax an und wir können
gleich einziehen. Das ist o.k., wir räumen das Auto aus, das Zimmer
ein und begeben uns zum Pool. Der sieht gut aus, im Gegensatz zu den
schon sehr betagten und demolierten Poolliegen - diese sind mit Plastikbändern
bespannt und bei den meisten fehlen die Bänder der Sitz- und Liegefläche.
Das Wasser sieht einladend aus, ist aber eisig kalt - es dauert ewig,
bis wir uns zu 3 Bahnen schwimmen völlig hinein begeben. Als wir
wieder draußen sind, prickelt die Haut wie Nadelstiche, ein Zehentest
des hot tub dagegen gleicht einer Verbrühung. Wir legen uns zum
Aufwärmen in die Sonne, bis irgendwann der 13 jährige Sohn
des Motelbesitzers kommt und uns dabei eine Weile zusieht, bis wir ihn
bemerken. Where are you guys from? Er kanns nicht fassen, dass wir im
Pool waren; er sitzt im hot tub. Die Deutschen wieder!
Auf
dem Programm stehen noch die Coral Pink Sanddunes im Sonnenuntergang.
Gegen 17.30 h sind wir dort und wirklich, mitten in der Prärie
erheben sich zwei riesige rote Sanddünen. Die Sonne ist mittlerweile
im Rauchgürtel vom Zion und es herrscht ein seltsam diffuses Licht.
Es regnet buchstäblich Asche, klar das Zeug das aufsteigt, muss
auch irgendwo wieder runterkommen. Schuhe aus und durch den Sand auf
die Düne, auf der schon zwei Männer stehen und im Scherz meinen,
wir sollen doch zur nächsten gehen, diese wäre die ihre und
schon sind wir in einem netten Gespräch, auch wenn es immer wieder
die gleichen Fragen sind, die wir beantworten - von mal zu mal geht
das besser und die Worte fallen einem auch ein, die man sagen will.
Nach einer halben Stunde gehen wir wieder zurück und entdecke auf
dem Rückweg kleine Moqis im Sand; sie sind kaum von den Hinterlassenschaften
einiger Deers zu unterscheiden. Es gibt noch einen ganz tollen Sonnenuntergang
und es kommen immer mehr Leute, um diesen zu fotografieren. Es ist nach
19.30 h als die Sonne nicht mehr zu sehen ist und wir wieder retour
nach Kanab fahren. Abendessen gibt es nebenan im Chinarestaurant; wir
werden vom Sohn des Motelbesitzers bedient, der sich hier sein Taschengeld
aufbessert. Das Ambiente ist ganz nett und das Essen gut. Da morgen
die Narrows auf dem Programm stehen, lassen wir heute das Fernsehen
mal aus.
Gefahrene Meilen: 133
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17. Tag Montag, 27.09.2004
Kanab - Zion NP - Hurricane
7.00 Uhr ist es, als wir zusammenpacken und zum Frühstück
in die Lobby marschieren. So supertoll wie es uns gestern angepriesen
wurde, ist es nicht - die Krönung, ich kippe mir erst mal ne Ladung
Milch auf die Hose, weil weder Tabletts noch ein Tisch zum Abstellen
verfügbar sind. Des weitern sind drei deutsche Gäste anwesend,
die sich lautstark in einem zehennägelaufrollenden Dilaekt unterhalten
und das auf nüchternen Magen - ne, das ist zuviel für den
Morgen.
Wir verlassen den Ort des Geschehens, gehen noch Proviant
besorgen und machen uns auf zum Zion NP. Von weitem ist die riesige
Rauchsäule des Brandherdes zu sehen. Wir erreichen um kurz nach
9.00 h den Zion Adventure Company Shop in Springdale, um uns Neoprenschuhe
und Socken auszuleihen - der Preis ist nicht ohne, 16 $ p.P., inbegriffen
ein großer Wanderstock zum Abstützen, während man das
Flussbett quert.
Es gibt eine kurze Einweisung, worauf wir achten müssen - jetzt
wissen wir auch was pee und poo bedeutet. Weiter zum Visitorcenter-Parkplatz,
der heute im Vergleich zu gestern richtig leer ist. Rucksack geschnürt
und auf zum Shuttlebus. Die 45 Min. Fahrtzeit bis zum Trailhead erhalten
wir von der Busfahrerin über Lautsprecher Hinweise, was es hier
alles zu sehen und zu bestaunen gibt.
Endlich sind wir am Wendepunkt Temple of Sinawava angekommen
und marschieren den Gehweg bis zum Ende, wo es dann ins Flussbett des
Virgin River geht. Hier sind noch viele Wanderer unterwegs, allerdings
gehen nur wenige zu den Narrows, was uns sehr gelegen kommt. Das Wasser
empfinden wir dank Socken und Schuhen als überhaupt nicht kalt,
auch während der gesamten Tour - und die dauert mit kurzer Unterbrechung
6 Stunden. Da wir uns sehr drauf konzentrieren müssen, wo wir hintreten
- manchmal sind die Steine glitschig und die Wassertiefe ist nicht so
einfach abzuschätzen - kann man den Canyon nicht so gut genießen
wie ich mir das vorgestellt habe, das habe ich zumindest so empfunden.
Andy
fotografiert sehr viel und hält alles Sehenswerte fest. Ich habe
überhaupt kein Zeitgefühl, wie lange wir bereits unterwegs
sind. An einer Stelle glauben wir, nicht weiterzukommen, da das Wasser
hüfthoch tief zu sein scheint; wir versuchen die Stelle zu umgehen
und auch da geht uns das Wasser bis zum Oberschenkel. Na macht nichts,
es geht auf jeden Fall weiter. Ein Paar, das uns vor kurzem entgegen
kam, hat an dieser Stelle kehrt gemacht. Es kommen uns 3 junge Männer
entgegen, die wir fragen, wie weit es noch bis Big Spring sei; sie meinen
ca. ½ Meile. Das können wir noch schaffen; als wir jedoch
20 Minuten später zwei Männern begegnen, meinen die, es sei
noch über 1 Stunde Wegmarsch - was sollen wir jetzt glauben? Sie
haben jedenfalls die "Wasserfälle" mit der Digitalkamera
fotografiert und zeigen uns die Bilder im Display; wir könnten
ja dann entscheiden, ob wir noch hin wollen und was uns entgeht, wenn
nicht. Da ich die Bilder nicht so überragend finde, beschließen
wir, hier eine kurze Pause einzulegen, einen Snack zu nehmen - immerhin
ist es schon nach 13.00 h und dann umzukehren.
Wir wollen unbedingt noch in den Orderville Canyon, der wurde uns vom
Adventure Shop wärmstens empfohlen. Als wir uns hinsetzen, um ein
wenig auszuruhen, spüren wir, die Anstrengung in den Beinen ganz
schön und nach kurzer Zeit fehlender Bewegung beginnen wir zu frösteln
- in den Canyon dringt nur an wenigen Stellen die Sonne, überwiegend
geht man hier im Schatten. 15 Min. später treten wir den Rückweg
an und obwohl wir glauben, den Weg zu kennen, kommt immer wieder eine
Biegung, die man glaubt vorher noch nicht gesehen zu haben.
Endlich erreichen wir die Abzweigung zum Orderville Canyon,
die wir nun noch bis zur Guillotine gehen wollen. Dieser Canyon ist
viel reizvoller als die Narrows, da hier der Flusslauf sehr klein ist
und der Canyon viel schmäler ist. Die Dropoffs können wir
zu zweit gut überwinden, wer oben ist, reicht dem anderen die Hand;
ist man alleine und nicht so geschickt im klettern, so wird das auf
Dauer zu mühselig. Viele kehren auch beim ersten Hindernis wieder
um und wissen nicht, was sie verpassen. Wir sind beide ziemlich erledigt,
doch ich möchte unbedingt bis zur Guillotine und kann Andy dazu
überreden, jetzt nicht aufzugeben. Ein paar Biegungen noch, ich
höre immer deutlich Wasserrauschen, wie von einem Wasserfall und
es dauert auch nicht mehr lange, dann sind wir da und - es hat sich
gelohnt! Zwischen den Felsen hängt ein riesiger Dropstone wie ein
Fallbeil und unten ist nochmal ein großer Absatz, wo das Wasser
drüberrauscht - wirklich toll anzusehen und wir froh, es bis hierher
geschafft zu haben. Nach kurzer Pause treten wir nun endlich den Rückweg
an.
Als ich mich bei einem Absatz mit der Tiefe des Wassers in einem
Potthole verschätze, komme ich ins stolpern und nehme ein unfreiwilliges
Bad. Klasse, ich bin klatschnass nur der Rucksack hat nichts abbekommen.
Wie eine getaufte Maus marschieren wir noch über eine Stunde bis
zum Bus zurück. Als wir im Bus gen Visitorcenter fahren merken
wir, wie erledigt wir sind - welche Wohltat, endlich aus den Schuhen
zu schlüpfen und die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Ich
bin halbwegs trocken, lege mir vorsichtshalber noch ein Handtuch auf
den Autositz und es geht zurück zum Schuhe abgeben und nach Hurricane,
wo wir im Days Inn für 39,95 $ + Tax eine Bleibe finden; mit Pool,
Hot Tub und Internet for free. Nach ausgiebiger Körperpflege geht
es noch zu Wendys zum Essen und dann nur noch relaxen. Für heute
ist's gut!
Gefahrene Meilen: 76
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18. Tag Dienstag, 28.09.2004
Hurricane (UT) - Valley of Fire - Las Vegas (NV)
Heute können wir den Tag wieder etwas geruhsamer
angehen, nach dem üblichen morgendlichen Procedere fahren wir wieder
Richtung St. George und da auf die Interstate Richtung Las Vegas. Der
Virgin River läuft ein Stück lang neben der Autobahn; in dem
sind wir gestern stundenlang mühsam gewatet. Die Landschaft ist
schon hier sehr karg und als wir die Grenze nach Nevada überqueren
tauchen die ersten Werbetafeln mit Hotels und Casinos auf.
Das
Valley of Fire ist unser Ziel, welches wir um 11 h nach UT-Zeit erreichen;
in Nevada ist es erst 10.00 h. Es ist irre heiß für unsere
Begriffe, über 30 °C. Als wir die 6$ Eintritt bezahlt haben,
wollen wir uns den Elephant Rock ansehen und marschieren durch die flirrende
Hitze, nur sehen können wir ihn nicht. Der Witz, als wir unverrichteter
Dinge wieder im Auto sitzen und weiterfahren, sehen wir das gesuchte
Objekt direkt von der Straße aus! Nächster Halt ist ein Stück
eines versteinerten Baumstammes. Ein Schild daran ist irre komisch "Do
not disturb petrified wood" - geht auch gar nicht, da das Stück
gut eingezäunt ist. Ein lohnender Ausflug, wenn man auf dem Weg
nach Las Vegas ist. Die Felsformationen sind wieder sehr beeindruckend,
entweder völlig durchlöchert oder bröckelig, wers nicht
selbst gesehen hat, dem kann man es auch nur dürftig beschreiben.
An den Seven Sisters - 7 Felsen als Gruppe angeordnet gibt es überdachte
Picknickplätze; Andy macht ein paar Fotos, ich ziehe es vor, im
kühlen Auto sitzen zu bleiben; die Hitze macht mir heute zu schaffen.
Nächster Stopp ist am Visitorcenter. Hier erfahren wir, dass es
hier vor x-Millionen Jahren ein Meer gab, was die vielen Fossilienfunde
beweisen. Also alle Hügel und Felsen waren unter Wasser - können
wir uns nicht vorstellen, auch dass hier, als es kein Meer mehr gab,
Menschen gelebt haben sollen, Ur-Ur-Ur-Vorfahren der Anasazi, was wiederum
Petroglyphen beweisen. Interessant, was es hier über Edgeschichte,
Geschichte sowie Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren gibt. Man kann hier
auch viele Wanderungen machen, doch dafür ist es uns heute einfach
zu heiß und wir noch von gestern k.o.Unser Lunch nehmen wir an
einem der überdachten Picknickplätze bei den White Rocks ein.
Danach klappern wir die Sehenswürdigkeiten, die sowieso
auf dem Weg zum Parkausgang liegen, noch ab und es geht wieder auf die
Interstate, die uns nach Las Vegas bringt. Schon von weitem kann man
das Zentrum der City erkennen. Der Verkehr nimmt zu und schon befinden
wir uns auf der mehrspurigen Autobahn, die ins Zentrum führt. Der
Stratosphere Tower liegt am Strip, den wir entlang fahren. Es ist früher
Nachmittag und jede Menge los; wie wird es da erst am Abend? Nach ein
wenig Suchen und Fragen nach der Koval Lane finden wir auch das Super8
Motel, in dem wir zwei Nächte verbringen werden. Wir sind jedoch
zu früh dran und machen noch einen kurzen Abstecher ins Paris,
wo wir uns ein wenig umsehen.
Eine Stunde später geht es wieder ins Motel und jetzt stehen jede
Menge Leute an. Nochmal eine halbe Stunde warten, bis wir alle Koffer
aufs Zimmer bringen und uns eine Dusche genehmigen können. Nach
kurzer Erholung stürzen wir uns gegen 18 h ins Getümmel. Im
Sahara gehen wir Buffetessen; das ist für 7,99 $ zwar billig, besonders
ist es hier nicht. Nächster Stopp ist das Parkhaus vom Mirage und
die Show beim Treasure Island. Um 20.30 h ist die nächste Vorstellung,
also 1 Stunde warten, oder keinen guten Platz mehr bekommen. Wir entscheden
uns fürs Warten, der Platz füllt sich, es geht auf 20.30 h
zu und dann Durchsage, wegen Windaufkommen bittet man um weitere 15
Minuten Geduld. 15 Minuten später wieder Durchsage, nochmals 5
Minuten warten, dann endlich die Pleite - es findet nicht statt. Um
22 h ist die nächste Show, zu der wir gerne kommen können.
Grrrmpfffff!
Nächster
Stopp im Venetian, wo wir uns erst mal umschauen, was es alles zu sehen
gibt. An den Slotmachines spielen wir um 3 $, bekommen aber in der Zeit
reichlich Getränke und das ist es uns wert. Wir wechseln noch zum
Mirage hinüber, sehen uns den weißen Tiger hinter Glas an,
der etwas bedripst aussieht - wegen Roy? Das Tropenhaus mit Wasserfall
ist sehenswert, ebenso wie das riesige Meerwasseraquarium hinter den
Tresen der Rezeption. Den Vulkanausbruch nehmen wir auch noch mit und
dann geht es zurück zum Auto, ich fühle mich geplättet.
Wir fahren zurück ins Motel und kriechen in die Koje. Nach soviel
Natur und einsamen Gegenden ist diese Stadt schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Gefahrene Meilen: 64
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19. Tag Mittwoch, 29.09.2004
Las Vegas
Es ist bereits 9 h, als wir aufstehen ein kurzes Frühstück
auf dem Zimmer einnehmen und dann zu einem Computerfachgeschäft
fahren, wo Andy Preise mit Germany vergleichen möchte. Dank eines
Stadtplanes aus irgendeinem Werbeheft finden wir gut hin. Während
Andy sich der Computerwelt widmet, besorge ich in aller Ruhe im Supermarkt
nebenan ein paar Sachen. Noch ein kurzes Telefonat mit der Heimat, wo
es ungemütlich kalt ist und regnet - hihi - und Andy kehrt auch
schon zum Auto zurück; alles teurer als bei uns. Das Premium-Outlet
lockt und dort geht es jetzt auch hin. Bis auf ein paar wenige haben
wir so ziemlich alle Läden durchbummelt; Andy ist in Kauflaune
und hat am Ende zig Tüten; ich dagegen nur eine und da soll mal
einer sagen, Frauen wären konsumsüchtig. Mit einer Mittagspause
gegen 13.30 h bei einem Chinastand sind wir sage und schreibe 6 Stunden
unterwegs gewesen! Zurück ins Motel, ein wenig Ausruhen, umziehen
und um kurz nach 18 h geht es wieder an den Strip.
Wieder zum Treasure Island; diesmal warten wir nur 30
Minuten bis zum Showbeginn. Wir haben einen guten Platz, von dem wir
beide "Becken" überblicken können und heute geht
es pünktlich los. Die Sirenen - wohlgeformte Frauen in Lackleder
- singen und tanzen bis die Hispaniola einläuft und letztlich von
den Damen zum Sinken gebracht wird. Das Ende der Show mit viel Musik,
Tanz und Lichteffekten endet mit einem kleinen Feuerwerk - nach 20 Minuten
ist alles vorbei. Es geht den Strip entlang zum New York New York, nicht
ohne dass Andy jede Menge Fotos verknipst. Die Hotels sind schon von
außen sehenswert, von innen noch viel mehr. Im New York angekommen
erfahren wir, dass es hier kein Buffet gibt, da müssten wir gegenüber
ins MGM, was wir dann auch machen. Der Preis ist nicht so günstig
wie gestern, pro Person berappen wir 21,99 $, dafür haben wir ein
schönes Ambiente, Teller aus Porzellan, richtige Gläser und
eine exquisite Auswahl an Speisen und es schmeckt vorzüglich. Hier
geht es auch angenehmer zu als im Sahara; kein Gehetze und kein absurdes
Telleraufhäufen, bis nichts mehr darauf Platz hat. Anschließend
probiert Andy noch ein paar Slotmachines aus und hat jedes Mal Glück,
seinen Einsatz zu verdoppeln - ich dagegen gehe jedes Mal leer aus.
Wir treten den Rückweg an und sehen uns noch in diversen Läden
um, lassen uns vom Wasserfontänenspektakel des Bellagio beeindrucken
und zurück zum Auto, das wir im Ventian geparkt haben. Im Parkhaus
suchen wir und finden erst mal nichts, wir haben uns das Deck gemerkt,
es sieht aber völlig anders aus. Ein Druck auf die Alarmanlage
zeigt uns dann, wo unser Pontiac steht; richtig waren wir schon, doch
in die falsche Ecke gelaufen. Bei den riesigen Parkflächen kein
Wunder. Zurück im Motel schmerzen die Füße mehr, als
nach einigen letzten Märschen in der Natur und kurze Zeit später,
sind wir bereits eingeschlafen.
Gefahrene Meilen: 8
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20. Tag Donnerstag, 30.09.2004
Las Vegas (NV) - Bishop (CA)
Wir lassen uns Zeit beim Motelauszug, verstauen alles
im Auto und es geht erst mal zum
Hard
Rock Café; klar Andy braucht auch von hier ein T-Shirt. Zu finden
ist es ziemlich einfach, gleich gegenüber liegt das Hofbräuhaus
- nur leider öffnet das HRC erst um 11.00 h seine Pforten. Lediglich
der Shop ist offen, na dann eben dahin. Nach langem Hin- und Her, weil
die Auswahl an T-Shirts sich ja nicht nur auf 3 oder 4 begrenzt, entscheidet
sich Andy für ein Polo-Shirt, wir lösen den 5 $-Gutschein
aus dem Couponheft vom Motel ein. Wir sehen uns im Eingangsbereich noch
etwas um; da gibt es Puppen in Lebensgröße mit der Originalkleidung
von Kiss, die mich fasziniert und einer der Sänger selbst entworfen
hat sowie Originalbriefe von den Beatles, Madonna und Freddy Mercury.
Wir
gehen ins Hofbräuhaus hinüber und ein Mädel mit asiatischem
"Einschlag" in Dirndl und Turnschuhen führt uns zu einem
Platz. Alles sehr bayrisch, weiß-blaue Servietten, bayrische Deko
an den Wänden, ein Bild vom Kini und what the hell? Obergrainer
Dudelmusik. Die Preise sind gesalzen, doch Andy möchte ein Weißwurstfrühstück
mit Russ und da wir heute noch nichts gegessen haben, gibt es hier ne
Kleinigkeit. Für diesen Imbiss sind wir dann 18 $ irgendwas los;
na was solls, da ich in München noch nie war, dann eben hier. Wir
sehen uns noch im Hofbräuhaus-Shop um, neben Sepplhut gibt es allen
möglichen Krims-Krams in Kitschvariation. Kein Wunder wenn die
Amis glauben, wir laufen in Bayern den ganzen Tag mit Lederhose und
Dirndl durch die Gegend.
Dann heißt es "Leaving Las Vegas", noch
ein Foto vom "Ortsschild" und wir nehmen Kurs auf Death Valley,
das wir dann auch bald erreichen. Wir sind unter der Meereshöhe,
es ist ziemlich heiß und die Luft flimmert. Irgendwie sind wir
heute total k.o. und halten nur mal kurz, um per Fernglas die Sanddünen
zu betrachten und ein paar Fotos zu schießen. Für weitere
Unternehmungen haben wir keine Lust und so fahren wir weiter, ohne die
Klimaanlage einzuschalten (da sonst der Motor gnadenlos überhitzt
wird, wie uns weise Schilder am Straßenrand warnen) wieder stetig
(5.000 feet) die Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.
Diese Höhenunterschiede sind nicht ohne und machen sich durch ein
flaues Gefühl, so als hätte man die vorherige Nacht durchzecht,
bemerkbar.
Gegen 17 h sind wir im Tal der Alabama Mountains (mit schneebedeckten
Gipfeln) und kehren in Lone Pine bei Carls Junior auf einen 6 $-Burger
ein. Wir beschließen, weiter nach Bishop zu fahren. Im Days Inn
will man für eine Nacht 79 $ haben, das ist uns doch n' büschen
too much und so entscheiden wir uns fürs Motel 8, wo wir ein Riesenzimmer
für 65 $ (o. Tax) bekommen, es hat außerdem eine Laundry,
die ich gleich mal inspiziere. Wir laden unsere Sachen aus und ich gehe
zwei Ladungen Wäsche waschen. Während also die Maschine rumpelt
schreibe ich Tagebuch und Andy geht Milch kaufen, braucht dafür
aber irre lange. Als er zurück ist, berichtet er, einen K-Mart
entdeckt und dort gestöbert und darüber die Zeit vergessen
zu haben. Bis 22.00 h habe der geöffnet und das hört sich
verlockend an, wieder mal zu bummeln. Als die Wäsche fertig ist,
brechen wir auf und gehen shoppen. Andy kauft doch tatsächlich
Walkie-Talkies, damit wir uns in Zukunft in großen Supermärkten
nie mehr verlieren. Bei Taco Bell gibt es noch was zu essen; nach 22.00
h bellt aber auch hier kein Taco mehr, da die schon jetzt am Saubermachen
sind und so brechen wir auch ziemlich schnell wieder zum Motel auf.
Morgen steht der Yosemite N.P. auf dem Programm.
Gefahrene Meilen: 287
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21. Tag Freitag, 01.10.2004
Bishop - Fresno
Es ist bereits nach 9 h, als wir aufbrechen und noch ein
Foto von einem in herrlichen Gelbtönen belaubten Baum mit Bergkulisse
im Hintergrund fotografieren. Kaum hat Andy das Foto "im Kasten",
schon hält ein weiteres Auto, um dieses schöne Motiv festzuhalten.
Es geht weiter gen' Norden und wir gewinnen stetig an Höhe; die
Berge tragen zum Teil weiße Mützen und sind weiter unten
mit herbstlichen Farbklecksen der Bäume versehen; der stahlblaue
Himmel bildet einen tollen Kontrast. Die gezackten Gipfel ähneln
ein wenig den Dolomiten. Wir kommen an netten kleinen Orten mit hübschen
Holzhäusern vorbei.
Kurz vor Lee Vining, nahe des Monolake, von dem in der
Ferne ein klein wenig zu sehen ist, biegen wir ab zum Tioga-Pass und
es geht bis auf 9.945 feet hinauf. Die Fahrt zieht sich sehr in die
Länge, doch die Umgebung ist sehr schön und wir genießen
sie heute überwiegend vom Auto aus.
Gegen 12.30 h erreichen wir
das Visitor-Center im Yosemite-Valley, wo wir erst mal einen Info-Stopp
einlegen. Ein Video zum Thema Bären und wie man sich hier verhalten
soll ist sehr amüsant, jedoch nicht zu unterschätzen. Für
die Kühlbox und Essensvorräte, die jeder wohl bei so einem
Ausflug im Auto hat, gibt es sog. Foodlockers, in denen alles Ess- und
Trinkbare während einer Wanderung eingeschlossen werden soll, wenn
man vermeiden möchte, dass ein Bär das Auto demoliert und
einbricht, um sich von den Leckerbissen zu bedienen. Wir erfahren noch
etwas über die erdgeschichtliche Entwicklung, Gesteinsarten, Fauna
und Flora. Auf dem Weg zum Auto kehren wir noch in einem Souvenirshop
ein und Andy ersteht ein Sweat-Shirt im Sale.
Im Park gibt es auch einen kontrollierten Brand, den man
von der Straße aus sehen kann. Hier sind die Sicherheitsvorkehrungen
für mein Befinden "normal"; jedenfalls darf die Straße
durch das
Brandgebiet,
wo es hier und da qualmt ohne Weiteres befahren werden. Wir halten an
einer Parkbucht, wo sich mehrere Leute versammelt haben und gebannt
auf die senkrechte Wand des El Capitan schauen; ein netter Ranger reicht
mir von sich aus sein Fernglas, damit ich die Kletterer, die sich darin
befinden, auch sehen kann. 4 Tage brauchen diese, um den Gipfel zu erreichen.
Beim Gedanken daran, in der Wand nur mit einem Seil befestigt biwakieren
zu müssen, schüttelt es mich. Was machen die denn bitte, wenn
sie mal diverse Bedürfnisse haben?
Nach kurzer verspäteter Mittagspause ist das nächstes
Ziel der Glacierpoint, zu dem es in Serpentinen wieder stetig bergauf
geht. Die Strecke zieht sich fast endlos durch Wald, als wir endlich
die Kreuzung erreichen, an der es nach Fresno geht, sind es von da aus
nochmal 16 Meilen kurvenreiche Strecke. Andy ist etwas flau im Magen,
er fährt aber eisern weiter. Mir kommt es wie eine Ewigkeit vor;
1 Stunde später gegen 16 h sind wir endlich da. Noch ein kurzes
Stück zu Fuß und dann hat man den
Half
Dome direkt vor Augen, ein schönes Bergpanorama mit vielen Gipfeln
und zwei kleinen Wasserfällen. Hier ist ziemlich viel los, alle
wollen die atemberaubende Aussicht genießen. Etwa 12 junge Leute
stellen sich zum Gruppenfoto auf und ich biete dem, der fotografieren
möchte, an, das gerne zu tun, damit er mit aufs Bild kann. Er freut
sich riesig und meint "this would be a big job, but if you like
". Schließlich fotografiere ich die gleiche Gruppe
mit 7 verschiedenen Kameras, da viele natürlich dieses Bild haben
wollen. Nach 12 Dankeschöns' werden wir als Gegenleistung mit unserer
Kamera fotografiert. An einem weiteren Aussichtspunkt gibt es ein Fernrohr
und wir werden aufgefordert, durchzusehen, da auf dem Gipfel des Half
Dome zwei Leute sitzen - und tatsächlich, irre! Wie sind die da
bloß hinaufgekommen? Wir treten den Rückweg an und fahren
wieder zur Abzweigung, an der wir vorhin vorbeigekommen sind; nach Fresno
sind es fast 90 Meilen. Mittlerweile haben wir kurz vor 17 h und sitzen
somit noch mindestens 2 Stunden im Auto.
Als der Verkehr dann nach fast zwei Stunden immer dichter
und die Straße vierspurig wird, liegt Fresno unmittelbar vor uns.
Da wir keine Motel-Hinweisschilder entdecken, fahren wir erst mal auf
dem Freeway bis zum Ende der Stadt, um dann etwas gefrustet wieder umzudrehen.
Irgendwann entdecken wir dann auch die gesuchten Schilder und die Olive
Avenue, die hier Olive Street heißt, ist rasch gefunden. Nachdem
wir die Motelpreise vom Motel 8, Motel 6 und Days Inn erfragt haben,
entscheiden wir uns für das Days Inn und zahlen für das Zimmer
53,95 $ o. Tax. Wir werden noch darauf hingewiesen, dass sie hier viele
Bikergäste hätten; nun da auch so ständig welche durch
die Gegend knattern; der Dennys-Laden gleich nebenan scheint ein beliebter
Treffpunkt der zweirädrigen Anhänger zu sein, ist das auch
schon egal. Wir gehen nebenan noch was Essen, warten ewig, bis wir was
zu Beißen bekommen und kehren dann ziemlich erledigt gegen 21.30
h ins Motel zurück. Morgen steht der Sequoia NP an.
Gefahrene Meilen: 291
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