USA 2004
The Great Southwestern Trail
Eine Reise durch die Staaten Californien, Arizona, Utah
und Nevada zu bekannten und weniger bekannten Orten, 27 Tage vom 11.
September bis zum 8. Oktober 2004.
2. Woche
8. Tag Samstag 18.09.04
Page (AZ) - Monument Valley - Bluff (UT)
Noch etwas zerknittert vom gestrigen Tag packen wir zusammen
und fahren wieder Richtung Paria Ranger-Station; das ursprüngliche
Vorhaben in die Buckskin-Gulch zu gehen, verschieben wir auf ein nächstes
Mal, die Eindrücke von der Wave wollen wir erstmal setzen lassen.
Wir machen noch einen Abstecher zu den Toadstool-Hoodoos und sehen
uns das Gebiet darum herum an. Hier ist das Gelände sehr ausgewaschen
und der Farbton ist nicht rot, sondern grau-weiß; als wäre
Kalk, Gips und Kreide enthalten. Wie wir später erfahren, hätten
wir uns beim Toadstool-Hoodoo nach links wenden müssen, da wären
noch mehr dieser Gesteinsformationen zu sehen gewesen; wussten wir leider
zu dem Zeitpunkt nicht, aber wie gesagt, es wird sicher ein nächstes
Mal geben. Nach ca. 1 h in knalliger Hitze - ab und zu fallen vereinzelt
Regentropfen aus einer großen dunklen Wolke - verlassen wir diese
Region und begeben uns auf den Weg zurück nach Page noch mal zum
Horseshoebend, um bei fotogeeignetem Sonnenstand Fotos zu schießen.
Auf der 98 geht es durch Navajo-Gebiet nach Kaibito. Kurze
Mittagspause (im Auto), der Wind weht den Sand so heftig durch die Gegend,
dass eine Straßenabzweigung bereits unter einer Sanddecke verschwunden
ist. Sehr einladend ist die Ansammlung von ziemlich heruntergekommenen
Hütten nicht; einzige Attraktion scheint in diesem Ort eine Tankstelle
zu sein.
Nach weiteren 30 Meilen erreichen wir die 160, in Kayenta gibt es noch
einen Snack im Burger King und dann geht es auf der 163 direkt zum Monument
Valley. Die Wolken hängen nun tief und dunkel und es beginnt ziemlich
heftig zu regnen. Die ersten Felsen (Buttes), die wie Inseln aussehen,
kann man erkennen - dass dies die Überreste eine großen Plateaus
sein sollen, können wir uns nicht vorstellen.
Nach
kurzer Zeit lässt der Regen nach, es klart wieder etwas auf als
wir das Visitor-Center erreichen. Wir sehen Autos auf dem Loop, also
was die können, können wir auch. Wir fahren los und es beginnt
wieder etwas zu regnen, was uns aber einen wunderschönen Regenbogen
beschert und das mitten in den majestätischen Monuments.
10 Minuten später scheint wieder die Sonne; die Gravelroad ist
ziemlich uneben, aber nicht vom Regen aufgeweicht. Die Felsformationen
sind beeindruckend und der selfguided Valley Drive ist empfehlenswert;
auch hier kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Gegen 16.30 h fahren wir weiter Richtung Mexican Hat,
statten den Goosenecks des San Juan River noch einen kurzen Besuch ab.
Hier windet sich der Fluss dreimal in engen Schleifen. Auf ein Foto
nicht drauf zu bringen, Andy montierte zu Hause die Bilder zu einem
Panorama.
Um 19.00 h erreichen wir Bluff und checken im Kokopelli-Inn
für 54 $ + Tax ein. Im benachbarten Steakhouse gibt es noch Spareribs
und wir kriechen in die Falle. Schlafen gestaltet sich schwierig, da
es in der Nacht wieder heftig zu regnen beginnt und das verursacht ziemlichen
Lärm auf dem Blechdach des Motels.
Gefahrene Meilen: 268
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9. Tag Sonntag 19.09.04
Bluff (UT) - Cortez - Mesa Verde (CO)
Es ist bereits 9.00 h als wir aufstehen, es regnet immer
noch und ist ungemütlich kalt. Auf dem Weg nach Colorado finden
wir erst in Cortez einen Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte
auffüllen; schon super, am Sonntag einkaufen zu können. In
einem Walmart verbringen wir auch noch mehr als eine Stunde; so richtig
Lust auf Unternehmung haben wir heute aufgrund des Wetters nicht, brechen
dann aber gegen 14.30 h doch noch zum Visitorcenter des Mesa Verde NP
auf.
Um 15.30 h ist da die letzte Führung für das
Cliff-Palace; also nichts wie hin. Der Weg ist gut ausgeschildert. Am
Treffpunkt hat man bereits von oben einen guten Blick auf das Cliff-Dwelling
und es ist unvorstellbar, dass hier vor 1.400 Jahren einmal Menschen
gelebt haben.
Die
Anasazi-Siedlung ist sehr gut erhalten und wurde für mehr als 700
Jahre bewohnt. Der Ranger, der uns hinunter führt, gesellt sich
bald dazu und für eine Stunde werden wir in die Geschichte der
Anasazi eintauchen. Wir bekommen Scherben verschiedener Töpfergegenstände
gereicht, die hier gefunden wurden, um auch daran die Entwicklung sehen
zu können. Es ist sehr interessant, auch wenn unsere Englischkenntnisse
uns nicht alles Gesagte verstehen lassen. Nach der Führung fahren
wir noch den Mesa-Top-Loop ab, um wenigstens noch einen Blick auf die
übrigen Cliff-Dwellings zu erhaschen; mittlerweile regnet es wieder.
Gegen 19.00 h sind wir zurück in Cortez und suchen
ein Motel, das Super-8 und die Econo-Lodge sind uns zu teuer, in einem
Inn ist keiner an der Rezeption und unsere Wahl fällt dann auf
das Days Inn für 58,09 $ (inkl. Tax).
Im Golden Corall Buffet-Restaurant gehen wir essen, die Atmosphäre
ist zwar nicht so berauschend, das Essen aber gut und es hat eine riesige
Auswahl. Während wir nur wenig auf den Teller geben und dafür
öfter nachfassen, knallen sich die US-Bürger den Teller voll,
angefangen von Vorspeise, Hauptgericht und nicht selten Nachspeise,
essen davon vielleicht ein Drittel und lassen den Rest stehen; können
wir hier wieder mal life erleben.
Den Abend verbringen wir mit Fernsehen; ausgerechnet jetzt kommt der
Bericht eines jungen Mannes, der alleine in einen Slotcanyon im Canyonlands
NP geklettert ist, sich dort an einem Dropstone einklemmte und sich
nach 6 Tagen selbst die Hand amputierte, um sich zu befreien. Uns läuft
es kalt den Rücken hinunter von dieser tragischen Geschichte. Gottlob
bekamen wir des Nachts keine Alpträume.
Gefahrene Meilen: 190
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10. Tag Montag 20.09.2004
Cortez (Co) - Moab (UT)
Es scheint immer noch so, als komme der Himmel herunter,
es ist ziemlich frisch. Nach einem guten Frühstück verlassen
wir Colorado wieder und machen uns auf den Weg nach Moab. Hin und wieder
kämpft sich die Sonne durch die Wolken; man sieht Felder, soweit
das Auge reicht. Auf der 491 geht es erstmal 60 Meilen nach Monticello,
dort noch schnell tanken und dann auf der 191 Richtung Moab.
Wir nehmen die Abzweigung zum Newspaper Rock State Park
(211). Der besagte Newspaper Rock; eine Felswand mit Indianerzeichnungen
ist direkt an der Straße; als wir in den Parkplatz einbiegen hätten
wir beinahe eine Ente geplättet, die sich spontan entschlossen
hatte, vor unserem Auto die Straße zu wechseln. Am Newspaper Rock
sind alle möglichen Zeichen in den Stein geritzt und das en masse;
aber was sollen die bedeuten? Ein bisschen fotografieren und spekulieren,
dann geht es wieder zur 191 zurück zum Needles Overlook.
Die
Straße zieht sich 20 Meilen durchs Gelände, ziemlich kurvenreich
und schmal. Ca. 30 Minuten später sind wir dann am Overlook und
vor uns ein endlos weiter Blick über einen kleinen Teil des Canyonlands
NP; auch hier hat sich der Colorado River in Jahrmillionen durch das
Gestein gegraben und eine sagenhafte Landschaft geformt. Wir machen
Mittagspause an einem der Picknickplätze mit sagenhaftem Ausblick,
schießen noch jede Menge Fotos, amüsieren uns über die
Squirrels und fahren dann weiter nach Moab, der Ort liegt in einem Talkessel
in der Sonne;
Zeit die Hosenbeine abzuzippen. Jetzt erst mal bummeln; hier gibt es
viele kleine Läden mit allerlei Krimskrams. Nachdem wir etliche
Motels abgeklappert haben, entscheiden wir uns fürs Inca Inn; das
ist sauber, wenn auch schon etwas älter, und mit 53,36 $ + Tax
p. N. ziemlich günstig. Auto ausladen, frisch machen und nach einer
Stunde Pause brechen wir noch zum Arches NP auf; wir wollen zur "Golden
Hour" am Delicate Arch sein.
Um 18.00 h stellen wir das Auto an der Wolfes Farm ab.
Wir werden noch von einem Herrn auf englisch gefragt, ob das der richtige
Weg zum Delicate Arch und wie weit es zu gehen sei, dann gehts los.
Ca. 40 Minuten steigen wir bergauf und es ist jede Menge los; alle haben
das gleiche Ziel wie wir.
Als wir dann endlich da sind, werden wir wirklich
mit einem genialen Blick auf den von der Abendsonne beschienen Arch
belohnt. Trotz Menschenmenge ist es erstaunlich ruhig und jeder genießt
den Anblick. Eine knappe Stunde später geht es wieder zurück
und mit uns geht auch der Herr, der uns noch vorher nach dem Weg fragte.
Wie sich im Gespräch herausstellt, sind er und seine Frau ebenfalls
aus der Augsburger Ecke - echt witzig. Als wir den Park verlassen ist
es schon dunkel. Abendessen gibt es bei Pizza Hut - eine Super-Supreme-Pizza
- wir sind papp-satt und lassen uns den Rest in die Dogy Pack einpacken.
Gefahrene Meilen: 232
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11. Tag Dienstag, 21.09.2004
Moab (UT)- Arches NP - Devils Garden
Um 4.00 h morgens werde ich wach; es regnet ziemlich heftig.
Wir wollen heute den Devils-Garden-Trail laufen, ich bezweifle, dass
das klappt. Ich schlafe noch ne Runde, ehe ich um 8.30 h aus den Federn
krieche. Es regnet immer noch, das macht das Aufstehen auch nicht einfacher,
hilft aber nichts. Brotzeit besorgen und dann geht es erst mal ins Visitorcenter;
dort fragen welche nach dem Wetter, im Bryce Canyon hat es bereits geschneit,
na klasse - tolle Aussichten. Der Trail sei problemlos zu gehen heißt
es freundlich, also brechen wir auf zum Trailhead.
Um 10.00 h marschieren wir los; Markus hat uns das wärmstens
empfohlen, also ein must- see / do. Der Regen hat nachgelassen, aber
es ist kalt. Schon der Anfang des Trails ist wie der Marsch in ein Märchenland,
der Weg ist bequem und gut zu gehen. Mit unseren Wanderstöcken
kommen wir uns wieder mal völlig "overequiped" vor. Wir
klappern die gesamten Arches ab und gehen bis zum Dark Angel.
Die
Natursteinbrücken sind sehr beeindruckend ebenso die Felsformationen
dazwischen. Am Dark Angel machen wir eine kleine Pause, verspeisen unsere
Äpfel und 15 Min. später treten wir den Rückweg an, über
den Primitive Trail.
Es geht erstmal bergab, ehe der Weg dann etwas abenteuerlicher wird.
Hin und wieder sind höhere Felsabsätze oder glatte Felsen
zu bewältigen, irgendwann müssen wir eine riesige Pfütze
umgehen. So allmählich spüren wir die Schwere in den Beinen,
immerhin sind wir schon 3 Stunden unterwegs. Als wir aus dem Felslabyrinth
draußen sind geht es wieder eine ganze Weile bergauf und dann
durch tiefen Sand wieder Richtung Maintrail.
Nach 4 Stunden Wandern und Arch-Bestaunen mit kurzer Pause sind wir
wieder am Auto. Wir machen Mittag, es gibt noch einen Rest Pizza von
gestern und nach ausgiebiger Pause geht es retour zum Garden of Eden,
um auch noch den Double-Arch und die Window Section zu bestaunen. Als
wir den Park verlassen sehen wir einen kleinen schwarzen Bären,
den mehrere Ranger versuchen einzufangen. Es ist amüsant zuzusehen,
wie der Bär immer wieder ausbüchst; ob er dann irgendwann
erwischt wurde, haben wir nicht mehr gesehen.
Zurück im Motel machen wir erst mal ne Pause, bevor
wir noch zum Bummeln und Abendessen aufbrechen. Um 22.00 h ist für
heute Feierabend; die Wanderung macht sich in den Beinen bemerkbar.
Gefahrene Meilen: 53
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12. Tag Mittwoch, 22.09.2004
Moab - Thorrey (UT)
Wir stehen bereits um 7.00 h auf, packen, frühstücken,
verabschieden uns von der netten Dame des Inca Inn Motel und besorgen
noch unseren Proviant für heute. Die Lasal Mountains sind schneebedeckt,
es ist sonnig aber kalt.
Im Supermarkt werde ich aufgefordert, meine erste Erfahrung mit dem
Self-Cashier-Automaten zu machen. An einem Computerbildschirm erst mal
eine Taste drücken, dass man nun die Artikel, die man im Warenkorb
hat, bezahlen möchte. Frage nach Customer-Card - nein, da kein
Saveway - Ware einzeln über den Scanner ziehen und in die Tüte
legen bis nichts mehr im Korb ist. Frage nach Bezahlung beantworten
- Cash - Schein einziehen lassen, Frage nach Quittung beantworten und
dann wird das Wechselgeld ausgespuckt. Eine Computerstimme bedankt sich
für den Einkauf, würde mich gerne wieder als Kunden begrüßen
und wünscht mit blecherner Stimme "Have a good day" -
ich kann's nicht glauben.
Wir tanken noch voll und nehmen Fahrt nach Green River
auf. Die Landschaft ist wüstenartig und eintönig, weit und
breit nichts außer grauen Felsen, Sand und kaum Gewächs.
Weiter geht's zum Goblin Valley State Park, Obulus von 5 $ entrichten
und beinahe fahren wir ein Deer über den Haufen, weil es gerade
dann über die Straße wackelt, als wir nicht damit rechnen.
Für ein Foto bin ich zu langsam. Wir packen den Rucksack und begeben
uns in die Welt der Schlumpfhüte.
Der
grün-graue Berg, den Greywolf
so gut auf seiner Homepage beschreibt ist gleich entdeckt - hier ein
Dank an all die Reiseberichtchreiber für ihre gezielte Beschreibung!
- wir marschieren direkt darauf zu und
.. dahinter verbirgt sich
ein Goblin-Tal vom feinsten.
Gottlob ist die Oberfläche des Erd-Lehm-Sand-Bodens trocken, bei
Regen möchte ich hier nicht laufen. Wir erkunden das Goblin-Tal,
krabbeln rauf und runter und sind fasziniert von den unterschiedlichen
Steinformen, die teilweise wie Gnome, Nasen, Hüte oder kleine Männchen
aussehen; ein Gebilde sieht aus wie eine Schildkröte, ein anderes
wie ein Frosch, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Andy fotografiert
was das Zeug hält. Mittlerweile ist es warm geworden, strahlender
Sonnenschein und azurblauer Himmel. Im Seitental sind wir alleine, alle
übrigen Besucher tummeln sich im vorderen Bereich - hähä.
Nach
einer Stunde geht es wieder zum Auto zurück, wir wollen noch zum
Little-Wild-Horse-Canyon, den wir wenigstens ein Stück erwandern
wollen; für den Rundweg über den Bell-Canyon haben wir leider
zu wenig Zeit. Die 8 Meilen Gravelroad sind gut zu fahren, am Parkplatz
gibt's noch eine Stärkung und dann los.
Zuerst ein Stück durch einen Wash, bis sich der Weg gabelt, rechts
geht es in den LWHC. Den Absatz gleich zu Anfang des Canyons kann man
bequem links umgehen, der Canyon ist anfangs noch relativ breit und
wird dann immer schmaler. Richtig abenteuerlich ist es hier, die Felsen
und die Auswaschungen, die vielen Löcher im Fels. Nach einem schmalen
Stück weitet sich der Canyon, ehe er kurz darauf wieder ganz schmal
wird. Hier fängt unser Problem an, eine ziemlich lange Pfütze
zieht sich durch den Gang. Andy geht vor und versucht auf im Wasser
liegenden Steinen vorwärts zu kommen, was aber recht glitschig
und mühselig ist.
Wir versuchen, noch weitere Trittsteine zu legen, was aber aufgrund
der Pfützentiefe nichts bringt, da die Trittsteine zu klein sind
und aufgrund der Länge der Pfütze ist es zu aufwendig. Irgendwann
rutscht Andy ab und steht im Wasser - klasse. Wir kapitulieren und drehen
wohl oder übel um; nasse Wanderstiefel bringen es auch nicht. Enttäuscht,
dass wir das Pfützenproblem nicht lösen konnten, fahren wir
- nachdem wir einen Bauarbeiter nach dem Zustand der Gravelroad gefragt
haben, diese weiter.
Es geht einige Zeit in einem Wash entlang, die Gravelroad wird immer
krimineller ehe dann das nächste Problem auftaucht; eine satte
Steigung, die mit unserem Auto nicht zu bewältigen ist. Wir unternehmen
zwei Versuche, brechen dann aber ab und müssen die ganze (Gravelroad)-Strecke
wieder zurück, dann zur 24 nach Hanksville und von da durch das
Capitol Reef nach Torrey.
Die Landschaft ist hügelig, sie sieht aus wie lauter
riesige Sandhaufen in unterschiedlichen Farbtönen, wechselt in
hohe Steinblöcke (Monument-Valley-ähnlich im Kleinformat)
und schließlich ein kleines Tal, völlig grün durch ein
kleines Rinnsal. Hier gibt's sogar richtig große Laub- und Obstbäume.
Auf dem Weg zum Capital Reef halten wir an der Straße, um von
einem Parkplatz aus Petroglyphen anzusehen. Seltsame Männchen,
Tiere und Figuren - ähnlich wie Marsmännchen - sind in den
Sandstein geritzt.
Nächster Stop ist beim Visitor-Center des Capitol-Reef-NP. Der
Weg dorthin führt durch ein herrlich grünes Tal, zu beiden
Seiten hohe Felsen in vielen Variationen und Farben. Im Visitor-Center
angekommen, dann die nächste Enttäuschung. Der Buirr Trail
und weiter zum Surprise-Canyon ist mit einem normalen Auto nicht zu
befahren, das hätten wir für morgen geplant.
Nächster Halt sind die Goosenecks des Green River,
der sich tief in den Fels eingegraben hat. Weiter nach Torrey, wo wir
für 59 $ (+ Tax) im Days Inn einchecken; mit Indoor-Pool und Hot-Tub.
Wir beziehen ein riesiges Zimmer und ich gehe Wäsche waschen. Eine
Frau belegt gerade beide Maschinen und meint, es würde wohl noch
ne halbe Stunde dauern. Als ich sie frage, ob es denn hier Waschpulver
zu kaufen gäbe, bietet sie mir von ihrem an, ob mir den Tide recht
sei? Na klar, finde ich sehr nett. Sie hat mir jede Menge gegeben. Die
Wartezeit nützen wir für einen Besuch des Pools. Ich bin dann
mit Waschen an der Reihe, leider sind die weißen Socken nach dem
Waschgang immer noch rot vom Wave-Sand.
In Bicknell, 8 Meilen weiter, gehen wir im Aquarius-Restaurant
was essen. Es ist eine einsame Gegend hier und ich befürchte, dass
um 21.00 h die Fußwege hochgeklappt werden. Im Restaurant steppen
keine Bären und nachdem wir 15 Minuten sitzen bedient uns ein Teenie.
Wir bestellen und bekommen 10 Minuten später merkwürdig frittierte
Teile, wo wir nicht so genau wissen, was das sein soll. Stellt sich
dann als Scones heraus, obwohl es absolut nicht danach aussieht. Als
ich dann noch ein Messer ordere für das Fleisch, das ich bestellt
habe, erhalten ich einen sehr fragwürdigen Blick von der Bedienung
und widerwillig rückt sie dann eines heraus; haben die hier wegen
der letzten Messerstecherei alles verräumt? Ein wirklich merkwürdiger
Laden. Wir bekommen noch ein Refill, ehe wir um 20.30 h den Ort des
Geschehens verlassen. Morgen geht's nach Escalante.
Gefahrene Meilen: 226
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13. Tag Donnerstag, 23.09.2004
Torrey - Escalante - Panguitch
Um 7.00 h stehen wir bereits auf; ich konnte lange nicht
einschlafen, da unser Motelfenster direkt zur Straße geht und
da ging tatsächlich nachts jede Menge Verkehr vorbei. Packen, Frühstücken,
Auto einladen und los geht's. Es geht ein eisiger Wind, obwohl die Sonne
scheint. Wir fahren erst mal ein Stück in die falsche Richtung,
weil wir die Abzweigung zum Bryce Canyon glatt übersehen haben.
Also umdrehen und die 2 Meilen retour und richtig abbiegen.
Es geht nun stetig bergauf, wir werfen noch einen Blick ins Tal Richtung
Capitol Reef NP. Hier färben sich allmählich die "Aspens",
die Ähnlichkeit mit unseren heimischen Birken haben. Herrliche
Gelb-, Gelb-Grün- und Rottöne und ein stahlblauer Himmel.
Hier gibt es jede Menge freilaufende Kühe, die entweder auf oder
dann über die Straße laufen, wann sie gerade Lust dazu haben,
manchmal noch mit einem Kälbchen im Schlepptau; auch jede Menge
Wild gibt es zu sehen. Wir fahren über den Pass nach Boulder Richtung
Escalante und die Landschaft wechselt schlagartig, als wir wieder das
Grand Staircase erreichen.
Felsen in allerlei Farben von weiß, grau, rot, gelb und bläulich.
Vor Boulder begegnet uns auf der Straße ein Coyote - klar dass
der den Namen Coyote Ugly bekommt.
Nächster Ort ist Escalante, zwei Tankstellen, eine Schule, auf
deren Sportplatz die Erde gerade grün angesprüht wird (??),
ein paar Minishops und Übernachtungsmöglichkeiten - das wars
auch schon. Ehrlich gestanden, habe ich etwas mehr erwartet. Wir gehen
ins BLM Visitor-Center, das sich derzeit noch in einem Baustellencontainer
befindet und erkundigen uns nach den Gulches. Es sei möglich, jedoch
habe die Gravelroad dahin in den letzten Tagen durch den vielen Regen
gelitten; wir sollten sehr vorsichtig fahren und bräuchten mindestens
1 Stunde bis zum Trailhead.
Wir versuchen noch eine Brotzeit zu bekommen - Wurst, Käse und
Äpfel gibt es in guter Qualität zu respektablen Preisen, doch
frisches Brot ist hier nicht zu bekommen. Da wir auf "Knautschbrot"
keine Lust haben, müssen die zwei Bagels von gestern eben ausreichen.
Wir fahren auf die Hole-in-the-Rock-Road, die die ersten 30 Minuten
auch gut zu befahren ist, bis das erste Hindernis auftaucht.
Es geht durch einen Wash und dann zwar nur ein kurzes Stück bergauf,
für unser "normales" Auto schon eine Hürde. Beim
ersten Anlauf klappt es nicht, wir "stechen" mit dem Kühler
in die weiche Erde und die Räder drehen durch. Versuch Nr. 2 scheitert
auch, dann probieren wir es mit dem Hinterteil zuerst. Vorher noch mal
die Furchen platt treten, größere Steine wegräumen und
beim 3. Versuch überwinden wir das Hindernis. Das hätten wir
erst mal geschafft, wie sieht es aber danach aus? Die Gravelroad wird
immer dürftiger, etliche tiefe Auswaschungen, viel Vergnügen
bereitet die Fahrt nicht mehr. Als wir endlich die Abzweigung zu den
Gulches erreichen, wird es noch heftiger. Der Weg ist zu einem Drittel
weggespült; selbst für einen 4-WD nicht so ganz ohne. Ein
entgegenkommender Jeep mit zwei jungen Männern hält kurz bei
uns und uns wird geraten, am Rand dieses zerfurchten Weges zu fahren,
was wir dann auch machen.
Als wir fast den Parkplatz des Trailheads erreichen stehen
da selbstverständlich nur geländegängige Fahrzeuge; wir
sind hier die Einzigen, die aus dem Rahmen fallen. Die gute Stunde hierher
hat uns auch jede Menge Nerven gekostet. Jetzt gibt's erst mal Lunch
und dann starten wir mit Wasser ausgerüstet zu den Gulches. Irgendwann
kommt uns eine Gruppe mit Guide entgegen und von denen bekommen wir
zu hören "
schaut euch die zwei an, die sind noch sauber
"; im Peek-a-Boo ist es muddy and wet. Nachdem uns viel Spaß
und "enjoy it" gewünscht wird, steigen wir weiter ab;
es ist mittlerweile gut warm.
Als wir den Wash erreichen, dem wir zu den Gulches folgen sollen, sehen
wir auch schon zwei Paare vor dem Eingang des Peek-A-Boo stehen, davor
eine ziemlich große Wasserlache. Wir werden noch darauf hingewiesen,
dass es wohl nicht weit hinein gehe, das wollen wir dann doch selbst
sehen. Die Wasserlache ist gut auf Trittsteinen zu "begehen"
und tatsächlich versperrt uns dann nach 50 m in der Gulch ein mit
braunem Wasser gefülltes Potthole das Weiterkommen; wir können
auch nicht abschätzen, wie tief das ist. Wir sehen keine Möglichkeit,
dieses Wasserloch zu überwinden und drehen wieder um. Schade, es
ist nämlich richtig abenteuerlich hier und das macht Lust auf mehr.
Nächste Attraktion ist die Spooky-Gulch; an manchen Stellen so
eng dass Andy gerade noch so durchkommt. Wir gehen so weit wir kommen
und drehen auch da wieder um. Es ist ein wenig schaurig, durch die schmalen
Windungen des Slotcanyons zu schlüpfen. Für Leute mit Platzangst
oder Beklemmungsgefühlen ist das absolut nichts.
Wir gehen noch zum Eingang der Brimstone-Gulch, bis zum Chuck-Stone,
nur um uns den Einstieg anzusehen; dort geht es 3 m nach unten und ohne
Seil oder andere Hilfsmittel nicht mehr hinauf. Sieht nicht gerade einladend
aus und ist absolut nur für Leute mit Kletterausrüstung und
entsprechender Erfahrung.
Wir treten den Rückweg an; immerhin liegt noch ein
ganzes Stück Wegstrecke auf der Gravelroad vor uns, es klappt besser
als erwartet. Der kleine Absatz, der uns am Herweg zu schaffen machte,
wird gut und ohne Schaden überwunden.
Ein Halt noch am Devils Garden, den wir noch ausgiebig erkunden und
auf den Felsen herumklettern. Hier gibt es einen ganz idyllischen Grillplatz;
im nächsten Jahr werden wir das einplanen und uns da was brutzeln.
Wir nehmen wieder Fahrt auf, Ziel ist Panguitch. Die Fahrt dorthin ist
sehr schön, die Landschaft wechselt ständig, irgendwann gibt
es sogar saftige Wiesen. Wir nähern uns dem Bryce Canyon und bereits
an der Straße sind ein paar Felsnadeln in spektakulären Farbschattierungen
- die Sonne lässt diese so richtig leuchten - zu sehen.
Die Straße nach Panguitch führt durch den Red Canyon; auch
ganz hübsch anzusehen. In Panguitch suchen wir erst mal eine Bleibe;
das erste ist uns nicht gut genug, das Marianna Inn auch nicht und wir
landen schließlich im Best Western. 66,60 incl. Tax p. night mit
Frühstück.
Nachdem wir uns im Supermarkt mit Vorräten versorgt
haben gehen wir essen; das Restaurant hätte ebenso zu DDR-Zeiten
existieren können; die Einrichtung sieht jedenfalls danach aus
und das Essen haut uns nicht gerade um. Jetzt wissen wir wenigstens,
was sich hinter einem breaded Countrysteak verbirgt - eine Art paniertes
Fleischküchle (für Nichtbayern - Bulette). Den Abend lassen
wir mit Fernsehen und Tagebuch- sowie Kartenschreiben ausklingen.
Gefahrene Meilen: 209
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14. Tag, Freitag, 24.09.2004
Panguitch - Bryce Canyon NP
Um 8 h sitzen wir beim Frühstück und werden
von einem 3-fachen Vater angequatscht, woher wir denn sind und was wir
so machen. Als er seinen 3 kleinen Jungs erklärt - hey, die sind
aus Germany, wow - lässt das die Knirpse kalt, die machen lieber
Blödsinn und verstreuen ihre Fruitloops in alle Richtungen.
Es ist ziemlich frostig; auf dem Auto liegt eine dünne Eisschicht.
Erster Halt ist das Visitorcenter, wo wir uns erstmal einen kurzen Video
über den Bryce Canyon ansehen. An einer Infotafel ist zu lesen,
dass die Cottonwood-Canyon-Road impassable ist; also hat der Regen die
wohl auch ganz schön zugerichtet.
Wir fahren zum Sunrise-Point und staunen über die
farbenprächtigen Felsnadeln. Sie strahlen in der Sonne und sehen
spektakulär aus. Weiter zum Sunset-Point, wo wir den Navajo-Trail
hinunter steigen. Um kurz vor 10.00 h ist hier schon jede Menge geboten;
die engen Serpentinen des Navajo-Trail steigen wir im Gänsemarsch
ab.
Andy juckt der Fotofinger und er knipst was der Speicher hergibt.
Der Navajo-Trail kann mit dem Queens-Garden-Trail kombiniert werden,
den wir dann innerhalb von 2 Stunden gehen. Also nicht von den Zeitangaben
in den NP-Führern irritieren lassen, da wird dieser Trail mit 4
h angegeben - wir haben uns jede Menge Zeit gelassen. Nach einer ausgiebigen
Lunch-Pause mit vielen Squirrels, die nur darauf warten, dass mal was
ungewollt herunterfällt - leider Pech gehabt - fahren wir die Viewpoints
ab und genießen von jedem die Aussicht.
Letzter Stopp ist an der Bryce Canyon Lodge, die sehr rustikal und schön
aussieht; es gibt dort sogar ein kleines Postoffice. Im Giftshop ersteht
Andy einen Rangerhut und wir treten den Rückweg an.
Im Red Canyon noch ein paar Fotos und dann ins Motel. Es gibt nebenan
eine public library, der wir später einen Besuch abstatten und
den kostenlosen I-Net-Zugang nutzen, um für Las Vegas ein Motel
zu buchen. Hotels wie das Sahara, Stratosphere und etliche andere sind
ausgebucht und die noch Zimmer hätten, sind ziemlich teuer, also
entscheiden wir uns fürs Motel 8 für zwei Nächte.
Abendessen gibt's in einem Pizzaladen; als wir uns dorthin
zu Fuß aufmachen, werden wir wie Außerirdische betrachtet;
auch wenn's nur 50 m um die Ecke geht; hier geht keiner zu Fuß;
wir haben uns wieder mal geoutet.
Gefahrene Meilen: 90
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