USA 2004
The Great Southwestern Trail
Eine Reise durch die Staaten Californien, Arizona, Utah
und Nevada zu bekannten und weniger bekannten Orten, 27 Tage vom 11.
September bis zum 8. Oktober 2004.
1. Woche
1. Tag Samstag 11.09.04
München - London - LA (Hollywood)
Es ist mitten in der Nacht, als wir von E. abgeholt und
zum Flughafen nach München gebracht werden. Einchecken im (neuen)
Terminal II, noch ein Cafe und eine letzte Breze. Die brauchen wir jetzt
auch, da die Dame am LH Schalter keine Platzänderung mehr vornehmen
konnte und wir keine Sitze nebeneinander bekommen hatten. Maschine ausgebucht
- superklasse. Das müssen wir in London klären.
In London dann das ewig selbe Gerenne durch endlose Flure, lange Warteschlangen
vor dem Sicherheitscheck, Busfahrt ins andere Terminal und dann wird
die Zeit auch schon knapp; am Schalter erreichen wir wegen der Sitzplätze
auch nichts, müssen wir beim Boarding klären, welches bereits
begonnen hat.
Wir schaffen's irgendwie doch noch, nebeneinander zu sitzen. Der Platz
neben Andy bleibt lange Zeit leer und ich wechsle. Bevor die Maschine
zur Startbahn rollt kommt doch noch jemand, sie ist aber bereit zu tauschen
und dann hebt die 777 von United endlich ab. 9 Stunden später landen
wir bei herrlichem Wetter in L.A.
Das Einreiseprozedere geht schneller als vermutet; auf
zu Alamo. Bobby, der uns bedient bietet uns einen SUV für 10$ Aufpreis
pro Tag an. Wir lehnen ab, er meint nur, seine Unverständnis durch
Kopfschütteln unterstreichend
"immer dasselbe mit den
Deutschen, die fahren überall hin, da war noch nicht mal ein Ami,
aber sie wollen nie ein größeres, besseres und bequemeres
Auto. Wir bekommen einen Pontiac GrandAm in weiß, soweit ganz
o.k., im Kofferraum haben allerdings nur zwei große Koffer (einer
liegend, einer stehend) Platz. Da wir zu müde und zu k.o. sind,
ist uns das jetzt erst mal schnuppe, wir kramen den Stadtplan hervor
und fahren gen' Hollywood, wo wir ein Days Inn von zu Hause aus gebucht
haben. Es ist schwül und der Planet sticht - für uns total
ungewohnt. Auf dem Weg zum Motel halten wir bei einem Supermarkt, versorgen
uns mit reichlich Getränken und dann ab ins Motel. Ich sage noch,
ich ruhe mich nur ein Stündchen aus, aufgestanden bin ich nicht
mehr. Gegen 3.00 Uhr nachts waren wir dann natürlich putzmunter.
Gefahrene Meilen: 15
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2. Tag Sonntag 12.09.04
Hollywood - Santa Monica - Palm Springs
Um 6.30 h sind wir geduscht, angezogen und haben bereits
zusammengepackt. Gestern habe ich in der Straße, in der wir wohnen,
einen Starbucks entdeckt und da wollen wir jetzt hin.
Als wir das Motel verlassen, sind an beiden Motelausfahrten gelbe Sperrbänder
gespannt und auf der Straße ist die Polizei auf Motorrädern
in Massen unterwegs. Wir gehen bis zur Kreuzung und fragen mal - heute
Vormittag findet ein Radrennen statt und wenn wir das Auto in eine Seitenstraße
fahren wollen, müssten wir das gleich tun, ansonsten bis 12.00
Uhr warten.
Also wieder zurück; Andy holt das Auto und ich hebe die Bänder
hoch, damit er drunter durchfahren kann. Er ist noch nicht durch und
schon kommt ein Cop mit Motorrad und Sirene angeprescht und motzt uns
an, was wir da machen. Ich lasse mich nicht einschüchtern und quatsche
dagegen, dass wir das dürfen, jawoll. Einer, den wir vorher gefragt
haben, kommt dazu und meint, das wär schon o.k., wir sollen hinter
ihm herfahren. Jetzt bekommen wir auch noch Geleitschutz bis zur nächsten
Kreuzung (20m). Wir parken das Auto und jetzt erst mal Kaffee. Andy
sieht sich nicht genug und bestellt die zwei größten Becher,
je ca.0,5 l.
Gestärkt geht es in den Griffith Park zum Observatorium.
Da sind jede Menge Walker, Jogger, Herrchen und Hunde, die sich die
Zunge heraushecheln, unterwegs. Es ist noch angenehm kühl und wir
gehen mit der Meute ein Stück den Berg hinauf. Aussicht hat man
von hier oben keine, außer Smog soweit das Auge reicht. Nach einigen
Schritten merken wir, dass wir wohl doch nicht so fit sind, wie wir
glauben - Jetlag.
Es geht wieder hinunter, wir wollen am Walk of Fame einige Sterne und
das Mans Chinese Theatre anschauen. Die Hitze nimmt zu und ohne was
zu Trinken hält man es auch hier kaum aus. Alles ganz nett, aber
nicht besonders spektakulär. In einem Supermarkt versorgen wir
uns mit einem Imbiss und fahren zum Santa Monica Pier. Auch ganz nett,
jede Menge los hier, ein bisschen Sand in den Schuhen, mal das Wasser
testen, den Badenden und Rettungsschwimmern zuschauen und dann geht
es raus aus der Stadt nach Palm Springs.
Auf dem Weg dorthin finden wir einen Walmart und kaufen
uns das wichtigste Utensil - eine Kühlbox. Die wird auch gleich
mit Eis von Jack in the Box befüllt. Ich komme mir saublöd
vor, den Getränkebecher immer wieder mit Eis zu füllen und
dann hinaus zum Auto zu stürzen, um die Eisbox (eine kleine wohlgemerkt)
zu bestücken.
Palm Springs - eine Oase mitten in der Wüste, mit Golfplatz versteht
sich. Alles ist grau außen herum, Sand, Steine, dürre Gewächse
und hier Palmen en masse. Ein ganz nettes Örtchen. Wir nächtigen
in der Travellodge, die Temperaturanzeige hat bereits ihr Ende erreicht
- bei 50 °C geht's nicht mehr weiter. Es ist wirklich irre heiß
und der Pool mit Badewannentemperatur bietet auch keine Erfrischung.
Bei Dennys gehen wir was essen (vor 7 Jahren fand ich das Essen besser
als heute), wir besorgen noch Milch fürs Frühstück im
Liquor Store und das wars auch schon.
Gefahrene Meilen: 60
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3. Tag Montag 13.09.04
Es gibt Cornflakes mit flüssiger Sahne zum Frühstück;
Andy hatte gestern Half & Half gekauft und das ist Sahne. Na was
soll's, was anderes haben wir nicht. Als wir das Motel bezahlen lese
ich auf einem Schild "This area contains chemicals known to the
State of California to cause cancer and birth defects or reproductive
harm" - klingt ja "strange". Wieso machen dann hier die
Californier bevorzugt Urlaub?
Wir fahren zum AAA-Büro und versorgen uns mit Tourbooks
und Kartenmaterial. Unser Auto riecht wieder mal sehr streng nach Krankenhaus;
Andy hat seit gestern Kopfweh vom verkrampften Sitzen im Flieger. Ich
habe eine Salbe gekauft und die riecht wie Tic Tac Wintergreen hoch
fünf; so kann ich das Menthol inhalieren und bekomme wenigstens
keinen Schnupfen.
Es
geht zum Yoshua Tree NP - finden wir ganz klasse. Die Berge hier sind
wie aus einem Märchen, zu Gruppen angeordnet, teilweise ganz rund
und überall sausen Squirrels rum. Man fährt ganz bequem zu
den einzelnen Aussichtspunkten; hier zu campen stelle ich mir auch ganz
toll vor. Allzu große Anstrengungen sind heute noch nicht drin;
die Temperatur und der Jetlag machen uns immer noch zu schaffen. So
lassen wir auch den Aufstieg zu einem Lookout bleiben und sehen uns
das an, was mit dem Auto und nur kurzen Fußmärschen zu erreichen
ist. Im Visitorcenter in Twentynine Palms machen wir noch Halt, da gibt
es noch einige interessante Info's zum Park.
Geplant ist, die 62 nach Flagstaff zu fahren. Wir sind
ca. 30 Min. in eintönigster Gegend auf der 62 unterwegs als es
plötzlich heißt "Road closed due to flooding".
Na klasse, dass wenigstens nach x-Meilen dieses Schild kommt und nicht
gleich am Anfang. Wir beratschlagen, sind uns zu unsicher um mit unserem
Auto das Wagnis zu begehen und drehen wohl oder übel wieder um.
Die Umfahrung der 62 ist auch gesperrt, da weist wenigstens gleich zu
Anfang ein Schild darauf hin. Es ist bereits 14.00 h und wir haben noch
jede Menge Wegstrecke vor uns. Erst mal Mittagspause und weil kein geeigneter
Picknickplatz in der Nähe und es in praller Sonne zu heiß
ist, essen wir im Auto. Wir müssen wieder in den Yoshua-Tree-NP
zurück (die nette Dame am Parkeingang bemängelt auch, dass
nichts Genaues über den Zustand der 62 bekannt ist) und es geht
endlos durch den Park, bis wir endlich zur I 10 Richtung Phoenix kommen.
Andy ist von meiner Fahrweise schon total schlecht; Kopfschmerzen
hatte er ja schon vorher. Jetzt geht es wenigstens geradeaus weiter,
Tempomat ein und aufpassen muss ich lediglich auf die vielen zerfetzten
Reifenteile unzähliger Trucks, die hier unterwegs sind. Sobald
wir die Grenze von Arizona erreichen, tauchen die berühmten Kakteen
mit den Armen auf; als hätten sie das Kommando erhalten, ab hier
zu wachsen. Wir machen an einem für meine Begriffe sehr sauberen
und ordentlichen Rastplatz ein paar Minuten Pause, ehe es nach Phoenix
bzw. Peoria weitergeht. Um 19.00 h beziehen wir ein Zimmer im Comfort-Suites-Motel
für 53$ + Tax. Da kann man nicht meckern; klasse Zimmer mit Frühstück.
Um 20.00 h sind wir zum Essen startklar; draußen hat es um die
30 °C, im Pancake-Haus kommt man sich vor wie in einem Eiskeller.
Gefahrene Meilen: 517 (mit viel Umwegen wegen Straßensperrung)
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4. Tag Dienstag 14.09.04
Peoria (Phoenix) - Sedona - Flagstaff - Williams - Grand
Canyon
Um 7.30 h sind wir bereits beim frühstücken;
es gibt eine gute Auswahl - ich versuche mich das erste Mal im Waffelnbacken
und es gelingt. On the road again und in Anthem fahren wir zu einem
Outlet-Store; eigentlich wollten wir nen Supermarkt, aber egal. Wir
gehen ledglich in zwei Geschäfte (soll später noch anders
kommen) und nach einer Stunde sind wir wieder unterwegs; so richtig
Lust zum Shoppen haben wir noch nicht.
Es geht auf ein Hochplateau (4.000 feet immerhin), die
Landschaft wechselt und als wir Richtung Sedona fahren tauchen die ersten
roten Felsen und Berge auf - Marlboro-Country-Feeling. Da bereits Mittag,
testen wir Wendy's und besichtigen anschließend etliche Kunstgewerbeläden.
Ganz tolle - wenn auch unnütze, aber schön anzuschauende -
Sachen aus Glas, Metall, witzige Uhren
usw. gibt es hier. Durch den Oak-Creek-Canyon geht es hinauf nach Flagstaff.
Endlich finden wir mal einen Safeway, können unsere Customer-Card
von vor 7 Jahren immer noch benutzen und sparen!
Die letzte Etappe nach Williams ist auch bald geschafft und um 16.00
h beziehen wir unser Zimmer in der Travellodge. Es ist zwar sauber,
aber schon sehr abgewohnt. Hätten mal besser das etwas teurere
Howard Johnes-Motel nehmen sollen.
Eine Stunde später nehmen wir die 50 Meilen in Angriff
zum Grand Canyon; wir wollen zum Sonnenuntergang da sein. Die Strecke
zieht sich ewig, bis wir endlich am Parkeingang sind. Da die Landschaft
nicht so spektakulär ist, wage ich ein Nickerchen und werde erst
wach, als wir in den Park fahren und im Village nah an der Shuttle-Bushaltestelle
einen Parkplatz finden.
Ziel ist Hopi-Point. Die Fahrerin erwähnt und betont ständig
Hopi-Point und das immer wiederkehrende fast melodische "Doors
closing" werden wir wohl nicht mehr vergessen. Wir ruckeln also
zum besten Aussichtspunkt für den sunset und da ist ganz schön
viel los. Viele Fotografen stehen rum und warten auf den besten Moment.
Als
ich den ersten Blick auf den Grand Canyon werfe, bleibt mir schlichtweg
die Luft weg, so beeindruckt bin ich. Diese unendliche Weite - es ist
nicht zu beschreiben.
Trotz Menschenmenge versuchen wir, den Sonnenuntergang
zu genießen; er ist zwar nicht sooo spektakulär, aber für
uns sehr schön. Alle auch noch so guten Fotos können nicht
das wiedergeben, was das menschliche Auge in der Realität wahrnimmt
und alle Beschreibungen treffen nicht den erlebten Eindruck. Die Fahrt
zurück zum Village schaffen wir mit dem 3. Bus, der kommt und dann
geht's wieder nach Williams; bei Nacht sind die 50 Meilen dorthin auch
nicht kürzer. Es hat einen tollen Sternenhimmel und ich sehe eine
Sternschnuppe; na wenn das nicht Glück bedeutet.
Im Route 66-Diner gehen wir noch was Burgermäßiges essen.
Gefahrene Meilen: 297
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5. Tag Mittwoch 15.09.04
Williams - Tusayan - Grand Canyon - Page
Für Andy war die Nacht sehr unruhig; ständig
haben die endlos langen Züge in Williams gehupt, mich hätte
man wohl davontragen können, ohne dass ich es gemerkt hätte.
In Tusayan sehen wir uns im Imax den Film von National
Geographic über den Grand Canyon an; auch das ist sehr beeindruckend
- vor allem, wenn man nicht viel Zeit für den Grand Canyon eingeplant
hat wie wir.
Dann weiter in den Park, zum Mathers Point (Picknick mit atemberaubender
Aussicht), ins Visitor Center und zum Village. Von dort nehmen wir wieder
den Shuttle, diesmal bis Hermits Rest und laufen am Rim entlang bis
zum Mohave-Point. Es ist sehr warm und das Gehen am Rim ist nicht so
ganz ohne; keine Absperrung, kein Gitter, immer nah am Abgrund und man
hat die Augen ständig auf den Pfad gerichtet. Nach 2 Stunden und
5 km Strecke ist's genug; wir wollen ja heute noch weiter. Gegen 16.00
h sind wir wieder im Village, leeren trotz genügend Wassers während
des Wanderns mehrere Dosen kaltes Mountain Dew und fahren den East Rim
entlang Richtung Cameron; nicht ohne noch etliche Male an den Viewpoints
anzuhalten. Andy fotografiert was das Zeug hält. Am Navajo-Point
steigen wir noch kurz vor Schließung den Turm hinauf, bestaunen
die Aussicht. Ein Blick in das aufgeschlagene Besucherbuch - schreibt
doch tatsächlich ein Ami, hier wäre ein schöner Platz
zum Golfen
?!
Wir verlassen den NP, es geht ins Land, das den Native
Americans gehört. Ein paar vereinzelte Hütten, Verkaufsstände
die bereits geschlossen sind, viel weites Land, ein Canyon - sonst nichts.
Die Sonne geht bereits unter und auch heute hätte es vom sunset
am Hopi-Point bestimmt eindrucksvolle Bilder gegeben. Die Rauchschwaden
des Waldbrandes am North-Rim, der bereits seit 2 Tagen unter Kontrolle
gehalten wird, zieht sich weit ins Land. Cameron ist nur eine winzige
"Station" - für mich nicht der Rede wert und wir beschließen,
die 60 Meilen bis Page auch noch in Kauf zu nehmen. Es ist nun dunkel
und hin und wieder riecht es heftig nach Rauch.
Um kurz vor 20.00 h kommen wir in Page an, mieten uns
im Motel 6 für 3 Nächte (für 49,49 § + Tax p.N.)
ein und gehen im Pizza-Hut noch schnell eine Pizza essen.
Gefahrene Meilen: 210
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6. Tag Donnerstag 16.09.04
Page - Paria Ranger Station - Lower Antelope Canyon -
Page
Es ist 6.30 h morgens, als ich unsanft aus dem Bett geworfen
werde; wir müssen um spätestens 7.30 h in der Paria-Contact-Station
für die Auslosung der 10 Wave-Permits sein, die Auslosung beginnt
um 8.00 h. Eigentlich um 9.00 h Utah Zeit aber den Zeitunterschied Utah
: Arizona (- 1 h) machen wir nicht mit. Was zu Trinken eingepackt und
los geht es.
Ca. 45 Min. später biegen wir am Milemarker 21 von
der 89 ab und sind auch schon da und mehrere andere die zur Wave wollen
auch. Zettel ausfüllen und warten, die Spannung steigt, als bereits
9 Personen das Permit erhalten und wir gottlob zum Schluss noch gezogen
werden, sind wir glücklich. Der Ranger drückt ein Auge zu;
diesmal werden 11 statt 10 Permits vergeben. Man zeigt uns Fotos, es
gibt eine Kopie einer Karte sowie mündliche Erklärung. Ich
denke nur, na hoffentlich finden wir hin. Wir zahlen unsere 10 $ gerne
und dann geht's zurück nach Page, erstmal was frühstücken.
Übrigens wer nicht ausgelost wurde und am nächsten Tag wieder
mit dabei sein will, bekommt dann 2 Zettel mit seinem Namen in die Schale.
Am dritten Tag wären es dann 3, um die Chance zu steigern und das
geduldige warten zu belohnen.
Heute lassen wir uns mal Zeit, der Walmart neben dem Motel
wird durchstöbert und gegen 11.30 h geht's zum Lower-Antelope-Canyon.
Der Eintrittspreis von 17,50 $ p.P. ist heftig. Ein Navajo-Teenie bringt
uns zum Einstieg und mir fällt erst mal meine Wasserflasche ein
paar Meter runter. Na klasse, der wird sich seinen Teil denken, aber
was solls.
Hier sei angemerkt: Wer den Hin- und Rückweg im Canyon geht, braucht
selbst bei Hitze kein Wasser, wenn man vorher etwas getrunken hat, denn
unten ist es angenehm kühl. Die Flasche stört nur, auch Rucksack
oder Bauchgurt. Ich musste meine Flasche die ganze Zeit tragen, und
das hindert einen an manchen Stellen am Vorwärtskommen, da man
beide Hände braucht. Wer den Weg außerhalb des Canyons zurückgeht,
kann was "Flüssiges" einpacken.
Wir
sind beeindruckt, von den Windungen, die das Wasser im Laufe der Jahrtausende
in den Stein gegraben hat, von den unterschiedlichen Farben des Steins,
die der Lichteinfall hervorruft. Aus dem Staunen kommen wir nicht mehr
raus und so ist am Ende des Canyons klar, dass wir auch darin wieder
den Rückweg antreten; viele Leute sind sowieso nicht unterwegs
und die paar Fotografen stören niemanden. 1 Stunde später
tauchen wir voller Begeisterung wieder aus der angenehm kühlen
Unterwelt auf.
Unsere Idee, am Lake Powell irgendwo unseren Lunch einzunehmen
ist nicht so leicht umzusetzen; man kommt hier nirgends ans Wasser und
an den Marinas gibt es nur die Bootsanleger. Wir fahren zur Antelope-Marina,
dort wird momentan noch gebaut und wir sitzen im Schatten einer gemauerten
Säule auf der Baustelle. Nicht wirklich super, aber dafür
mit Panoramablick. Den Nachmittag verbringen wir mit relaxen und einem
Bad im eiskalten Pool des Motels.
Gegen Abend geht's noch zum Horseshoe Bend; wir sind dort bis auf zwei
Mädels allein. Der Colorado funkelt grün, glitzert im Abendlicht
und zieht dort eine majestätische Schleife. Sehr schön, doch
für Fotos zu diesem Zeitpunkt nicht geeignet. Wir können ja
übermorgen noch mal herkommen.
Im Zapatas gehen wir Tex Mex essen. Wir können draussen
sitzen, was mir sehr gefällt; es ist angenehm warm und ich bin
froh, nicht einer extrakalten Klimaanlage im Inneren des Restaurants
ausgesetzt zu sein. Ein anschließender Besuch im Safeway, Karten-
und Tagebuch-Schreiben runden den Tag ab..
Gefahrene Meilen: 104
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7. Tag Freitag 17.09.04
Page (AZ) - The Wave (UT) - Page
Heute ist also Wave-Day; very exciting. Wir packen unseren
Rucksack und fahren vorher noch zum Paria-Movie-Set. Beinahe hätten
wir die Kopie des Kartenausschnitts für die Wave im Motel vergessen,
also noch mal zurück und diese auch eingepackt.
Der Weg, eine rote sandig-staubige Gravelroad, zum Movie-Set
ist
schon westernmäßig. 1900 ließen sich hier in einem
malerischen Tal die ersten Siedler nieder, es gab dort mal einen Fluss
und dies macht das Niederlassen hier plausibel; ansonsten scheint das
zwar landschaftlich reizvolle Gebiet am Ende der Welt.
Die ursprüngliche Kulissenstadt, die für das Drehen etlicher
Western genutzt wurde, steht wegen sintflutartiger Regenfälle in
den 90ern nicht mehr, es gibt nur noch zwei neu aufgebaute Gebäude,
die an das Movie-Set erinnern. Wir gehen zum Friedhof, sehen uns ausgiebig
um und nehmen dann unser Lunch im Lost-Lady-Saloon ein, da wir hier
gegen den vom Wind aufgewirbelten Staub und der Hitze ein wenig geschützt
sind.
Gegen 12 h brechen wir auf zur Houserock-Valley-
Road,
die zum Wirepass-Trailhead, dem Ausgangspunkt zur Wave führt. Es
sind etliche Washs zu durchqueren, aber auch mit normalen PKw gut zu
fahren, die Gravelroad zieht sich ganz schön hin. 1 h später
ist der Parkplatz erreichet, wir schnüren die Stiefel, packen den
Rucksack mit etlichen Flaschen Wasser und nach 10 Minuten kommen uns
bekannte Gesichter von der Auslosung entgegen; ich denke mir nur, die
haben es schon hinter sich, was erwartet uns?
Es ist irre heiß und beim ersten Anstieg rinnt der Schweiß.
Nachdem wir uns registriert haben geht es durch tiefen Sand "querfeldein",
Fußspuren sind zu sehen und der erste markante Hügelrücken,
über den wir drüber müssen. Bis jetzt ist noch alles
klar, dann begehen wir aber den Fehler und steigen auf der anderen Seite
des Hügels ab anstatt uns recht zu halten; die uns gezeigten Fotos
kann ich überhaupt nicht einordnen, hier sieht alles ähnlich
aus. Wir stapfen durchs Gelände, schwitzen wie verrückt und
uns beschleicht das unsichere Gefühl, dass wir falsch sind. Die
1 h 20 Min., die man zur Wave brauchen soll, haben wir bald erreicht.
Da wir wie in einer Art Tal sind und somit die Gegend nicht überblicken
können quälen wir uns wieder auf einen Hügel hinauf und
dann entdeckt Andy in der Ferne Leute; da müssen wir hin! Also
korrigieren wir unsere Route und nach weiteren 20 Minuten anstrengendem
Fußmarsch über Stock und Stein und Buttes begegnet uns ein
Ehepaar, das uns versichert wir seien auf dem richtigen Weg und in 5
Minuten da.
Hurra, wir haben es geschafft und der erste Blick in die
Wave verschlägt uns die
Sprache. Dort treffen wir auf ein sehr nettes Paar aus Bremen, die vor
uns am Movie-Set waren. Wir kommen sofort ins Gespräch und erkunden
gemeinsam die Wave, fotografieren was das Zeug hält und machen
uns dann auf die Suche zur 2nd Wave und den Burger Rock. Wir kommen
aus dem Staunen nicht mehr heraus; diese Farben und Gesteinsformen,
die die Sonne so richtig leuchten lässt. Wir lassen uns Zeit, das
alles zu genießen und treten gegen 16.30 h gemeinsam den Rückweg
an, den wir dann auch richtig gehen. Die Strecke ist bald geschafft,
haben wir uns doch ständig was zu erzählen und wirklich nach
1,20 h sind wir wieder am Auto; angefüllt mit den unbeschreiblichen
Eindrücken und glücklich, die Wave gefunden zu haben.
Es geht im Konvoi zurück nach Page, Anja und Markus
übernachten auch im Motel 6 und nachdem wir der Körperpflege
ausreichend Raum eingeräumt haben, gehen wir zusammen noch in ein
Steakhouse was essen. Das war für uns alle ein super-klasse Tag,
den wir sicher nie vergessen werden.´
Gefahrene Meilen: 113
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