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Neuseeland 1991/92

14. Dezember - Samstag - 78. Tag - 12. Woche

Über Te Anau, wo wir noch Coke kauften, fuhren wir auf dem Highway 94 zum Milford Sound. An ein paar Stellen hielten wir an um die Landschaft zu genießen und Fotos zu knipsen. 2 Busse mit Japsen machten das Gleiche, auf einer Brücke hätten wir beinahe einen davon überfahren.
Der 1,2 km lange Homer Tunnel ist ja der absolute Hammer. Erstens ist es stockfinster, so dass man nicht mal die Hand vor Augen sieht und unser Licht ist ja nicht das Beste, Zweitens komplett Schotter mit Schlaglöchern und regnen tuts auch noch. Dafür ist am Ende des Tunnels prima Wetter, was ja nicht selbstverständlich ist, bei 300 Regentagen, wegen dem starken Wind ist es auch Sandlies frei.
Klick mich und ich werde gross...Wir liefen zu den Bowen Falls und hatten von dort einen schönen Blick auf den 1700m hohen Mitre Peak, der höchste Berg, der direkt aus dem Meer aufsteigt. Auf dem Rückweg bogen wir auf die Strasse nach Hollyford ein und sahen uns die 305m tiefen Humboldt Falls an. Eine alte Swingbridge über den Hollyford sahen wir auch noch. Am Parkplatz zum Marian Lake blieben wir, aber mit kochen im freien ist nichts, alles wimmelt nur von Sandflies, dann wird halt gefastet und Bier getrunken, was anderes haben wir nicht.

15. Dezember - Sonntag - 79. Tag

Ein gutes Frühstück und dann gleich auf den Lake Marian Track. Der Weg führt über eine Hängebrücke und entlang eines Gebirgsbaches. Dann wird der Weg immer unüberschaubarer, er besteht jetzt aus Steinen und Wurzeln überwachsen von Farnen. Baumstämme liegen auch über den Weg und man immer die nächste Markierung suchen, sonst kommt man vom Weg ab. Nach ca. 1,15 Stunden haben wir es dann geschafft, ein herrlicher Gebirgssee liegt vor uns.
Thomas testet mal das Wasser und da wir alleine sind entledigen wir uns der Kleidung und springen ins doch etwas kühle Naß. Da wir kein Handtuch dabei haben, setzen wir uns einen Stein und überlassen das der Sonne. Der Rückweg gestaltet sich dann recht einfach.
Wir fahren wieder den Weg zurück auf den Highway, aber langsam und Sprit schonend, um mit dem Tankinhalt noch bis Te Anau zu kommen, was gelang. Dafür haben wir ein Loch in einem Reifen, schon wieder. Ein Stein steckt tief drin und das ausgerechnet noch in einem guten Reifen. Aber das Jammern hilft nix, das Ersatzrad muss drauf und ein Ersatz her.
Vom Burger Bus holen wir uns Fish and Chips, was sehr gut schmeckte, aber mein Sweatshirt ist jetzt mit Ketchup verkleckert. Im Motorcamp duschen wir noch und fahren danach wieder zur Rubbish Dump in Manapouri.

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16. Dezember - Montag - 80. Tag

Klick mich und ich werde gross...Die Nacht war kalt und ich konnte auch nicht gut schlafen. Es gibt nix zu essen, also fahren wir gleich los in Richtung Invercargill, entlang der Southern Scenic Route. Das Land wird flacher und es sind auch wieder Schafe zu sehen. An der Southcoast angekommen ist die See ganz ruhig und das Wetter super.
In Invercargill gehen wir als erstes ins Liquorland, Stoff kaufen, es gibt Steinlager und Speights. Einen Reifenhändler finden wir auch und kaufen zwei 185er für 110 $. Die Reifen sehen zwar nicht so gut aus wie die anderen zwei, aber was solls, uns werden die schon noch aushalten. Der Service ist hier auch nicht so gut wie in Queenstown, kein Auswuchten, kein Rost abbürsten von der Felge und die Muttern werden auch nicht nachgezogen.
Im Pack´n´Save kaufen wir für 85 Kiwi Dollar ein, lauter gute Sachen die es in den letzten Tagen nicht gab. Wir sehen uns dann noch die Geschäfte des Zentrums an und kaufen Beer T-Shirts und Filme. Mein Geldbeutel ist leer und ich muss auflappen bei einer Bank.
Klick mich und ich werde gross...Am Bluff Hill Lookout, dem südlichsten Punkt in NZ, sehen wir ins flache Land, auf die Aluminium Smelter, die Foveaux Strait und Stewart Island. Es gibt jetzt wieder unsere guten Sandwiches, das erste Essen heute, mit Wurst, Tomaten, Zwiebeln, Chili, Garlic und Semmeln. Echt scharf das Zeug. In den Schlafsack kroch ich heute mit Jogginghose und Sweatshirt und konnte gut schlafen.

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17. Dezember - Dienstag - 81. Tag

Klick mich und ich werde gross...Nach dem Müsli fuhren wir wieder in die Stadt. Wir tanken für 96,9 Ct/l, so wenig haben wir noch nie bezahlt. In Invercargill hängt schon die Weihnachtsdeko und es ist nicht so viel los, ein ungewohnter Anblick für uns. Wir fahren weiter, wieder mal eine Schotterstrecke, die sich Highway 92 nennt. Ganz kurios, ein Rinderschädel dient auf einer abgelegenen Ranch als Breifkasten.
Am Parkplatz der Cathedral Cove warten wir 2 Stunden auf low tide, 2 andere beladen ein ATV mit Stoff und Partyzeugs und düsen den Weg runter, wir laufen auch hinterher. Die Höhlen sind echt riesig, daher auch der Name. Plötzlich kommen große Wellen und ich werde natürlich naß gemacht und wir gehen wieder zurück.
Die Schotterstraße führt weiter an einem See und Wasserfall vorbei und dann raus zu Jacks Blowhole. Vorher kochen wir noch Spaghetti mit Tomatensoße, was sehr gut schmeckte aber zu wenig war. Am Strand vorm Blowhole stehen wir nun und warten bis die Flut kommt. Auf dem Weg zum Blowhole mussten wir über eine Rinderweide , wo ein Stier bedrohlich nahe kam, aber wir verdrückten uns schnell. Das Hole selber war sehr groß und 200 m im Land gelegen, darunter brechen die Wellen herein und ließen das Loch entstehen. An einem Inlet sitzen wir dann und sehen dem wunderschönen Sonnenuntergang zu.

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18. Dezember - Mittwoch - 82. Tag

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir noch ein Stück auf Schotter und dann wieder mal Teer nach Dunedin. Wir fanden auch gleich einen Parkplatz in der Stadtmitte, wo man länger parken kann. Die Stadt befindet sich voll im Weihnachtstrubel, es sind viele Menschen auf den Strassen, in den Geschäften erklingt Weihnachtsmusik, alles ist dekoriert und der Nikolaus läuft auch schon rum. Wir sehen uns einige Läden an und sitzen dann lange auf einer Bank im Oktagon. Es macht uns Spaß den Leuten zu zusehen. Den alten Bahnhof sehen wir uns auch noch an und den Abbruch eines alten Steinhauses. Die kratzen sogar den Dreck von den Ziegelsteinen und verpacken sie.
Klick mich und ich werde gross...Wir düsen auf den Cargill Lookout, der 676 m über der Stadt liegt. Von hier aus kann man schön über Stadt, Land und die dahinter liegende See blicken. Wir essen unsere guten Sandwiches und vertreiben uns die Zeit, sehen einem schönem Sonnenuntergang zu. Zum schlafen bleiben wir gleich hier, obwohl ein kalter Westwind weht.

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19. Dezember - Donnerstag - 83. Tag

Weil die Milch aus ist, starte ich gleich in der Früh ein Experiment. Milch aus der Tube mit Wasser vermischen, sieht aus wie normale Milch, schmeckt wie gezuckertes Milchwasser. Im Notfall kann man damit sein Müsli machen, heut aber nicht. Ich fahre den bloody Hill runter und Thomas kauft erst mal Milch. An der Universität von Dunedin parken wir und essen erst mal was. Da wir schon mal in der Nähe eines Klo sind, benutzen wir das auch ausgiebig.
Wir schauen uns das Otago Museum an, hier ist wieder alles zu sehen, von den Maori über Rhino´s, Löwen, Kroko´s, Schlangen, Bären, kurz Tiere von überall her. Dann geht die Ausstellung weiter mit Schifffahrt, Ägypten, Japan, China, Griechenland, Rom, Insekten, Fische und Vögel. Abartig was in so einem Museum alles Platz findet. Wir laufen hinterher in die City und kaufen uns im Canterbury Shop wieder mal ein T-Shirt und im Sale eine Shorts. Im Warehouse stöbern wir auch alles durch, lauter Schrott den es hier zu kaufen gibt. Dann holen wir uns noch Karten im AA Office und fahren danach raus zum Taiaroa Head, die Halbinsel vor Dunedin. Hier leben die Royal Albatross, Pinguine und Seehunde. Wir sahen leider keine von diesen Tieren, da alles wieder Eintritt kostet und wir diesmal kein Geld ausgeben wollten. Dafür sahen wir an der Küste viele Möwen und Little Shag niesten. Ein Seehund lag auf einem Stein, das wars aber auch schon. Auf dem Rückweg fuhren wir bei Lanarchs Castle vorbei, aber dort kostets ja schon bevor man das Haus sieht und in den Park fahren will.
Wir kochen unser Süppchen hier, neben einer Schafweide, schmeckt gut. Zum pennen, fahren wir wieder auf den Berg. In der Stadt fängt es an zu regnen und auf dem Hill weht wieder ein kalter Wind. Thomas versucht sich als Friseur, er schneidet mit die Haare um die Ohren weg. Das macht er ganz gut und ist billig. Wir rechnen noch den Kurs zwischen US$ - NZ$ und DM - NZ$, dabei kommt raus, dass wir mit unseren US$ schlechter dran sind, wir verlieren mit jeder Mark die wir tauschen 5 Pf.

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20. Dezember - Freitag - 84. Tag

Am Morgen hatte ich schon ziemlich viel Pech. Erst lies ich meine Banane fallen und dann rutschte mir das Messer vom Essbesteck aus der Hand, als ich das Endstück der Banane wegwerfen wollte. Ich sah zwar noch wo es ungefähr landete, aber das nützte nichts, das Gras war so hoch und dicht, außerdem gab es dort zu viele Löcher. Das Messer konnte trotz langer Suche nicht gefunden werden. Tschüß OFW 82 Bund Messer.
Klick mich und ich werde gross... Zum einkaufen fuhren wir dann in die City, dort herrschte totaler Trubel. Also weiter raus zum Woolworth Supermarkt, dort war alles recht billig, wir zahlten aber dennoch 62 Lappen. Vollgetankt haben wir auch noch. In Palmerston (South) füllten wir die Wasserflaschenauf und bogen nach Moeraki ab und parkten das Auto um zu den Boulders zu laufen, aber es waren keine zu finden. Den Berg rauf, runter, rauf und nix zu sehen. Wieder zurück zum Auto, auf dem Highway und da war auch schon ein Schild, warum nicht gleich? Ein kleines Stück am Strand entlang und da lagen sie auch schon, die Moeraki Boulders. Ich hatte sie mir größer vorgestellt, na ja es geht wieder zurück nach Palmerston und in die Berge von Central Otago. Bei einer Mars Pause verarschten wir ein paar Schafe, zum lachen. Die Berge sehen stark aus, so wellig und nur mit braunem Gras bewachsen. Es sieht aus wie in den USA, in den Städtchen wie Ranfurly und Alexandra ist alles grün und außerhalb alles kalh und felsig. Auf dem Berg in Alexandra ist eine riesengroße Uhr. In Clyde steht ein nagelneuer Staudamm, im Tal dahinter wird noch feste gearbeitet, sogar die Nacht durch, es stehen überall Scheinwerfer. Die Baustelle zieht sich auf 30 km hin, riesige LKW´s und Bagger düsen rum, Tunnel werden gebohrt und gegraben und Sprengungen sind auch zu hören. Alles arbeitet hier, bevor der Clutha River angestaut wird, vielleicht suchen sie noch nach Gold. In Cromwell wollten wir duschen, aber dort ist kacke in den Campingplatz zu kommen. Wir düsen weiter und fahren einen Seitenweg ab, am Ende führt ein Bach vorbei, hier kann man sich gut waschen. Wir steigen rein ins kühle Naß und duschen uns, herrlich. Das Essen wird auch hier vorbereitet, aber wegen Sandflies Alarm wird abgebrochen und weiter gefahren. Die Viecher sind hier wieder überall, wir stehen jetzt woanders und essen im Auto, das geht auch. Es ist auch sehr lange sehr warm. Dieses warme Klima von Central Otago sind wir nicht gewohnt. Wir hören im Radio den Sender aus Queenstown und 4XO-FM aus Dunedin.

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21. Dezember - Samstag - 85. Tag - 13. Woche

Das war eine Nacht, in der Hitze, beim Frühstück stören einen die Sandflies schon, aber nur wenn der starke Wind nachlässt. Ansonsten bläßt es einem das Müsli aus dem Teller, aber die Sonne scheint. Wir fahren durch die Steppe Otagos, Berge die vollkommen mit braunem Gras bewachsen sind und schön die Landschaft gestalten. Am Lindis Pass sieht es besonders schön aus, gefällt mir. Vor Twizel erreichen wir die Grenze zwischen Klick mich und ich werde gross... Otago und dem Mc Kennzie Country, bei einem grün schimmernden Stausee. Der sieht vielleicht gut aus, von den Bergen sieht man aber große schwarze Wolken kommen. Entlang des Lake Pukaki, der genauso grün und milchig aussieht, fahren wir bei enormen Gegenwind nach Mt. Cook. Dort regnet es leider schon, wir sehen uns das Park HQ an und einen Souvenir Shop. Im Shelter, eine Halle für Backpacker, rasieren wir uns und essen auch bis das Brot alle war. Ich fuhr schnell eins kaufen, damit man den zerlaufenen Käse noch essen kann. Dann fuhren wir wieder nach Twizel zurück, wo das Wetter wieder besser war. An einer Rest Area im Grünen bleiben wir. Ich lasse mich wieder von den Sandflies ärgern und schreibe diese Zeilen, während Thomas schon im Auto sitzt. Am Abend kann man auch den Mt. Cook von hier aus sehen.

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22. Dezember - Sonntag - 86. Tag

Es ist 4. Advent und hat eine wahnsinnige Hitze im Auto. Heute machen wir einen Sonntagsausflug ins Mc Kenzie Country. In Twizel tanken wir noch auf, dann geht's das Waitaki Valley runter. In Benmore, im Mc Kenzie Hydro Park, halten wir am Observation Point über der größten DC Transmission Station der Welt, einem der größten Erddämme und der Benmore Power Station. Und wieder hat das Wasser diese grüne Farbe, fantastisch. Wir sehen uns das Visitors Center an und nach einem Telefonanruf dürfen wir auch in den Kontrollraum und die Generatorenhalle. Alles sehr interessant, 95% der Energie von NZ wird aus Wasser gewonnen und hier in 4 230t schwere Trafos von AC in DC gewandelt und in 2 Kabeln mit je 1200A und 250V über die Cook Strait auf die Nordinsel geleitet.
An den Seen unterhalb des Dammes machen die Kiwis ihren Sommerurlaub, es ist ein kleines Paradies hier. Wir fahren weiter und in Kurow über den Waitaki nach Canterbury und verlassen vorerst das Mc Kenzie Country. Dort ist auch alles wieder viel grüner. Wir erreichen das Meer und sind auch bald in Timaru. In der Stadt ist nicht viel los, am Strand und Hafen dafür umso mehr. Wir sehen uns etwas um, aber baden und am Strand liegen wollen wir nicht, obwohl es hier schöne 28 Grad hat und das Wetter ist super ist.
Klick mich und ich werde gross... Wir fahren wieder in die Berge, hier wird Gras angebaut, wie in Amerika, es bläßt wieder ein ordentlicher Gegenwind. Hinter dem Burkes Pass, wachsen links und rechts am Straßenrand überall Mountain Lupins in allen erdenklichen Farben, ein sehr schönes Bild. Wir erreichen Lake Tekapo und die Steinkirche "God the Shepherd". Ein Denkmal zeigt einen Collie der hier wohl seine Dienste beim schafehüten leistet. Auf dem Rückweg zum Auto, finde ich eine Sonnenbrille, jetzt habe ich endlich auch eine. Es ist eine Vuarnet Brille, wohl etwas teureres und gutes. Auf der Strasse kommen uns die Rottweiler entgegen, wir bremsen, drehen um und unterhalten uns über die letzten Tage.
Am Lake Pukaki, essen wir im Panorama des Mt. Cook und starkem Wind, das es uns gleich die Wurst vom Brot zieht. Wir stehen jetzt bei Peters Lookout und schreiben diese Zeilen. Das war ein 400 km Ausflug von den Alpen über Seen und Flüsse zum Meer und zurück, sehr schön.

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23. Dezember - Montag - 87. Tag

Klick mich und ich werde gross...Wegen Milchmangel gibt's nur eine Banane zum Frühstück und wir düsen auch gleich hinter zum Mt. Cook. Heute ist kein Wölkchen am Himmel, ein Bauer hupt und winkt uns freundlich zu, eine Schafherde hält uns auch noch etwas auf, aber wir sind am Startpunkt unserer heutigen Wanderung zum Mt. Cook. Die Trekking Boots sind bald geschnürt, Sonnenbrille und hut aufgesetzt und los geht's auf dem Hooker Valley Track. Über zwei Hängebrücken gehen wir rein ins Tal, der Weg führt durch stachelige Büsche und später über Geröll. Rauf und wieder runter, über Bäche, Gerölllawinen, wovor auch gewarnt wird, immer näher zum höchsten Berg. Jetzt bläßt auch ein abartiger Wind, wir ziehen unsere Jacken an und nehmen den Hut ab. Hinter der Hooker Hut, hat man einen schönen Ausblick auf den Mt. Cook und das Gletschertal mit Eis und Seen vor der Endmoräne. Ich verlor irgendwo mein Hutband, aber suchen ist zwecklos bei dem Wind. Auf dem Rückweg, werden die Füße schwer, aber wir haben es bald geschafft. In der Shelter duschen wir uns erst mal, das tut gut. Dann kochen wir eine Portion Reis und machen dazu ein Glas Kan-Tong warm. Das Zeugs ist abartig, der erste Teller schmeckt noch ganz gut, aber bei dem nächsten wird's schon übler, aber wir lieben es irgendwie. Wir können mit warmen Wasser unsere Sachen abspülen und füllen die Wasserflaschen wieder auf, kaufen noch Milch damit es morgen wieder ein Frühstück gibt.
Dann fahren wir die üble Schotterstrecke zum Tasman Gletscher, mit 29 km der längsten Gletscher der Welt, außerhalb des Himalaya. Strasse kann man das schon gar nicht mehr nennen, worauf wir fahren, es liegt lauter Geröll auf der Piste. Unser Weiterkommen wir dann auch durch eine Gesteinslawine gestoppt, wir laufen noch ein Stück zu Fuß weiter, aber es ist nicht viel zu sehen. Wir drehen um und rollen langsam zurück. Auf dem Lookout von gestern sehen wir das super Panorama an, füllen Motoröl nach und schreiben.

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24. Dezember - Dienstag - 88. Tag

So so, heute soll also Weihnachten sein, das wollen wir doch mal sehen. Auf der Fahrt nach Christchurch hören wir auf jeden Fall nur Weihnachtslieder im Radio und was für schreckliche. Vor CHCH steht ein Container, voll mit Stoff an der Straße. Wir kaufen dort gleich 1 Dutzend DB, weils so billig ist. Im Supermarkt kaufen wir noch das nötigste ein, aber es ist teuer hier, so müssen wir noch einen anderen Supermarkt suchen. Im Liquorland erstehen wir eine 1,125l Flasche Ambassador Vodka und tanken an einer kleinen Tankstelle noch auf. Der Tankwart ist wirklich ein netter Bursche, er wünscht uns frohe Weihnachten und kommt sogar noch raus um uns die Hand zu geben. In der nähe von der Stadtmitte, finden wir noch einen Supermarkt, wo wir das restliche Zeug kaufen können. Hier kostet der Cadbury nur 2,64$, da müssen wir gleich zugreifen. Für die Brille gibt's auch noch ein Band, dann düsen wir ins Zentrum. Der volle Trubel ist dort, wir laufen rum und sehen uns alles an. Unser Weihnachtessen besteht aus blue cod, die wirklich sehr gut sind mit chips. Das ganze essen wir mit Blick auf eine Hochzeitsparty am Ufer des Avon River.
Wir suchen uns dann einen Parkplatz in einer ruhigen Strasse, von dort aus stürzen wir uns wieder in die Menschenmenge. Es ist der Hammer was am Hl. Abend hier los ist. Die Geschäfte haben auf bis 20 Uhr und die Bars und Cafes sind voll. Wir gehen mit unserem Vodka und 4l O-Saft zum Victoria Park, dort findet wohl demnächst eine Open Air Veranstaltung statt.
Ich besorge uns 2 Eis und dann können wir uns auch schon die Kanne geben. Wir stoßen an, auf Weihnachten und weil heute auch Bergfest ist. Um 21 Uhr geht's dann auch los, die Wiese ist total voll, alle haben kleine Kerzen und singen mit dem Chor und Kapelle Weihnachtslieder. Nicht schlecht, das gefällt mir, das ist mal was ganz anderes, als immer daheim. Das Fernsehen überträgt die ganze Veranstaltung. Als das ganze aus war, wird es auch sofort leer im Park, wir bleiben aber noch und trinken noch ein paar Becher Vodka-Orange.
Als wir dann so langsam weiterziehen treffen wir einen Dänen und Neuseeländer von Stuart Island, sie haben Weiswein dabei und laden uns dazu ein. Später gehen wir dann in einen Irish Pub, dort spielt die Black Velvet Band Irsih Folk und macht richtig gute Stimmung. Wir trinken 4 Bier und amüsieren uns bei der Musik. Nach dem Pub gehen wir wieder auf die Strasse und ratschen mit allen möglichen Leuten, man kommt heute auch sofort mit jedem ins Gespräch. Unter einer Brücke am Avon spielt einer Saxophon und wir hören lange zu. Dann stehen wir vor der Kirche und labern mit einem Kiwi, der ein Skinhead sein will, so sagt er jedenfalls. Wir sahen ihn vor ein paar Stunden auf dem Platz als er irgendwie rumgeschrien hat. Man kann sich aber jetzt gut mit ihm unterhalten, bis ein anderer Typ dazu kommt, der wirklich nicht ganz dicht ist. Ich laberte ewig mit ihm und versuche ihn davon zu überzeugen, dass er vor den Russen und der Atombombe keine Angst mehr haben muss. Der denkt, dass ihm gleich eine Bombe auf den Kopf fällt, so ein Depp.
Als es hell wurde, gehen wir langsam zum Auto zurück und stellen fest, dass wir die Nacht durchgemacht haben und nicht mehr ganz nüchtern sind. Wir suchen aber noch eine Telefonzelle, wobei ich Thomas verlor. Ich suchte dann auch ihn, aber fand nur eine Telefonzelle. Also telefonierte ich heim nach Deutschland, bekam aber keine freie Leitung. Am Auto angelangt war Thomas auch nicht da, er hatte auch den Schlüssel und so konnte ich nicht hinein. Ich versuchte es mit dem Drahtbügel, den wir noch vom ersten Aufbruch beim Reserverad versteckt hatten, das Auto aufzubrechen. Ich schaffte es aber nicht, als ein Radfahrer vorbei kam und mich sah, fragte er ob ich Hilfe brauche und so brach er für mich das Auto auf. Ich kroch rein und war auch sofort weg.

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25. Dezember - Mittwoch - 89. Tag

Thomas kam auch irgendwann und schlief gleich ein. Um 14 Uhr stand ich mal auf, mir war total übel, zum kotzen übel. Ich setzte mich ins Gras auf einer Bank, dann wieder im Auto. Um 15 Uhr kotzte ich mal ab und suchte ein Klo zum kacken. Da wir wohl in der Nähe des Krankenhauses waren, ging ich dort rein und irrte umher. Im Aufzug wurde mir noch schlechter aber fand dann zum Glück ein Klo. Zurück am Auto aß ich erst mal nur trockenes Brot, mir wird schon wieder übel. Thomas wacht auch mal auf und wir laufen zusammen zum Krankenhaus, essen danach eine Banane und fahren in die Stadt.
Uns wird noch schlechter und wir schlendern durch die leere Stadt. Ich muss schon wieder kacken. Wir fahren in einen Park und essen erst mal ein paar Sandwiches. Jetzt geht es und langsam besser, wurde auch Zeit. Wir geben den Enten und Möwen auch noch was scharfes von unseren Sandwiches ab, worauf sie jede Menge Wasser trinken.
Dann versuchen wir nochmals nach Hause zu telefonieren, aber ist sehr schwer eine freie Leitung nach Übersee zu bekommen. Nach etlichen Versuchen gelang es mir und meine Schwester war am anderen Ende. Es ist alles OK, es schneit und ist kalt, das Paket ist angekommen und die Filme entwickelt.
Wir pennen auf einem Parkplatz vor den Sportplätzen.

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26. Dezember - Donnerstag - 90. Tag

Zum Müsli gibt's heute Milch mit Bananengeschmack. Das sieht aus, total gelb. Wir sehen uns dann das Canterbury Museum an, hier kann man auch wieder alles sehen, von der Besiedlung NZ über eine Mumie, Tierskelette, Antarktis Expeditionen, Steine und Tiere. Es ist aber sehr interessant und wieder kostenlos. Wir laufen im Botanischen Garten umher wo es auch sehr schön ist. In der Stadt machen wir noch ein paar Fotos, sind aber zu müde noch weiter zu laufen.
Da finden wir inmitten von Hochhäusern ein Freibad und springen ins kühle Naß und sonnen uns. Beim Botanischen Garten wird dann wieder gefuttert, genau wie gestern. Heute haben wir auch einen größeren Appetit. Aber das Brot ist schon leicht angeschimmelt und so verfüttern wir das an die Enten, die gleich haufenweise um uns schnattern. Im Radio kommt Thunderstruck von AC/DC zum 3. mal seit wir unterwegs sind. Wir versuchen nochmals bei Thomas Eltern anzurufen, es ist aber niemand zuhause. Wir fahren wieder auf den Parkplatz bei den Sportanlagen, es ist total warm, ich kann nicht schlafen. Die ganze Nacht herrscht dicke Luft.

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27. Dezember - Freitag - 91. Tag

Um 9 Uhr steht Thomas schon auf, weil lauter Autos neben uns hin fahren. Auf dem Parkplatz vorm Superliquor putzen wir nur die Zähne, weil die Bananenmilch ungenießbar ist. Im Big Fresh kaufen wir schnell was ein und fahren in die City, telefonieren. Diesmal klappt es auch mit der Verbindung. Bei Echo Records kaufen wir wieder mal CD´s ein, total billig, aber der Tagesschnitt ist natürlich im Arsch. Wir tanken und fahren weg, etwas weiter draußen gibt's dann Müsli um 12 Uhr. Ich bin schon wieder am Ende diese schwüle Hitze.
Es geht raus aufs Land, den Arthurs Pass sind wir schnell oben, es ist aber nichts geboten hier. Also runter nach Westland, dort schifft es. Wir fahren eine Schotterpiste im Regen. An einer großen Pfütze waschen wir mal unser Auto, es sieht doch gleich wieder viel besser aus.
Den Lewis Pass geht es wieder hoch und wieder runter, an einer Rest Area halten wir zum futtern. Alles voller Sandflies, wir müssen im Auto essen und fahren dann ein Stück weiter, vielleicht sind es woanders weniger. Was sich dann auch so herausstellt, aber selbst ein paar können einem die frische Luft verderben. Ich packe die flüssige Cocos Schokolade aus und die Viecher sind schon wieder da, wir fahren noch weiter.

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© by Andy Scheidle