Neuseeland 1991/92
30. November - Samstag - 64. Tag - 10. Woche
Heute hab ich Namenstag, na was solls? Zum Frühstück
gibt's endlich wieder Müsli, aber ohne Banane. Dann fahren wir
über den Takaka Hill, oben am Lookout Point trafen wir einen Kiwi
mit seiner Familie. Er blätterte immer in seinem riesigen NZ Autoatlas
und sagte ständig, dass er noch nie über so einen "Bloody
Hill" gefahren sei.
In Takaka erkundigten wir uns nach der Adresse, die Thomas bekommen
hat, aber es war nichts zu finden. Wir kauften das nötigste ein
und fuhren zu den Pupu Springs, die größte Quelle von NZ.
17 - 21 m³/sek kommen da aus der Erde, Wahnsinn soviel Wasser und
alles Glasklar. Über Collingwood fahren wir ganz hoch zum Farewell
Spit, auf der Strasse dorthin trafen wir wieder die 2 aus Rotorua, aus
Ulm sind sie, jetzt konnten wir fragen.
Wir laufen einen kurzen Track, der zuerst über Farmland zum Meer
führte, dann den Strand entlang und dann verloren wir den Weg.
Über Dünen und durch total stacheliges Gestrüpp, aus
dem wir verkratzt wieder raus kamen, erreichten wir die andere Seite
des Strandes und den Weg wieder.
Thomas Adresse fanden wir dann nach ewigen hin und her doch noch, bei
Collingwood in der Wildnis. Es war keiner da, das Haus sieht schon sehr
alt aus. In Collingwood kauften wir uns Fish und Chips, vorm Laden sah
ich die 2 Rottweiler vom Track, wir redeten etwas, dann aßen wir.
Schmeckt echt gut und ist billig, ich wird immer fetter. Neben einem
Fluß an der Strasse übernachteten wir. Im Radio kommt Jukebox
Saturday Nite, der besoffene Typ wieder als Sprecher.
1. Dezember - Sonntag - 65. Tag
1. Advent, es schifft. Nach dem Frühstück fahren
wir noch mal zu dem Haus, indem Kerstin Mende wohnen soll. Ein Typ springt
dort rum, es ist aber nicht Terry Knight. Er sagt, dass die beiden weg
sind. Wir hinterlassen eine Nachricht und düsen ab. Wieder zum
Takaka Hill und dort in die Ngarua Cave. Der Boss (Führer) ist
Stalag-Mike, wie er sich selber nennt. Er macht die Führung recht
gut und ist wirklich eine schöne Tropfsteinhöhle. Wir alle
hatten einen Helm bekommen und als in der Höhle das Licht ausging,
zündet ein ein paar Benzinlaternen an, so wirkt die Höhle
noch viel besser.
Auf dem Weiterweg, dem Highway 60, überfahre ich dann einen Vogel.
Ich sehe nur noch im Spiegel wie sich was überschlägt. Thomas:
"Wer redet schon mit einem Vogelmörder". Uns wäre
beinahe das Benzin ausgegangen, den in Motueka gabs keinen Strom, da
half nur noch eine kleine Strasse über den Berg nach Wakefield.
Von dort geht's entlang des Buller River nach Westport. Am Eingang zur
Buller Gorge, suchten wir nach einem guten Platz, plötzlich standen
wir mit dem Auto im Flussbett. Ein Stück weiter fand sich dann
was besseres, aber mit lauter Sandflies.
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2. Dezember - Montag - 66. Tag
Ich muss unbedingt schiffen, also raus. Im Auto ist "dicke"
Luft, weil alle Fenster zu waren wegen der Sandflies. Es regnet auch
wieder. Endlich in Westport, eine alte Gold- und Kohlestadt, die aber
kleiner ist als Langweid. Wir kauften im New World erst mal für
87$ ein, der Wahnsinn das wird auch immer teuerer. Im Super Liquor gibt's
auch wieder Stoff. Dann schauen wir uns das Coaltown Museum an. Ein
Video zeigt interessantes über Erdbeben in NZ und der Welt. In
Wellington wird in dieser Dekade noch ein Earthquake der Stärke
7,5 oder mehr erwartet. Manche sagen sogar, dass es dieses Jahr Weihnachten
passiert. Na hoffentlich nicht solange wir hier sind. Nach den Videos
liefen wir schnell durchs Museum und fuhren dann zur Denniston Incline
hoch. Ein altes Kohleabbaugebiet, das durch eine Bahn berühmt wurde.
Mit bis zu 8t beladene Wagen rasten mit 70 km/h den Berg runter und
zogen die leeren Wagen wieder hoch. Überall liegt dort noch Kohle
rum, in den Berghängen kann man die Flöze auch sehen.
In Westport sahen wir uns dann noch ein paar Geschäfte an, bis
wir in die Sanddünen vor der Küste fuhren und Chili con Carne
kochten. Ein ganzer Topf voll, hat sehr gut geschmeckt, mit Zwiebeln,
Hackfleisch, Bohnen, Reis und scharfen Gewürzen. Den ganzen Tag
hagelt es auch immer wieder so alle 1,5 h und heute Nacht soll es Frost
geben, im Dezember! Das ist doch der Hammer.
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3. Dezember - Dienstag - 67. Tag
Heute gibt's zum ersten mal Brot mit Butter und Honig.
Danach füllten wir noch die Wasserflaschen auf und werfen die Post
ein. Am Cape Foulwind herrscht nicht nur Wind und Regen, sondern auch
eine Seehund Kolonie. Auf dem Parkplatz treffen wir die 2 Rottweiler,
ich dachte immer das seien Hunde :-) Danach düsen wir weiter zum
Truman Track, der durch den Buschwald zum tosendem Meer führt.
Dort unten kommen ganz schöne Brecher rein, die Steilküste
ist deswegen ganz schön ausgewaschen. Es regnet auch immer wieder,
ein wirklich sehr rauer Küstenabschnitt, die berüchtigte Westküste
halt.
In Punakaiki schauen wir uns die Pancake Rocks und die Blowholes an.
Sehr beeindruckend was die Natur da geschaffen hat. Im Auto gabs dann
Ananas mit Sahne, das schmeckt gut. Weiter nach Greymouth, dort kaufen
wir ein paar CD´s und Filme und das Nötigste für die
Weiterreise. Wir fahren 25 km im Kreis und finden keinen Platz, am Strand
gibt's doch immer die besten Plätze, so auch hier. Wir essen die
guten Sandwiches, heute Streichkäse und Tomaten als Grundlage,
das ist noch viel besser als sonst.
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4. Dezember - Mittwoch - 68. Tag
Heute ist mal wieder bestes Wetter. Wir fahren gleich
nach Shantytown, eine wieder errichtete Goldgräberstadt. Mit einer
Dampflok sind wir zu einer Dampfsägewerk gefahren, dort wird noch
richtig gearbeitet. Beim goldwaschen mit der Pfanne, erwies sich Thomas
als guter Schürfer, ich brauchte viel länger, ein Geduldsspiel.
Die alten Häuser mit original Inneneinrichtung sind auch sehr interessant.
Es gibt dort z.B. eine Bank, Schuhmacher, Friseur, Saloon (alle mit
NCR-Kassen), Feuerwehr, Schmid, Post und Krankenhaus mit abarts Instrumenten
drin.
Wir fahren dann den Highway 6 entlang nach Hokitika. Im Goldroom kann
man echte Nuggets kaufen und in einer Greenstone (Jade) Factory beim
schneiden und schnitzen des Steines zusehen. In den Flüssen hier
in der Gegend wird sehr viel Greenstone gefunden.
Weiter
zu den Gletschern der Westküste, in Franz Josef Village verglichen
wir erst mal die Preise, bevor wir uns für den Twin Glacier Flug
der Mt. Cook Airline entschieden. Mit Landung auf dem Gletscher kostet
das 100 Bucks für jeden, aber es soll sich lohnen. Vorher kaufen
ich noch ein T-Shirt für 30. Dann stehen wir zusammen mit einem
Ehepaar aus Australien auf dem Schotterfeld, das sich Flugplatz nennt.
Es heben eine Reihe von Hubschraubern ab, bevor unser Flugzeug überhaupt
in Sichtweite ist. Es setzt auf und bleibt dann vor uns stehen. Wir
steigen ein und schon geht's wieder los.
Über
dem Fox Gletscher steigen wir in kleinen Kreisen nach oben. Am Anfang
sah man noch viel Dreck auf dem Eis, dann stechen einem immer wieder
blaue Stellen ins Auge. Weiter oben konnte man tiefe Spalten sehen und
bizarre Eisformationen. An den Gipfeln blies ein so starker Wind, dass
es das Flugzeug ständig herumriss. Selbst der Pilot musste sich
am Armaturenbrett festhalten, mir wurde auch ganz heiß und schwindelig
dabei, aber die Aussicht ist dort oben fantastisch. Wir landeten dann
auf dem Gletscherfeld, dass die Schaukelei aufhörte war ich erst
mal froh. Draußen war es komischer Weise genauso warm wie unten,
es war still und hell, wunderbar. Der Start war dann wieder spektakulär,
bis wir endlich wieder flogen. Ich durfte vorne sitzen und über
den Franz Josef Glacier flogen wir wieder nach unten. Im Tal angekommen
ist man immer noch etwas wackelig auf den Beinen, im Auto meine ich,
jetzt müsste es gleich abheben. Es war ein toller Flug, der sich
gelohnt hat.
Am Lake Mapourika gibt's dann erst mal was gutes zum essen, die Rottweiler
schlagen ihr Zelt auch hier auf und überall hat es Sandflies.
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5. Dezember - Donnerstag - 69. Tag
Die Hälfte des NZ Aufenthaltes ist am Abend vorbei,
wieder ein Grund zum feiern. Am Morgen fahren wir zum Franz Josef Gletscher
und suchen schöne Steine. Am Parkplatz gibt es viele Keas, die
auf den Autos rumhüpften, treffen wir die Ulmer und Rottweiler,
mit denen wir auch den Ausflug zum Fox Gletscher unternahmen. Der Fox
hat uns aber nicht so gut gefallen wie der Franz Josef. Auf dem Rückweg
sahen wir ein Haufen Japse in alten Stiefeln, die wohl noch vom letzten
Goldrausch stammen. In Ort Fox hielten wir uns noch kurz auf, es gab
aber nicht besonderes dort zu sehen.
Wie liefen dann einmal um den Lake Mateson, in dem man die Berge als
Spiegelbild sehen kann, wenn es windstill ist. War es aber heute nicht.
Ein Stück weiter an der Straße war eine Picnic und Camping
Area, wo wir uns nieder ließen. Es klarte Abends noch etwas auf,
so dass man die Berge wieder sehen konnte.
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6. Dezember - Freitag - 70. Tag
Als wir um 9 aufstanden strahlte die Sonne, obwohl es
in der Früh noch regnete, also liefen wir noch einmal um den Lake
Mateson, weil auch gerade ein Kiwi Expirience vorgefahren war. Mit dem
View of the Views ist aber trotzdem nichts, es hat ein paar Wolken und
Wind hat es auch. In Fox muss ich erst mal für längere Zeit
aufs Klo, so dann kanns weiter gehen. Am Strassenrand steht ein Paar,
wir halten und nehmen sie mit. Es sind POM´s die ein paar Jahre
unterwegs sind, wir nehmen sie mit bis Haast. Es muss auch unbequem
sein hinten zu sitzen, da wir ja den Sitz ausgebaut und umgelegt haben
und dreckig wird dann auch alles.
Wir fahren dann über den Haast Pass, einmal hielten wir bei den
Thunder Falls und einmal bei den Blue Pools, wobei wir dort über
eine Hängebrücke mussten. Die Landschaft in Otago ist ganz
anders und es gefällt uns dort auf Anhieb gut. In Wanaka suchten
wir zuerst einen Campingplatz zum duschen, dann fuhr Thomas eine Schotterstrasse
hinter, am Ende saßen wir im Sand fest und kamen erst nach langem
hin und her wieder auf die Strasse. Dafür war der Reifen hinten
links jetzt aufgeschlitzt und kaputt. Wir montierten den Ersatzreifen,
der aber auch schon am Ende ist, also mussten wir neue Reifen kaufen,
das kostet wieder. Einen Platz fanden wir auch nicht gleich, überall
steht No Camping. Ist doch Sch
., aber Musik kommt wieder im Radio
40X-FM und Essig Chips.
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7. Dezember - Samstag - 71. Tag - 11. Woche
Nach einem guten Honigbrot mit Banane fahren wir zum größten
Irrgarten der Welt nach Wanaka. Durch das Maze brauchten wir gar nicht
so lange, es ist nicht sehr schwer. Manchmal stand man zwar vor einer
Wand und wusste nicht weiter, aber das ist ja gerade das Gute daran.
Wenn man es dann geschafft hat, kann man sich noch verschiedene Hologramme
und andere optische Tricks ansehen. Im Puzzlezentrum hielten wir uns
noch lange auf, das ein und andere Spiel wurde gelöst oder abgezeichnet,
damit es zuhause nachbauen kann. Wir trafen dort auch verschieden Bekannte,
wie die Karlsruherin vom Abel T, die Kielerin vom Ketetahi und natürlich
die Ulmer. Danach liefen wir noch etwas in Wanaka umher und trafen die
Familie vom Takaka Hill. Er hatte sich eine neue Karte gekauft, die
uns präsentierte und gab uns noch Tips wegen der Reifen. Wir fuhren
dann über den Highway 89, der für Camper gesperrt ist, nach
Queenstown.
Das
ist eine Schotterstrasse die an steilen Abgründen entlang führt
und in Serpentinen endet.
An der Kawerau Bridge sahen wir bei 2 Bungy Sprüngen zu, wenn ich
das so betrachte dann springe ich doch. Sieht super aus und es kribbelt
schon. An der Gibson Rest Area, einem Vorgarten, kochten wir Gemüse
(Mais, Erbsen, Spargel, Karotten und Champignons). Danach rasierten
wir uns noch am Bach.
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8. Dezember - Sonntag - 72. Tag
Morgens um 10 ist die Welt noch in Ordnung, oder so ähnlich.
5 Honigbrote für mich zum Frühstück, das reicht für
mich. Es ist leider nicht mehr so gutes Wetter wie gestern, wir düsen
nach Queenstown. Im Ersten Laden, bei Dannes, kann man Jet-Boat Trips
und Rafting Touren buchen. Gleich neben an ist der Laden von A. J. Hackett,
dem ultimativen Bungy Jumper. Wir sehen uns ein Video an, wie er vom
Eifelturm aus der 2. Etage springt. Kurz entschlossen frage ich nach,
wann man springen kann. Nach einem Anruf bei der Kawarau Bridge, sind
wir schon dabei. Wir fahren sofort raus zur Brücke, ich bin etwas
aufgeregt, rede mir aber immer wieder ein, dass alles OK ist und gut
gehen wird. Es sind ja schon viele vor mir gesprungen.
Im Büro Vorort, werden wir noch gewogen, ich bekomme eine rote
68 auf die linke Hand gemalt, dann müssen wir noch unser "Todesurteil"
unterschreiben und 89 $ ablappen. Thomas springt zuerst und ich fotografiere,
nach kurzer Zeit steht er schon bereit und springt. Jetzt bin ich dran,
ich gehe auf die Brücke und setze mich auf die Holzstufe. Ein Handtuch
wird um die Füße gelegt und mit einem Band die Beine zusammen
gebunden. An diesem Band wird nun das Bungy Seil befestigt, fertig.
Ich
stelle mich hin und muss nun zur Absprungposition hopsen, was ganz schön
tricky ist, da man ja sich nirgends mehr festhalten kann. Es wird mir
schon etwas schummrig dabei. Dann noch mal kurz winken, der Operator
zählt laut: "5 - 4 - 3 - 2 - 1 - Bungy", ich reiße
die Arme in die Luft und springe ab. Es geht abwärts, sehr schnell
abwärts, ich beiße die Zähne zusammen und halte die
Arme fest über dem Kopf, es will kein Laut aus meinem Mund, so
angespannt bin ich. Dann tauche ich voll ins Wasser ein, so wie ich
es wollte. Im selben Augenblick geht es wieder hoch, ich lasse den ersten
Schrei von mir, die Anspannung ist gelöst, ich lebe. Dann beginne
ich mich zu drehen und breite die Arme aus und
schon
geht es wieder runter und wieder breitet sich dieses abartige Gefühl
in mir aus. Nachdem ich ausgependelt bin, fährt das Schlauchboot
heran und ich greife nach der Stange, die mir hingehalten wird. Dann
liege ich im Schlauchboot und bekomme die Fußfesseln wieder abgemacht.
Jetzt erst merke ich, dass ich bis zu den Schenkeln patschnass bin und
laufe auch schon nach oben. Wir holen unser Zertifikat und T-Shirt,
geschafft, Wahnsinn wir sind gesprungen. Wir sehen noch eine Weile zu
und fahren dann zurück in die Stadt.
Nach einer weile Shopseeing bekommen wir Hunger und kaufen uns Semmeln.
Wir sehen uns die Bilder an, die von uns gemacht wurden und kaufen diese
natürlich. Dann essen wir am See 3 scharfe Sandwiches. Es fängt
an zu regnen, wir suchen uns einen Platz zum übernachten. Ich packe
mein Puzzle aus, das ich gestern nicht mehr zusammen bekommen habe und
knoble ewig rum, es funktioniert einfach nicht. Thomas werden die Sandflies
langsam ungeheuerlich und er düst ab. Ich presse mit aller Kraft
die letzten 2 Teile des Holzpuzzles rein, endlich geschafft, nun nicht
mehr anrühren und verpacken. Wir fahren noch ein Stück weiter
den Berg hoch, durch Schafweiden. An einem kleinen See machen wir halt,
heute wird etwas schräg geschlafen, es gibt noch Bier und Vinegar
Chips.
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9. Dezember - Montag - 73. Tag
In der Nacht rutsche ich immer nach unten, unmöglich
so zu schlafen. Am morgen blökt ein Schaf vor dem Auto und wir
stehen auf. Nach einem Müsli fahren wir in die Stadt, wir sehen
an einer Bank den günstigsten Tauschkurs seit wir hier sind und
tauschen noch mal 500 Lappen. Danach geht's zum shoppen und der Triple
Trip für Morgen wird auch noch gebucht. Zusammen 240 Dübel,
viel zu viel, wie soll ich das je wieder sparen. Wir verschicken heute
unsere belichteten Filme mit der Post nach Deutschland, mit 7,4 $ +
1 $ Verpackung, echt billig.
Danach sind wir noch den Weg zu Bob´s Peak rauf gefahren, von
hier aus hat man einen schönen Blick auf Queenstown, die Remarkables
und den See. Für jeden Sprang noch ein Softeis raus, das ist hier
allgemein sehr billig, man bekommt riesige Portionen und schmeckt gut.
An einem Parkplatz am See parken wir und nach einem Salami-Sandwich
und einer Dose Thunfisch bin ich proppevoll. Die Sonne scheint jetzt
herrlich, ja so kann man es aushalten. Ich zünde meine alten Kung
Fu Galoschen aus Italien an. Brennen tun sie zwar nicht, nur glimmen
und qualmen, das hört auch gar nicht mehr auf.
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10. Dezember - Dienstag - 74. Tag
Super Sonne, bestes Wetter für den Triple Trip. Wir
kaufen uns erst mal ne Coke, damit wir wieder was zu trinken haben.
Etwas außerhalb gibt's einen Reifenhändler, er bietet uns
zwei gebrauchte aber noch gute Reifen für 55 $ an. Man wird hier
wirklich nicht übers Ohr gehauen, die Leute sind alle hilfsbereit
und freundlich. Dann sonnen wir uns noch eine Stunde bevor es los geht.
Mit einem Kleinbus werden wir zum Shotover River gefahren. An einem
Steg wartet schon der Shotover Jet, ein 400 PS Jetboot. Die Fahrt geht
auch schon richtig mit Power los und wir fahren mit Ellbogenlänge
an den Felsen in der Schlucht vorbei und ziehen die Köpfe dabei
ein. An den Kiesbänken fahren wir so nah vorbei, dass man kein
Wasser mehr sieht, das ganze in so einem Tempo, dass es einen die Tränen
aus den Augen treibt. Ein paar mal lässt der Fahrer das Boot um
360 Grad drehen, einfach super, das ist ein Feeling. Das Boot gleitet
auf dem Wasser und hat daher keinen Tiefgang, der Antrieb ist eine Kugel,
die hinter dem Boot hängt und Wasser ansaugt und verdichtet wieder
hinaus drückt. Eine hier erfundene Technik, der Jetantrieb, beschleunigt
uns bis auf 70 km/h.
Das war ganz schön aufregend und wir werden hinterher wieder in
die Stadt gefahren. Dort warten wir nur ein paar Minuten, bis wir zum
Heli Pad gefahren werden, wo der Hubschrauber Trip auch schon beginnt.
Ich bin ja noch nie mit einem Hubschrauber geflogen und das Gefühl
beim Abheben ist schon toll. Wir fliegen in Schräglage durch den
Canyon, immer wieder links dann wieder scharf rechts und landen auf
einer Kiesbank. Der Bus mit der Ausrüstung kommt auch schon und
wir bekommen unsere Wetsuits, Schwimmwesten und ein Paddel. Wir werden
einem Boot zugeteilt und schon geht's los. Zunächst werden die
Manöver erklärt und der Fluss ist noch recht ruhig. Es geht
vorbei an alten und neuen Goldschürfstellen, denn einst war dies
der goldreichste Fluss. Jetzt wird die Fahrt schon schwieriger, es fährt
nur immer ein Boot durch das Raft, das es schon in sich hat. Volle Hämmer
runter, dann in die Gegenwelle und unser Boot ist randvoll mit Wasser,
das bei diesen Booten ausgeschöpft werden muss. Es folgen nur noch
ein paar gute Rafts, der Höhepunkt ist der 50m lange Oxenbergtunnel.
Alles geht auf Tauchstation, bis auf den Vordersten und den Steuermann.
Wahnsinn, der Tunnel wurde von Goldgräbern in den Fels gehauen.
Zum Schluß kommt noch ein langes und heftiges Raft mit abartigem
Gefälle, dann ist dieser Trip auch vorbei.
Im Headquarter wird geduscht und es gibt Getränke und Hamburger.
Wir fahren dann raus zu dem Parkplatz wo meine abgebrannten Schuhe stehen,
relaxen und schreiben Buch und Postkarten.
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11. Dezember - Mittwoch - 75. Tag
Die Milch war nicht mehr gut wir tranken sie trotzdem,
die Sandflies sind heute dafür eine echte Plage. In Queenstown
sehen wir uns erst mal die Bilder von der Jet-Boat Fahrt und dem Raften
an. Ich kaufe je ein Bild, was aber ganz schön teuer ist. Beim
Reifenhändler lassen wir uns vorne 2 gebrauchte 185 er aufziehen
und fahren damit zum Corronet Peak Skifield hoch. Auch von hier oben
hat man einen schönen Blick ins Tal. Am Shotover River schießen
wir noch ein paar Bilder von den Jet-Booten. Die Aussies, die gestern
mit uns im Boot waren, sind auch da.
In Arrowtown, eine alte Goldgräberstadt die für die Touristen
aufgewertet wurde, latschen wir mal durch, es gibt aber nur Touri Krimskrams.
Mit dem letzten Tropfen Sprit erreichen wir eine Tankstelle in Queenstown,
holen dann die Bilder ab und kaufen neue Milch.
Auf einer Schotterpiste fahren wir dann 60 km über Glenorchy zum
Paradies. Wir hatten vor heute Reis zu kochen und ein Glas Kan-Tong
warm zu machen, aber das Gas war aus bevor das Wasser kochte. Also sind
wir zurück nach Queenstown und haben uns mit Fish´n´Chips
getröstet. Das verzehrten wir dann am See, während die Earnslaw
vorbei dampfte.
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12. Dezember - Donnerstag - 76. Tag
Es hat in der Nacht zwar geregnet, aber am Morgen war
alles wieder wunderbar. Das Müsli schmeckte heute auch besser.
In der Laundrette war heute waschen angesagt, unsere Maschine brauchte
ewig und hinterher war die Wäsche erst nicht sauber, aber das kennen
wir ja schon. Eine neue Gaskartusche haben wir auch gekauft und mit
frischen Chips setzten wir uns an den Parkplatz am See. An einer Schnur,
die vom Spiegel zu einer Bank gespannt wurde hängten wir die Sachen
zum trocknen auf. Eine dünne Katze lief dort herum und wir fütterten
sie mit Milch aus der Tube, wir aßen unsere Chips mit BBQ Sauce.
Als die Wäsche trocken war sind wir zum Liquorland und haben uns
mit DB Draught eingedeckt, noch billig getankt und tschüß
Queenstown.
Auf dem Weg kamen wir an einem alten Dampfzug vorbei, der im Begriff
war zu fahren, aber es nicht tat sondern nur dampfte. Das Wetter wurde
schlechter und ein Übernachtungsplatz fand sich auch keiner. In
Manapouri war es wieder gut und oberhalb des Sees konnten wir im Wald
auch stehen bleiben. So jetzt wird aber gekocht, doch mir viel das Kan-Tong
aus dem Topf, wieder nichts. Kurzum gab es dann Reis mit Chili-Beans,
auch nicht schlecht. Dann wurde gelesen und geschrieben, es ist ja solange
hell hier im Süden.
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13. Dezember - Freitag - 77. Tag
In der Nacht wurde es bitter kalt, ich musste das T-Shirt
und die Socken anziehen und kroch ganz in den Schlafsack rein. Zum Frühstück
scheint die Sonne wieder recht warm. Als wir um 10 Uhr beim Fjordland
Travel Büro ankamen, buchten wir kurz entschlossen den Doubtful
Sound Trip für heute 10.30 Uhr.
Es
kostete sogar nur 89,10 $ anstatt die 116 $, wie wir dachten. Also schnell
los, was anderes anziehen und etwas Futter einpacken und schon waren
wir auf dem Fjordland Flyer, einem Katamaran der mit 2 500 PS MAN Diesel
über den Lake Manapouri schoß. Die Fahrt war schon recht
gut, das Wetter super und wir genossen die Überfahrt. Nach 45 Minuten
erreichten wir das Ende des Westarmes und die Hydro Electric Power Station.
Mit einem Bus fuhren wir 2 km im Berg abwärts, immer im Kreis,
bis zur ebenfalls aus dem Granit ausgeschlagenen Maschinenhalle. Hierstehen
7 Generatoren die 5,8 MW Leistung bringen. Das war schon echt powermäßig
gut.
Über den 670m hohen Wilmont Pass gings dann wieder runter bis auf
0m und wir standen am Doubtful Sound - The Sound of Silence. Mit der
Friendship fuhren wir in den Hall Arm des Soundes. Da blies ein ganz
schöner Wind, aber ist unbeschreiblich schön. Der Motor wurde
dann abgestellt und man konnte die Stille hören, klingt blöd
aber es war einfach still, nur der Wind und das Wasser machten Geräusche
und dazu ein wahnsinns Panorama. Wir haben wirklich Glück mit dem
Wetter, normalerweise regnet es hier an 300 Tagen im Jahr. Mit Bus und
Katamaran ging es dann wieder zurück nach Manapouri, wo wir uns
erst mal ein Eis genehmigten, wieder eine Riesenportion für 1 $.
Bei der Rubbish Dump blieben wir dann stehen, hier hatte es wenigstens
keine Sandflies und auch schön dem Sonnenuntergang zusehen. Bis
22.30 Uhr ist locker noch hell.
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