Neuseeland 1991/92
16. November - Samstag - 50. Tag - 8. Woche
Um 9 aufstehen, kein Problem, oder? Nach dem Müsli
von Sanitarium fuhr Thomas zum Hafen, aber heute gibt's auch keinen
Wind zum segeln. Bill war auch nirgends zusehen, also ab, ne Kleinigkeit
einkaufen und tanken. Oh Öl fehlt im Motor, also noch einen billigen
Laden mit Autoteilen suchen und Stoff brauchen wir auch noch, aber hier
ist nichts zu finden.
Ein Stück außerhalb von Taupo halten
wir und füllen Motoröl nach, danach weiter rund um den See.
Genau gegenüber von Taupo, essen wir auf dem Scenic Lookout, bei
einem abartigen Wind.
In Kuratau liegen wir lange im Sand unter praller Sonne. Dann entdecken
wir die schwimmenden Steine von Taupo. Ein Brocken von 10 kg schwimmt
im Wasser, kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man es nicht selber
sieht. Ein schönes Häuschen für Men und Woman steht auch
dort, muss ich doch gleich mal testen. Nicht schlecht, lässt sich
gleich viel besser schreiben. Am Abend wollen wir mal nach Deutschland
telefonieren, das klappt von hier aus ganz gut. Alles klar Daheim, morgen
soll es schneien, ha ha, da lach ich doch über.
17. November - Sonntag - 51. Tag
Um 9 stehen wir freiwillig auf, die Nacht war sehr warm.
Wir fahren bis Taumarunui, dort gibt's für jeden eine riesen Eiskugel
Hokipoki für 1,20 $. Weiter in Richtung Nationalpark kamen wir
zum Spiral Lookout. Ein spiralförmiger Eisenbahntunnel, der zum
bewältigen der Steigung angelegt wurde, wir sahen leider nichts,
Reinfall. Dafür sieht man die Schneebedeckten Vulkane immer wieder
über den grünen Weiden, ein richtiger scenischer Blick, eisenhart.
In Whakapapa beim Chateau ist das HQ des 2. Nationalparks der Erde,
dem Tongariro Nationalpark mit den Vulkanen, Mt. Tongariro (1968 m),
Mt. Ngauruhoe (2300m) und Mt. Ruapehu (2800 m), von denen alle drei
noch aktiv sind.
Wir entschliesen uns den Track zu den Taranaki Falls und den Tama Lakes
zu laufen. Eine Ruhe und weites Land, dann die Berge, wahnsinn diese
Landschaft, man fühlt sich total frei. Es waren dann gesamt 13
km bergauf und bergab, am Ende sind wir ganz schön geschafft. Zurück
am Auto stellen wir fest, das Thomas die Tür nicht abgesperrt hat,
es fehlt aber nichts. Ich laß dann meinen Rucksack auf dem Dach
leigen und Düse ab, bis er mal auf die Straße knallt, da
merken wir das er fehlz. Zum Essen gibt es Zwiebelsuppe, danach bin
ich voll am Ende, habe starke Kopfschmerzen.
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18. November - Montag - 52. Tag
Um 0:00 Uhr sind die Schmerzen weg, ich schlafe aber nur
noch 4 ½ Stunden bis 9. Im Visitor Center erfahren wir, dass
die Lifte zum Ruapehu nicht mehr laufen, seit heute und außerdem
Lawinengefahr besteht. Wir fahren die Straße hoch zu der Liftstation,
aber tote Hose hier. Wir fahren wieder runter und nach Turangi zum einkaufen.
48 Dübel hat das gekostet und ich bin nun pleite. Wir laufen den
Rotopaunamu Lake Walk, eine wirklich schöner Track durch den Wald
und rund um den Kratersee. Danach gibt's Futter, die üblichen Sandwiches,
heute mit der guten Salami und Käse, Zwiebeln, Kräutersenf,
Tomaten-Chili-Soße und Hot Chili. Ein "heißes"
Essen, bei dem man auch noch verstochen wird. Auf dem Parkplatz am Ketetahi
Trailhead, den wir morgen laufen wollen, malen wir den bisher gefahrenen
Weg in Karten und schreiben.
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19. November - Dienstag - 53. Tag
In der Früh kommt ein Auto und ein Kleinbus, Leute
steigen aus und gehen auf den Track, ohne Gepäck und bei leichtem
Regen. Wir kriechen aus der Pooftüte und checken die Lage, erst
mal ein Müsli, doch das Wetter wird nicht besser, der Berg liegt
in Wolken. Wir entschließen nicht auf den Track zu gehen und fahren
dafür nach Taupo, mit dem letzten Tropfen Benzin. Zuerst tanken,
dann bei allen Banken nach der Change Rate sehen und 200 US$ gegen 348
Kiwi$ tauschen. Chips beim KFC mit dem apfelsüßen Ketchup
am Lake View gegessen. Wir warten dann bis 14:00 Uhr, wenn Bill mit
der Barbary auslaufen will. Er kam aber nicht, also fahren wir runter
zum Hafen, das Boot lag noch da und Bill hat uns auch schon gesehen.
Er fährt aber erst morgen früh wieder raus. Wir fahren zu
den AC Baths und legen uns 2x in die private Pools, danach heiß
duschen, das tut gut. Nachdem wir sauber sind fahren wir wieder zurück
zum Ketetahi Trailhead. In Taupo fotografiere ich noch einen LKW mit
2 Sattelanhängern. Beim Schreiben sehe ich zwei weiße Tropfen
auf der Fußmatte, was ist das? Thomas hat seine Schokolade unten
auf die Heizungsleitung gelegt, der Hammer.
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20. November - Mittwoch - 54. Tag
Die Nacht war arschkalt, dafür scheint am Morgen
die Sonne. Wir vergaßen Milch zu kaufen, also gibt's kein Müsli,
dafür kochten wir einen Tee und essen Leberwurst auf Sandwichbrot,
den restlichen Tee füllen wir in eine leere Coke Flasche. Beim
Zähneputzen kotzt Thomas erst mal ab, irgendwas verträgt er
wohl nicht.
So nun ist Zeit für den Aufbruch, das Wetter ist super um den Berg
zu bezwingen und es sind auch schon ein paar Leute vor uns los gelaufen.
Als wir die Rucksäcke gepackt haben, kommt ein älteres Paar
angefahren, ich sehe sofort, das es beim Hinterrad qualmt und teile
es ihnen mit. Der Mann kniet sich gleich davor und meint, die Handbremse
sei angezogen, wie gestern und ob das was ausmacht. Die Frau stand da
und rief: "do anything darling!", der Mann darauf: "what
should I do?". Ich sagte, dass es wieder abkühlen wird und
nicht zu brennen beginnt.
Wir liefen dann los, zuerst durch den Busch, als der zu Ende war traffen
wir ein Paar aus Schleswig-Holstein, die alles zu Hause verkauft haben
und ein Jahr um die Welt ziehen. Vorbei an den Ketetahi Springs und
der Hütte. Ab hier wurde es erst richtig gut, über Schneefelder
bis zum Hochplateau, das total verschneit war und ein kalter Wind darüber
pfiff. Wir überquerten das Plateau und passierten den Blue Lake,
der noch zugefroren war, dann die Emerald Lakes bis wir nur noch einen
langen Gipfel voll Schotter vor uns sahen.
Eine Qual dort hinauf zu steigen, man rutscht beijedem Schritt etwas
zurück, aber wir schafften es und standen oben, am Abgrund des
Red Crater. Es dampft hier wieder, deshalb hat es hier auch keinen Schnee.
Geschafft und bezwungen, ein herrlicher Rundblick über das Plateau,
Lake Taupo, Mt. Ngauruhoe und die Desert Road. Wir machten oben Brotzeit,
Thomas trank wieder vom Tee und ihm wurde schon wieder schlecht, also
der wars, mir macht der Tee nix. Der Berg war übrigens fest in
deutscher Hand, ich grüße nur noch mit einem Servus.
Von hier aus geht der Track weiter zwischen den Bergen bis zum Chateau,
wir kehren aber hier wieder um, den anderen Teil hatten wir ja schon
vorher gemacht. Es wäre zwar schön einmal komplett den Tongariro
Crossing zu machen, aber dann braucht man einen Shuttle. Der Abstieg
ist leicht, auf der Hütte laberten wir noch mit zwei deutschen.
Ab dort gings dann schwer in die Knie, man musste das ganze Gewicht
abfangen. Am Parkplatz angelangt stellen wir fest, dass der Schlüssel
im Auto hing, Thomas hat ihn wohl hängen lassen. Was tun? Mit dem
Messer kann man die Scheibe etwas runterdrücken, aber wir brauchen
einen Draht. Niemand hat einen, Thomas schneidet sich in die Finger,
als er ein Stück Draht am Klo abschneiden will, vielleicht ist
das die Strafe. Im Auto neben uns liegen Drahtkleiderbügel, da
kommt auch schon der Besitzer und gibt uns einen. Ich knacke das Auto
damit auf, das ging ziemlich leicht. Glück gehabt, endlich Schuhe
ausziehen, was essen und trinken und schlafen.
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21. November - Donnerstag - 55. Tag
Es regnet wieder, genau wie es der Wetterbericht vorher
gesagt hatte. Nach keinem Frühstück fuhr ich die Desert Road
bis Waiouru, dort gabs ein Sandwich und man konnte aufs Klo und die
Zähne putzen, weil's hier auch grad net regnet. Ab Raetihi war
wieder Schotterstrecke angesagt, genau das Richtige für den Wahnsinns-Maxe.
Die Strecke war echt geil, man muß bloß aufpassen falls
ein anderer um die Ecke schießt. Thomas geht's momentan nicht
so gut, ist ja auch verständlich bei dem Geschaukel und den Kurven
mit der Geschwindigkeit. Ab Pipiriki lief die Straße immer entlang
des Wanganui River, vorbei an Siedlungen mit den schönen Namen
wie Jerusalem, London, Korinth, Athen und Bethlehem. In Wanganui war
zum dann zum Glück wieder Teer unter den Rädern, ich halts
auch nicht mehr aus. Der weitere Weg war uns ja schon bekannt, in Bulls
tanken wir erst mal Wasser und in Paraparaumu wurde der Kühlschrank
gefüllt und Super Benzin in den Tank gefüllt. Es hatte dort
einen Wahnsinns Wind, was hier unten ja nichts ungewöhnliches ist,
aber bei Sonnenschein erreichten wir Wellington. Es ging auch gleich
auf unseren Platz auf den Berg, da sowieso in der City nix mehr los
war. Im Radio kommt dafür nach den letzten Beam Out Tagen wieder
voller Sound, Windy FM.
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22. November - Freitag - 56. Tag
Nach der allgemeinen Morgenzeremonie waren wir auf Parkplatzsuche
in der Innenstadt. Wir fanden einen mit 60 Minuten Parkzeit, na ja muss
reichen. Dann schlenderten wir durch die Stadt und sahen nach den Change
Rates, die waren aber nicht so gut, dafür kauften wir uns Strohhüte
ala Magnum. Nachdem wir den Wagen umgeparkt haben, gehen wir ins Goethe
Institut zum Zeitung lesen. Bei einem Take Away essen wir noch einen
Burger.
Das Backpacker Hostel, in das wir gehen wollen, fanden wir auf Anhieb,
aber die Besitzerin ist gerade nicht da. Also fahren wir noch auf den
Mt. Viktoria und kaufen 2 Tüten Vinegar Chips für 6,70$. Vom
Berg aus sieht man schön über die ganze Bucht, die wir eine
Zeitlang genießen. Zurück im Hostel ist die Chefin immer
noch nicht da, wir können aber unsere Wäsche schon mal waschen.
Kochwäsche kennen die hier nicht und deshalb wird das Wasser auch
nicht heiß und diese Maschinen waschen lange nicht so sauber wie
daheim. Im Hinterhof können wir die nasse Wäsche zum trocknen
aufhängen, in der Zwischenzeit duschen wir und können uns
auch mal wieder rasieren. Kochen tun wir heute Chilie Bohnen aus der
Dose, während sich andere total verkünsteln, wir sind halt
nicht die großen Köche. Heute kann ich auch mal fernsehen,
es kommt eine Comedy Serie und Cops im Einsatz, eine Live Serie aus
USA.
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23. November - Samstag - 57. Tag - 9. Woche
Geschlafen hab ich saugut, um 9 stehen wir auf. Die anderen
zwei im Zimmer schlafen immer noch. In der Stadt sind die meisten Geschäfte
zu, was und verwundert, also fahren wir in die Vororte und finden einen
New World Supermarkt, wo wir einkaufen können. Direkt vor dem Wakefield
Market bekommen wir einen Parkplatz, bei dem die Parkuhr immer 2 h anzeigt,
prima. Im Markt, einer alten Lagerhalle, kann man auf 3 Etagen allen
möglichen Krimskrams haben, auch Tatoos und Hellsehen. Wir essen
einen riesen Burger mit frittierten Kartoffelstücken für 5$.
Danach ist man aber papp satt.
Jetzt ist in der City auf einmal mehr los, also laufen wir da noch mal
durch. Es gibt noch ein riesen Eis mit 3 Kugeln für 1,80$. Nach
einem ewigen gekurve auf einen Berg, haben wir wieder ein schöne
Aussicht auf Wellington und die Bucht. Beim Liquorland waren wir auch
noch um uns mit Bier einzudecken, dort ist es halt am günstigsten.
Später fahren wir dann wieder auf "unseren" Berg zum
Postkarten schreiben und pennen.
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24. November - Sonntag - 58. Tag
Um 8:00 Uhr schon aufstehen. Bei strahlendem Sonnenschein
gibt's Müsli, dann geht's gleich runter zum Fährhafen. Nach
einiger Zeit warten, dürfen wir auf die Fähre fahren. Um 10:45
Uhr legen wir ab Richtung Südinsel mit der Aratika. In der Cook
Strait ist trotz des guten Wetters ein enormer Seegang. Wir sitzen zunächst
hinten auf dem Deck, aber dort pfeift der Wind abartig und die Sonne
brennt ganz gut dazu. Wir gehen rein und lassen uns in der Silver Fern
Lounge nieder, dort schlief ich bis wir ruhiges Gewässer in den
Marlborough Sounds erreichen, ab hier war die Schifffahrt wieder angenehm.
In Picton ist der Hund begraben, wir essen nach Ankunft 4 von unseren
Sandwiches mit harten Semmeln und dem Chili Zeug. Auf dem Schiff traute
ich mir es nicht zu was zu essen. Dann fahren wir los, die Sounds zu
erkunden, aber die Straße besteht nur aus Kurven und mir wird
schon wieder anders. Landschaftlich ist es sehr schön hier, in
einer Bucht, wo es nur einen Landungssteg gibt, wollen wir übernachten.
Jetzt fällt Thomas auf, das seine Turnschuhe nicht mehr da sind,
er hat sie gestern Nachmittag auf dem Berg in Wellington ausgezogen
und vors Auto gestellt, damit es nicht im Auto stinkt. Da stehen sie
wohl noch immer, die guten Schuhe.
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25. November - Montag - 59. Tag
Am letzten Abend wechselten wir auch noch die Vinegar
Chips Marke von ETA auf Bluebird, die sind nämlich viel saurer.
Die Sonne scheint wieder prächtig und wir genießen unser
Frühstück in der schönen Landschaft. Auf einer kurvenreichen
Straße kommt uns ein Bus mit Soldaten, ein 2t GL und zum Schluss
ein Auto mit Steinlager Anhänger entgegen.
Dann treffen wir die zwei aus Rotorua und drehen beide um uns zu begrüßen
und zu quatschen. Da wir an einem Fluss angehalten haben, gehen wir
zwei dann noch ans Ufer und werfen ein paar Steine rein und düsen
dann weiter. In der Cable Bay, wo das 1. Kabel 1887 nach Australien
gelegt wurde, sehen wir uns kurz um und fahren dann nach Nelson zum
bummeln. Thomas weht es laufend den neuen Hut davon. Im Supermarkt kaufen
wir für 60$ ein, der Wahnsinn. Nach einem Liter Eis, fahren wir
auf Schotter ein kleines Seitental hinter und stellen fest, das man
hier nirgends campen darf. Wir drehen um und fahren zum Highway zurück
an eine Rest Area mit Tisch und Bank. Das eignet sich doch prima zum
Sandwich futtern, die diesmal sehr scharf sind, die Gurken sehr sauer
und hinterher gibt's noch eine Zitrone pur. An einem Bach rasieren wir
uns noch und schreiben das Buch während Sandflies uns belagern.
Auf dem Parkplatz schläft auch eine Neuseeländer, mit dem
wir etwas gequatscht haben. Er fragt anscheinend jeden, ob wir aus Biberach
kommen. Ein Auto setzt dann ein Mädchen samt Gepäck ab, sie
schläft irgendwo im Gebüsch.
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26. November - Dienstag - 60. Tag
Nach einem gemütlichen Frühstück fahren
wir nach Nelson, zum AA Karten holen, Wasser und Benzin tanken und Informationen
über den Abel Tasman Track einholen. Die Parkgebühr für
2 Nächte haben wir auch gleich bezahlt und den Rücktransport
mit dem Bus gebucht. Zum Schluss habe wir noch 500 US$ umgetauscht und
mit den Parkuhren haben wir auch immer wieder Glück, ich brauchte
die Münze nur halb reinstecken, schon zeigte die Uhr was an. Beim
KFC gibt's mal wieder Chips mit dem letzten süßen Ketchup.
Auf dem Weg zum Startpunkt des Abel Tasman Tracks, stehen lauter No
Camping Schilder, so ein Fuck, am Ausgangspunkt auch. Es regnet und
hört nicht mehr auf, dafür sehen wir einen schönen Regenbogen
über dem Meer. Wir fahren zurück, irgendeinen Platz zu finden
an dem wir übernachten können. Thomas sieht ein Auto hinter
Bäumen stehen, wir stellen uns dazu, hier ist es wahrscheinlich
am Besten. Jetzt beginnt Thomas das Geschirrtuch zu zerschnippeln und
das Nähzeug auszupacken. Er versucht den Stoffstreifen in den Hut
zu nähen, damit er besser passt. Wir geben uns die Dröhnung
mit dem Chilizeug auf die Sandwiche und labern über den Bund. Vor
einem Jahr waren wir dort auf Exerzitien, den Adventskranz auf der Stube
und Fw Hofer, die "guten alten Zeiten".
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27. November - Mittwoch - 61. Tag
Um 8:30 Uhr packen wir unseren Rucksack und starten um
10 Uhr den Abel Tasman Track, bei herrlichem Wetter. Es geht von einer
wunderbar schönen Bucht zur nächsten. Eine richtige Südseeromantik
kommt bei dem Anblick der Bays auf. Man sieht aus dem Buschwald aus
Farnen, Palmen und anderen Bäumen auf weiße Strände
und türkis schimmerndes Wasser. Auf dem felsigen Weg zu Cleopatras
Pool überholen wir ein paar ältere Herrschaften, einer Oma
musste ständig gestützt werden, sonst wäre sie umgefallen,
aber auch sie musste über den Bach steigen und über die Steine
laufen. Wir überqueren den Torrent River, wo ich auch zwei Mädchen
sah die wir dann später in der Hütte kennen lernten. An der
Torrent Bay Hut machten wir nach 3,5 h Marsch eine kleine Pause. Auf
dem weiteren Weg trafen wir die anderen zwei aus Rotorua, ich weiß
immer noch nicht woher sie kommen, aber so ein Zufall. Jetzt ging es
daran die erste Hängebrücke zu überqueren, was eigentlich
sehr leicht ist, aber doch aufregend.
Schließlich erreichten wir die Bark Bay Hut, es war auch noch
Platz für uns zum Schlafen da. Leicht erschöpft setzten wir
uns hin und aßen erst mal einen Apfel. Als ich das restliche Futter
auspackte, musste ich feststellen, dass die Bananen nur noch Matsch
waren. Für jeden gabs dann ein kleines Brötchen, wie Thomas
immer sagt, mit 3,5 Scheiben Wurst, was viel zu viel war. Darauf viel
Salz und Pfeffer, das schmeckt uns. Zwei Typen neben uns lachen sich
kaputt. Dann kochten wir uns so getrocknetes Zeug, das man mit Wasser
kochen muss. Es schmeckt einigermaßen mit Pfeffer, Salz und Chili,
wie immer muß es scharf sein.
Die 2 Typen kamen übrigens aus Rottweil und sind Schreiner, sie
waren für ein halbes Jahr in Australien. Wir redeten so über
dies und das, ansonsten waren die recht still, der eine sprach fast
gar nichts. Sparsam sind die auch, die kaufen sich nicht mal ein Bier.
Ich wendete mich dann den 2 Mädchen vom Torrent River zu. Die eine
heißt Dörte und kommt aus Oldenburg, die andere Irene, sie
ist aus Luzern. Später setzte sich noch eine Kanadierin zu uns,
sie heißt Nicole und spricht sehr gut deutsch. Nachdem die Lichter
in der Hütte gelöscht waren, als ich vom bieseln wieder zurück
kam, legte ich mich auch schlafen.
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28. November - Donnerstag - 62. Tag
Die Nacht war grausam, einer schnarchte die ganz Zeit,
es war sehr warm und wenn man den Schlafsack aufmachte kamen gleich
die Sandflies rein und ich klebte vor Schweiß. Das Frühstück
war es auch, es sollte Brot mit Marmite als Aufstrich geben, aber das
Zeug ist nicht genießbar, auch wenn es hier sehr beliebt ist.
Ich schenkte es dann der kleinen Engländerin, der es wohl schmeckt.
Wir liefen dann los über Berg und Tal. In den frühen Morgenstunden
hat es geregnet, ansonsten ist es heute bewölkt, wie wir es allen
voraus sagten. Es war für den Anfang schon ein bisschen anstrengend,
vor allem das bergab gehen, aber wir hatten uns für heute ja nur
3 Stunden Weg vor uns. Deshalb waren wir schon um 12 Uhr an der Awaroa
Hut, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Am Strand davor
lag ein kleiner Hai, habe ich natürlich gleich fotografiert. In
der Hütte war eine ganze Schulklasse, aber wir fanden auch hier
einen Platz, es ist ja noch früh. Zum essen gabs eine Tafel Schokolade
und die 2. Cola. Als nächstes kamen Irene und Dörte, danach
2 aus Kiel. Später trudelte auch noch Nicole, die Bayerin die uns
auf dem Ketetahi Track entgegen kam und dieselben Schuhe an hatte, wie
ich.Sie kommt aus Tölz und macht alles etwas extrem. Die rennt
nur so durchs Land, hat man den Eindruck. Es hat gerade Flut und der
Weg geht hier genau durchs Watt. Sie muss aber unbedingt heute noch
rüber, damit sie morgen schon auf dem Heaphy Track sein kann. Hüttmann
der 2. kam auch noch, ein blöder Typ, der seine Tasse in den Ofen
stellt und sich wundert wenn nachher kein Wasser mehr drin ist. Die
Art, wie der Zitronen isst, ist auch nicht normal und einen Schmarrn
redet der, wir unterhielten uns dann lieber mit den Mädchen.
Als die Flut nachgelassen hatte, brach die Tölzerin mit ein paar
anderen auf. Den Rucksack auf den Kopf, wateten sie durch die Bucht,
das war natürlich die Attraktion in der Hütte. Wir redeten
und redeten, es war wirklich eine nette Unterhaltung, da kamen sehr
spät 2 Stuttgarterinnen, die waren geschminkt und redeten nur Müll.
Sie legten sich dann auch bald unter den Tisch, weil sonst schon alles
am Boden belegt war und wollten schlafen. Wir stellten uns halt dann
raus, es regnete wieder, und unterhielten uns weiter mit Irene. Nicole
kam dann auch dazu und meinte, dass es bei ihr daheim jetzt minus 20
Grad hätte. Plötzlich kamen aus dem Dunkel der Nacht 4 Typen,
frag nicht wie die es jetzt noch bis hierher geschafft haben. Dann war
es auch Zeit für uns zum schlafen.
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29. November - Freitag - 63. Tag
Die Nacht war etwas besser, als wir aufstanden waren schon
viele weg. Zum Frühstück gab es nur Brot und Kiwi, mehr hatten
wir nicht mehr. Um 10:15 Uhr gingen wir los, jetzt war der Wasserstand
am niedrigsten. Wir redeten noch etwas mit Irene, ein sehr nettes Mädchen,
es ging um den Schweizer Fasching. Sie trommelt sogar fleißig
beim Umzug ganz vorne links, das sollte ich mir doch mal ansehen.
Der letzte Teil des Tracks war schnell geschafft, kurz übers Watt,
an einer Stelle musste ich noch die Schuhe ausziehen, dann durch den
Busch über 2 Strände. Da Stand auch schon der Bus mit dem
wir zurück fahren. Der Busfahrer stach volle Hämmer die Schotterstrecke
hoch, volles Risiko um jede Kurve. In Takaka hielten wir um Pause zu
machen, dann wäre es beinahe nach Nelson weiter gefahren, wenn
ich nichts gesagt hätte, wir mussten dann in einen anderen Bus
steigen. Auf dem Weg rammte uns beinahe ein Holz Laster, wie gesagt
der fuhr volle Hämmer, der Wahnsinn. Endlich waren wir nach 3 h
Busfahrt, bei der der Fahrer auch laufend irgendeinen Schmarrn laberte,
an unserem Auto.
Der Rucksack wieder umzuräumen dauerte ganz schön lange, dazu
noch den Schlafsack auslüften lassen und das Auto wieder einräumen.
In Marakau gibt's zum Glück ein Motor Camp, gleich dorthin, rein
und duschen, das tut gut. Danach noch aufs Klo und rasieren, Vollprogramm.
So jetzt ist man wieder sauber und noch was frisches zum anziehen, perfekt.
Ich fahre auf den Parkplatz an dem wir schon vor 3 Tagen waren. Dort
wuschen wir noch die Schuhe am Bach und schrieben das Buch nach, das
war jede Menge Arbeit.
Die Wanderung hat uns beiden sehr gut gefallen und es war traumhaft,
auch wenn das Wetter nicht immer gut war, waren es doch schöne
Tage. Wir hätten nur mehr und bessere Verpflegung mitnehmen sollen,
aber es ist auch so gegangen. Die Adresse von Irene habe ich leider
nicht und ich sollte sie auch nie wieder sehen.
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